Planet Drogen

Deutscher Hanfverband NachrichtenCannabispolitik bleibt Sache der US-Bundesstaaten

Fotocredit: CC0 Public Domain

In einem Treffen mit Colorados republikanischem Senator Gardner bekräftigte US-Präsident Donald Trump vergangene Woche, dass es den einzelnen Bundesstaaten obliege, ob sie Cannabis regulieren oder weiterhin als illegal betrachten wollen. Der US-Präsident verschaffte der gesamten Branche mit seiner Äußerung einen immensen Rückenwind.

US-Justizminister Jeff Sessions hatte im Januar angekündigt, die Duldungspolitik der Obama-Ära zu beenden und sich entgegen eines bestehenden Memorandums in die Cannabispolitik einzelner Bundesstaaten einzumischen, um das Verbot auf Bundesebene langfristig wieder durchzusetzen. Daraufhin hatte Gardner angekündigt, alle Nominierungen des US-Jusizministeriums, die den von ihm vertretenen Bundesstaat betreffen, fortan zu blockieren. Gardner begründete seine Weigerung, die von US-Medien als Pot-Blockade bezeichnet wurde, mit fehlender Rechtssicherheit für Colorados Bürger, insbesondere deren Justizangestellte. Der Senator wollte verhindern, dass der ohnehin schwierige Spagat zwischen Bundes- und Landesrecht zu einer eventuellen Strafverfolgung von Bürgern, Unternehmen oder gar Colorados Justizbeamten führt.

Nach dem Treffen mit Trump sagte Gardner, dass er aufgrund von Trumps Zusicherungen die Nominierungsblockade des Justizministeriums beenden werde. "Seit der Kampagne hat Präsident Trump das Recht der Staaten konsequent unterstützt, selbst zu entscheiden, wie man am besten mit Cannabis umgehen kann", sagte Gardner am Freitag.

"Präsident Trump hat mir versichert, dass er eine auf dem Föderalismus basierende legislative Lösung unterstützen wird, um das Problem der Rechte der Staaten ein für allemal zu lösen,"

so Gardner weiter. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, bestätigte die Äußerung Gardners gegenüber US-Medien.

"Der Präsident hat gestern und heute mit Senator Gardner gesprochen", sagte Sanders vergangenen Freitag im Weißen Haus. "Der Präsident glaubt fest an die Rechte der Bundesstaaten", so die Sprecherin weiter.

Trumps Zusicherung hatte umgehend Auswirkungen auf die Märkte. So berichtet das Wirtschaftsportal Bloomberg, dass Trumps Ankündigung ein Ende der Rechtsunsicherheit bedeute, was sich bereits mit Kursteigerungen bis zu 21 Prozent niedergeschlagen habe.

Sonderthemen: 

Hanf Journal NewsFröhlichen Fourtwenty-Day 2018

  Sieben mit Cannabis behaftete Veranstaltungen in Deutschland am heutigen Tag.     Irgendwie hat sich der Geheimcode einer Studentenbande aus Amerika unter Marihuanabefürwortern weltweit durchgesetzt. Mit der Ziffernfolge 4/20 verabredeten sich besagte Studenten einst zum Kiffen um 16:20 Uhr, heute hat die globale Kiffergemeinde gleich einen ganzen Tag mit diesem Zahlenspiel zum ausgiebigen Zelebrieren…

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Blog der Aidshilfe DeutschlandHIV in Russland: „Alles, was wir brauchen, ist der politische Wille“

Wadim Pokrowskij, Leiter des russischen Aids-Zentrums, ist eine der wenigen Personen des öffentlichen Lebens in Russland, die offen die Gesundheitspolitik der Regierung kritisieren. Wir haben mit ihm über die rasante Ausbreitung von HIV in Russland gesprochen – und darüber, wie man die Epidemie stoppen könnte.

Von Alexander Delphinov*; weiter unten findet sich eine russische Fassung

Nach jahrelanger politischer Vernachlässigung von HIV und Aids überschritt die Zahl der offiziell in Russland registrierten HIV-Diagnosen Anfang 2016 die Marke von einer Million. Im Dezember 2017 waren es bereits mehr als 1,1 Millionen.

Laut Wadim Pokrowskij, Leiter des Föderalen Aids-Zentrums, sind seit Beginn der russischen Aidskrise in den späten 1980er-Jahren bis Ende 2016 über 240.000 Menschen mit HIV gestorben (allein 2016 waren es etwa 32.000 Todesfälle, gut 18.000 davon als Folge einer HIV-Infektion).

Im Jahr 2017 stellte die russische Regierung aber nur 250 Millionen Euro für HIV/Aids-Programme zur Verfügung. Und von den schätzungsweise 870.000 Menschen, die mit HIV leben, erhalten jährlich nur 220.000 bis 240.000 eine HIV-Therapie. Zum Einsatz kommen hauptsächlich kostengünstige Generika, die oft schon veraltet sind.

Die Medien betreiben Schönfärberei

Die Verbreitung des Virus läuft so gut wie ungebremst, aber die offiziellen russischen Medien erzählen, wie gut doch eigentlich in Russland alles mit der HIV-Prävention aussieht. In Wirklichkeit werden die NGOs, die Präventionsprogrammen ohne staatliche finanzielle oder logistische Hilfe durchführen, vom Staat verfolgt und seit kurzer Zeit auch als „ausländische Agenten“ abgestempelt. Und als beste Präventionsmethoden gelten „traditionelle russische Werte“ wie zum Beispiel konservative Religiosität mit dem „Kein-Sex-ohne-Ehe“-Prinzip.

„Traditionelle russische Werte“ als Prävention?!

Wadim Pokrowskij arbeitet bereits seit 1988 im HIV- und Aids-Bereich – er war damals Zeuge, als der erste russische HIV-Patient registriert wurde. Seit 1997 gehört er der Russischen Akademie der Wissenschaften an, international ist er als Spezialist für die Prävention und die Behandlung von HIV bekannt. 2001 wurde er zum Leiter des russischen Föderalen AIDS-Zentrums ernannt.

Heute ist Pokrowskij eine der wenigen Personen des öffentlichen Lebens, die offen die Gesundheitspolitik der Regierung in kritisieren, weil sie zu wenig gegen die HIV-Verbreitung unternimmt und wissenschaftlich anerkannte Präventionsmaßnamen wie zum Beispiel Schadensminimierungsprogramme nicht unterstützt, sondern sogar bekämpft.

Im Oktober nahm Wadim Pokrowskij an der Konferenz „HIV in Osteuropa – die unbemerkte Epidemie?!“ in Berlin teil. Dort fand dieses Gespräch statt:

Wie würden Sie die Situation der HIV-Epidemie in Russland aus Ihrer Sicht beschreiben?

Die Zahl der neu registrierten HIV-Infektionen nimmt in Russland immer stärker zu. 2015 gab es 90.000 neue Fälle, 2016 über 100.000 und in der ersten Hälfte 2017 auch schon über 50.000 neu registrierte Fälle. Also gibt es immer mehr Menschen, die mit HIV leben, immer mehr, die eine Diagnose bekommen. Dies alles deutet klar darauf hin, dass es eine Epidemie gibt. Und unsere Angaben zeigen, dass sowohl eine große Zahl von Männern, die Sex mit Männern haben, als auch sehr viele Drogenkonsument_innen schon mit HIV infiziert sind. Außerdem infizieren sich auch die heterosexuellen Partner_innen Menschen, die Drogen konsumieren. Deswegen besteht ein Risiko einer HIV-Epidemie in der heterosexuellen Bevölkerung.

Wofür steht der dramatische Anstieg der HIV-Neudiagnosen?

Bedauerlicherweise zeigt uns dieser Anstieg bei den Neudiagnosen, dass die bestehenden Präventionsmaßnahmen in Russland unzureichend sind. Als wichtigste Strategie der HIV-Bekämpfung gilt derzeit, möglichst viele HIV-Infizierte zu diagnostizieren und in eine Behandlung zu bringen. Diese Strategie wird auch in Russland vom Gesundheitsministerium verfolgt. Doch nur etwa 30 Prozent der Menschen, bei denen HIV diagnostiziert wurde, bekommen auch die modernen Medikamente, das heißt, diese Strategie wird bis jetzt nur unzureichend umgesetzt. 2017 gibt die föderale Regierung 17,5 Milliarden Rubel für den Kampf gegen HIV und Aids aus, für 2018 ist im Haushalt bedauerlicherweise eine Milliarde weniger eingeplant – was ziemlich merkwürdig ist angesichts der sich dramatisch verschlechternden Lage.

Nur etwa 30 % der Menschen mit HIV bekommen Medikamente

Was sollte man in Russland tun, um die Epidemie zu stoppen?

Ohne Zweifel muss unser Ziel derzeit sein, die Gesellschaft zu mobilisieren und auch die Regierung zu überzeugen, dass dieses Problem höchst aktuell und drängend ist. Und vielleicht reicht es auch nicht aus, sich nur mit der Behandlung beschäftigen – man sollte sich auch mit der Prävention beschäftigen. Besonders wichtig sind hier Präventionsmaßnahmen in sozialen Gruppen, die besonders durch HIV bedroht sind, das heißt für Schwule, für Drogenkonsument_innen und für Sexarbeiter_innen. Wir brauchen also nicht nur die Behandlung, sondern auch substanzielle Mittel für die Präventionsprogramme.

HIV in Russland: Ausgrenzung durch den Staat

Es ist kaum ein Geheimnis, dass die Präventionsarbeit für die LGBTI*-Community [Anm. d. Red.: Community der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und inter* Menschen] wie auch für Menschen, die Drogen konsumieren, durch die aktuelle juristische Lage in Russland stark erschwert wird. Zum Beispiel durch das sogenannte Gesetz gegen „Homo-Propaganda“, das seit 2013 gilt und zu wachsender Stigmatisierung der LGBTI geführt hat. Auch die Drogenpolitik in Russland kann man nur als sehr repressiv bezeichnen. Stellt nicht die öffentliche Haltung zu diesen Gruppen auch ein Problem dar?

Ich muss sagen, dass hier alle Gruppen leiden, nicht nur die LGBTI-Gemeinschaft und die Drogenkonsumenten_innen. Insgesamt sind die Präventionsprogramme sehr schwach. Das Gesetz gegen „Propaganda für Homosexualität“ betrifft bedauerlicherweise eben die HIV-Prävention für schwule Männer. Und wenn wir über die Drogenkonsumenten_innen sprechen, gibt es da auch Probleme, in der Tat wird diese Gemeinschaft diskriminiert. Viele meinen, dass sie alle an ihrem Drogenkonsum sterben sollten und man sich also um diese Leute nicht zu kümmern brauche. Auch bei der Prävention für Sexarbeiter_innen gibt es Probleme, weil diese Gruppe bei uns einfach keinen Rechtsstatus hat. Viele Bürokraten sagen deswegen: Warum sollten wir uns mit Sexarbeiter_innen beschäftigen, wenn diese soziale Kategorie bei uns gar nicht existiert? Wir müssen solche Stereotype und erfundenen Hindernisse überwinden, um uns ernsthaft der großen Bedrohung durch die HIV-Infektion zu befassen. Und dabei sollte man alle damit verbundenen Vorurteile am besten ignorieren.

„Sexarbeiter_innen? Gibt es bei uns nicht“

Sogenannte HIV-Leugner_innen bestreiten, dass es HIV gibt. Und wenn es keinen Virus gibt, braucht man auch keine Behandlung und keine Prävention. Stimmt mein Eindruck, dass diese Gruppe in der letzten Zeit in Russland stärker und aktiver geworden ist?

Diese Gruppe hat es immer gegeben, aber seit einiger Zeit haben sie gute Werkzeuge für die Verbreitung ihrer „Ideen“, nämlich soziale Netzwerke und verschiedene Webseiten. Dank diesen Medien haben diese Leute eine stärkere öffentliche Präsenz in Russland gewonnen, obwohl sie eigentlich gar nicht viele sind. Aber sie beeinflussen die öffentliche Meinung – und auch auf die Menschen, bei denen eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde. Manche brechen dann ihre Therapie ab oder fangen gar nicht erst damit an, schließlich gebe es doch kein HIV und außerdem seien auch alle Medikamente giftig. Die „HIV-Dissident_innen“ stören also nicht nur unsere Arbeit, sondern verbreiten auch tödliche Vorstellungen – manche Patient_innen sterben, weil sie nicht rechtzeitig mit einer Therapie begonnen haben.

Was können ausländische Organisationen und andere Länder zur Bewältigung der HIV-Epidemie in Russland beitragen?

Mir gefallen die Erfahrungen, die man Deutschland gemacht hat, sehr. Wie wir alle wissen, hier gibt es nur relativ wenige Neuansteckungsfälle. Und wir hoffen sogar, dass die HIV-Übertragung hier bald beendet werden könnte. Es wäre wünschenswert, die Ansätze, die in Deutschland Anwendung finden, auf Russland zu übertragen. Es gibt allerdings eine Haltung bei uns, die man in Anlehnung an ein bekanntes russisches Sprichwort übersetzten könnte mit: Was dem Deutschen guttut, ist des Russen Tod. Dennoch sind die Unterschiede vielleicht gar nicht so groß, auch wenn es aussieht, als könnten wir nicht zusammenkommen. All diese HIV-Präventionsprogramme könnte man auch erfolgreich in Russland einführen und implementieren. Alles, was wir brauchen, ist der politische Wille.

Weitere Informationen:

Gefährlich und menschenverachtend: Russlands repressive Drogenpolitik (Beitrag auf magazin.hiv vom 19.04.2018)

Wenn der Staat uns nicht stört, ist das die größte Hilfe“ (Beitrag auf magazin.hiv vom 09.11.2017)

HIV in Osteuropa – die unbemerkte Epidemie?! Dokumentation zur Fachkonferenz am 17. Oktober 2017 in Berlin, veranstaltet von Brot für die Welt, Deutsche AIDS-Hilfe und Aktionsbündnis gegen Aids

Russische HIV-Politik: immun gegen Vernunft? (Beitrag auf magazin.hiv vom 17.10.2017)

Leben mit Drogen: Alexey, 35, Kasan, Russland (Beitrag auf magazin.hiv vom 13.07.2017)

„Eine Regierung, die den Gesundheitsschutz sabotiert“ (Beitrag auf magazin.hiv vom 10.01.2017)

Aids beeenden? Nicht ohne Osteuropa und Zentralasien (Beitrag auf magazin.hiv vom 01.08.2016)

Die Regierung macht für LGBT-Rechte keinen Finger krumm“ (Beitag auf magazin.hiv vom 15.12.2014)

Alexander Delphinov lebt in Berlin und arbeitet u. a. als Freelancer bei der Deutschen Welle. Ein Interview mit ihm unter dem Titel Gefährlich und menschenverachtend: Russlands repressive Drogenpolitik haben wir am 19. April 2018 auf magazin.hiv veröffentlicht.

http://delphinov.net/

 

Вадим Покровский: Нам нужна только политическая воля

Еще во второй половине 90-х годов в России слышались громкие голоса тех, кто предпупреждал о возможном начале эпидемии ВИЧ. Но если ситуация тогда и казалась тревожной, то все равно не настолько катастрофической, как двадцать лет спустя. После того, как на протяжении многих лет проблеме ВИЧ/СПИДа не уделялось достаточное внимание, в начале 2017 года количество ВИЧ-инфицированных достигло планки в один миллион человек. И вот распространение вируса происходит практически безпрепятственно, в то время как на заднем фоне слышен единой хор официальных российских СМИ, рассказывающих о том, как в все в России хорошо с профилактикой ВИЧ. На самом деле те НГО, которые занимаются профилактической работой без государственной финансовой или организационной поддержки, стали подвергаться преследованию со стороны государства, а с недавних пор на них навешивается ярлык “иностранного агента”. А в качестве лучших средств профилактики россиянам предлагаются “традиционные ценности” в виде, например, консервативной религиозности с принципом “никакого секса до брака”.

Академик Вадим Покровский – руководитель российского Федерального СПИД-центра, работает в области профилактики и лечения ВИЧ с 1988 года и считается одним из признанных во всем мире российских специалистов. В октябре он побывал в Берлине, где прошла международная конференция “ВИЧ в Восточной Европе: незамеченная эпидемия?”. Там и состоялась эта беседа.

В России все время увеличивается количество новых случаев ВИЧ-инфекции. Если в позапрошлом году было 90 тысяч новых случаев, в прошлом году – 100 тысяч новых случаев, то в этом году уже за первое полугодие зафиксировано 50 тысяч новых случаев. То есть все больше и больше становится людей, живущих с ВИЧ, тех, у кого уже поставлен диагноз. Ну, это говорит, конечно, о том, что идет эпидемия, и наши данные показывают, что уже очень большое количество мужчин, которые имеют секс с мужчинами, и среди наркопотребителей очень многие имеют ВИЧ. А кроме того, гетеросексуальные партнеры наркопотребителей так же заражаются вирусом, поэтому есть риск развития эпидемии в гетеросексуальном населении.

О чем свидетельствует столь впечатляющий рост новых случаев инфицирования?

К сожалению, рост числа новых случаев показывает, что существующие профилактические мероприятия в России недостаточны. Сейчас наиболее популярная стратегия борьбы с ВИЧ-инфекцией – это выявление всех ВИЧ-инфицированных и назначение им терапии. Эта стратегия также применяется в России и осуществляется министерством здравоохранения. Но пока лишь 30 процентов тех, у кого уже диагностирована ВИЧ-инфекция, получают современную терапию, то есть эта программа тоже пока не реализована. Федеральное правительство в этом году потратило на борьбу со СПИДом 17,5 миллиардов рублей, но, к сожалению, в бюджете на следующий год запланировано на один миллиард меньше. Что довольно странно, с учетом ухудшающейся ситуации.

Какие действия необходимо предпринять в России, чтобы остановить эпидемию?

Конечно, сейчас наша задача – это как-то мобилизировать общество, и убедить администрацию, правительство в том, что проблема эта чрезвычайно актуальна. И может быть, одного только лечения будет недостаточно, надо также заниматься и предупреждением распространения ВИЧ, а особенно среди тех групп, которые наиболее уязвимы, то есть среди геев и потребителей наркотиков, секс-работников, которые связаны с потреблением наркотиков, ну и конечно, среди всего населения. То есть кроме лечения нужны еще и большие средства на профилактические программы.

Не секрет, что профилактическая работа как среди упомянутых вами представителей ЛГБТ-сообщества, так и среди людей, употребляющих наркотики, может быть затрудненной, тем более в России, где существует закон о запрете гей-пропаганды, стигматизирующий ЛГБТ, и наркополитику в целом можно охарактеризовать как весьма репрессивную. Наверное, есть проблемы и общественном отношении к этим группам, как бы вы это охарактеризовали?

Я должен сказать, что здесь все группы страдают, не только перечисленные, конечно – ЛГБТ-сообщество и наркопотребители. Вообще профилактические программы очень слабые. Конечно, то, что сейчас есть закон об ограничении гей-пропаганды – это, к сожалению, частично затрагивает и профилактику ВИЧ среди геев. И относительно наркопотребителей тоже существуют проблемы, действительно, это такое дискриминируемое сообщество. Многие считают, что все они должны умереть от наркотиков, поэтому и заниматься этой группой не нужно. А проблемы с профилактикой среди секс-работников, например, связаны с тем, что у нас просто нет юридического статуса этой группы. И многие бюрократы поэтому говорят, а почему мы должны заниматься секс-работниками, если такой социальной категории у нас вообще не существует? Надо преодолеть многие такие стереотипы и чисто условные преграды, которые существуют, и действительно заняться такой большой угрозой, как ВИЧ-инфекция, не обращая внимания на свои какие-то пристрастия.

Так называемые ВИЧ-диссиденты отрицают само существование вируса иммунодефицита человека, а стало быть, если нет вируса, то и лечение, и профилактика не нужны. Есть ощущение, что в последнее время в России группа ВИЧ-диссидентов особенно активизировалась, так ли это, и если да, то почему?

Да, эта группа всегда существовала, но сейчас у нее появился хороший инструмент для реализации своих идей – это социальные сети и различные интернет-сайты. Благодаря этому они получили новое, сильное звучание в России, хотя, может быть, это не такая уж большая группа. Но они оказывают влияние на общественное мнение, в том числе на людей, у которых диагностицирована ВИЧ-инфекция. Те отказываются от лечения или не начинают его, поскольку ВИЧ нет, а лекарства все ядовиты. В результате, конечно, ВИЧ-диссиденты мешают всей нашей работе, не говоря уже о том, что некоторые люди и умирают, потому что не начали вовремя лечиться.

Как могут помочь зарубежные организации или другие страны в работе по преодолению эпидемии ВИЧ в России?

Ну, мне очень нравится опыт Германии. Как мы знаем, здесь очень маленькое количество новых случаев, и мы ожидаем даже, что здесь передача ВИЧ скоро может прекратиться. Все те технологии, которые применяются в Германии, конечно, их желательно перенести на русскую почву. Правда, есть у нас поговорка, если ее немного переиначить – что немцу хорошо, то русскому смерть. Мол, у нас не совпадает менталитет, но я думаю, что разница не такая уж большая. Это только кажется, что мы не сходимся. И все эти программы профилактики ВИЧ можно с успехом внедрять и в России. Нужна только политическая воля.

Текст: Александр Дельфинов

Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsGrünes Licht für GWPH`s Epidiolex?

Das Beratungsgremium bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA stimmte am Donnerstag einstimmig für die Zulassung des ersten Epilepsie-Medikaments für Kinder -Epidiolex® (Cannabidiolderivat (CBD) mit einem 0,1%-igen Anteil  THC)- ab. Eine endgültige FDA-Entscheidung erwartet man bis zum 27. Juni. Epidiolex® wird als Ergänzungstherapie bei Anfällen in Verbindung mit Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) und Dravet-Syndrom eingesetzt. Diese Formen der Epilepsie treten erstmalig im frühen Kindesalter auf. Patienten mit LGS leiden in der Regel an verschiedenen Anfallsarten, […]

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Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsDie Hochzeitsglocken läuten schon wieder

Aurora Cannabis Inc. übernimmt  CanniMed Therapeutics Inc.  – Aphria Inc. schluckt Nuuvera Inc. – nun folgt die nächste Hochzeit: Huku Brands+WeedMD   Die Cannabismarke Tokyo Smoke ist mit ihren teuren Coffeeshops und ihrer minimalistischen Einrichtung bei Hipstern äusserst angesagt. Die Muttergesellschaft von Tokyo Smoke, Hiku Brands Co. Ltd., greift nun auf dem Markt um sich und schnappt sich WeedMD. Hiku erwirbt WeedMD  in einer reinen Aktientransaktion im Wert von rund 240 […]

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Leafly Deutschland NewsLeafly.de Patientenakte: Uwe, 30, aus Berlin, Migräne

Schon immer litt Uwe unter Kopfschmerzen. Im 10. Lebensjahr wurde bei ihm eine chronische Migräne diagnostiziert. Bei Anfällen bekam er das Schmerzmittel Novaminsulfon. Die mit dem Alter zunehmenden Anforderungen und Herausforderungen, wie Stress, Schlafmangel, Hormonumstellung und falsche Ernährung erhöhte die Frequenz seiner Attacken. Uwe suchte nach anderen Schmerzmitteln, doch nichts half wirklich und er litt unter den Nebenwirkungen, hauptsächlich heftige Übelkeit, der meisten Präparate.

Uwe entdeckt Cannabis als Heilmittel

Zunächst musste Uwe sein Leben der Migräne nicht anpassen. Nach einigen Partys musste er jedoch klar zugeben, dass Alkohol seine Anfälle begünstigte. So entschied er sich, in Zukunft einen Bogen darum zu machen.

Als junger Erwachsener hatte er jedoch auch eine gewisse Sehnsucht nach Rausch. Ein Artikel über die erfolgreiche Behandlung von Migränepatienten mit Cannabis in den USA brachte ihn auf die Idee.

Er entschied sich, es bei nächsten Attacke zu testen. Sofort trat die Wirkung ein, alles in ihm entspannte sich. Auch die Kopfschmerzen. Uwe hatte seinen Weg gefunden.

Zweimal zur MPU

Uwe begann sich Cannabis zu besorgen, doch seine rein medizinische, leicht naive Einstellung hierzu ließ ihn unvorsichtig werden. Schnell wurde er erwischt. Die Folge war der Einzug des Führerscheins, der ihm zu der Zeit gerade nach bestandener Prüfung ausgeschrieben werden sollte.

So musste er zur MPU bevor er überhaupt jemals am Steuer saß. Nach zweieinhalb Jahren bestand er erfolgreich den Test. Einige Zeit später wurde er bei einer Polizeikontrolle festgehalten. Sein Auto wurde durchsucht und in einem großen Sack fand die Polizei einen Krümel Cannabis. Dies führte zum zweiten Entzug des Führerscheins.

Eine Blutprobe wurde nicht entnommen: Für die Polizei war die Situation eindeutig. Nach vier Jahren durfte er endlich zur Prüfung und bekam seinen Führerschein zurück.

Legal, illegal – nicht egal

Diese Begebenheiten ärgerten Uwe. Kriminalisiert zu werden, weil man seine Medizin gefunden hatte, empfand er als Unrecht. Illegalität war ihm nicht egal. Entsprechend laut war sein Freudenschrei, als er im März 2017 in der Zeitung las, dass die medizinische Behandlung mit Cannabis legalisiert wurde.

Sofort ging er zum Arzt und ließ sich ein Privatrezept ausstellen. Es gab keine Probleme. Nach dem Versteckspiel der letzten Jahre fiel Uwe ein Stein vom Herzen. Den Tag des ersten Rezeptes markierte er sogar in seinem Kalender. Es war ein lauer Sommerabend und der Apotheker freute sich mit Uwe, nach dem er ihm seine Geschichte erzählt hat.

H2: Uwe testet die Legalität

So ganz wollte Uwe dem ganzen jedoch noch nicht trauen. Vor seinem nächsten Flug vom Frankfurter Flughafen machte er dann die Probe aufs Exempel: Er ging in einen der gläsernen „Raucherkäfige“ und bereitete seinen Vaporizer für seine Dosis vor.

Als er zwei Polizisten sah, ging er zur Sicherheit auf sie zu und fragte, ob es wirklich ok sei. Er zeigte seine Ausnahmegenehmigung und erklärte seinen Fall. Alle Herumstehenden starrten ihn an, die Polizisten sagten, es sei ok. Uwe konnte sein Glück kaum fassen: Nach den vielen Jahren war er endlich legal.

Uwes medizinische Anwendung von Cannabis bei Migräne

Uwe wird nicht durchgehend mit Cannabis behandelt. Die Dauermedikation setzt er lediglich in Zeiten hoher Belastung und kalten Temperaturen ein, denn dadurch wird die Migräne begünstigt. In den anderen Zeiten setzt er punktuell Novalgin ein – eben nicht zu viel und nicht zu wenig.

Patienteninfos
Name: Uwe
Alter: 30
Wohnort/Bundesland: Berlin
Krankenkasse: Hannoversche Privat
Diagnose: Migräne
Medikation: Bedrocan Blüten 3g verdampfen, auf 3 bis 5 Mal am Tag verteilt
Fachrichtung des verschreibenden Arztes: Psychologe

Das Leafly.de Patienteninterview

Leafly.de: Seit wann wendest Du Cannabis als Medizin an?
Uwe: Mein ersten Rezept habe ich am 31.08.2017 bekommen.

Leafly.de: Wie bist Du denn darauf gekommen?
Uwe: Durch die Medien. Ich habe von einem Fall in den USA gelesen.

Leafly.de: Wie war das erste Mal?
Uwe: Unglaublich schön. Ich konnte es kaum fassen, dass diese heftigen Kopfschmerzen plötzlich weg waren.

Leafly.de: In welchen Momenten wendest Du es an?
Uwe: In Zeiten, die Migräne triggern: Bei erhöhtem Stressaufkommen, im Winter, bei Schlafmangel und so.

Leafly.de: Welches Präparat in welcher Dosierung nimmst Du?
Uwe: Ich bekomme Bedrocan Blüten und verdampfe ca. 3g am Tag. Das verteile ich auf drei bis fünf Einheiten.

Leafly.de: Gibt es Schwierigkeiten mit der Krankenkasse?
Uwe: Da ich privat versichert bin, stellt sich die Frage nicht. Aber die übernehmen natürlich auch die Kosten nicht. Wichtig ist mir vor allem die Legalität.

Leafly.de: Hast Du Angst vor einer Abhängigkeit?
Uwe: Nein. Die Abhängigkeit von Cannabis wird meiner Meinung nach von vielen Menschen falsch eingeschätzt. Natürlich ist Cannabis nicht ungefährlich aber es ist eben auch kein Opiat wie Heroin oder viele andere Schmerzmitteln. Da ich Cannabis nicht als Dauermedikation einsetze, stellt sich die Frage für mich allerdings ohnehin nicht. Ich habe keine Entzugserscheinungen, wenn ich es nicht nehme.

Leafly.de: War Dein Medikament schon einmal in der Apotheke nicht lieferbar? Wenn ja, wie lange nicht und wie hast Du die Situation lösen können?
Uwe: Ich wohne in Berlin, da ist die Versorgungslage sehr gut.

Leafly.de: Geht es Dir gut? Bist Du glücklich?
Uwe: Ja, danke. Ich bin sehr glücklich.

Leafly.de: Vielen lieben Dank für Deine Aufrichtigkeit und Gradlinigkeit.

Weitere Artikel zum Thema auf Leafly.de:
https://www.leafly.de/studie-cannabinoide-prophylaxe-migraene/
https://www.leafly.de/evas-erfahrungen-migraene/
https://www.leafly.de/leafly-de-patientenakte-david-28-aus-sachsen-adhs-und-migraene/
https://www.leafly.de/patientenakte-david-reizdarmsyndrom-sodbrennen-migraene/
https://www.leafly.de/wie-kann-medizinisches-cannabis-bei-chronischen-kopfschmerzen-helfen-2/

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Leafly Deutschland NewsLegalisierung: Experten-Anhörung am 27. Juni

Die Diskussion um die Entkriminalisierung von Cannabis wird schon lange und kontrovers geführt. Im Februar flammte sie erneut auf: Die Grünen, die Liberalen wie auch die Linke hatten jeweils einen eigenen Antrag zur Entkriminalisierung von Cannabis in den Bundestag eingebracht. (Leafly.de berichtete.) Alle drei Anträge wurden im Anschluss an die Debatte im Plenum zur weiteren Bearbeitung in den Gesundheitsausschuss verwiesen.  Jetzt hat sich der Gesundheitsausschuss mit den Vorlagen der Opposition befasst und beschlossen: Zum Thema kontrollierte Freigabe von Cannabis wird es am 27. Juni eine öffentliche Experten-Anhörung geben.

Gesundheitsausschuss beschließt Experten-Anhörung

 

Dies gab der Bundestag kurz und knapp bekannt. Weitere Informationen gibt es bisher nicht. So stehen die Experten, die bei der Anhörung zu Wort kommen werden, noch nicht fest – jedenfalls nicht offiziell. Auch die genaue Uhrzeit ist bisher nicht bekannt. Leafly.de bleibt am Ball und wird selbstverständlich weiter über das Thema berichten.

Zum Hintergrund: Worum geht es bei der Experten-Anhörung?

Die Linken, die Grünen und neuerdings auch die FDP vertreten im Bundestag eine liberale Cannabispolitik. Die Prohibitionspolitik der Bundesregierung sehen sie als gescheitert an. Allerdings verfolgen die drei Parteien mit ihren jeweiligen Vorschlägen unterschiedliche Ansätze:

FDP fordert Cannabis-Modellprojekte

Die Liberalen sprechen sich dafür aus, Modellprojekte für den freien Cannabis-Konsum zu ermöglichen. Die Bundesregierung wird in dem Antrag der FDP aufgefordert, die Grundlage für die Genehmigung von Modellprojekten zur kontrollierten Abgabe von Cannabis als Genussmittel zu schaffen. Bisherige Antragsteller sowie weitere Länder und Kommunen, die ein solches Modellprojekt umsetzen wollten, sollten aktiv unterstützt werden. Außerdem sollen die Modellprojekte wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden.

Linke fordert Straffreiheit für geringe Mengen Cannabis

Die Linksfraktion hat im Bundestag einen Antrag eingereicht, den Besitz von Cannabis zum Eigenbedarf zu erlauben. Konkret bedeutet das: Geringfügige Mengen von bis zu 15 Gramm beziehungsweise drei Hanfpflanzen sollen straffrei bleiben. Darüber hinaus fordert die Fraktion, Suchtprävention, Beratung und Behandlung in der Drogenpolitik zu stärken – und nicht Repression und Stigmatisierung.

Grüne wollen Cannabiskontrollgesetz

Die Grünen haben gleich einen ganzen Gesetzentwurf vorgelegt. Ihr Cannabiskontrollgesetz sieht vor, dass Cannabis aus den strafrechtlichen Regelungen des Betäubungsmittelgesetzes herausgenommen wird. Stattdessen fordern die Grünen einen strikt kontrollierten legalen Markt für Cannabis. Erst dadurch, argumentieren sie, kann der wirksame Schutz von Minderjährigen gewährleistet werden.

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Deutscher Hanfverband NachrichtenBionorica macht Lobbyarbeit gegen Hanfblüten

Bionorica, eine deutsche Pharmafirma für Naturheilmittel, betreibt über die Medien, mit eigenen Ärztefortbildungen und über Beraterverträge Lobbyarbeit gegen unverarbeitete Hanfblüten zur medizinischen Anwendung. Die Firma macht gute Geschäfte mit Dronabinol, dem isolierten Hanfwirkstoff THC.

Mit Produkten wie Bronchipret® und Sinupret® ist Bionorica vielen Deutschen bekannt. Die Firma beschreibt sich auf ihrer Homepage unter anderem mit folgenden Worten:

Bionorica ist einer der führenden Hersteller pflanzlicher Arzneimittel weltweit. Unser Anspruch: Die Medizin jeden Tag ein bisschen pflanzlicher machen.

Die Firma ist seit vielen Jahren auch in Sachen medizinisches Cannabis aktiv. Sie setzt dabei aber nicht auf Hanfblüten, sondern auf Dronabinol, in dem ausschließlich der Hanfwirkstoff THC enthalten ist. Bionorica lässt in diesem Zusammenhang auch Hanf in Österreich anbauen. 2014 hat Bionorica die Firma THC-Pharm übernommen und seitdem eine marktbeherrschende Stellung in Deutschland für das Medikament Dronabinol.

THC-Tropfen vs. naturbelassene Blüten

Unverarbeitete Hanfblüten, die seit der Einführung des neuen Cannabis-Medizin-Gesetzes in großen Mengen eingeführt werden, sind also eine Konkurrenz für die Firma. Bionorica hatte die strategische Entscheidung getroffen, sich nicht am Geschäft mit den Blüten zu beteiligen, sondern auf Dronabinol und andere Zubereitungen zu setzen. Die Firma profitiert massiv von den neuen Regelungen. Laut Handelsblatt konnte Bionorica "die Zahl der Dronabinol-Patienten von 4000 auf 11.000 fast verdreifachen".

Dronabinol ist für viele Patienten auch durchaus hilfreich. Und es ist in Tropfenform für viele Patienten leicht und wie gewohnt handhabbar. Allerdings ist Dronabinol teurer als die unverarbeiteten Blüten, bezogen auf deren THC-Anteil. Und vielen Patienten ist mit reinem THC nicht geholfen! Auch einige andere Cannabinoide der Hanfblüten haben medizinische Wirkungen, das bekannteste davon ist Cannabidiol (CBD). Auch die Terpene (Geruchstoffe) der Blüten beeinflussen die medizinische Wirkung. Die vielen verschiedenen Sorten Hanfblüten mit unterschiedlicher Wirkstoffzusammensetzung tragen erheblich zur großen Bandbreite der medizinischen Anwendungsmöglichkeiten bei. Patienten und Ärzte bestätigen uns immer wieder, dass Dronabinol oft nicht so gut hilft wie Hanfblüten.

Dennoch macht Bionorica Stimmung in den Medien gegen Hanfblüten:

Firmenchef Professor Dr. Michael Popp hält an seiner Meinung fest, Blüten werde man nicht anbieten. Dass an Krebs erkrankte Patienten mit einem Rollstuhl vor das Krankenhaus gefahren werden, um einen Joint zu rauchen, kann und will er sich nicht vorstellen. Eine größere Gefahr sieht er jedoch in der Pharmakokinetik: Blüten seien keine Alternative zu Dronabinol. Sie seien schlecht dosierbar und hätten ein hohes Missbrauchspotential. Zudem gebe es Gesundheitsgefahren beim Rauchen oder Inhalieren.

Pharmaprodukte drohen Blüten zu verdrängen

Was vielen nicht bekannt ist: Weniger als die Hälfte des medizinischen Cannabis, das in Deutschland verschrieben wird, bezieht sich auf Hanfblüten. Der größere Teil entfällt auf Fertigarzneimittel - und Dronabinol, mit dem Bionorica bereits gute Geschäfte macht. Doch die Firma will ihren Marktanteil offensichtlich weiter ausbauen, zulasten der Blüten. Bionorica veranstaltet Fortbildungen für Ärzte zu medizinischem Cannabis, bei denen Stimmung gegen Hanfblüten gemacht wird:

„Wissenschaftlich gesehen ist der Einsatz von Cannabisblüten eine Steinzeit-Therapie“, meinte Dr. Christian Ude aus Darmstadt auf dem Bionorica etchics-Workshop „Cannabis in der Apotheke“. „Oder würden Sie eine Digoxin-Verordnung lieber durch einen Fingerhut-Tee austauschen?“ Aus seiner Sicht ist die Verschreibung von Cannabisblüten ein medizinischer Rückschritt.

Außerdem sagte Franjo Grotenhermen, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) auf der International Cannabis Business Conference (ICBC) im April 2018, Bionorica mache reihenweise "Beraterverträge" mit Ärzten, die sich mit medizinischem Cannabis beschäftigen und beeinflusse so Multiplikatoren, wiederum mit dem Ziel, die Ärzteschaft entsprechend der Firmenstrategie einzuschwören. Grotenhermen selbst habe dieses wie auch andere Angebote abgelehnt.

Grundsätzlich ist es nachvollziehbar, dass ein Unternehmen für sein Produkt wirbt. Doch wenn Bionorica mit dieser Strategie Blüten vom Markt verdrängt, hat das massive Auswirkungen für Patienten, Ärzte und Krankenkassen: Patienten, die auf das volle Cannabinoidspektrum angewiesen sind, stehen beim Einsatz einer Monosubstanz wie Dronabinol ohne eine passende Medikamentation da. Ärzte, die ihren Patienten Blüten verschreiben möchten, fühlen sich durch das aggressive Vorgehen von Bionorica möglicherweise dazu gedrängt, auf den Einsatz von Blüten zu verzichten. Und die Krankenkassen haben, anders als vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) behauptet, beim Einsatz von Dronabinol höhere Kosten zu tragen als bei der Verordnung von Blüten. Alles in allem also eine Verschlechterung für alles Beteiligten!

Die Probleme, die Bionorica den Blüten andichtet, beruhen primär auf Geschäftsinteressen und weniger auf der Sorge um die optimale Versorgung der Patienten. Inhalation der Blüten-Wirkstoffe per Verdampfer stellt kein Gesundheitsproblem dar, die Dosierung der Blüten ist nach einer Eingewöhnungsphase, die auch bei anderen Cannabis-Medikamenten notwendig ist, unproblematisch.

Zukünftig werden vermutlich auch Cannabis-Vollextrakte mit allen Wirkstoffen der Hanfblüten die entsprechende Vielfalt bieten. So weit sind die Anbieter aber noch lange nicht und wegen der einfachen Inhalation werden die Blüten auch dann für Viele die Medizin der Wahl bleiben.

Vielen Patienten helfen die Blüten am besten. Sie profitieren zur Zeit von der Vielfalt an Hanfsorten, die in den Apotheken verfügbar sind. Die PR-Aktivitäten von Bionorica könnten für sie zum Problem werden.

Deutscher Hanfverband NachrichtenICBC 2018: Ein Jahr medizinisches Cannabis - Wer profitiert?

ICBC 2018: 1 Jahr med. Cannabis - Wer profitiert?

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Georg Wurth, Leiter des Deutschen Hanfverbands (DHV), zog in seinem Vortrag auf der International Cannabis Business Conference (ICBC) in Berlin ein Fazit zum einjährigen Bestehen des Gesetzes zu Cannabis als Medizin.

Vor einem Jahr hat Deutschland seine medizinischen Cannabisgesetze grundlegend geändert. Seitdem hat die Zahl der deutschen medizinischen Cannabispatienten und ihre Nachfrage nach Medikamenten stark zugenommen und eine sich schnell verändernde Landschaft geschaffen, in der Patienten, Ärzte, Apotheken, Krankenversicherungen, Importeure und angehende heimische Produzenten eine Rolle spielen. Aber wer profitiert vom neuen Gesetz? Wie sieht das Gesetz für Ärzte, Patienten und Krankenkassen in der Praxis aus? Welche Rolle spielen Lieferengpässe und wie verhalten sich Pharmaunternehmen im veränderten Marktumfeld?

Im Video könnt ihr euch die komplette Rede von DHV-Chef Georg Wurth anschauen oder hier die Tonspur anhören.

Leafly Deutschland NewsLeafly.de Insider: Branchenreport mit Marla Luther von Tilray Deutschland

Leafly.de hat in der Vergangenheit immer wieder über Tilray, den kanadischen Produzenten von pharmazeutischem Cannabis und cannabinoiden Arzneimitteln, berichtet. Jetzt haben wir ein spannendes Interview mit Marla Luther (s. Foto), der Geschäftsführerin von Tilray Deutschland, geführt.

Tilray, Marla Luther

Leafly.de: Vielen Dank Frau Luther, dass Sie mit uns sprechen. Möchten Sie sich kurz vorstellen?

Luther: Ja, sehr gerne. Ich bin seit zwei Jahren bei Tilray und habe in der Geschäftsentwicklung für Deutschland und Europa angefangen. Schwerpunktmäßig natürlich für Deutschland, da das Inkrafttreten des neuen Gesetzes kurz bevorstand. Inzwischen hat Tilray eine GmbH hier in Deutschland gegründet und wir sind hier 13 Mitarbeiter. Jetzt bin ich Geschäftsführerin der Landesgesellschaft.

Leafly.de: Womit verdient Tilray eigentlich Geld?

Luther: Tilray ist ein forschender Hersteller von medizinischen Cannabis-Produkten. Der kanadische Markt ist unser Zuhause und wir sind einer der größten Player dort. Seit 2014 liefern wir Cannabis-Produkte in pharmazeutischer Qualität an schwerkranke Patienten in Kanada. Inzwischen liefern wir pharmazeutisches Cannabis in besonders hoher Qualität als getrocknete Blüten, Extrakte und Kapseln in unterschiedlichen standardisierten Wirkstoffkombinationen an über 20.000 Patienten weltweit. Damit verdienen wir unser Geld und wir geben unser Geld auch aus, und zwar für die Forschung und Entwicklung für patentierbare Cannabinoide bzw. Präparate in der sogenannten API-Qualität, für die wir dann auch eines Tages gerne eine Zulassung für die größten Märkte weltweit beantragen möchten.

Leafly.de: Das sind sehr aufwendige Verfahren oder? Und hier gibt es bestimmt viele Hürden zu überwinden.

Luther: Genau. Man kann sagen, dass Tilray wirklich die gesamte Wertschöpfungskette von medizinischem Cannabis beherrscht. Wir haben auch 30 Millionen US-Dollar in eine hochmoderne Anlage in Kanada investiert, die wirklich in der Industrie seines gleichen sucht. Hier haben wir mehrere Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Forschungsbereichen zusammengebracht, um die Cannabispflanze und ihre Eigenschaften sowie auch ihre Produktion und Anwendung an Patienten bei unterschiedlichen Wirkstoffkombinationen zu erforschen.

Leafly.de: Und wie sieht es hier in Deutschland aus? Wie viele Apotheken beliefert Tilray?

Luther: Wir können jede Apotheke in Deutschland beliefern. Wir verkaufen unsere Produkte an den pharmazeutischen Großhandel und durch ihre Warenvorräte sind die Großhändler in der Lage, jede Apotheke in Deutschland sehr schnell zu beliefern. Das heißt, wir verkaufen an die Großhändler und diese übernehmen dann die restliche Logistik an die Apotheken und können die Produkte innerhalb von zwei Stunden in jede Apotheken liefern. Hier hat Tilray ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.

Leafly.de: Also die Apotheken bestellen das pharmazeutisches Cannabis nicht direkt bei Tilray?

Luther: Sie können auch bei unserem Partner direkt bestellen, aber für die Apotheken ist es der einfachste Weg, über den Pharmagroßhandel zu bestellen.

Leafly.de: Bekommt Tilray auch Feedbacks von Patienten, die Tilray-Produkte anwenden?

Luther: Als Betäubungsmittelhersteller treten wir nicht in Kontakt mit Patienten. Jedoch wissen wir von Ärzten, die unsere Produkte verschreiben, dass viele Patienten schon erfolgreich mit Tilray-Produkten eingestellt sind. Wir wissen auch von Fällen, von denen wir berichten können, dass die Verwendung von anderen Arzneimitteln wie starken Schmerzmitteln durch die Einnahme der Cannabis-Produkte reduziert werden konnte. Das ist eine wirklich erfreuliche Entwicklung. In Kanada wächst der Markt für Cannabisextra sehr dynamisch (siehe Grafik) und dort haben wir auch Kapseln mit standardisierten Dosierungen. Gerade die dosierbaren Faktoren bei den Extrakten sind für den medizinischen Gebrauch von Cannabis sowohl für Ärzte als auch für die Patienten vorteilhaft, um eine optimale Einstellung zu erreichen. In diesem Jahr wird unser Produktportfolio deutlich ausgebaut, auch um unsere Premiumblüten.

Tilray

Leafly.de: Wie kommen die Cannabisvollspektrumextrakte nach Deutschland? Verfügt Tilray über einen eigenen Cannabistresor und/oder Lagerhallen oder arbeiten Sie mit einem Partner?

Luther: Wir arbeiten aktuell mit einem pharmazeutischen Unternehmer zusammen, der seit Mitte der 60er Jahre im Pharmamarkt agiert und sich auf den Import und die Logistik für pharmazeutische Produkte spezialisiert hat, insbesondere auch auf Betäubungsmittel. Dieses Unternehmen importiert unsere Produkte aus Kanada. Und ja, wie bei allen Betäubungsmitteln müssen diese fachgerecht nach dem deutschen Betäubungsmittelgesetz gelagert und dokumentiert werden.

Leafly.de: Worin unterscheiden sich die Tilray Extrakte in den Inhaltsstoffen und wofür sind diese geeignet?

Luther: Wir fokussieren uns besonders auf die standardisierten Wirkstoffkombinationen und haben zwei Produkte auf dem Markt. Das eine ist ein hochdosiertes THC-Produkt mit 25 mg THC pro Milliliter, also eine recht hohe Dosierung. In der Regel wird dieses unter anderem gegen starke Schmerzen verschrieben. Da es sich hier um ein Vollspektrumextrakt handelt, sind hierin auch Restmengen von CBD enthalten sowie auch andere Cannabinoide und Terpene. Das ist ja das Besondere an einem Vollspektrumextrakt. Das andere Produkt, was wir auf den Markt gebracht haben, enthält 10 mg THC und 10 mg CBD pro Milliliter.

Leafly.de: Wird die Qualität der Tilray-Produkte hier in Deutschland noch einmal überprüft?

Luther: Ja, wie bei allen Arzneimitteln, die aus einem Land außerhalb der EU importiert werden, findet in der Europäischen Union eine Re-Analyse statt, wo noch mal die mikrobiologische Qualität und der Wirkstoffgehalt festgestellt wird.

Leafly.de: Und von wem werden diese Qualitätsprüfungen durchgeführt?

Luther: Wir arbeiten mit dem Zentrallabor der Apotheken in Eschborn zusammen, ein sehr renommiertes Labor in Deutschland.

Leafly.de: Was macht Tilray besonders?

Luther: Ich denke, was Tilray wirklich besonders macht, ist der sehr wissenschaftliche Anspruch, um ein Maximum an Produktqualität zu erreichen. Die Qualität von unseren Cannabis-Produkten, ob es getrocknete Cannabisblüten oder Extrakte sind, ist einmalig in der Industrie. Die Tatsache, dass wir eben hier den Markt sehr langfristig sehen und dass wir auch ein forschendes Unternehmen sind und somit auch viele Ressourcen in die klinische Forschung stecken, zeichnet uns ebenfalls aus. Und natürlich auch die Tatsache, dass wir eng sowohl mit Ärzten und Patienten als auch mit Organisationen und Gesetzgebern zusammenarbeiten und deshalb auch über eine hervorragende Datenbasis darüber verfügen, wie unsere Produkte in welchen Wirkstoffkombinationen eingesetzt werden. Wir schreiben uns sehr groß auf die Fahne, dass wir die Datenlage für die Cannabis-Therapie verbessern müssen. Immer wieder hört man ja, dass die Evidenz sehr dünn ist. Und wir sehen das als einen ganz wichtigen Beitrag, diese Evidenzlage zu verbessern sowie auszubauen und das machen wir systematisch.

Leafly.de: Mit welchen Schwierigkeiten hat Tilray in Deutschland zu kämpfen?

Luther: Das Gesetz ist sehr, sehr neu und alle, die damit zu tun haben und damit in Berührung kommen, treffen auf diese Thematik zum aller ersten Mal und erfordert viel Arbeit und viel Geduld, sich durch die vielen Fragen zu arbeiten. Es gibt keine Erfahrungswerte, was Cannabis betrifft. Viele, ob nun Ärzte, Apotheker, Patienten oder Behörden, müssen erst einmal Erfahrungen sammeln. Es dauert einfach, bis die Cannabistherapie Routine wird.

Leafly.de: Wo sehen Sie das Unternehmen in zwei bis fünf Jahren?

Luther: Tilray hat vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass in Portugal in die Cannabis-Produktion investiert wurde. Wir sehen, dass sich immer mehr europäische Länder mit dem Thema Cannabis-Therapie auseinandersetzen, auch wenn Deutschland hier im Vordergrund steht und einer der Pioniere ist. Aber viele andere europäische Länder haben gleichzeitig mit Deutschland ein Programm gestartet bzw. überlegen gerade jetzt, eines ins Leben zu rufen. Ich denke in zwei bis fünf Jahren wird Tilray einfach einen stärkeren Fußabdruck hinterlassen haben sowohl hier in Deutschland als auch in der Europäischen Union. Ich sehe uns als starken Partner für europäische Ärzte und Patienten und wir wollen auch eng zusammenarbeiten und unsere Erfahrungen aus Kanada teilen.

Leafly.de bedankt sich für das interessante Gespräch. Wir werden auch weiterhin die Entwicklung
von Tilray auf dem deutschen Markt beobachten und darüber berichten.


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Blog der Aidshilfe DeutschlandGefährlich und menschenverachtend: Russlands repressive Drogenpolitik

Während die Zahl der HIV- und Hepatitis-C-Neuinfektionen in Russland rapide steigt, wird die Präventionsarbeit und Gesundheitsversorgung gerade unter den besonders gefährdeten Drogengebrauchenden immer schwieriger.

Alexander Delphinov engagiert sich seit 1998 für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Drogengebraucher_innen in Russland, unter anderem in der Drogenaufklärungsinitiative „Narcophobia“ sowie in der Andrey-Rylkov-Stiftung. Diese setzt sich nicht nur für die Substitution, die Behandlung von Opiatabhängigkeit mit Medikamenten wie Methadon, und für Schadensminimierungsprogramme (Harm Reduction) ein, deren Aktivist_innen sind auch als Streetworker_innen unterwegs, um den Menschen, die Drogen gebrauchen, direkt zu helfen.

2014 hat der Journalist aufgrund der politischen Situation in Russland seinen Wohnsitz nach Deutschland verlegt. Jetzt unterstützt er von hier aus die Harm-Reduction-Initiativen in seiner Heimat durch Kommunikations- und Aufklärungsarbeit.

Axel Schock sprach mit ihm über die Gefahren und Folgen der repressiven Drogenpolitik und die im höchsten Maße schwierige Gesundheitsversorgung von Drogengebrauchenden in Russland.

Herr Delphinov, in den westlichen Medien wurden in jüngster Zeit verstärkt die steigende Zahl der Drogenkonsument_innen und HIV-Fälle in Russland thematisiert. Ist die Dramatik dieser Berichterstattung gerechtfertigt?

Hauptanlass für das besondere mediale Interesse – so beispielsweise auch in Deutschland – war die Nachricht, dass Anfang des Jahres 2017 der einmillionste HIV-Patient Russlands seit Beginn der Aidskrise registriert wurde. Rund 250.000 dieser Menschen sind bereits verstorben. Es gibt allerdings keine wissenschaftlichen Studien dazu, wie viele Menschen im Land leben, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen.

„Über die Hepatitis-C-Epidemie spricht niemand“

In Russland gibt es zudem mittlerweile auch eine Hepatitis-C-Epidemie. Doch darüber spricht niemand, weil es keine internationalen Verpflichtungen gibt, hier offizielle Zahlen zu ermitteln. Die Behörden gehen derzeit von ungefähr 1,7 Millionen Menschen mit Hepatitis C aus, realistisch sind jedoch eher 6 Millionen.

Haben Hepatitis-C-Infizierte Zugang zu einer Behandlung?

Es gibt kein staatliches Behandlungsprogramm, wie es bei HIV der Fall ist. Das liegt sicherlich auch an den weitaus höheren Kosten. Lediglich HIV-Infizierte haben einen Anspruch auf eine kostenfreie Hepatitis-C-Behandlung – allerdings mit Interferon, also einem längst veralteten Medikament. Es kann zudem Wochen, manchmal sogar Monate dauern, bis jemand mit Anspruch auf diese Behandlung die Therapie tatsächlich beginnen kann.

Aber auch Mehrfachinfektionen – zum Beispiel mit Tuberkulose und HIV beziehungsweise mit Tuberkulose, Hepatitis C und HIV – sind keine Seltenheit. Diese Patienten, es handelt sich meist um Drogengebrauchende, landen dann beispielsweise in so einem Krankenhaus, wie ich es in Jekaterinburg besucht habe. Sie werden dort nicht behandelt, sondern dorthin abgeschoben, um zu sterben. Im Volksmund wird diese Klinik deshalb auch „Die letzte Hütte“ genannt.

„Jede Veranstaltung, jede Broschüre kann zu Repressionen führen“

Wie sehen denn die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aus, unter denen Drogenhilfe-Projekte wie die Andrey-Rylkov-Stiftung aktuell arbeiten?

Wir sind zum einen mit einer im höchstem Maße repressiven Drogenpolitik konfrontiert, zum anderen mit Gesetzen, die beispielsweise die Verbreitung von Harm-Reduction-Informationen in die Nähe der verbotenen „Propaganda für Drogenkonsum“ rücken. Jede Veranstaltung, jede Broschüre kann so zu Repressionen, Schikanen oder Geldstrafen führen.

In Russland sind derzeit 626.000 Menschen in Haft, ein Drittel davon sind Drogenkonsumenten, die als Dealer verurteilt wurden. Dazu reicht bereits der Besitz kleiner Mengen illegaler Substanzen aus.

Die Drogen-Phobie reicht so weit in die Gesellschaft hinein, dass die Drogengebrauchenden sogar die Unterstützung ihrer eigenen Familie verlieren. Neben dieser „Narcophobia“, wie wir es nennen, dieser durch staatliche Propaganda gezielt geschürten Angst vor Drogenkonsumenten, sind da auch noch all die Verschwörungstheoretiker und Aidsleugner, die die Situation zunehmend erschweren.

„Die Drogen-Phobie reicht weit in die Gesellschaft hinein“

In den 90er-Jahren gab es wenigstens noch die Hoffnung, dass sich die Situation verbessern würde. Inzwischen erleben wir, dass sie sich zunehmend verschlechtert. Das zeigt sich auch an anderen Entwicklungen: Wir haben ein Gesetz gegen „Homosexuellenpropaganda“ und eines, das von russischen Nichtregierungsorganisationen wie der Andrey-Rylkov-Stiftung verlangt, sich als „ausländische Agenten“ registrieren zu lassen, wenn ihre Projekte mit Geldern aus dem Ausland mitfinanziert werden. (Anm. d. Red.: Das Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ verbietet faktisch jegliche positive oder neutrale öffentliche Darstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen. Organisationen, die als „ausländische Agenten“ registriert sind, müssen strenge Kontrollen über sich ergehen lassen und restriktive Vorschriften einhalten, die ihre Arbeit erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen.) Und seit Kurzem gibt es ein vergleichbares Gesetz, das sich gegen Medien mit ausländischen Miteigentümern richtet.

Welchen Einfluss hat dieses politische Klima auf den Anstieg der HIV-Zahlen?

Die rapide Zunahme von HIV-Fällen begann 2010. Durch angemessene Präventionsmaßnahmen hätte das verhindert werden können. Doch mit Beginn der Putin-Ära erlebten wir eine weitreichende Veränderung der politischen Agenda. In deren Mittelpunkt steht die Wirtschaft, nicht aber soziale Fragen.

„57 % der neu registrierten HIV-Fälle betreffen Drogenkonsumenten“

57 % der neu registrierten HIV-Fälle betreffen Drogenkonsumenten. Das sind Menschen, die dieses System nicht benötigt – genauso wird auch über Schwule gedacht. Das wird zwar offiziell so nicht gesagt, aber das ist der Grund, warum Schadensminimierungsprogramme und Präventionsmaßnahmen von Staatsseite nicht so gefördert werden, wie es notwendig wäre. Man ist im Grunde froh, wenn diese Leute langsam aussterben. Das ist eine menschenverachtende Politik der Vernichtung der von HIV besonders gefährdeten Gruppen.

Ich bin mir sicher, dass es innerhalb der administrativen Strukturen oder beispielsweise auch in den Krankenhäusern viele Menschen mit Verstand und einer auf Humanität basierenden Weltanschauung gibt. Derzeit aber haben ganz andere Leute die Macht, und deshalb erleben wir in Russland gerade eine von sozialen Rückschritten geprägte, dunkle Zeit.

Die finanzielle Unterstützung der Schadensminimierungsprogramme durch den Globalen Fonds läuft dieses Jahr aus. Was bedeutet das für die betroffenen Einrichtungen und Projekte?

Es gibt aktuell rund 40 funktionierende und gut organisierte Projekte dieser Art, beispielsweise in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Das sind nicht viele für das große Land, aber immerhin gibt es sie. Die Frage ist, wie lange noch. 19 Millionen Dollar werden pro Jahr ungefähr benötigt, um diese Projekte weiterfinanzieren zu können. Derzeit ist aber völlig unsicher, woher das Geld kommen soll. Dass dafür Staatsgelder fließen werden, ist sehr unwahrscheinlich.

„In Haft können HIV-Infizierte ihren Zugang zur Therapie verlieren“

Wie sieht es aktuell bei der Versorgung der HIV-Patient_innen mit den notwendigen Medikamenten aus?

Wer offiziell als HIV-positiv im nationalen oder in einem regionalen Aidszentrum gemeldet ist, erhält die benötigten Medikamente – sofern er oder sie sich nichts hat zuschulden kommen lassen. In Haft können HIV-Infizierte nämlich ihren Zugang zur Therapie verlieren. Doch auch wer einen Anspruch auf eine HIV-Therapie hat, muss mit ungewollten Behandlungsunterbrechungen rechnen, zum Beispiel, weil es zu Arzneimittel-Engpässen kommt.

Wer hingegen „nur“ mit Hepatitis C infiziert ist, hat keinen Anspruch auf eine staatlich finanzierte Behandlung. Diese Kosten müssen dann privat übernommen werden – anders als beispielswiese in der Ukraine. Dort ist die Behandlungssituation, insbesondere für Drogengebrauchende, weitaus besser.

Was läuft in der Ukraine anders?

Die ukrainische Gesellschaft ist im Gegensatz zu Russland horizontaler organisiert. Dadurch sind ganz andere zivilgesellschaftliche Strukturen möglich. Vor allem den starken Nichtregierungsorganisationen ist es zu verdanken, dass Forderungen durchgesetzt werden konnten. Aber auch der Druck durch die Europäische Union hat dazu beigetragen, dass beispielsweise Substitutionsbehandlungen möglich sind.

„In der Ukraine ist die Behandlungssituation weitaus besser“

Das vom Global Fond finanzierte Hepatitis-C-Behandlungsprogramm ist mittlerweile zwar ausgelaufen, aber man kämpft dafür, es fortsetzen zu können. Vor 2014 kostete die Behandlung pro Patient 50.000 Dollar, dank der erfolgreichen Verhandlungen von NGOs und Regierung mit der Pharmaindustrie sind es inzwischen nur noch 900 Dollar. Solch einen guten Zugang zur Hepatitis-C-Behandlung gibt es wahrscheinlich nirgendwo sonst auf der Welt.

Die Ukraine ist also, insbesondere was die Gesundheitsversorgung der Drogenkonsument_innen angeht, auf einem guten Weg?

Die Lage ist noch lange nicht stabil. Die Ukraine leidet wie viele der postsowjetischen Länder weiterhin unter einer schwachen Verwaltung, Korruption und kriegsähnlichen Zuständen wie etwa in der Donbass-Region. Doch trotz all dieser Schwierigkeiten gibt es Anlass, optimistisch in die Zukunft zu schauen. So werden Polizisten in der Ausbildung inzwischen auch zu Harm Reduction geschult. In Russland wäre das unvorstellbar. Die Drogenhilfe-Projekte in der Ukraine haben zwar nicht die besten Arbeitsbedingungen, sie sind aber so stark und effektiv, dass sie ihre Aufgaben auch weiter werden erfüllen können.

„Auf der Krim wurde die Substitution nach der Annektierung eingestellt“

In Russland ist die Substitutionstherapie verboten. Was ist aus den Menschen auf der Krim geworden, die vor der Annektierung durch Russland substituiert wurden?

Für den russischen Staat ist die Wirkung der Substitutionstherapie nicht wissenschaftlich bewiesen, deshalb wurden die Programme wenige Monate nach der Annektierung eingestellt. Wir müssen davon ausgehen, dass mehr als 100 Menschen in der Folge gestorben sind – sei es an einer Überdosis oder aufgrund des verschlechterten Gesundheitszustandes infolge des neuerlichen Drogenkonsums.

Einige haben womöglich auch den Weg nach Deutschland geschafft. In Städten wie Berlin wächst die Zahl der russischsprachigen Drogengebrauchenden. 

Wenn wir von der russischsprachigen Community in Berlin sprechen, meinen wir Menschen aus allen ehemaligen sowjetischen Staaten. Sie kommen nicht nur aus Russland und der Ukraine, sondern auch aus Ländern wie Georgien, Armenien, Aserbaidschan und dem Baltikum. Es gibt beispielsweise auch einen sehr großen Anteil von Menschen aus Tschetschenien unter diesen ehemaligen oder noch aktiven Drogengebrauchenden. Russisch ist für sie alle die Lingua franca.

Die Gründe für die Migration sind sehr unterschiedlich. Viele Russen sind vor dem System Putin geflohen, andere sind klassische Arbeitsmigranten. Für andere mag die gute soziale Hilfe ein Anreiz gewesen sein, nach Deutschland zu gehen.

Mit BerLUN hat sich vor Kurzem, mitinitiiert durch die Berliner Aids-Hilfe, eine Selbsthilfegruppe eigens für russischsprachige Drogengebrauchende gegründet. Welche Ziele und Aufgaben verfolgt diese Gruppe?

Zunächst geht es erst einmal darum, ein Netzwerk aufzubauen und Informationsmaterialien in russischer Sprache zu erstellen. Denn viele der Menschen wissen nicht, wo sie Hilfe finden können. Aufgrund der Erfahrungen in ihrer Heimat vertrauen sie auch nur zögerlich den offiziellen Stellen. Die Aktivistinnen und Aktivisten von BerLUN suchen sie deshalb auf der Straße auf.

„BerLUN bietet russischsprechenden Drogengebrauchenden eine Anlaufstelle“

Während einige, die aus Staaten wie Moldawien stammen, ganz legal nach Deutschland kommen konnten, sind andere illegal hier. Sie leben oft auf der Straße und haben auch meist keinen Anspruch auf gesundheitliche Versorgung. Die Gruppe bietet diesen Menschen nicht nur eine Anlaufstelle, ihre Mitglieder können sich auch bei sozialen Problemen gegenseitig unterstützen. Mittelfristig will man aber auch politisch arbeiten. Der Bedarf ist zweifellos da. Ich schätze, dass derzeit einige Hundert russischsprachige Menschen in Berlin leben, die früher Drogen intravenös konsumiert haben oder es derzeit tun, und ich habe den Eindruck, dass es in den letzten Jahren mehr geworden sind.

Dieses Interview erschien zuerst auf der Website des Aktionsbündnisses gegen AIDS. Axel Schock führte es im Rahmen der Veranstaltung „Das Ende von Aids kommt nicht von allein. 15 Jahre Aktionsbündnis gegen AIDS. Leben ist ein Menschenrecht“ im November 2017 in Berlin. Wir danken für das Recht zur Zweitveröffentlichung.

Weitere Informationen:

„Russische HIV-Politik: Immun gegen Vernunft?“ – Hintergrundbeitrag auf magazin.hiv vom 17. Oktober 2017

Leafly Deutschland NewsCannabis Modellversuch in München

Das Bürgerredaktionsportal Blasting News schreibt anlässlich der Pressekonferenz der DHV-Ortsgruppe München folgendes:

Der „Deutsche Hanfverband“ (DHV) befürchtet nun eine wesentliche Verschärfung der Lage. Denn nun könnten auch noch die einzigen Lieferanten, Kanada und die Niederlanden, noch in diesem Jahr ausfallen. Grund sind wieder einmal absurde Vorschriften, denn nach Deutschland dürfen nur Länder Medizinalhanf liefern, die kein Cannabis als Genussmittel verkaufen.

Der DHV zitiert den CDU-Gesundheitsexperten Erwin Rüddel (MdB), demnach schließe ein legaler Verkauf die Lieferung von Cannabis als Medizin aus, das sei auch der Grund, warum bereits jetzt kein Import aus Uruguay genehmigt worden sei. In Kanada wird aber ab Juli diesen Jahres Cannabis als Genussmittel legalisiert. Und auch in den Niederlanden tut sich etwas.

Um diesem Notstand zu entgegnen, schreitet jetzt die Ortsgruppe München des DHV zur Tat

Die ehrenamtlichen Aktivisten haben bei der Stadt München einen Antrag eingereicht, um Medizinalhanf im Rahmen eines Modellprojektes in München anzubauen. Unter den vier Antragstellern sind zwei betroffene Patienten: Alexandra Scheiderer und Christoph Neuroth. Letzter hat gerade für das Magazin „Puls“ des Bayrischen Rundfunks in einem Film demonstriert, auf welche Schwierigkeiten die Patienten trotz eines Rezeptes stoßen. Was für ein Stress für Kranke, die täglich überlegen müssen, wie lange sie mit ihren Medikamenten wohl noch auskommen werden.

Die Münchner DHV-Ortsgruppe hat gleichzeitig auch eine Online-Petition gestartet.

Sprecher Micha Greif sagt: “Cannabispatienten haben das Recht auf eine lückenlose medizinische Versorgung. Diese ist aktuell nicht gewährleistet und zukünftig weiter fraglich. Das im Modellprojekt produzierte Cannabis soll Versorgungssicherheit bei Münchener Patienten gewährleisten.“

Leafly.de berichtete mehrfach von geplanten Modellprojekten, unter anderem in Köln oder Magdeburg. Die Ergebnisse dieser Vorhaben liegen noch nicht vor, allerdings ist davon auszugehen, dass eine Genehmigung nicht in Aussicht ist. Weitere Modellprojekte zum Beispiel in Münster oder Berlin scheiterten bereits. Auch die Forderung der Politik für mehr Modellprojekte hat bisher zu keinen Ergebnissen geführt. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass die Regierung der bayerischen Landeshauptstadt anders entscheidet und sich für das Wohl der Cannabispatienten einsetzen wird.

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Hanf Journal NewsEffekte von Marihuana auf jugendliche Gehirne überschätzt

  Metaanalyse aus Pennsylvania stützt sich auf 69 Studienergebnisse.     Prohibitionsbefürworter sind sich einig, dass Cannabis eine gefährliche Substanz darstellt, welche unter anderem Verboten gehört, um Kinder und Jugendliche vor den Auswirkungen des Konsums zu schützen. Kinder- und Jugendärzte warnen hierzulande vor den schädlichen Folgen des Cannabiskonsums, da dieser auf die Entwicklung des Denkapparates…

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Leafly Deutschland NewsLeafly.de Patientenakte: Marco, 53, Bandscheibenvorfall und vieles mehr

Update vom 19. April:

Marco hat uns gerade informiert, dass seine Krankenkasse die Kostenübernahme endlich bestätigt hat. Er hat dies allein erreicht, ohne Hilfe des Sozialverbandes VDK. Wir freuen uns sehr für und mit Marco und wünschen ihm alles alles Gute!

Wer in den 80ern schon laufen konnte, weiß, dass es das Jahrzehnt der intensiven Demonstrationen war. So zeigte auch Marco 1985 seine Meinung. Doch er hatte Pech: Ein Polizist trat ihm in den Rücken. Nach einer mehrstündigen Untersuchungshaft ging er zum Arzt. Es gab keine große Untersuchung, lediglich die Verschreibung von Schmerzmitteln. Einen großen Bluterguss hatte Marco noch bis zu sechs Wochen nach der Demonstration.

Die Tagesdosen erhöhen sich

In den anschließenden fünf bis zehn Jahren fanden keine Untersuchungen statt. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Inzwischen lag die Tagesdosis seines Opioids Tramadol bei zwei bis drei Esslöffeln. Andere Schmerzmittel gesellten sich hinzu. Die Nebenwirkungen ließen nicht lange auf sich warten. Durchfall, Schweißausbrüche, Aggressionen, Unruhe, Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen und vieles mehr beeinträchtigten Marcos Leben inzwischen so sehr, dass er sich 1997 für einen Entzug entschied. Anschließend begleiteten herkömmliche Schmerzmittel seinen Alltag.

Hepatitis C und die Folgen

Das neue Jahrtausend fing für Marco dann leider mit der Diagnose Hepatitis C an. Die folgende Chemotherapie machte ihm sehr zu schaffen. Seinen Beruf als Gärtner konnte er inzwischen nicht mehr ausüben. Als Folge der langjährigen Schmerzen der Chemo, die ihm seine letzten Kraftreserven nahm, rutschte Marco in eine Fatigue hinein. Es handelt sich dabei um eine Form der Depression, die oft bei langjährig erkrankten Patienten auftritt. Oft liegt der Grund darin, dass der Patient meint, seinen eigenen Anforderungen nicht mehr zu genügen.

Ein abgebissener Finger

2011 biss sein Jack Russell einen von Marcos Fingern ab. Unerträgliche Phantomschmerzen ließen nicht lange auf sich warten. Nun wurde Marcos Tagesmenge von Schmerzmitteln noch um eine Tagesdosis von 25 bis 30 mg des Antidepressivum Citalopram ergänzt. Spätestens ab diesem Moment lag Marco eigentlich nur noch paralysiert herum. Als er seinen Zustand begriff, waren bereits zwei Jahre vergangen. Sofort entschied er sich für den Entzug und setzte das Antidepressivum ab.

Noch mehr Diagnosen

Marco begann sich immer mehr über seinen Zustand zu sorgen. 2015 unterzog er sich nochmals genauen Untersuchungen. Heraus kam, dass er an multiplen Bandscheibenvorfällen sowie einer Spinalkanalverengung der Wirbelsäule litt. Und wieder kam eine wahre Flut von verschreibungspflichtigen Medikamenten auf Marco zu. Als er nach einigen Monaten die Höchstdosis des Opioids Tilidin weit überschritten hatte, wachte er auf. Er begann sich zu fragen, ob das alles nicht zu viel sei. Vor allem mit einer Leber, die schon eine Hepatitis C aushalten musste. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. So entschied er sich für einen erneuten Medikamentenentzug, den er Mitte 2017 hinter sich hatte.

Ein Freund rät zur Behandlung mit Cannabis

Ein Freund von Marco schlug ihm 2017 die Schmerzbehandlung mit Cannabis vor. Der Hausarzt, den Marco schon sehr lange kennt, las sich gern in das Thema ein. Zunächst stellte er ihm ein Privatrezept aus und die beiden verfassten den Antrag für die Krankenkasse zur Kostenübernahme. Diese lehnte mit den Begründungen ab, Marco hätte ja schon Cannabis mit einem Privatrezept bekommen, er sei noch nicht austherapiert und er hätte eine Vorgeschichte. Marco hat dagegen natürlich Einspruch eingelegt, denn die Kosten für eine Privatbehandlung (ca. 1.700 Euro/Monat) überschreiten sein Budget um ein Vielfaches. Eine Antwort steht noch aus.

Suche nach Anerkennung der Fakten

So einfach ist die Realität: Fast jedes Schmerzmittel hat Marco in den letzten drei Jahrzehnten probiert und heftige Nebenwirkungen erduldet. Doch der medizinische Einsatz von Cannabis hat geschafft, was keine andere Behandlung konnte. Die Schmerzen sind erträglich und sein Lebenswille ist wieder da. Ohne Nebenwirkungen. Daher versteht Marco nicht, warum seine Krankenkasse für jedes, für ihn mit schweren Nebenwirkungen verbundenes Präparat bezahlt, aber noch immer vor einer Behandlung mit hoch effektivem Cannabis zurück schreckt. Was Marco sich wünscht, ist, dass die Krankenkasse seinen Weg zur Linderung seiner Leiden anerkennt und ihn und seinen Weg nicht zum Spielball von Ideologien macht.

Patienteninfos

Name: Marco

Alter: 53

Wohnort/Bundesland: Hessen

Krankenkasse: Techniker

Diagnose: Spinalkanalverengung Wirbelsäule, Bandscheibenvorfall, Phantomschmerzen, Fatigue

Medikation: morgens Orange No. 2, abends Red No. 4. Insgesamt 3-5 x 0,5 g

Fachrichtung des verschreibenden Arztes: Allgemeinmediziner

Das Leafly.de Patienteninterview

Leafly.de: Seit wann wendest Du Cannabis als Medizin an?

Marco: Seit Ende 2017.

Leafly.de: Wie bist Du denn darauf gekommen?

Marco: Ein Freund hat es mir geraten. Er ist Heilpraktiker.

Leafly.de: Wie war das erste Mal?

Marco: Extrem entspannend. Ich war damals sehr am Boden, hatte gerade einen Medikamentenentzug hinter mir. Sofort hatte ich kaum mehr Schmerzen und meine schlechten Gedanken, die ich in den Jahren mit mir  herum trug, waren wie weggeblasen.

Leafly.de: In welchen Momenten wendest Du es an?

Marco: Als Dauermedikation.

Leafly.de: Welches Präparat in welcher Dosierung nimmst Du?

Marco: Morgens und tagsüber Orange No. 2 und abends zum Schlafen Red. No.4. So verdampfe ich drei- bis fünfmal am Tag jeweils circa 0,5 g.

Leafly.de: Gibt es Schwierigkeiten mit der Krankenkasse?

Marco: Ja, sehr große. Sie wollen die Kosten nicht übernehmen. Aber ich kämpfe weiter.

Leafly.de: Hast Du Angst vor einer Abhängigkeit?

Marco: Nein, ganz und gar nicht. Ich habe schon Opiat-Entzüge hinter mir. Das ist wirklich schlimm.

Leafly.de: Was ist Dein Job?

Marco: Meinen Beruf als Gärtner kann ich nicht mehr ausüben. Seitdem ich mit Cannabis behandelt werde, bin ich wieder fitter geworden und meine Psyche hat sich stabilisiert. Das und mein wunderbarer Hund haben mir den Antrieb gegeben, mich neu zu orientieren. Inzwischen arbeite ich sogar wieder – ehrenamtlich als Hundetrainer. Es tut gut, wieder ein nützlicher Bestandteil der Gesellschaft zu sein.

Leafly.de: Geht es Dir gut? Bist Du glücklich?

Marco: Ja, mir geht es sehr viel besser. Mein Hund hat auch noch einmal sehr viel neue Qualität in mein Leben gebracht. Ich achte sehr darauf, dass mein Tag klar strukturiert ist. Ja – mein Leben ist endlich wieder lebenswert.

Vielen Dank für Deine Offenheit, lieber Marco. Wie wünschen Dir alles Glück der Welt für Deinen weiteren Weg.

Weiterführende Links auf Leafly.de:

https://www.leafly.de/florian-schmerzpatient-bandscheibenvorfall-patientenakte/

https://www.leafly.de/patientenakte-david-schmerzpatient/

https://www.leafly.de/patientenakte-bernd-phantomschmerzen-amputation/

https://www.leafly.de/patientenakte-dominique-35-ms/

https://www.leafly.de/patientenakte-patrick-34-fibromyalgie/

https://www.leafly.de/chronisches-lws-syndrom/

 

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Hanfparade, jedes Jahr in Berlin420 Smokein 2018 in Berlin

4:20 Smoke-In im Görlitzer Park – Auch dieses Mal, beim zweiten offiziellen Cannabis-Smoke-In in Deutschland, ist die Hanfparade wieder mit einem Infostand dabei.

Cannabis-Patienten mit Rezept dürfen hier legal in der Öffentlichkeit medizinieren. Aber auch alle Nicht-Patienten sind herzlich eingeladen am Freitag in den Görlitzer Park zu kommen und die Veranstaltung zu genießen, sich zu informieren, sich auszutauschen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Am Freitag den 20.04.2018 findet die Veranstaltung zum zweiten Mal im Görlitzer Park am Pamukkale Brunnen statt.
Die Veranstaltung beginnt um 15:20 Uhr gefolgt von der gemeinsamen Zündung um 16:20 Uhr.

Es erwarten euch neben Infoständen auch Reden und Musik.

Weitere Infos gibt es hier:
https://www.facebook.com/events/1424802600975980/

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenWieso war ich so lange inaktiv ??? ~ REAL LIFE STORY

DIEL DELUXE
Hallo ich bins Daniel (Stoner)
In diesem Video erzähle ich wieso so lange keine Videos kamen
und wieso ich keine Videos mehr über Cannabis mache.
Ich hatte ein Darmverschluss und eine Heilungsstörung deswegen war ich im Krankenhaus.

Ich auf Instagram: https://www.instagram.com/diel_deluxe/

Ein echt cooler Hänger
https://www.youtube.com/channel/UCsGAGKUCZo7kR-d8thS6aIg

Leafly Deutschland NewsSachsen verteufelt Cannabis als Einstiegsdroge

In einer Antwort der Sächsischen Regierung auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten René Jalaß (Die Linke) hat der Justizminister (CDU) von Sachsen Cannabis als Einstiegsdroge definiert. Das wollte Jalaß, Sprecher für Drogen- und Netzpolitik, nicht so stehen lassen – und fragte erneut bei der Landesregierung nach. Denn heute gibt es genug wissenschaftliche Studien, die beweisen: Die These, Cannabis sei eine Einstiegsdroge, ist widerlegt.

Einstiegsthese in der Wissenschaft seit über 20 Jahren widerlegt

In seiner jüngsten Anfrage erklärt Jalaß, dass die Einstiegsthese in der Wissenschaft schon seit Jahren als widerlegt gelte:

„Das Bundesverfassungsgericht befand 1994 nach Einsicht der wissenschaftlichen Literatur, dass die These von der Einstiegsdroge „überwiegend abgelehnt“ werde (BVerfGE 90, 145 – Cannabis). Einer Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahr 1998 zufolge ist die Annahme, Cannabis sei die typische Einstiegsdroge „nicht haltbar“. (…) Nicht zuletzt gibt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, als Dachverband der in der Suchtkrankenhilfe tätigen Verbände und gemeinnützigen Vereine, zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Broschüre Cannabis – Basisinformationen heraus, in welcher die These von der Einstiegsdroge insbesondere mit Blick auf den Umstieg auf sogenannte „härtere“ Drogen ebenfalls negiert wird.“

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse interessieren den sächsischen Justizminister allerdings nicht.

Sebastian Gemkow erklärt: Die These von der Einstiegsdroge „gilt unverändert fort. Sie beruht auf der forensischen Erfahrung der staatsanwaltschaftlichen Betäubungsmittel-Dezernenten.“ Diese Erfahrung zeige, heißt es weiter in der Antwort der sächsischen Regierung, dass Konsumenten harter Drogen früher Cannabis konsumiert haben.

Landtagsabgeordneter: In Sachsen wird Cannabis stigmatisiert

Der Abgeordnete Jalaß empört sich gegenüber Leafly.de darüber, dass die sächsische CDU „aufgrund des Bauchgefühls von einzelnen in den Staatsanwaltschaften“ argumentiere, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse nicht in ihr „verknöchertes Weltbild“ passen:

„Die Sächsische Staatsregierung macht Drogenpolitik nach Bauernregeln und nicht aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse. Auch, wenn das Bundesverfassungsgericht, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder querfeldein Suchtmediziner*innen und -therapeut*innen diese Einstiegsdrogenthese überzeugt ablehnen, und das seit nunmehr über 20 Jahren. Die Folgen sind ein nach wie vor verklemmter Umgang mit der Realität und keine wirkliche Hilfsbereitschaft gegenüber denen, die Aufklärung über und Begleitung beim Konsum benötigen“, erklärt Jalaß Leafly.de.

Ist Cannabis eine Einstiegsdroge?

In einem hat die sächsische Regierung recht: Konsumenten harter Drogen haben in der Vergangenheit häufig Cannabis konsumiert – neben Alkohol und Tabak. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss nicht, dass Cannabis automatisch als Einstieg in eine Drogenkarriere funktioniert. Nur eine kleine Minderheit der Cannabis-Konsumenten steigt später auf harte Drogen um.

Das legt auch die Drogenstatistik nahe: Laut dem REITOX-Bericht von 2017 ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Etwa 26 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland haben, dem Drogenbericht der Bundesregierung folgend, schon einmal eine illegale Droge konsumiert – was zum Großteil Cannabis ist. Dagegen haben aber nur etwa sieben Prozent der Erwachsenen auch schon härtere Drogen ausprobiert.

So ist auch Jost Leune, Geschäftsführer des Fachverbands Drogen- und Suchthilfe, der Meinung, dass Cannabis keine stärkere Einstiegsdroge sei als Alkohol oder Zigaretten.

Ist Sachsen auf dem Weg zu einer modernen Cannabispolitik?

Sachsen hält an einer Drogenpolitik fest, die inzwischen von vielen Parteien in Berlin als antiquiert angesehen wird. So haben kürzlich die Grünen, die FDP und die Linke jeweils eigene Vorstöße in den Bundestag eingebracht, wie eine zeitgemäße und realtitäsnahe Cannabispolitik aussehen könnte. Obwohl die drei Anträge unterschiedliche Ansätze verfolgen, sind sich Liberale, Grüne und Linke in einem einig: Die bisherige Verbotspolitik der Bundesregierung ist gescheitert. Und auch die SPD hat sich in der Debatte zur Cannabis-Legalisierung für eine Entkriminalisierung der Konsumenten ausgesprochen.

Die drei unterschiedlichen Gesetzinitiativen sind nach der Debatte im Bundestag in den Gesundheitsausschuss verwiesen worden. Dort werden sich die Fachpolitiker mit den Ideen beschäftigen. (Mehr zum Gesundheitsausschuss gibt es hier.) Wir von Leafly.de werden aufmerksam verfolgen, wie es mit diesem Thema weitergeht.

Und auch die Situation in Sachsen behalten wir im Blick. René Jalaß jedenfalls hat seinen Humor noch nicht verloren, trotz der Auseinandersetzung mit der Landesregierung. Er plädiert dafür, dass diese – ihrer eigenen Logik folgend – in Zukunft Brot verbieten sollte:

„Meine forensische Erfahrung sagt, dass der Großteil aller Insassen im sächsischen Strafvollzug in den letzten 24 Stunden vor der Tat Brot konsumierte. Wer das gefährliche Potenzial von Brot jetzt noch leugnet, ist doch nun wirklich nicht ernst zu nehmen.“

Und wie sieht es mit Cannabis als Medizin in Sachsen aus?

Düster! Leafly.de liegen sehr viele Anfragen von medizinischem Fachpersonal und Patienten vor, die dringend um Weiterbildungen bitten. Doch da ist mit der Sächsischen Landesärztekammer nichts zu machen. Wir zitieren aus einer Pressemeldung des SLAEK vom 8. März 2018, in der der Präsident Erik Bodendieck, FA für Allgemeinmedizin, Niedergelassener Arzt in Wurzen, zu Wort kommt:

Titel: Ein Jahr Cannabis für medizinische Zwecke. BODENDIECK: „GESETZ WAR FALSCHES SIGNAL“

„In der heutigen Zeit eine Substanz ohne Evidenz durch den Gesetzgeber zu legitimieren und verordnungsfähig zu machen, ist ein völlig falsches Signal.“, betont Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Im Gesetz seien nicht nur Reinsubstanzen zur Verordnung vorgesehen, sondern auch getrocknete Cannabisblüten. „Das giftige Cannabiskraut, mit dem sich junge Abhängige ruinieren, wird nun mit unterschiedlichen Wirkstoffgehalten bereitgestellt.“

Der Gesetzestext beschreibt keine Limitierung über Zieldiagnosen und Indikationsangaben. Die Orientierung zum Beispiel an einer vergleichenden indikationsbezogenen Präparateliste, die Beachtung des Einflusses auf die Fahrtauglichkeit oder mögliche Comorbiditäten, fehlten vollständig. Bodendieck:

„Eine Cannabisverordnung vor dem 23. Lebensjahr gefährdet die nicht abgeschlossene menschliche Hirnreifung und ist geeignet, überdauernde strukturelle Schäden und persistierende kognitive Defizite zu begründen, die soziale Katastrophen nach sich ziehen.“

Ein Lebensalterbezug ist im Gesetz aber nicht vorhanden. Jede juristische Verantwortung für Folgen wird den verordnenden Ärzten aufgebürdet.

Drogenaffine Personenkreise, aber auch andere, argumentierten jetzt, dass Cannabis doch Medizin sei und deshalb Schäden und Folgen nicht entfalten könne. Das Risikobewusstsein hat erheblich abgenommen. Doch auch eine ärztliche Verordnung von Cannabis verhindert schizophrene Psychosen nicht. Diese treten mit einem 2-6,7 fachen Risiko genauso ein wie die Fahruntauglichkeit bei jedem Konsum. Das Unfallrisiko im Straßenverkehr durch Cannabiskonsumenten wegen spezifischer Reaktions- und Wahrnehmungsveränderung steigt an. Darüber hinaus fehlen fundierte Studien zur Wirksamkeit von Cannabispräparaten im Vergleich mit first-line-Medikamenten der gängigsten Indikationen.

Bodendieck: „Ich bin mir sicher, mehr Suchtmittel in der Gesellschaft bringen niemals weniger Suchtkranke. Beredtes Gegenbeispiel dafür sind bei uns die abnehmenden Zahlen junger Nikotinabhängiger und -konsumenten in den letzten Jahren durch Prävention und Aufklärung über Suchtgefahren. Den Kampf gegen Drogen kann nur bestehen, wer feste Grenzen auf Dauer und Konsequent aufrechterhält. Freigabe bedeutet immer Preisgabe, da Sucht progredient verläuft. Die Auseinandersetzung wird dann mit schlechteren Möglichkeiten an der nächsten Haltelinie auf Kosten der Allgemeinheit fortgeführt.“

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Blog der Aidshilfe DeutschlandLeben mit HIV 2018: Die Zeit der Scham ist vorbei

Am 16. April 2018 hat sich Conchita Wurst als HIV-positiv geoutet – um einer Erpressung zuvorzukommen. Aktivist Marcel Dams, auf Facebook als @Teilzeitvlogger, auf Twitter unter @marcel_dams und auf YouTube ebenfalls als Teilzeitvlogger unterwegs, hat sich aus diesem Anlass seine Gedanken zum Leben mit HIV 2018 gemacht. Herzlichen Dank für die Erlaubnis, sie hier zu veröffentlichen*!

Conchita, ich und viele andere haben HIV und können dank des medizinischen Fortschritts weiterhin normal leben, arbeiten, Kinder kriegen und das Virus bei gut funktionierender Therapie sogar beim Sex ohne Kondom nicht weitergeben.

Dennoch macht das Leben mit dem HI-Virus immer noch angreifbar, und manche denken, es sei ein Makel, der sich zur Erpressung eigne, wie die aktuellen Geschehnisse rund um #ConchitaWurst zeigen.

Dahinter stecken Scham und Angst. Denn erpressbar ist man nur, wenn etwas sichtbar würde, was so unangenehm ist, dass man vieles dafür, tut es geheim zu halten.

Leben mit HIV 2018

Conchitas Ex-Freund ist genau hiervon ausgegangen. Leider hat er etwas Wichtiges vergessen.

Es ist 2018. Die Zeit der Scham ist vorbei.

Ich habe seit meiner HIV-Diagnose, die ich 2009 mit 20 Jahren bekam, viele miese Situationen erlebt.

Eine damalige Freundin wollte mich nicht mehr berühren.

Mein langjähriger Zahnarzt verweigerte mir die Behandlung, weil ich für andere Patient_innen angeblich gefährlich werden könnte.

Lange glaubte ich selbst, dass etwas mit mir nicht stimmt

Ein früherer Kumpel ohrfeigte mich und sagte, ich hätte es verdient, da ich dumm sei.

Männer, die ich datete, fanden mich „wirklich nett und hübsch“, konnten sich jedoch keine Beziehung vorstellen, weil sie Angst hatten, was andere denken, oder mich als „gesundheitliches Risiko“ für sich sahen. Einer wollte mich sogar anzeigen, obwohl wir in einer Bierlaune nur rumgeknutscht hatten und ich ihn nicht vorher über meinen Status aufklärte.

Es ist nichts falsch an denen, die mit HIV leben

Lange glaubte ich, dass mit mir wirklich etwas nicht stimmt. Dafür wertete ich mich ab und verinnerlichte die Stigmatisierung von außen.

Dies war so schwer erträglich, dass ich irgendwann etwas verändern musste. Und mir wurde klar, die Scham konnte nur durch eine Person durchbrochen werden: Mich!

Mein Engagement ist kein Aktivismus aus einer Opferrolle heraus. Ich bitte nicht mehr darum, normal behandelt zu werden. Ich verlange es!

Es ist nichts falsch an uns, die mit HIV leben.

Unwissen und Vorurteile sind das Problem, nicht meine Infektion

Eine Freundin, die mich nicht berühren will, ist keine richtige Freundin.

Ein Zahnarzt, der mich nicht behandeln will, versteht nichts von seinem Job.

Ein Typ, der mich wegen des Virus ablehnt, hat mich nicht verdient.

Wer mich ohrfeigt, hat kein Recht dazu, sondern sich selbst nicht unter Kontrolle.

Deren Unsicherheit, deren Scham, deren Vorurteile oder Unwissen sind das Problem. Nicht meine Infektion.

Selbstakzeptanz braucht Zeit

Denn ich habe nicht gesündigt, muss nicht Buße tun, mich entschuldigen oder um Solidarität betteln.

Ich empfinde keine Scham oder Schuld aufgrund meiner HIV-Infektion. Also möchte ich auch nicht, dass man mir oder einem anderen Menschen diese von außen überstülpt.

Das klingt jetzt sehr einfach, war es aber nicht.

Meine Selbstakzeptanz brauchte Zeit und war mit viel Schmerz verbunden, weil eine Trennung von jenen Personen, die mich nicht so nahmen wie ich bin, unvermeidbar war. Dazu gehörten Familie, Freund*innen und Partner*innen, also Menschen die ich eigentlich liebte, die mir aber nicht gut taten.

Ich bin aus sozialen Normen ausgebrochen – das ist für mich ein Kern von Emanzipation

Heute sehe ich diese Trennung als eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens.

Nur so konnte ich mich denen zuwenden, die mich ohne Bedingungen lieben und schätzen.

Meine Freund*innen, meine Community, meine aktivistischen Mitstreiter*innen und mein Partner sind meine Wahlfamilie.

Ich bin aus sozialen Normen und meinem Umfeld ausgebrochen, als es notwendig wurde, und habe mir eine Alternative erarbeitet.

Wir sind keine hilflosen Opfer, sondern wehren uns gegen Stigma und Scham

Das ist für mich ein Kern von Emanzipation.

Wenn wir über unseren HIV-Status sprechen und uns zeigen.

Wenn wir uns nicht als hilfloses Opfer sehen, sondern uns aktiv gegen Stigma und Scham wehren.

Wenn wir das Bild vom Leben mit HIV verändern, verändern wir die Gesellschaft

Wenn wir für selbstbestimmte Sexualität und vielfältige Lebensstile einstehen.

Wenn wir das Bild vom Leben mit HIV verändern, verändern wir die Gesellschaft und die Bedingungen, in denen wir leben.

Das ist für mich der andere Kern von Emanzipation.

Es gibt viele Gründe, warum man von der Gesellschaft oder den direkten Mitmenschen nicht akzeptiert wird.

Mir ist egal, welcher „euer“ Grund ist.

Ich wünsche euch allen die Kraft und die Freude, die schwierigen Hürden des Lebens zu überwinden und es in vollen Zügen genießen zu können.

Das geht nicht immer sofort, aber mit der Zeit wird es hoffentlich einfacher.

Oder wie Conchita Wurst sagen würde: We are unstoppable!
_____________________________

Mehr Infos:
– Menschen mit HIV können das Virus beim Sex nicht weitergeben, wenn ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze ist! https://www.aidshilfe.de/schutz-therapie
– Fast normale Lebenserwartung für Menschen mit HIV dank medizinischem Fortschritt! https://www.aidshilfe.de/…/fast-normale-lebenserwartung-men…
– Keine Angst vor HIV in der Zahnarztpraxis! https://www.aidshilfe.de/mel…/keine-angst-hiv-zahnarztpraxis
– Ein Kinderwunsch muss nicht unerfüllt bleiben: Zeugung, Schwangerschaft und Geburt sind trotz der HIV-Infektion möglich! https://www.aidshilfe.de/kinderwunsch

 

*Das Original hat Marcel am 16.4. auf Facebook veröffentlicht.

Hanf Journal NewsÖffentliches Kiffen in der Innenstadt Den Haags nun verboten

  Beschwerden über Marihuanakonsum in Teilen Hollands stark angestiegen.     Auch wenn Holland immer wieder gerne als das Mekka für Liebhaber von Cannabis in Gesprächen genannt wird, ist in den Niederlanden nicht nur aufgrund der dubiosen Coffeeshopversorgungslage einiges zu sehr im Ungleichgewicht, um dieser Beschreibung tatsächlich zu entsprechen. Selbst wenn die dortige Politik nach…

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Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsIsrael YTD: 204,84%

Israels Markt ist auf YTD-Sicht noch weit im positiven Terrain. Lediglich 2 der 7 an der Tel Aviv Stock Exchange gelisteten Potstocks weisen eine leicht Negativ-Performance auf. Im Mittel sind die nachfolgenden Aktien 204,84% im Plus seit Anfang des Jahres. Amir Marketing: YTD 30,90% D-Pharm Ltd. YTD: 215,8% Intec Pharma  YTD: 2,10% Medivie Therapeutics  YTD:254% Teva Pharmaceuticals Industries YTD: -3,7% Together Startup Network Ltd.  YTD: 939,90%  

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Leafly Deutschland NewsKanadas skurriler Cannabisplantagenbauwettbewerb

Es hat schon etwas Komisches. Die kanadischen Branchenriesen liefern sich einen skurrilen Cannabisplantagenbauwettbewerb der Extraklasse. Immer mehr Anbauflächen werden gekauft, die Hallen immer größer geplant. Kein Wunder sehen doch alle den Green Rush (Goldrausch) mit der Legalisierung kommen. Immerhin müssen die kanadischen Cannabispatienten doch bestens versorgt werden. Engpässe wie in Deutschland sind hier undenkbar. Und die Investoren wollen auch ihren Anteil vom großen Keks haben.

Wer hat die Nase vorn im Cannabisplantagenbauwettbewerb?

Eigentlich sollte dies die größte Cannabisplantage in Kanada werden: Canopy Growth plant in Langley bei Vancouver eine Indoorplantage, die über 100.000 Quadratmeter umfasst und Platz für mehr als 350.000 Cannabispflanzen bietet. Nun wurden sie vom Branchengiganten Aurora Cannabis übertroffen. Deren Hightechanlage umfasst eine Fläche von 21 Fußballfeldern und soll Auroras Gesamtkapazität auf mehr als 430.000 kg Cannabis pro Jahr steigern. Dafür hat die Firma etwa 29 Hektar Land erworben.

Canopy Growth vs. Aurora Cannabis

Doch so einfach lässt sich Canopy Growth nicht den Keks wegschnappen. Man hat vorgesorgt. Eine noch größere Plantage soll in den kommenden Monaten, unweit gelegen, hinzukommen. Der bisherige Ertrag wird auf ca. 40 Tonnen geschätzt, was natürlich nicht ausreichend ist. Die erste Ernte ist für Juli 2018 geplant.

Aurora plant die erste Pflanzung für das erste Halbjahr 2019, die Fertigstellung der Anlage ist für das zweite Halbjahr vorgesehen. Einmal in Betrieb, sagt Aurora, dass die neue Anlage seine Gesamtkapazität auf mehr als 43 Tonnen pro Jahr steigern wird.

Die produzierten Mengen Gras aus dem Cannabisplantagenbauwettbewerb gehen an die neue kanadische Cannabisagentur, die den Anbau regelt und die Qualitätsüberwachung übernimmt. So müssen die Pflanzen frei von schädlichen Pflanzenschutzmitteln sein und zudem einen genau eingehaltenen THC-Gehalt haben.

Weitere Produzenten stehen in den Startlöchern

Zwar können diese nicht beim Cannabisplantagenbauwettbewerb mithalten, doch Produzenten wie Tilray setzen auf Klasse, als auf Masse. Tilray formte eine strategische Allianz mit Sandoz, einem führenden Pharmaunternehmen in Kanada. Die Vereinbarung stellt einen wichtigen Meilenstein in der Anerkennung von pharmazeutischem Cannabis als konventionelles Medikament für bedürftige Patienten dar.

Wie viel pharmazeutisches Cannabis braucht Kanada?

Cannabis darf bald auch legal im Privaten angebaut werden in Kanada. Folglich plant die Regierung ab dem kommenden Herbst auch regelmäßig Proben aus den Abwässern von 20 kanadischen Städten und Bezirken untersuchen zu lassen, um die von den Konsumenten ausgeschiedenen Spuren von THC und anderen Stoffen nachzuweisen. Auf diese Weise wollen Wissenschaftler hochrechnen, wie viel Cannabis im Land konsumiert wird und ob die Freigaberegelung vielleicht doch etwas eingeengt werden muss. Das wäre doch mal eine Maßnahme in Deutschland um den Spekulationen über die Marktgröße Einhalt zu gebieten. Wir verfolgen dies weiterhin sehr gespannt.

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taz Drogerie Blog75 Jahre LSD-Erfahrung

Am 19. April 2018 jährt sich die Entdeckung der psychoaktiven Potenz des LSD zum 75. Mal. Der Schweizer Chemiker Dr. Albert Hofmann hatte die Substanz für seinen Arbeitgeber Sandoz 1938 hergestellt – ihre wundersame Wirkung blieb jedoch verborgen. Einer seltsamen Ahnung folgend synthetisierte er sie 1943 erneut und unternahm am 19. April 1943 einen ersten Selbstversuch. Seine legendäre Fahrradfahrt unter LSD-Einfluss ist in die Popkultur eingegangen und wird seit den 1960er Jahren als Bicycle Day gefeiert.

Seit der Entdeckung der potentesten aller psychoaktiven Substanzen, erlebten Millionen Menschen auf der ganzen Welt wundersame Halluzinationen, tiefgreifende psychologische und spirituelle Erfahrungen, erdachten und schufen alternative Gesellschaftsformen, neue Musik und Kunst, erfuhren Heilung von Sucht oder Depression, erhielten nie gekannte Einsichten in das menschliche Bewusstsein.

LSD ist zur bekanntesten und umstrittensten psychedelischen Substanz geworden – ein Molekül, das die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts beeinflusste und veränderte wie wenige andere Entdeckungen.

Nachdem LSD 1966 im Zuge des Kriegs gegen Drogen von den USA gebannt und verboten wurde, zogen die anderen Staaten nach. 1973 durfte LSD letztmalig zur therapeutischen Behandlung verwendet werden, bevor sich der Gebrauch des Psychedelikums vollständig in den Untergrund verlagerte.

Seit einigen Jahren findet eine regelrechte Renaissance der Forschung mit LSD und anderen psychedelischen Substanzen statt – seit dem internationalen Symposiumin Basel 2006 zum 100. Geburtstag von Albert Hofmann kommt die klinische LSD-Forschung mit einem Schwerpunkt in der Schweiz langsam wieder in Gang.

Wissenschaftliches Symposium

Das eintägige Symposium anlässlich des 75. Jahrestags seiner Entdeckung – zehn Jahre nach dem Tod seines Entdeckers – ist vornehmlich der wissenschaftlichen LSD-Forschung gewidmet.

Plakat zur Jubiläumsveranstaltung 75 Jahre LSD-Erwahrung
Plakat zur Jubiläumsveranstaltung 75 Jahre LSD-Erwahrung

Da die Veranstaltung ausverkauft ist, bietet die Gaia Media Stiftung für CHF 50,00 (ca. Euro 42,00) einen Live-Stream des gesamten Events an. Interessenten erhalten nach Anmeldung und Bezahlung kurz vor dem Event den Link zum Stream an Ihre Emailadresse.

LSD 75 Eleusis – eine soziale Skulptur

Die bildenden Künstler, Performer, Musiker, Wissenschaftler, Forscher und die Besucher des Jubiläums kreieren gemeinsam diese soziale Skulptur.

 

LSD 75 Eleusis – eine soziale Skulptur
LSD 75 Eleusis – eine soziale Skulptur

Die 3 Säulen der sozialen skulptur LSD 75 Eleusis

Die 1. Säule der sozialen Skulptur findet durchgehend vom Donnerstag 19. April 2018 bis Sonntag 22. April 2018 im Holzpark Klybeck in Basel statt. Hier wird eine Brücke gespannt zwischen der Wissenschaft und der Kunst und die von Psysoc kuratierte soziale Skulptur initiiert. Mit vereinten Kräften co-kreieren alle Akteure einen mehrtägigen begehbaren Erfahrungs- und Kooperationsraum.

Es finden Vorlesungen, Kunstinstallationen, Happenings, Ausstellungen, Konzerte, Workshops, Performances, und ein Markt statt. Die Initialzündung der gesamten sozialen Skulptur starten wir gemeinsam mit dieser Zusammenkunft.

​Das verbindende Thema für Künstler und Wissenschaftler auf dem Holzpark Klybeck Areal ist eine transdisziplinäre und moderne Auseinandersetzung der Initiationsriten der grossen Mysterien von Eleusis.

Die 2. Säule beleuchtet den fachlichen und wissenschaftlichen Aspekt und geht der Frage nach: „75 Jahre LSD – wohin geht die Reise?“.

Themen wie LSD in Verbindung mit Kreativität oder Psychotherapie werden diskutiert, ein Blick von der Vergangenheit in die Zukunft wird gewährt, über das Leben von Albert Hofmann berichtet und vieles mehr. Dieser Teil der Skulptur wird traditionsgemäss vom Nachtschatten Verlag und der SÄPT und Gaia Media im Gasthaus Hoffmatt organisiert. Im Holzpark Klybeck gibt es jedoch einen LIVE STREAM von diesem Teil der Veranstaltung.

​3. Säule: Bicycle Day – Auf den Spuren der Entdeckung. Passend zum 75-jährigen Jubiläum der Entdeckung des LSD durch Albert Hofmann darf eines gewiss nicht fehlen: eine Velotour auf den Spuren des legendären „Bicycle Days“. Der 19. April 1943 ging in die Geschichte ein als der Tag an dem Albert Hofmann in einem Selbstexperiment die psychoaktive Wirkung von Lysergsäurediethylamid entdeckte und erstmals beschrieb. Er hatte sich in seinem Laboratorium in den Räumen der früheren Firma Sandoz eine hohe Dosis des Stoffs verabreicht und als er nach einer halben Stunde eine mäßige Wirkung vernahm, fuhr er mit dem Velo gen Feierabend nach Hause, wo er unter schweren Halluzinationen litt. In der Folge wurden Albert Hofmann und dieses historische Ereignis in verschiedenen sozialen Bewegungen stark mystifiziert.

Live Stream nach Berlin

Flyer Mystik Friday 75 Jahre LSD Erfahrung 20.04.2016
Flyer Mystik Friday 75 Jahre LSD Erfahrung 20.04.2016

Am Donnerstag, 19. April 2018, wird es einen Live Stream in die Wildeküche am Spreewaldplatz 5, 10999 Berlin geben. Start 9:00 Uhr. Tickets Euro 25,00. Das Programm des Live Streams kann hier  eingesehen werden. Am 20. April wird es dann noch eine Afterparty im KitKat Club geben. Start 20:00 Uhr. Das Programm zur Party kann hier eingesehen werden.

Die Festschrift zum LSD-Jubiläum

Lucys Rausch Nr. 7 – Sonderausgabe zum LSD-Jubiläum
Lucys Rausch Nr. 7 – Sonderausgabe zum LSD-Jubiläum

Lucy’s Rausch Nr. 7 – Sonderausgabe zum LSD-Jubiläum. Lucy’s beleuchtet die interdisziplinäre Thematik rund um sämtliche psychoaktiven Drogen aus verschiedensten Blickwinkeln – in Form von Reportagen, Interviews, Berichten, Features und Bildern. Neue Entwicklungen, Kunst, Musik und Literatur gehören ebenso zum Spektrum, wie Drogenpolitik und Konsumgewohnheiten von damals bis heute.

Das Special zum 75. Jahrestag der Entdeckung der Psychoaktivität des LSD enthält Artikel zu Themen wie:
– Bicylce Day: 75 Jahre LSD-Erfahrung
– Neues aus der CBD-Forschung
– Ludlow, Der Haschisch-Esser
– Lucys Hänflinge
– Acid-Pioniere: Albert Hofmann / Timothy Leary / Stan Grof
– Wie psychedelisch kann Cannabis sein
– Christian Rätsch: LSD und Musik

LSD – Sorgenkind und Wunderdroge

Presseecho zum LSD-Symposium in Basel mit Zeittafel zur Geschichte des LSD: Auf einem Symposium zum 100. Geburtstag von Albert Hofmann, bei dem der Entdecker der Substanz mehrfach auf dem Podium bereitwillig und mit viel Humor Fragen beantwortete, suchte man den zukünftigen Platz von LSD in der Gesellschaft. Etwa 80 Referenten aus aller Welt diskutierten in Basel mit einem gutend Dutzend ausstellenden Malern und auftretenden Musikern, 200 Journalisten und etwa 2.000 Besuchern drei Tage im Kongresszentrum der Messe Basel die zentrale Frage: Welchen Platz kann und soll LSD in einer Gesellschaft einnehmen?

Der Titel der Veranstaltung »Sorgenkind und Wunderdroge« konnte kaum besser gewählt sein. Noch 2006, fast sieben Jahrzehnte nach der Synthese durch den Chemiker Albert Hofmann im Jahre 1938, steht die Substanz in einem zutieft ambivalenten Ruf. In allen Ländern der Erde ist sie verboten, auf der anderen Seite gibt es genauso lange währende Bemühungen, das potente Psychedelikum als Medikament oder sakralen Bewußtseinsfahrstuhl einsetzen zu dürfen.

Diese Pressmitteilung ist eine Art Presseecho zum LSD-Symposium und ist im Wesentlichen aus Zitaten, die aus den am besten recherchierten respektive treffendsten Zeitungsartikeln, die zum respektive nach dem Symposium erschienen sind, zusammengestellt. Anfangs sind zahlreiche Zitate von Albert Hofmann wiedergegeben, dann folgen Informationen zu Medizin, Therapie, Kultur, Politik u.a.m. und zum Schluss eine Zeittafel zur Geschichte des LSD.

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenN° 503 Exzessiv.NEWS 17.04.2018 | 540kg Gras fehlen in Asservatenkammer!

High liebe Freunde des Cannabis,
hier sind die Exzessiv.NEWS, heute mit folgenden Themen:

1. Berlin – ICBC 2018

2. Deutschland – VISA und Mastercard verbannen Hanf Händler

3. USA / Las Vegas – Cannabis Museum mit weltgrößter Bong eröffnet

4. USA / Las Vegas – Cannabis Firma sponsort Fußball Mannschaft

5. . Argentinien – 540 kg Cannabis bei Polizei verschwunden

6. Future – 4/20 Smoke-In in Berlin und Köln

7. Sport – Ergebnisse THC Franziskaner FC

CBD-Shop:
www.mein-cbd.de

Facebook – 4/20 Smoke-In Berlin
https://www.facebook.com/events/1424802600975980/

Facebook – 4/20 Smoke-In Berlin Afterparty
https://www.facebook.com/events/139166536673691/

Viel Spaß und einen schönen Abend
www.exzessiv.tv
www.sensiseeds.com/de
www.samenwahl.de
www.hanfjournal.de

Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsLP`s schwach – was machen die BIO`s?

Während die LP´s heute erwartungsgemäß einen Gang zurückschalten (LP-Index -2,93%) ist zumindest bei den Bios eine Aktie besonders erwähnenswert: GW Pharmaceuticals: GWPH is on fire! Der Aufwärtsschub kam tatsächlich, die TPs @ 128 / 135 wurden punktgenau abgearbeitet.  Im Intradayverlauf läuft GW in den Langfristwiderstandsbereich herein. Hier erhöht sich ab sofort die Gefahr einer Konsolidierung, der RSI ist im Überkauftbereich angelangt (noch KEIN VK-Signal!) und GW handelt übelst ausserhalb ihrer […]

Der Beitrag LP`s schwach – was machen die BIO`s? erschien zuerst auf Marihuana Aktien.

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenDanny goes GMM Münster / Abendtalk – Wir laden euch ein

Heute mal ne Ankündigung für euch und paar Dinge die wir euch einfach mal spontan mitteilen wollen, so auch das Danny zum GMM nach Münster kommt. „Mehr Anzeigen“

Alle Infos zum GMM in Münster
https://www.facebook.com/Hanffreundems

Geile Shops
Verdampftnochmal – https://verdampftnochmal.de/
Blaze – http://www.blazeglass.com/
OPEN MIND – http://openmind-shop.de/

Folgt mir gerne auch auf
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Leafly Deutschland NewsQualitätsprüfung bei pharmazeutischem Cannabis

Mitte März 2018 rief Pohl-Boskamp eine bestimmte Charge der Marke Peace Naturals vom kanadischen Cannabisproduzenten Cronos aus dem deutschen Markt zurück. Gesprochen wurde von einer möglichen mikrobiologischen Belastung, die bei einer internen Qualitätsprüfung festgestellt und als bedenklich eingestuft wurde. Auf Nachfrage teilte Pohl-Boskamp mit, dass es sich nicht um einen Rückruf, sondern um eine freiwillige Rückgabe der betroffenen Charge handelte. Leafly.de berichtete.

Wer ist generell für die Qualität und Qualitätsprüfung von pharmazeutischem Cannabis verantwortlich?

Geht es um konventionelle Arzneimittel, die in Deutschland hergestellt oder aus anderen Ländern importiert werden, lassen sich die Wege recht einfach nachvollziehen. So kommt in Deutschland kein Medikament auf den Markt, das nicht von den entsprechenden staatlichen Zulassungsbehörden wie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder der European Medicines Agency (EMA) auf Herz und Nieren geprüft worden ist.

Hier werden vor allem die Qualität, die Wirksamkeit sowie die Unbedenklichkeit umfangreich geprüft. Hinzu kommt, dass deutsche Generikaunternehmen extrem strenge Qualitätsstandards haben und streng überwacht werden.

Bis pharmazeutisches Cannabis aus deutschem Anbau zur Verfügung steht, wird der Bedarf durch Importe aus Kanada und den Niederlanden gedeckt. Hierfür ist die Cannabisagentur (Fachabteilung im BfArM) nicht zuständig.

Diese kommt erst wieder ins Spiel, sobald mit dem Cannabisanbau in Deutschland begonnen wird. Dann kontrolliert die Cannabisagentur Anbau, Ernte, Verarbeitung, Qualitätsprüfung, Lagerung, Verpackung sowie die Abgabe an Großhändler, Apotheker oder Hersteller.

Wer ist derzeit für die Qualitätsprüfungen des importierten Cannabis zuständig?

Erste Anlaufstelle: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Wenn man im Internet zum Thema Qualitätsprüfung von pharmazeutischem Cannabis recherchiert, findet man viele widersprüchliche Aussagen. So heißt es beispielsweise in einem Artikel der ARGECANNA:

„… Die deutsche „Cannabis-Agentur“, eine freilich immer noch nur am Papier existierende Kontrollbehörde, soll angeblich bundesweit in Zukunft Proben ziehen und auf ihre Schadstoff-Freiheit prüfen. Ein gangbarer Weg: Wenn von der Agentur lückenlos geprüft wird, dass das verfügbare Cannabis keimfrei, sporenfrei, schimmelfrei und unbelastet mit Schwermetallen und anderen gesundheitsschädlichen Schadstoffen ist, wäre zumindest dessen Unbedenklichkeit garantiert. Über die Qualität an sich sagt das aber noch nichts aus – dazu müsste auch der Gehalt an Wirkstoffen, also Cannabinoiden, Terpenen, Flavonoiden etc. exakt überprüft werden. …“

Wir haben beim Leiter der Bundesopiumstelle Herrn Dr. med. Peter Cremer-Schaeffer nachgefragt. Dieser teilte uns mit, dass die Qualität von Cannabisarzneimitteln in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Landesbehörden fällt. Zudem sei die Bundesopiumstelle u.a. zuständig für die betäubungsmittelrechtlichen Aspekte beim grenzüberschreitenden Verkehr und für die Erteilung von betäubungsmittelrechtlichen Erlaubnissen zur Teilnahme am Betäubungsmittelverkehr innerhalb Deutschlands.

Auf Nachfrage bezüglich des Artikels von ARGECANNA wurde erklärt, dass man nicht wisse, woher diese Informationen stammen. Es wurde auch nochmals betont, dass weder das BfArM noch die Cannabisagentur für Qualitätskontrollen zuständig seien.

Zweite Anlaufstelle: Die Landesbehörden

Unsere Recherchen führten uns zur Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG). Doch auch hier wurden wir wieder an weitere Stellen verwiesen. So teilte man uns mit, dass die ZLG nicht der richtige Ansprechpartner sei, um Fragen in Bezug auf die Qualitätsprüfung von pharmazeutischem Cannabis zu beantworten.

Die Abteilung Arzneimittel der ZLG agiere ausschließlich als behördeninterne Koordinierungsstelle und habe keine Zuständigkeit bezüglich der Überwachung des Importes von Cannabis als Medizin. Weiter verwies uns die ZLG an die zuständigen Behörden der Länder. Danach versuchten wir mit diversen Behörden einzelner Bundesländer Kontakt aufzunehmen. Bisher war nur Herr Dr. Michael Schäfer vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen auskunftsbereit.

Herr Dr. Schäfer erklärte uns, dass man im Landeszentrum Gesundheit NRW für die Arzneimitteluntersuchung zuständig sei und dass hier Arzneimittel im Labor chemisch-analytisch untersucht werden. Zudem gebe es die sogenannten GMP-Inspektorate, die sich bei den Bezirksregierungen befinden. Diese stellen die Importgenehmigungen aus.

Auf die Frage, wer letztendlich für die Cannabisqualität verantwortlich ist, führte Herr Dr. Schäfer aus, dass er davon ausgehe, dass der Importeur die Qualität in Deutschland noch einmal überprüfen müsse. Hier im Landeszentrum werden im Auftrag der Bezirksregierung Arzneimittel stichprobenhaft getestet und untersucht, ebenso Proben im Zusammenhang mit Straftaten oder Zollvergehen, so Herr Dr. Schäfer.

Dritte Anlaufstelle: Die Bezirksregierungen

Da uns Herr Dr. Schäfer mitteilte, dass es sogenannte GMP-Inspektorate bei den Bezirksregierungen gebe, wendeten wir uns an verschiedene Bezirksregierungen in Deutschland. Bisher erhielten wir jedoch nur von der Bezirksregierung Köln eine Antwort auf unsere Fragen. Der Pressereferent Dirk Schneemann erklärte:

„Die Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung, der EU-GMP-Leitfaden und das Europäische und das Deutsche Arzneibuch machen Vorgaben zur Qualitätssicherung und zu Qualitätskontrollen der Produkte. Dabei werden die Qualitätskontrollen von dem Einführer chargenbezogen selbst oder im Auftrag in einem Labor, das der Arzneimittelüberwachung unterliegt, durchgeführt. Eine analytische Prüfung durch die Bezirksregierung erfolgt nicht. Jedoch werden stichprobenartig Arzneimittel, die von Unternehmen mit Sitz im Regierungsbezirk Köln in Verkehr gebracht werden, in risikobasierten Zeitabständen einer analytischen Untersuchung durch das Landeszentrum für Gesundheit NRW im Auftrag für die Bezirksregierung Köln unterzogen. Die Bezirksregierung ist nur für die arzneimittelrechtliche Überwachung zuständig. Für die betäubungsmittelrechtliche Überwachung des Einführers und die Erteilung der notwendigen betäubungsmittelrechtlichen Genehmigungen ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zuständig.“

Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse

  • Die Bundesopiumstelle verweist auf die jeweiligen Landesbehörden, wenn es um die Prüfung der Qualität von pharmazeutischem Cannabis geht
  • Die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG) agiert als behördeninterne Koordinierungsstelle, ist nicht zuständig für die Überwachung der Cannabisqualität und verweist auf diverse Behörden einzelner Bundesländer
  • Das Landeszentrum Gesundheit NRW verweist auf GMP-Inspektorate in den Bezirksregierungen
  • Die Bezirksregierung Köln verweist wiederum unter anderem auf die EU-GMP-Leitfäden und ist nicht für die Überprüfung der Cannabisqualität verantwortlich

Was sind GMP-Richtlinien?

Wenn man sich näher mit der Qualität von pharmazeutischem Cannabis beschäftigt, fällt überall der Begriff GMP – die „Gute Herstellungspraxis“ (Good Manufacturing Practice). Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich ein umfassendes Qualitätssicherungssystem, das bei der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen, Lebens- und Futtermitteln sowie Kosmetika beachtet werden muss. Hiermit soll ein größtmöglicher Verbraucherschutz erzielt werden.

Sieht man sich einmal die Webseiten der bekanntesten Hersteller von pharmazeutischem Cannabis an, so fällt auf, dass sich der Großteil unter anderem auf die GMP-Richtlinien bezieht. Allerdings gibt es kein spezielles GMP-Regelwerk. Es existieren vielmehr die unterschiedlichsten Vorgaben, und welche anzuwenden und verbindlich sind, hängt wiederum von verschiedenen Faktoren ab.

Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise, wo das Produkt hergestellt und verkauft wird. Wenn sich das Unternehmen in Europa befindet, gelten hier die europäischen Vorgaben. Werden die Produkte hingegen aus Kanada importiert, sind die dortigen Vorgaben einzuhalten.

Generell verfolgen die GMP-Regelwerke jedoch die folgenden Kernziele:

  • gleichbleibende Produktqualität
  • Vermeidung jeglicher Art von Kontamination
  • Rückverfolgbarkeit

In Deutschland wird die Herstellung von Arzneimitteln im Arzneimittelgesetz (AMG) sowie in der rechtsverbindlichen Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung (AMWHV) geregelt. Auf europäischer Ebene leitet sich hingegen aus der Richtlinie 91/356/EWG der EG-GMP-Leitfaden ab (GMP-Grundlagen der Europäischen Union). Viele Detailthemen werden zudem in weitergehenden Leitlinien in Form von Anhängen zum EG-GMP-Leitfaden geregelt.

Von zentraler Bedeutung ist in Europa die aktuelle EU-Richtlinie 2004/27/EG. Hier geht es um die Schaffung eines Gemeinschaftskodex für die Hersteller von Humanarzneimitteln.

Außerhalb des EU-Wirtschaftsraumes regelt das zwischenstaatliche Abkommen namens PIC/S (Pharmaceutical Inspection Convention Scheme) die GMP-Regelwerke.

Vorreiter der meisten GMP-Regelwerke ist die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA). Als gesetzliche Grundlage gilt in den USA der Food Drug and Cosmetic Art und die GMP-Regeln sind im Code of Federal Regulations 21 CFR Part 210/211 aufgeführt.

Darüber hinaus werden weltweite Vorgaben, die sogenannten Technical Report Series zu GMP durch die World Health Organization (WHO) vorgenommen. Mithilfe der International Conference on Harmonization (ICH) wird die Harmonisierung der GMP-Regelwerke für die der ICH zugehörigen Bereiche Europa, USA und Japan angestrebt.

Wer kontrolliert die Einhaltung der GMP-Standards?

Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, da dieses gesamte Konstrukt rund um den Import aus dem EU-Land und Drittländern so kompliziert ist, dass diese Wege nicht einfach aufgezeigt werden. So teilte Herr Dr. Cremer-Schaeffer, Leiter der Bundesopiumstelle, mit:

„Die Teilnahme am Betäubungsmittelverkehr setzt ein umfassendes Wissen voraus. Teilnehmer am Betäubungsmittelverkehr bzw. solche die eine Teilnahme am Betäubungsmittelverkehr anstreben, haben die Möglichkeit sich bei den beteiligten Institutionen entsprechend (teils kostenpflichtig) beraten zu lassen.“

Ferner wies Herr Dr. Cremer-Schaeffer darauf hin, dass man Verständnis dafür haben müsse, dass die Beratungsleistungen auf diesen Personenkreis beschränkt werden müssen und dass sich sämtliche zu beachtende Sachverhalte aus den verfügbaren betäubungsmittelrechtlichen Regelungen ergeben würden.

Auf Nachfrage, wer für die Kontrolle und Überwachung der GMP-Standards in Deutschland zuständig sei, erhielten wir bisher keine Antwort.

Fakt ist, dass bei Cannabisprodukten aus der Europäischen Union eine Analyse/Retesting vor der Abgabe an die Apotheken nicht erforderlich ist. Die Sicherstellung der Qualität erfolgt durch die Auswahl und Überwachung der Zulieferbetriebe im Rahmen des betrieblichen Qualitätsmanagementsystems.

Bei Cannabisprodukten nicht-EU-Staaten ist eine Analyse / Retesting jeder Charge (im Rahmen der Einfuhr und Chargenfreigabe) erforderlich.  Seitens der Behörde gibt es keine regulären Qualitätsprüfungen hinsichtlich der Arzneimittel. Die Einfuhr und Chargenfreigabe ist gesetzlich stark reguliert und setzt die Beteiligung von Pharmazeuten voraus (Qualified Person / Sachkundige Person). Dieses Fachpersonal verantwortet die ordnungsgemäße Prüfung und Dokumentation.

Verstöße hiergegen können die arzneimittelrechtlichen Erlaubnisse gefährden. Die Aufsichtsbehörden überwachen die Arzneimittelimporteure / -großhändler durch Regelauditierungen, die in der Regel alle 3 Jahre stattfinden, und überprüfen dabei insbesondere die Dokumentation hinsichtlich der einzelnen Chargen, das Qualitäts- und Risikomanagementsystem. Anlassbezogen, zum Beispiel wenn gefälschte Arzneimittel oder fehlerhafte Produktchargen im Markt befindlich sind, haben die Behörden zur Gefahrenabwehr umfassende Eingriffsbefugnisse.

Qualitätsprüfung durch Apotheker

Aktuell können Apotheken nur die aus den Niederlanden und Kanada importierten Cannabisblüten an Patienten abgeben. In diesen Ländern sind die Cannabisblüten keine zugelassenen Fertigarzneimittel. Wenn also Apotheker Cannabisblüten beziehen, handelt es sich um sogenannte Ausgangsstoffe, deren Qualität durch ein Prüfzertifikat belegt sein muss. Gemäß § 11 Abs. 2 der Apothekenbetriebsordnung muss der Apotheker mindestens die Identität feststellen.

Wenn man weiter ins Detail der Identitätsprüfung geht, wird es komplizierter. Für Apotheken gelten verschiedene Regeln, deren Verständnis die umfangreiche Ausbildung des in Apotheken tätigen pharmazeutischen Personals voraussetzt.

Die Methoden zur Identitätsprüfung sind in der im Mai 2017 in Kraft getretenen Monografie „Cannabisblüten“ des Deutschen Arzneibuchs (DAB) beschrieben. Zudem sei auf die im Abschnitt „Alternativverfahren zur Identifizierung von Ausgangsstoffen des DAC/NRF“ für Cannabisblüten beschriebene Methode zur Identitätsprüfung hingewiesen.

Die Prüfzertifikate für Cannabis, das aus den Niederlanden importiert wird, aus denen u. a. auch der genaue Gehalt an THC und CBD jeder Charge hervorgeht, sind auf der Homepage der niederländischen Cannabisagentur verfügbar.

Hinweis: Das DAB ist ein Ringordner, der in jeder Apotheke vorhanden ist. Die Inhalte des DAB sind urheberrechtlich geschützt und für Nicht-Pharmazeuten nicht einsehbar. Das Gleiche gilt für die Monografien des DAC/NRF. Einige wenige Erläuterungen können lediglich hier nachgelesen werden.

Eine tatsächliche Qualitätsprüfung findet durch die Apotheken also im Grunde nicht statt. Apotheker stellen lediglich die Identität anhand der Prüfzertifikate fest. Ebenso wird keine Gehaltsbestimmung der THC- und CBD-Anteile durchgeführt.

Kritik an den Apotheken: Hohe Fest- und Rezepturzuschläge

Im Jahr 2017 erschien im Onlinemagazin „apotheke adhoc“ ein Artikel. In diesem wird ausgeführt, dass Dr. Franjo Grotenhermen, eine Koryphäe auf dem Gebiet von Cannabis als Medizin, bemängelt, dass Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel eingestuft werden. Denn die Cannabisblüten werden nicht verarbeitet, sondern nur umgefüllt. Dass die Apotheken einen Zuschlag von bis zu 100 Prozent berechnen, hält Grotenhermen für überzogen.

Grotenhermen führt hierzu auch ein Beispiel an:

„Werden 5 g Cannabisblüten als Fertigarzneimittel behandelt, so kosten diese den Patienten 68,61 Euro, und der Apotheker verdient etwa 10 Euro. Werden die Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel behandelt, so kann der Apotheker auf den Einkaufspreis 100 Prozent aufschlagen, sodass der Abgabepreis bei 113,31 Euro liegen würde, und der Apotheker fast 50 Euro verdient. Einfach ausgedrückt: Wenn der Apotheker die Cannabisblüten in der Apotheke in einer Kräutermühle zermahlt, siebt und portioniert, kosten die Blüten etwa 113 Euro, wenn die Blüten jedoch vom Patienten portioniert werden, kosten sie etwa 67 Euro.“

Leafly.de hat bei der Bundesapothekenkammer nachgefragt und erhielt auf die Frage, wie sich die Preise zusammensetzen, folgende Antwort:

„Der Preis für Cannabisblüten wird in jeder bundesdeutschen Apotheke nach der gleichen Systematik gebildet: Verordnet der Arzt Cannabisblüten, sind diese als Rezepturarzneimittel mit der Kennzeichnung gemäß § 14 Apothekenbetriebsordnung in der Apotheke abzugeben. Werden sie in unverändertem Zustand umgefüllt, abgefüllt, abgepackt oder gekennzeichnet an den Patienten abgegeben, ist der Preis nach § 4 Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) zu bilden. Werden Cannabisblüten gemäß NRF-Vorschriften, das heißt unter Zerkleinern und Sieben der Droge und ggf. Abpackung in Einzeldosen, zu einem Rezepturarzneimittel verarbeitet, gilt § 5 AMPreisV. Zuzüglich können die Apotheken die Betäubungsmittelgebühr nach § 7 AMPreisV in Höhe von 2,91 Euro einschließlich Umsatzsteuer berechnen.“

Des Weiteren fragte Leafly.de, ob der Bundesapothekenkammer die Problematik bekannt sei, und ob in absehbarer Zeit darüber nachgedacht werde, dass Cannabisblüten nicht als Rezepturarzneimittel, sondern als Fertigarzneimittel einzustufen. Hierauf antwortete die Bundesapothekenkammer:

„Zu den Preisberechnungen verweisen wir auf die Arzneimittelpreisverordnung. Das Bundesgesundheitsministerium, der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die ABDA sind sich einig, dass Cannabisblüten ein Rezepturarzneimittel sind und vor Abgabe nach anerkannten pharmazeutischen Regeln zubereitet werden müssen. Somit ergibt sich die Abrechnung nach § 5 AMPreisV oder, falls der Arzt die Zubereitung ausschließt und der Apotheker dies im Hinblick auf Arzneimittelsicherheit und Arzneimittelqualität vertreten kann, nach § 4 AMPreisV. Der Deutsche Apothekerverband e.V. und der GKV-Spitzenverband können im Rahmen der ‚Hilfstaxe‘ über die Preise für Cannabis-Blüten als Ausgangsstoffe verhandeln. Diese Verhandlungen wurden zuletzt Mitte Dezember 2017 geführt, sind aber bislang ohne Ergebnis geblieben. Ein weiteres Treffen ist derzeit noch nicht terminiert.“

Irritierende Aussagen in Apothekerinterview

Anfang April 2018 erschien im Online-Magazin RP-Online ein Interview mit dem Pressesprecher der Apotheker im Kreis Kleve Ulrich Schlotmann. Diskutiert wurde über das Thema „Gute Erfahrungen mit Cannabis auf Rezept“. Gefragt, welche Aufgabe ein Apotheker beim Verkauf von Medizinalhanf hat, antwortete Schlotmann:

„Cannabis wird von den Ärzten in der Regel als sogenanntes Rezeptur-Arzneimittel verordnet. Im Labor der Apotheke wird die Cannabis-Qualität sorgfältig pharmazeutisch geprüft, anschließend die unzerteilten Blüten in einem aufwendigen Verfahren zu einem patientenindividuellen Arzneimittel verarbeitet, um dann die Patienten mit einem qualitätsgesicherten Arzneimittel zu versorgen. Dieser hohe pharmazeutische Aufwand bei der Herstellung einer Apothekenrezeptur führt dazu, dass unsere Patienten individuell und optimal behandelt werden können.“

Es irritiert, wenn hier geäußert wird, dass „im Labor der Apotheke die Cannabisqualität sorgfältig pharmazeutisch geprüft“ werde, und widerspricht sich mit dem, was von der Bundeskammerapothekenkammer erläutert wurde.

Wir haben bei Herrn Schlotmann nachgefragt und erhielten die folgende Antwort:

„Apotheken sind grundsätzlich verpflichtet bei Arzneibuchstoffen, die alle erforderlichen Untersuchungen auf Identität, Reinheit und Gehalt durchzuführen. Das sind in der Regel nasschemische Prüfungen im Apothekenlabor. Darauf kann verzichtet werden, wenn der Hersteller ein arzneibuchkonformes Prüfzertifikat mitliefert. Dann ist jedoch eine umfassende Identitätsprüfung durchzuführen. Hier schreibt der DAC eine mikroskopische Untersuchung und eine DC-Prüfung vor, die schon mit einigem Aufwand durchzuführen ist.“

Eine klare Aussage zu seinen Angaben im Interview, dass die Cannabisqualität „sorgfältig pharmazeutisch in dem Labor der Apotheke geprüft“ werde, haben wir bisher von Herrn Schlotmann nicht erhalten. Denn weder die Reinheit noch der Gehalt werden von Apotheker untersucht, so die Bundesapothekenkammer. Grund hierfür ist, dass beim importierten Cannabis ein Prüfzertifikat beiliegt, anhand dessen eine Identitätsprüfung vorgenommen wird.

Fazit

Die aufwendige Recherchearbeit hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, Frustration und wirft immer weitere Fragen auf, die sich in einer Endlosschleife bewegen. Es scheint als Normalsterblicher nicht möglich zu sein, die Wege der Qualitätsprüfung von pharmazeutischem Cannabis nachzuvollziehen. Es drängt sich hier der Verdacht auf, dass bei vielen Stellen, Behörden und auch Unternehmen ein gewisse Unwissenheit und Ratlosigkeit herrscht.

Kompensiert wird diese Unsicherheit damit, indem die Verantwortung einfach auf eine weitere Stelle geschoben wird. Sicherlich mag es auch daran liegen, dass das neue Cannabisgesetz erst ein Jahr alt ist und dass keine einheitlichen Regelungen existieren. Hinzu kommt, dass so viele verschiedene Gesetze greifen – von deutschen über europäischen bis hin zu ausländischen Gesetzen, dass die Übersicht in diesem Gesetzesdschungel schnell verloren geht.

Doch was bedeutet das für Patienten, die sich sicher sein möchten, nur qualitativ hochwertiges pharmazeutisches Cannabis zu bekommen?

Diesen bleibt im Grunde nichts anderes übrig, als den Herstellern, den Importeuren und den Behörden zu vertrauen. Der zu Beginn erwähnte Chargenrückruf zeigt auf der einen Seite, dass Qualitätsprüfung tatsächlich durchgeführt wurde, auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch, dass es keine garantierte Qualität gibt.

Um auf Nummer sicher zu gehen, müssten Cannabispatienten im Grunde selbst ihr Medizinalhanf in einem entsprechenden Labor untersuchen lassen, was jedoch mit erheblichen Kosten verbunden wäre.

Und hier stellt sich dann die Frage, warum wir das nicht bei jedem Medikament machen: Ganz einfach, weil wir darauf vertrauen, dass die Medikamente, die wir einnehmen, hohen Qualitätsstandards entsprechen, die in Deutschland gelten.

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Blog der Aidshilfe DeutschlandKeine Regressangst mehr bei HIV-Notfallmaßnahme PEP

Kondom abgerutscht, gerissen oder einfach vergessen? Ist bei so einem „Safer-Sex-Unfall“ eine Person mit HIV beteiligt, die (mit großer Wahrscheinlichkeit) keine HIV-Therapie macht, kann eine Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) eine HIV-Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern.

In den letzten Jahren aber gab es Verunsicherung hinsichtlich der Finanzierung. Ausdrücklich zugelassen sind die für die PEP verwendeten HIV-Medikamenten nämlich für diesen Zweck nicht.

HIV-PEP: Keine Sorgen bei leitliniengerechter Verordnung

„Der Gemeinsame Bundesausschuss sagt nun: Ärztinnen und Ärzte, die eine PEP nach der Leitlinie der medizinischen Fachgesellschaft verordnen, müssen sich keine Sorgen machen“ – so interpretiert es Armin Schafberger, Referent für Medizin und Gesundheitspolitik der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH). „Alle haben ein Interesse daran, dass diese wichtige Maßnahme HIV-Infektionen verhindert“, so Schafberger weiter – „in erster Linie natürlich die Menschen, die einen Safer-Sex-Unfall hatten, aber auch und gerade die Kassen, denn die lebenslange Behandlung einer Infektion kostet natürlich viel mehr Geld als die PEP.“

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Gremium im selbstverwalteten deutschen Gesundheitswesen, verweist in einer am 17. April 2017 veröffentlichten Pressemitteilung darauf, dass eine HIV-PEP auch als Frühtherapie einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgten HIV-Infektion interpretiert werden kann.

Klare Leitlinien der Fachgesellschaften

Für die Beurteilung des Risikos gebe es konkrete Handlungsanleitungen in der gemeinsamen Leitlinie des deutschen und österreichischen Fachgesellschaften, so der G-BA-Vorsitzende Prof. Josef Hecken.

DAH-Medizinreferent Armin Schafberger bewertet die Aussagen des G-BA als „Meldung des Monats“: „Endlich ist Schluss mit der Unsicherheit, ob man bei einer PEP möglichweise mit Regressforderungen der Kassen rechnen muss. Das hat sogar dazu geführt, dass in manchen Fällen eine PEP nur auf Privatrezept verschreiben wurde, also selbst bezahlt werden musste. Nun sollte klar sein: Nach Sex mit hohem HIV-Risiko soll eine PEP empfohlen werden.“

PEP: Empfohlen bei hohem HIV-Risiko

„Hohes HIV-Risiko“ heißt dabei Analverkehr oder Vaginalverkehr mit einer bekanntermaßen HIV-positiven Person, die nicht wirksam behandelt wird und deren Viruslast über 1000 Kopien pro Milliliter Blut liegt.

Angeboten werden soll eine PEP, wenn die Viruslast der HIV-positiven Person zwischen 50 und 1000 Kopien liegt sowie bei unbekanntem HIV-Status des Partners oder der Partnerin in folgenden Fällen:

  • Analverkehr ohne Kondom zwischen Männern
  • Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom mit intravenös Drogen konsumierenden Partner_innen, bisexuellen Partnern sowie Partner_innen aus Gegenden mit weiter HIV-Verbreitung (vor allem Subsahara-Afrika).

Bei einer Post-Expositions-Prophylaxe werden vier Wochen lang HIV-Medikamente eingenommen. Sie hindern HIV daran, sich im Körper festzusetzen.

Damit eine PEP wirkt, sollte sie so früh wie möglich begonnen werden – am besten innerhalb von zwei Stunden, sonst möglichst innerhalb von 24 Stunden, spätestens nach 48 Stunden.

Eine Übersicht über Stellen, in denen rund um die Uhr eine PEP zu bekommen ist, findet sich auf aidshilfe.de. Weitere Informationen: https://www.aidshilfe.de/PEP.

(hs)

Pressemitteilung des Gemeinsame Bundesausschusses Nr. 13/2018 vom 17.4.2019

Deutsch-Österreichische Leitlinien zur Postexpositionellen Prophylaxe der HIV-Infektion (2013)

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenDie ersten Praktikumsbewerber sind da!

Die ersten Praktikumsbewerber für Video shit sind bei eingetroffen. Sobald alle hier waren schneiden wir ein Video zusammen und ihr
entscheidet welchen wir nehmen sollen, viel Glück Freunde!

Leafly Deutschland News22. Eppendorfer Dialog: Cannabisgesetz im Visier

Cannabisgesetz: weiterhin Probleme bei der Umsetzung

Am 11. April debattierten in Hamburg Experten aus Politik und Gesundheitswesen beim 22. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik die bisher gemachten Erfahrungen mit Cannabis als Medizin. Der große Zuhörerkreis diskutierte engagiert mit. So zeigen sich beim „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ – kurz: Cannabisgesetz –, ein Jahr nach Inkrafttreten zahlreiche Baustellen:

  • es bestehen Rechtsunsicherheiten
  • Ärztinnen und Ärzte sind verunsichert
  • die Zahl der abgelehnten Anträge durch die Krankenkassen ist hoch
  • Lieferengpässe beim Medizinalhanf halten an
  • die Preisgestaltung bleibt problematisch

Aber es gibt auch nennenswerte Erfolge: Geschätzte 14.000 Schwerkranke haben dank des neuen Gesetzes bisher eine Kostenerstattung für die Behandlung mit Cannabis als Medizin erhalten.

Cannabis als Therapiealternative

Aus Sicht der gesundheitspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Karin Maag (CDU), ist mit dem Gesetz eine Lösung gefunden worden, die Versorgung mit Cannabis in standardisierter Qualität zu ermöglichen.

Ursprünglich hatte ein Gerichtsurteil den Anstoß für die Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken gegeben. Das Verwaltungsgericht Köln hatte einigen wenigen Patienten den Eigenanbau von Cannabis erlaubt, da diese sich eine Therapie mit Medizinalhanf – die Patienten zu diesem Zeitpunkt selbst zahlen mussten – finanziell nicht leisten konnten.

„Es gibt eine Vielzahl von Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen, für die es keine von der Medizin anerkannte Alternative gibt, wenn die Standardtherapie nicht hilft“, erklärt Karin Maag. Cannabis kann eine gute Therapieoption bei Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose, AIDS, Epilepsie oder chronischen Schmerzen sein, so die CDU-Politikerin.

„Wir stellen nochmals eindeutig klar, dass ein Patient nicht erst langjährige schwerwiegende Nebenwirkungen ertragen muss, bevor er die Therapie­alternative eines Cannabis-Arzneimittels genehmigt bekommen kann. Und wir haben die Therapiehoheit der Ärzte gestärkt. Sie verordnen künftig aufgrund eigener Prüfung, jedwede Ausnahmegenehmigung entfällt.“

Das Gesetz stehe für Nachbesserungen offen, so Maag.

Mehr als 20.000 Anträge bei Kassen eingegangen

Die Abgabemengen der Apotheken und Daten der Krankenkassen belegen: Der Bedarf an Cannabis als Medizin ist viel höher, als zuvor von der Politik angenommen. Dr. Detlev Parow von der DAK Gesundheit geht davon aus, dass bei allen Krankenkassen zusammen mittlerweile deutlich mehr als 20.000 Anträge eingegangen sind, von denen im Schnitt zwei Drittel genehmigt werden.

Krankenkassen finden Cannabisgesetz zu schwammig

Das Cannabisgesetz beinhaltet keine klaren Angaben, bei welchen Krankheiten und unter welchen Bedingungen eine Behandlung mit Cannabis von der Kasse erstattet wird. Das kritisieren die Krankenkassen: Ihnen ist das Gesetz zu wenig konkret – und das führe zur Verunsicherung und zu der Vielzahl von abgelehnten Anträgen.

Dr. Parow von der DAK Gesundheit erklärt: „Da „schwer erkrankt“ eine sehr vage Formulierung ist und die Indikationen völlig offen sind, sehen wir uns mit Ausnahme der Palliativversorgung in der Situation, zu fast 100 Prozent eine Begutachtung durch den MDK einholen zu müssen. Aufgrund der Begutachtungen, die zudem zum Ärgernis aller über die definierten Fristen hinaus Zeit in Anspruch nehmen, werden derzeit ca. 30 Prozent der Anträge abgelehnt.“

Die Behandlungskosten pro Patient können sich laut Dr. Parow auf bis zu 30.000 Euro belaufen. Daher fordert er eine zeitliche Befristung der Genehmigung – mit anschließender Überprüfung.

Bei diesem Punkt gab es in der Diskussion lebhafte Kritik:

  • Cannabisblüten würden nur zu einem Bruchteil der Therapiekosten führen.
  • Die Therapie mit Cannabis würde zur Reduktion anderer kostenintensiver Arzneimittel führen, auf die die Betroffenen verzichten können. Dies sei nicht gegengerechnet worden.
  • Es darf keine Rechtfertigung für den Eingriff der Krankenkassen in die ärztliche Therapiehoheit geben.

„Die Krankenkassen sind nicht die dunkle Seite der Macht“, verteidigte sich der Vertreter der DAK Gesundheit Dr. Parow.

Schmerzpatienten profitieren von Cannabis

Bei chronischen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen gilt die Wirksamkeit von Cannabis als belegt. Der Palliativmediziner Professor Winfried Hardinghaus schätzt die Nebenwirkungen von Cannabis als Medizin gering ein – vor allem im Vergleich zu klassischen Arzneimitteln. Gerade die Kombination aus THC und CBD wirke sich positiv auf chronische Schmerzen aus, rege den Appetit an und lindere Übelkeit und Erbrechen, so Hardinghaus.

Er begrüße, dass der Gesetzgeber die Indikationen nicht konkret vorgibt und somit den therapeutischen Einsatz nicht reglementiert. Dadurch ergeben sich Chancen insbesondere für die onkologische Begleittherapie. „Wenn wir damit 30 Prozent Schmerzverbesserung bekommen, ist das viel und relevant“, erklärt der Palliativmediziner.

„Ich möchte auf meiner Station in der Palliativmedizin nicht auf Cannabis verzichten müssen“, so Professor Hardinghaus.

Rechtsunsicherheit für Patienten beklagt

Dr. Oliver Tolmein, Fachanwalt für Medizinrecht, kritisiert die Rechtsunsicherheit für die Patientinnen und Patienten: Es gebe zu viele unbestimmte Formulierungen im Gesetzestext. Darüber hinaus fordert der Jurist mehr öffentlich oder staatlich finanzierte Forschung, um die Evidenzlage zu verbessern. Diese sei bisher – bis auf wenige Bereiche – noch sehr mager.

„Um mit diesem Konflikt klarzukommen, müssen wir uns fragen, ob wir Evidenz als einziges Kriterium haben möchten, oder ob es auch andere Kriterien für den Patientennutzen gibt, die letztendlich zu Rechtssicherheit führen.“

Auch die Situation für Cannabispatienten im Straßenverkehr muss geregelt werden.

Hohe Preise in den Apotheken und Lieferengpässe

Der Preisanstieg für Cannabis aus der Apotheke war ein weiteres Thema des Eppendorfer Dialogs. Eine anwesende Apothekerin betonte, dass die Apotheken auf den Preis keinen Einfluss hätten.

Unklar bleibt, wann in Deutschland Cannabisblüten geerntet werden können. Kürzlich hat das Oberlandesgericht Düsseldorf das Ausschreibungsverfahren der Cannabisagentur gestoppt. (Leafly.de berichtete.) Das bisher anvisierte Ziel, ab 2019 Cannabis „made in Germany“ zu ernten, sehen Experten daher als nicht mehr realistisch an. Anwalt Tolmein bezweifelt, dass es vor 2021 eine offizielle deutsche Cannabis-Ernte geben wird. Karin Mag dagegen hofft, dass es nicht so lange dauern wird. Das Thema Lieferengpässe wird Patienten, Apotheker und Ärzte bis dahin begleiten.

Fazit: Es gibt noch viel zu tun

Der 22. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik hat deutlich gemacht: Das Cannabisgesetz hat einen medizinischen Fortschritt in Gang gesetzt. Nicht nur viele Patientinnen und Patienten, sondern auch viel Mediziner sind froh, dass es jetzt die Möglichkeit gibt, Schwerkranke mit Cannabis in standardisierter Qualität zu behandeln. Es hat sich aber auch gezeigt, dass es noch viele Unsicherheiten, Fragen und Probleme gibt.

Im Dialog mit Entscheidern

Der Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik ist eine wichtige Instanz innerhalb der gesundheitspolitischen Diskussion. Diese Debatte sorgt bereits seit 2006 dafür, dass sich diejenigen, die unmittelbar an der Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems teilhaben, kritisch mit aktuellen Fragestellungen auseinandersetzen. Bei den regelmäßig stattfindenden Debatten begegnen sich Experten aus allen Bereichen des Gesundheitswesens, um ein aktuelles Thema interdisziplinär zu beleuchten.

Das besondere an dem Dialog: Er bietet Expertenwissen, detaillierte Informationen, aber auch einen offenen Meinungsaustausch und eine rege Debatte mit dem Publikum. Die Veranstaltung wird der breiten Öffentlichkeit kostenlos angeboten.

Mehr zum Thema Cannabisgesetz

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Hanf Journal NewsDonald Trump offen für Cannabis-Legalisierung?

    Senator Cory Gardner aus Colorado und Präsident Trump vereinbaren Waffenstillstand         Seit Anfang Januar ist in den Legalisierungsstaaten die Verunsicherung groß, dass die Trump-Administration die Zeit zurückdrehen will und das FBI damit beauftragt, dem Cannabis-Verbot Geltung zu verschaffen. Vorneweg stürmt Justizminister Jeff Sessions, der das von seinem Vorgänger 2013 angeordnete…

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenYOUTUBE – WAS ZUM TEUFEL STIMMT MIT DIR NICHT?!

Der neue Openmind-Shop: https://openmind-shop.de
(CBD-Produkte, Shirts, Pullis, Vaporizer, Extraktoren… Der Shop wird komplett von mir betrieben; ich verschicke auch die Pakete)

JA, ICH LAG FALSCH. DIE SITUATION IST ERNSTER ALS ICH ZUERST DACHTE. Im VIdeo zähle ich unter anderem auf welche Drogenkanäle bereits gelöscht wurden.
Daher solltet ihr mir unbedingt auf auf Twitter oder Instagram oder Dtube folgen:
https://twitter.com/SimonRuane3000
https://www.instagram.com/simon_ruane/?hl=de
https://d.tube/#!/c/openmind3000
und openmind3000.de als Bookmark setzen 😉
Hier die neuen Kanäle, der Channels, welche gelöscht wurden:
DER HANFMANN: https://www.youtube.com/channel/UC2s2yfLaRmRfjhyeNZVNxbQ/videos
VELCRO: https://www.youtube.com/channel/UC9WJ_Nzi5liV_GL7FtXTjBg
Groovymac: https://www.youtube.com/channel/UCet6BoBVmNilqX_s1NPmz4g
Stürmer https://www.youtube.com/channel/UCMVpdwqkKE96edfmwl9Km_A

Oft höre ich bei dieser Diskussion Leute sowas sagen wie: wieso wird Katja Krasavice nicht gelöscht… Nein, auch die sollte nicht gelöscht werden.
Irgendwelche brutalen Videos oder echte P0rnos oder Videos in welchen Minderjährige Drogen nehmen etc… solcher Content kann von mir aus gelöscht werden.
Das meiste von dem was YouTube zur Zeit löscht, ist aber einfach lächerlich.

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Open Mind unterstützen: https://www.patreon.com/openmind3000

BTC-Spenden an:
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Soziales:
Facebookpage: https://www.facebook.com/OpenMindforDrugs

Mein Spotifyprofil: https://open.spotify.com/user/216dcmfc6p3uscg44qpuprdmy

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Das ist ein Video für Menschen die das Thema Dr0ge.n interessant finden.

KEINE GEWÄHR, DASS ALLE INFORMATIONEN IN DIESEM VIDEO STIMMEN! DIE MEISTEN INFORMATIONEN HABE ICH AUS DEM INTERNET, DA KANN ES SEIN, DASS MAL ETWAS NICHT GANZ RICHTIGES DABEI IST.

Ich möchte hier niemanden dazu motivieren Dr0ge.n zu nehmen. Dieser Kanal ist nur eine realistische Dr0g.enaufklärung in der ich genau sage, wie es wirklich ist.
Er ist vorallem für Leute da, die sowieso schon Dr0ge.n nehmen, damit diese den Konsum weniger Risikoreich betreiben wollen.

Nehmt keine Dr0ge.n, vorallem nicht wenn Ihr noch minderjährig seid, denn für nicht ausgewachsene Hirne sind Dr0ge.n sehr viel schädlicher.

Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsSchöner Wochenstart

Mit Canopys News im Kreuz geht es freundlich los diese Woche. Das Aufwärtsmomentum letzter Woche ist noch präsent, es schwächt sich aber ein wenig ab. Der LP-Index kann heute „nur“ noch 2,22% zulegen:-) Der HMMJ, stellvertretend für die großen kanadischen Werte, kann nach dem Doppelten Dip auf der EMA 200 seine alte Abrisskante bei 16,75 zurückerobern und notiert somit exakt zwischen dem maximalen und normalen Korrekturniveau. Hier ist Vorsicht angebracht, […]

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Kein Wietpas!Übereifrige Kontrolleure sorgen in Maastricht für Unmut

Der überschüssige Arbeitseifer einiger kommunaler Beamter hat in Maastricht zu einem kleinen Eklat geführt. Bei der Kontrolle der dreizehn Coffeeshops waren einige Stadtbedienstete wohl etwas zu genau und notierten sich die Daten der im Shop anwesenden Besucher. Da in Maastricht das I-Kriterium gilt, kontrolliert die Gemeinde die Anwesenheit ausländischer Besucher in den Shops. Das geschieht normalerweise durch Ausweiskontrolle oder Vorlage eines Auszugs aus dem Melderegister, was z.B. für ausländische Studenten mit Reisepass der Weg wäre.
Bei der letzten Kontrolle notierten die städtischen Kontrolleure die Daten, was normalerweise nicht passiert und somit einen Protest der Vereinigung der Maastrichter Coffeeshops nach sich zog.
Marc Josemans, der mittlerweile zurückgetretene Vorsitzende des VOCM und nun als Eigner des Easy Goings sprechend, erklärte, dieses Vorgehen wäre vollkommen inakzeptabel und könnte die kontrollierten Kunden in arge Schwierigkeiten bringen, wenn z.B. bei einem Jurastudenten irgendwann mal bekannt werden würde, das er eine Vorliebe für Cannabis hat.
Laut Josemans ist dieses Vorgehen gegen alle Absprachen und verletzt die Privatsphäre.
Grundsätzlich ist ein solches Vorgehen eine Umsetzung der Regeln, die zu Zeiten des Wietpas, der ja mittlerweile schon lange vom Gericht kassiert wurde und seitdem Geschichte ist, gegolten haben. Die Frage sei hier jetzt gestattet, auf welche ‚Absprachen‘ Josemans Bezug nimmt. Denn solche Aktionen wurden vom Gericht verboten, dafür hat seinerzeit ja der VOCM geklagt und gerade Josemans hat hier an vorderster Front gestanden.
Nichtsdestotrotz ist Maastricht auch bekannt für Regelungen, die innerhalb der Stadt zwischen Gemeinde und Coffeeshops ausgetüftelt wurden. Man erinnere sich nur an das ‚Nachbarschaftskriterium‘ welches Belgiern und Deutschen erlaubte in den Shops einzukaufen während Franzosen, Engländer und alle anderen draußen bleiben mussten.
Nach Ausssage der Gemeinde werden die Daten nicht verwertet und wurden mittlerweile vernichtet.

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenWieso Harri ILLEGAL Gras ANBAUT…

++HomeGrow made in Germany!!++
Vergesst MacGyver! Heute zeigt uns Harri, was er drauf hat..
Wieviel Zeit investiert er in seinem Garten ? Und was sind das denn eigentlich für LED’s die du da hängen hast ?
Jede Menge Antworten warten auf euch!:)
Viel Spaß mit der neuen Folge.
Beste Grüße, Timm

Instagram: https://www.instagram.com/green.germany/
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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenLucys Rausch: 75 Jahre LSD | Nachtschatten Television (66)

75 Jahre LSD – das will gefeiert werden! Heute vor 75 Jahren, am 16. April 1943, erlebte Albert Hofmann erstmals versehentlich die Wirkung seines Lysergsäurederivats. Drei Tage später, am 19. April, dem Bicycle Day, unternahm der Chemiker dann den ersten bewussten Selbstversuch mit LSD-25. Aus diesem Anlass ist nun unser Magazin Lucys Rausch mit einer Sonderausgabe erschienen. Die stellt Markus Berger in dieser Folge vor und gibt letzte Hinweise zu den bevorstehenden Jubiläumsveranstaltungen.

LUCYS RAUSCH
http://www.lucys-magazin.com
https://issuu.com/nachtschatten/docs/lucy_07_issuu

LINKS ZUM JUBILÄUM 75 JAHRE LSD:
http://www.75-jahre-lsd.ch (Münchenstein, CH)
https://www.lsd75.ch (Basel, CH)
http://www.bicycle-day.de (Berlin, DE)

CANNATRADE
http://www.cannatrade.ch
http://www.cannatrade.ch/cannaward

SCIENCE & FICTION:
https://scienceandfiction.ch/festival/

NACHTSCHATTEN VERLAG
http://www.nachtschatten.ch

Leafly Deutschland NewsCannabis als Medizin: Vorteile der oralen Einnahme

Orale Einnahme von Cannabis – welche Möglichkeiten gibt es?

Bei der oralen Einnahme von Cannabis werden die wirksamen Substanzen über Mund und den Magen-Darm-Trakt sowie die Schleimhäute im Mund aufgenommen. Hierfür kommen Cannabisöle, Cannabisvollspektrumextrakte, Tinkturen und Tees infrage. Weitere Informationen zu den Einnahmearten.

Gute Einnahmearten für pharmazeutisches Cannabis

Bei einer Therapie mit Cannabinoiden, die bei verschiedenen Krankheiten oder Symptomen wirksam sein kann (z.B. Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit und Erbrechen bei Krebstherapien, Schmerzsymptomen und vielen anderen), ist es – wie bei jeder anderen medikamentösen Therapie – von großer Wichtigkeit, dass die Dosierung ganz genau eingestellt und das Medikament entsprechend eingenommen werden kann.

Ebenso verhält es sich mit Medikamenten, bei denen es notwendig ist, dass durch die regelmäßige Einnahme ein Wirkspiegel im Körper aufgebaut wird, der bei der Behandlung der entsprechenden Symptome hilft oder der es möglich macht, die Ursachen einer Krankheit zu beseitigen (z.B. bei einem Antibiotikum).

Erhält man Cannabinoide auf Rezept, so müssen zusammen mit dem betreuenden Arzt herausgefunden werden, welches Produkt im Einzelfall am meisten Erfolg verspricht.

So ist die Verordnung von Cannabisblüten nicht immer sinnvoll, zumal die unterschiedlichen Arten sich stark in ihrer Zusammensetzung unterscheiden und Patienten oftmals sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Cannabissorten reagieren. Die Standardisierung der Therapie ist mit Cannabisblüten ebenfalls komplizierter als mit fertigen Extrakten.

Auch bei der Verwendung von Cannabis als Medizin ist eine standardisierte Anwendung von großem Vorteil:

  1. Der/Die Betroffene und der Arzt/die Ärztin können gut herausfinden, welche Dosierung an Cannabinoiden ausreichend oder notwendig ist.
    Beim Wechsel des Medikaments können besser Vergleiche zum Zustand davor gezogen werden
  2. Der Patient/Die Patientin nimmt zuverlässig immer die korrekte Menge ein.

Hier findet man Beispiele für Dosierungsanleitungen für cannabisbasierte Medikamente.

Vorteile einer oralen Einnahme

Wie bereits beschrieben, hat die Art der Einnahme einen großen Einfluss auf den Effekt, der erzielt wird, die Geschwindigkeit, mit der eine Wirkung eintritt und wie lange die Wirkung anhält.

Am besten zu steuern sind diese Parameter, wenn standardisierte Extrakte, Öle oder Tinkturen oral eingenommen werden.

  • Dosierung: Die Dosierung kann über die Anzahl der eingenommenen Tropfen, Sprühstöße etc. genau kontrolliert werden
  • Wirkeintritt: Der Wirkeintritt erfolgt immer nach etwa der gleichen Zeit, d.h. die Einnahme ist gut planbar
  • Wirkdauer: Durch die gute Dosierbarkeit lässt sich auch die Wirkdauer gut abschätzen
  • Standardisierung: Die Inhaltsstoffe (Cannabinoide, Terpene etc.) sind in industriell hergestellten Extrakten immer in genau den gleichen Mengen und den gleichen Mengenverhältnissen enthalten. Das erleichtert die Dosierung und verhindert zu starke oder zu geringe Wirkung
  • Nebenwirkungen: Nebenwirkungen sind besser zu beobachten und zu kontrollieren, wenn eine standardisierte Einnahme stattfindet

Edibles

Beim Essen von Gebäck etc., dem Cannabinoide zugesetzt sind, ist die Planbarkeit nicht so gut, wie bei den beschriebenen Extrakten oder Ölen.

  • Der Wirkeintritt erfolgt bis zu eineinhalb Stunden nach der Einnahme und dauert in der Regel auch länger an
  • Die Dosierung ist dahin gehend schwieriger, weil man nicht weiß, wie viel eines Hanfkekses, Hanfkuchens oder eines anderen Lebensmittels man verzehren muss, um die exakte Dosis einzunehmen
  • Das liegt auch daran, dass durch die Verarbeitung von pflanzlichem Cannabismaterial (Extrahieren des THC, auskochen von Cannabisblüten in z.B. Butter) die Mengen verändert werden können
  • Dieses Problem lässt sich umgehen, in dem auch für die Herstellung von Edibles standardisierte Extrakte verwendet werden. Allerdings könnte man dann auch diese Extrakte direkt oral einnehmen

Nachteile beim Rauchen von Cannabis

Noch immer denken viele Patienten, dass sie Cannabis in Form von Blüten rauchen müssten. Das ist – wie beschrieben – nicht so und sogar im Rahmen einer Therapie in vielen Fällen auch nicht sinnvoll.

Darum birgt das Rauchen von Cannabis als Medizin Nachteile:

  • Rauchen belastet die Lunge: Das Rauchen von Cannabis, besonders in Kombination mit Tabak, schädigt die Lungen. Hiervon ist in jeglicher Form abzuraten. Wenn schon, sollte man die Cannabisblüten vaporisieren. So werden zumindest die wichtigen medizinischen Inhaltsstoffe durch das verdampfen derart gelöst, dass sie eben auch eine medizinische Wirkung entfalten können
  • Unklare Wirkung von Tabak mit Cannabis: Noch immer ist nicht ausreichend erforscht, ob und auf welche Weise das Vorhandensein von Tabak die Wirkung von THC und anderen Cannabinoiden verstärkt, günstig oder ungünstig beeinflusst. Man weiß allerdings, dass vor allem der Tabak beim Rauchen von Joints für die Verkalkung der Arterien verantwortlich ist und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Leafly.de berichtete.
  • Kurze Wirkdauer: Angenehm beim Rauchen von Cannabisblüten ist, dass die Wirkung innerhalb weniger Minuten einsetzt. Bei akuten Beschwerden kann somit schnell dagegen gewirkt werden. Allerdings hält die Wirkung auch nur relativ kurz an, was bei chronischen und langanhaltenden Beschwerden nachteilig sein kann
  • Dosierung schwierig: Selbst bei großer Genauigkeit ist es schwierig, immer dieselbe Menge an Cannabisblüten zu portionieren, die für die medizinische Anwendung vorgesehen ist. Dadurch verändert sich jedes Mal die wirksame Menge an Cannabinoiden. Wird zudem noch Tabak beigemengt, ist die effektiv wirksame Menge noch schwieriger zu kalkulieren

Das Rauchen von Cannabisblüten im Rahmen einer medizinisch notwendigen Therapie hat eine Reihe von Anwendungsgebieten. Dennoch birgt es auch eine Reihe an Nachteilen, die mit der oralen Anwendung, besonders von standardisierten Extrakten, Sprays und Ölen, umgangen werden können.

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Hanf Journal NewsUS-Fußball-Club kooperiert mit Cannabis-Supermarkt

    „Las Vegas Lights“ schließen Sponsoringvertrag mit dem „NuWu Cannabis Marketplace“ ab         Der rund um die Uhr geöffnete „NuWu Cannabis Marketplace“ in Las Vegas ist das weltweit größte Fachgeschäft für Genuss- und Medizinalhanf. Auf einer Verkaufsfläche von rund 1500 Quadratmetern wird alles angeboten, was das Herz der Hanffreunde höher schlagen…

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Leafly Deutschland NewsCBD-Händler: Weitere Einschränkungen

Wer online CBD-Produkte verkaufen will, hat es inzwischen schwer: Zum 1. März 2018 nahm der Online-Gigant Amazon so gut wie alle CBD-Produkte, die man oral einnehmen kann, aus dem Programm. (Leafly.de berichtete.) Nun werden auch Zubehör wie Vapepens, E-Zigaretten oder Anbauequipment verbannt. Die CBD-Händler erhielten kurz zuvor eine Ankündigung per E-Mail – wehren konnten sie sich allerdings nicht dagegen, dass ihre Produktseiten offline genommen wurden.

Darüber hinaus können Online-Shops mit CBD-Produkten nicht mehr über Kreditkarten abrechnen: Mastercard und Visa, die beiden großen internationalen Kreditkarten-Gesellschaften, verweigern die Zusammenarbeit mit Hanf-Händlern. Offensichtlich sind die Vertragspartner der Kreditkartenfirmen – die Zahlungsanbieter – angewiesen worden, Shops mit CBD-Produkten die Abwicklung zu verweigern.

Mastercard und Visa wollen mit Hanf-Produkten nichts zu tun haben

Die Firma Hempcare aus St. Pölten in Österreich handelt mit CBD-Produkten wie CBD-Ölen, CBD-Extrakten und Hanfkosmetik. Das ist auch in Österreich legal. Dennoch haben ihnen diverse Zahlungsanbieter die Zusammenarbeit aufgekündigt. Begründung: Mastercard und Visa wollen nicht mehr mit Hanf-Händlern kooperieren.

So schrieb ein Zahlungsanbieter an Hempcare, dessen Statement wir nur anonym wiedergeben können:

„Die derzeitige Sachlage ist so, dass Visa / Mastercard im Sommer 2017 eine neue Regulierung herausgegeben hat, wo speziell darauf hingewiesen wurde, dass keine Kreditkartenzahlungen mehr in Verbindung mit Hanf-Produkten unterstützt werden dürfen und bei jeglichen Verstößen gegen dies Strafen bis zum Lizenzverlust angedroht werden!“

Auch von anderen Zahlungsanbietern erhielt das Hempcare-Team Schreiben mit ähnlichen Begründungen:

„In unserer Liste verbotener Unternehmen heißt es, dass „Marihuana-Apotheken und damit verbundene Geschäfte“ verboten sind. Grundsätzlich umfasst dies leider Nahrungsergänzungsmittel oder Sprays, Öle oder Pasten, die Cannabidiol (CBD), Cannabigerol (CBG) oder Cannabinol (CBN) enthalten. Diese Anweisung kommt direkt von unseren Kreditkarten- und Bankpartnern, daher befürchte ich, dass wir diesbezüglich keinen Spielraum haben.“ (Übersetzung aus dem Englischen)

Hempcare ist ein Unternehmen, dessen Name bereits deutlich macht, dass es sich hier um Hanf dreht. Andere CBD-Händler mit neutraleren Namen arbeiten teilweise noch mit Mastercard und Visa zusammen. Die Zahlungsanbieter müssen erst nach und nach ihre Vertragspartner überprüfen.

Was steckt hinter der Haltung der Kreditkartenunternehmen?

Wieso erklären Visa und Mastercard CBD-Händler zu verbotenen Unternehmen – oder auch „Risikokunden“? Für Paul Purgina von Hempcare hat das mit der US-amerikanischen Drogenpolitik zu tun:

„Während viele Staaten in den USA Cannabis legalisieren, ist die US-amerikanische Drogenpolitik sehr restriktiv. Ich persönlich glaube, dass hier Druck ausgeübt wird und daher die amerikanischen Unternehmen mit Cannabis per se nichts zu tun haben wollen.“

Tatsächlich scheint es darum zu gehen, dass THC in den USA grundsätzlich verboten ist, egal wie gering der Anteil in den Produkten ist. Visa und Mastercard sind amerikanische Unternehmen und wollen keine illegalen Geschäfte abwickeln – und so sind auch CBD-Produkte auf die Blacklist geraten.

CBD-Händler müssen sich Alternativen suchen

Für Shops ist es eine schwierige Situation, wenn Zahlungsanbieter nicht mit ihnen kooperieren wollen. Wie sollen sie ihre Ware online verkaufen? Mastercard und Visa haben eine riesige Marktmacht. Die beiden Betreiber von Hempcare haben mehreren Vertragspartnern in langen E-Mails versucht zu verdeutlichen, dass sie keine illegalen Geschäfte betreiben.

„Unsere Produkte werden aus EU-zertifiziertem Nutzhanf gewonnen, der in der gesamten Europäischen Union angebaut werden darf. Und wir versenden nur in Länder, wo wir wissen, dass unsere Produkte legal sind. Wir überprüfen jede Bestellung darauf, dass sie mit den Gesetzen konform geht,“ erklärt Paul Purgina.

Hempcare hatte am Ende Glück: Die Betreiber haben einen Zahlungsanbieter gefunden, der mit ihnen zusammenarbeitet – obwohl bekannt ist, dass es sich bei Hempcare um einen CBD-Shop handelt. Für andere bleibt die Suche nach einem Affiliate-Programm und der Umstieg auf Kryptowährungen wie Bitcoins. Dies wurde auch umfänglich auf der ICBC International Cannabis Business Conference in der letzten Woche diskutiert.

Auch Amazon schließt CBD-Händler aus

Bereits im März stellte der Internet-Riese Amazon die meisten CBD-Produkte offline. In der Ankündigung an die betroffenen Händler schreibt das Unternehmen, dass Amazon den „Verkauf von Pflanzenteilen der Gattung Cannabis Sativa“ verbietet.

Inzwischen scheint es so, dass Amazon nur die CBD-Produkte rauswirft, die oral eingenommen werden. Allerdings sind auch noch vereinzelt CBD-Öle und CBD-Kapseln erhältlich. Ob diese Produkte im Laufe der Zeit noch entfernt werden, ist nicht bekannt. Was besonders überrascht: In anderen EU-Ländern sind CBD-Produkte bei Amazon nicht entfernt worden, wie beispielsweise auf der Seite von Amazon UK, Frankreich oder Österreich.

Nun kann der Online-Markplatz Amazon natürlich selbst entscheiden, was er auf seiner Plattform zulässt und was nicht. Allerdings ist die Unternehmens-Entscheidung nicht nachvollziehbar, da reine CBD-Produkte in Deutschland legal und frei verkäuflich sind. Auch die WHO (Weltgesundheitsorganisation) entschied Anfang des Jahres, dass internationale Verbote gegen reines Cannabidiol nicht gerechtfertigt seien, da CBD keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. Gleichzeitig wurde das therapeutische Potenzial betont. Leafly.de berichtete.

In der Branche munkelt man, dass Amazon mit seinem CBD-Verbot nur auf die Anfrage eines großen deutschen Unternehmens für Nahrungsergänzungsmittel reagiert hätte. Dieses vertreibt seine eigenen CBD-Produkte über andere Kanäle und wollte Konkurrenten ausschalten. Ob an diesen Gerüchten etwas dran ist, können wir von Leafly.de allerdings nicht beurteilen.

Leafly.de hat mehrfach Amazon.de um eine Stellungnahme gebeten, diese aber leider bisher nicht erhalten.

Ist Cannabidiol grundsätzlich legal?

Cannabidiol (CBD) ist ein Cannabinoid, das weder psychoaktiv noch berauschend wirkt. Es besitzt vielversprechende medizinische Eigenschaften: Die Substanz wirkt schmerzlindernd, anti-entzündlich und anti-psychotisch.

CBD-Produkte, die einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent haben, sind in Deutschland nicht rezeptpflichtig. Das bedeutet, sie können frei und legal erworben werden, beispielsweise als Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetikprodukt. Diese frei verkäuflichen Produkte können ohne Probleme in Geschäften oder online gekauft werden. Als einzige Einschränkung gilt: Käuferinnen und Käufer müssen volljährig sein.

Wenn Cannabidiol allerdings als Arzneimittel vertrieben wird, ist es rezept- und apothekenpflichtig. Es muss von einem Arzt auf einem Rezept verschrieben werden und kann dann vom Patienten aus der Apotheke bezogen werden. Diese Produkte besitzen häufig, aber nicht zwingend, einen erhöhten THC-Anteil.

Fazit: CBD als Arzneimittel muss vom Arzt verschrieben und aus der Apotheke bezogen werden. CBD als Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetikprodukt (jeweils THC-Gehalt unter 0,2 Prozent) gibt es legal im Einzelhandel oder im Internet zu kaufen. Wer bei Amazon nicht mehr fündig wird, kann auf andere Online-Shops zurückgreifen.

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenBicycleDay: 75 Jahre LSD / Meine Geschichte zum Bicycle Day 2017

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LSD wird dieses Jahr 75 Jahre alt. Das gilt es zu feiern! In diesem kleinen Video anlässlich dieses Geburtstages erzähle ich euch davon wie ich diesen Tag letztes Jahr in San Francisco verbracht habe.

Habt ihr auch irgend welche spannenden Geschichten zum Bicycle Day oder zu LSD allgemein? Schreibt sie in die Kommentare!

LSD Symposium Livestream Link:
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Mein Kanal soll hauptsächlich zur Aufklärung dienen. Und dazu Menschen ein anderes Bild über psychoaktive Substanzen zu zeigen. Drogen sind nicht generell etwas schlechtes, Drogen sind Werkzeuge die für verschiedene Zwecke genutzt werden können.

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Footnotes