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Deutscher Hanfverband NachrichtenSo war die Hanfparade 2018 | DHV-Video-News #175

So war die Hanfparade 2018 | DHV-News #175

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Die Hanfverband-Videonews vom 18.08.2018

Die Tonspur der Sendung steht als Audio-Podcast am Ende dieser Nachricht zum downloaden oder direkt hören zur Verfügung.

  • Videopetition an SPD gestartet
  • So war die Hanfparade
  • So wird die "Cannabis Normal!" Konferenz
  • WHO will sich im Herbst weiter mit Cannabis befassen
  • Nachtrag: neue Ausschreibung für medizinischen Anbau in Deutschland
  • Termine

Videopetition an SPD gestartet

So war die Hanfparade 2018

So wird die "Cannabis Normal!" Konferenz

WHO will sich im Herbst weiter mit Cannabis befassen

Nachtrag: neue Ausschreibung für medizinischen Anbau in Deutschland


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Termine der kommenden zwei Wochen


Sonderthemen: 

Leafly Deutschland NewsChronisch-entzündliche Darmerkrankungen und die lindernde Wirkung von Cannabis

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Neue Cannabis-Studie

Mediziner setzen bereits seit einiger Zeit Cannabis als Medizin als Therapie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) ein. Daher ist bekannt, dass Cannabisprodukte bei Bauchschmerzen, Durchfall und Appetitlosigkeit helfen können. Leafly.de berichtete. Neue Forschungsergebnisse, die kürzlich im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht wurden, erklären erstmals den molekularen Mechanismus, der dafür verantwortlich ist, dass Cannabis bei der Behandlung von CED helfen kann.

Cannabis und chronisch-entzündliche Darmerkrankung

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) ist ein Sammelbegriff, der entzündliche Zustände beschreibt, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Die häufigsten Vertreter sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die chronische Entzündung bei CED führt zu Symptomen wie Bauchschmerzen, blutiger Stuhl und Durchfall. Bei länger anhaltenden Schüben kann es zu Gewichtsverlust, Müdigkeit und Schwäche kommen.

Ältere Studien und Erfahrungsberichte haben gezeigt, dass Menschen, die Cannabis konsumieren, einen Rückgang der Krankheitssymptome erfahren – und aufrechterhalten können. Cannabis-Konsumenten berichten, dass der Wirkstoff ihnen helfe, „Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Krämpfe, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Übelkeit erfolgreich zu bewältigen“.

Biologischer Mechanismus gefunden, wie Cannabis hilft

Was könnte die therapeutische Wirkung von Cannabis als Medizin erklären? Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, den biologischen Mechanismus zu finden, wie Cannabis bei CED die Darmentzündung lindert.

Beth A. McCormick, stellvertretende Vorsitzende und Professorin für Mikrobiologie und physiologische Systeme an der Medizinischen Fakultät der University of Massachusetts in Worcester, USA, hat das Wissenschaftler-Team geleitet.

Wie Cannabinoide die Entzündung stoppen

Wenn der Körper mit einem Krankheitserreger infiziert wird, reagiert er mit der vermehrten Produktion von Neutrophilen. Neutrophile sind Immunzellen, eine Art weißer Blutkörperchen, die zur Bekämpfung von Bakterien dienen. Wenn die Immunzellen jedoch unverhältnismäßig stark reagieren, können sie das Epithel zerstören. Das ist die Schutzschicht der Zellen, die das Innere des Darms auskleidet.

Um die Überreaktion der Immunzellen zu stoppen, werden spezielle Moleküle entsendet und durch das Epithel transportiert, um die Entzündung zu stoppen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dieser Prozess endogene Cannabinoide (Endocannabinoide) benötigt, die natürlicherweise von unseren Körpern produziert werden. Diese Endocannabinoide haben eine ähnliche Wirkung wie die Cannabinoide im Cannabis.

Experimente an Mäusen und menschlichen Zelllinien zeigten dem Forscher-Team: Wenn Endocannabinoide fehlen oder nur unzureichend vorhanden sind, kann der Körper den Entzündungsprozess nicht mehr kontrollieren. Das führt dazu, dass die Neutrophilen die schützende Darmschicht zerstören.

Die Wissenschaftler glauben, dass Cannabis die natürlichen Cannabinoide ersetzt und die gleiche entzündungshemmende Wirkung wie Endocannabinoide hervorruft.

Hoffnung auf neue Medikamente für CED

Prof. McCormick kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Zum ersten Mal verstehen wir die Moleküle, die an dem Prozess beteiligt sind, und wie Endocannabinoide und Cannabinoide Entzündungen kontrollieren. Dies gibt klinischen Forschern ein neues Ziel in der Entwicklung von Medikamenten, um Patienten [mit CED] zu behandeln.“

Co-Autor Randy Mrsny, Professor an der Universität Bath, England, gibt zu bedenken: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dies zwar eine plausible Erklärung dafür ist, warum Marihuana-Konsumenten ihre CED-Symptome mit Cannabis lindern können, wir haben dies aber bisher nur an Mäusen ausgewertet und nicht beim Menschen experimentell bewiesen.“ Dennoch hofft auch Prof. Mrsny, „dass diese Ergebnisse uns helfen werden, neue Wege zur Behandlung von Darmerkrankungen beim Menschen zu finden.“

Wenn diese Forschungen zu neuen Cannabis-Medikamenten für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen führen würden, wäre das ein riesiger Schritt für die Betroffenen. Da die Erkrankung mit tabuisierten Beschwerden einhergeht, stellt sie eine große Belastung für die – häufig jungen – Betroffenen dar. Bisher gibt es keine Heilung für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Eine Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens und der Lebensqualität sind daher die wichtigsten Ziele der Therapie.

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Leafly Deutschland NewsKopf-Hals-Tumor und der Einsatz von Cannabis

Was ist ein Kopf-Hals-Tumor?

Ein Kopf-Hals-Tumor kann in der Mundhöhle, im Rachen, am Kehlkopf, in der Nase oder den Nasennebenhöhlen sowie am äußeren Hals, vor allem an der Schilddrüse auftreten. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Plattenepithelkarzinome, die von Oberflächenzellen ausgehen. Seltener sind hingegen Adenokarzinome, also Tumore, die aus drüsenartigem Gewebe entstehen. In Deutschland erkranken schätzungsweise 50 von 100 000 Menschen an Tumoren im Kopf-Halsbereich.

Studiendesign

Forscher der McMaster University in Hamilton Ontario (Kanada) berichteten jetzt im Rahmen einer Studie, dass Patienten mit einem neu diagnostizierten Kopf-Hals-Tumor, die einmal in der Woche Cannabis konsumierten, von weniger Schmerzen, Müdigkeit, Depressionen und Ängsten berichteten im Vergleich zu Nichtkonsumenten. Zudem verbesserten sich der Appetit und das allgemeine Wohlbefinden bei den Cannabiskonsumenten.

Michael K. Gupta, einer der Forscher, erklärte zu den Ergebnissen, dass die Literatur über Cannabis sehr unklar und begrenzt sei, insbesondere bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren. Die Ergebnisse würden aber zeigen, dass eine Cannabis-Behandlung vielversprechend sei.

Für die Studie nahmen die Forscher von 2011 bis 2015 nacheinander 148 Patienten nach der Diagnose von Kopf-Hals-Tumore im Krebszentrum auf. Die Patienten waren durchschnittlich 62 Jahre alt und die meisten waren männlich (83,5 %). Es gab keine signifikanten Unterschiede in Alter, Geschlecht, Tumorunterseite, klinischem TNM-Staging, Behandlungsmodalität oder mittleren Karnofsky-Werten (92,4 bzw. 90,8) zwischen den 74 Freizeit-Cannabis-Konsumenten und 74 Nicht-Konsumenten.

Cannabis als Medizin gegen Schmerzen, Angst und Depressionen

Weiter führte Gupta aus, dass die Ergebnisse der Studie mit denen, die bei Patienten mit posttraumatischem Stresssyndrom berichtet werden, korrelieren. Wie von einem Wilcoxon Rangsummentests bestätigt, hatten Patienten, die Cannabis konsumierten, ebenfalls berichtet, dass sich die Schmerzen, Ängste und Depressionen reduzierten. In ähnlicher Weise wurden auf dem Edmonton-Symptombewertungssystem statistisch signifikante Verbesserungen festgestellt.

Fazit der Studie

Trotz begrenzter Forschungsdaten haben der Zugang und die Akzeptanz von Cannabis als Medizin in den letzten zehn Jahren zugenommen, schrieb Guptas Gruppe und wies auf Cannabis-Studien als medikamentöse Therapie mit antiemetischen und analgetischen Wirkungen bei Patienten mit Krebs, Patienten mit posttraumatischem Stresssyndrom und als Ergänzung für neuropathische Schmerzen bei Patienten mit chronischem Schmerzsyndromen.

„Eine der großen Schwächen dieser Ergebnisse ist, dass wir nicht wissen, wie viel oder wie das Cannabis verwendet wurde. Schmerzspezialisten verwenden verschiedene Titrationen von CBD und THC. Ich denke, jedes neue Medikament muss titriert werden, um eine Wirkung zu erzielen – es ist möglich, dass erfahrene Anwender wissen, wie man das bereits tut, und neue Benutzer möglicherweise nicht“, führte Gupta aus.

Weiter erklärte Gupta, dass weitere Studien geplant seien, die Einblicke in die Wirkung von Cannabis geben sollen.

Mehr zu Tumoren im Kopf auf Leafly.de

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Hanf Journal News28 Kilogramm Gras per Postpaket versendet

  Ein Haufen Weed auf Reisen.     So, wie es sich im vergangenen Jahr in Bielefeld zutrug, so ähnlich lief es jüngst in Heilbronn. Während 2017 ein vielleicht sogar unbescholtener Mann den Empfang von 50 Kilogramm Marihuana aus den Händen von falschen DHL-Boten quittierte, fand nun ein Zollbeamter auf fünf Paketen voller Cannabis eine…

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Leafly Deutschland NewsNeuseeland: Cannabis als Medizin kommt bis 2020

Neuseeland: das Land der Schafe, Hobbits und unendlich schöner Natur. Bald wird es auch hier Cannabis geben, zumindest als Medizin.

Der Weg ist frei für Cannabis als Medizin

Innerhalb eines Jahres hat sich in Neuseeland die Debatte über die Legalisierung von medizinischem Cannabis gedreht: Die Abgeordneten des neuseeländischen Parlaments unterstützen nicht länger das bisherige Verbot, sondern wollen den Weg freimachen für die Einführung von Cannabis als Medizin. Unter den Parteien gibt es dafür einen breiten Konsens. Ein neues Gesetz scheint noch innerhalb dieser Legislaturperiode zu kommen — also bis 2020. Leafly.de berichtete im Vorfeld der Wahlen im Herbst letzten Jahres.

Zurzeit ist Cannabis in Neuseeland komplett verboten. Die einzige Ausnahme ist das Medikament Sativex, das entsprechend seiner Zulassung von bestimmten Ärzten verschrieben werden darf, allerdings nicht von den Krankenassen bezahlt wird. Mehr dazu hier.

Wie es scheint, wollen die neuseeländischen Politiker aber nicht weiter gehen, als Cannabis als Medizin einzuführen. Dem Vorbild Kanadas, Uruguays und einiger US-Staaten, die Cannabis komplett legalisiert haben, wollen sie nicht folgen.

Wechsel in der politischen Landschaft

Vor den Wahlen im letzten Jahr äußerte die führende National Party kein Interesse, den Status quo zu ändern. Seit den Wahlen im Herbst 2017 wird Neuseeland von einer Koalition aus Labour Party und New Zealand First regiert, die durch die Green Party gestützt wird. Mit der Bildung der Labour-geführten Regierungskoalition kehrte die Marihuana-Reform auf die politische Agenda zurück.

Die Green Party hatte in ihrem Wahlkampf ein Referendum zum Thema Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum versprochen. Dieses Referendum soll voraussichtlich noch vor Ende 2020 abgehalten werden.

Innerhalb der neuseeländischen Gesellschaft gibt es eine breite öffentliche Unterstützung für die Anwendung von Cannabisprodukten aus medizinischen Gründen, beispielsweise gegen Schmerzen. Die Legalisierung zu Genusszwecken findet ebenfalls viele Unterstützer. Auch in Neuseeland ist Marihuana die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Gefahren für die Gesundheit

Professor Joseph Boden von der University of Otago betont die gesundheitlichen Gefahren, die vom Cannabiskonsum ausgehen: Sucht sei ein wichtiges Thema, wenn Neuseeland Cannabis legalisiere. Dr. Boden betont, dass viele Forschungen auf den Zusammenhang von Cannabiskonsum und psychischen Problemen hinweisen.

Cannabisabhängigkeit sei „nicht wirklich anerkannt“, so Professor Boden. „Es ist eine definierte Störung, aber es ist nicht gut erkannt, weil viele Leute es nicht melden.“

Was könnte eine Legalisierung für Neuseeland bewirken?

Abe Gray ist der Kurator des Whakamana Cannabis Museums in Dunedin und Mitglied der Opportunities Party. Seiner Ansicht nach läuft Neuseeland Gefahr „vollständig zurückgelassen“ zu werden, wenn es weiterhin Cannabis verbiete.

Gray erklärt, Neuseeland könnte von einem jährlichen medizinischen Cannabis-Markt von einer Milliarde Dollar und einem jährlichen Freizeit-Markt von fünf Milliarden Dollar profitieren, wenn Cannabis legalisiert wird. Neuseeland „verliert bereits jetzt den Anschluss bei dieser wichtigen landwirtschaftlichen Ware.“

Die Vorteile für die Umwelt und die Wirtschaft in Neuseeland seien „unermesslich“, so Gray. Neuseeland müsse nicht länger die Prohibition finanzieren und würde von den Einnahmen aus den Verkäufen profitieren. Darüber hinaus könnte eine umweltfreundliche Agrarindustrie Neuseelands Abhängigkeit von der Milchindustrie ausgleichen.

Wie Cannabis regulieren in Neuseeland?

Professor Boden betont, dass die Regierung bei der Cannabis-Legalisierung vorsichtig sein solle, auch in Bezug auf das Alter der Konsumenten:

„Wir würden nicht wollen, dass das gesetzliche Alter 18 ist. Ich denke, es muss mindestens 21 sein.“

Neuseeland müsse bei der Regulierung des Cannabis-Angebotes verantwortungsvoll handeln:

„Ich denke, der Staat muss das Angebot kontrollieren, also kein Marketing oder Werbung, denn wenn sich die Privatwirtschaft daran beteiligt, haben wir einen Markt wie Alkohol und haben die gleichen Probleme wie beim Alkohol.“

Auch Abe Gray spricht sich für eine verantwortungsvolle Regulierung aus. So könnte „die erste Steuer von 50 Millionen Dollar für psychische Gesundheit und Suchthilfe eingesetzt werden, ähnlich wie die Legalisierung in Colorado genutzt wird, das Gesundheitssystem zu finanzieren.“

Wir von Leafly.de sind gespannt, wie sich das Thema Cannabis-Legalisierung in Neuseeland entwickeln wird.

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Deutscher Hanfverband NachrichtenAufruf an SPD & Nahles: Legalisierung jetzt! (Video)

Aufruf an SPD & Nahles: Legalisierung jetzt!

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Videopetition des Deutschen Hanfverbands an die SPD-Fraktion im Bundestag zur Legalisierung von Cannabis

In den nächsten Wochen und Monaten wird sich entscheiden, ob endlich wesentliche Schritte zur Reform der Cannabispolitik gegangen werden, oder ob die Großen Koalition weitere vier Jahre den Stillstand verwalten und für hunderttausende Strafverfahren gegen einfache Cannabiskonsumenten verantwortlich sein wird.

Nachdem im Juni zwei Anhörungen im Bundestag stattgefunden haben, stehen jetzt Entscheidungen an über drei Oppositionsanträge und die stärkste Petition des Jahres 2017 für die Legalisierung von Cannabis:

- Grüne: Cannabiskontrollgesetz, vollständige Regulierung des Marktes inklusive Fachgeschäfte und Eigenanbau

- FDP: Rechtliche Klarstellung und Ermöglichung kommunaler wissenschaftlicher Modellprojekte zur Cannabisabgabe

- Linke: Entkriminalisierung der Konsumenten

Fachpolitiker der SPD haben sich im Bundestag bereits für Modellprojekte ausgesprochen. Es gibt aber noch keinen Fraktionsbeschluss zu dem Thema. Doch nur durch die Initiative der SPD besteht die Chance, dass die Große Koalition endlich Reformen einleitet. Deshalb bitten wir führende Persönlichkeiten der SPD, nicht nur für eine klare Position der SPD zu sorgen, sondern sich auch gegenüber CDU und CSU massiv für eine Abkehr von der repressiven Cannabispolitik einzusetzen.

Wenn uns die SPD jetzt enttäuscht, wird es wahrscheinlich für mehrere Jahre - bis zur nächsten Wahl - keinen Fortschritt in der Cannabispolitik geben!

Bei 10.000 Views werden wir die angesprochenen Politiker über die Videopetition informieren. Je mehr Menschen dieses Video sehen, liken und teilen, desto mehr Eindruck wird es auf die Parteispitze machen.

Helft uns jetzt durch massive Verbreitung dieses Videos! Hier der direkte Youtube-Link zum Video für soziale Netzwerke etc:

https://youtu.be/CVwyvsxFITg

Sound FX Footsteps: A SoundEffectsFactory Original Recording.

Pressefotos @Susie Knoll

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Aktualisierung 17.08.2018, 14:17 Uhr

Folgende E-Mail wurde eben verschickt:

Videopetition SPD & Cannabis: Jetzt positionieren!

Sehr geehrte Frau Nahles!

Sehr geehrte Frau Högl, sehr geehrter Herr Lauterbach!

Gestern haben wir vom Deutschen Hanfverband eine „Videopetition“ auf Youtube veröffentlicht, in der ich mich konkret an Sie persönlich wende in der Hoffnung, dass die SPD-Fraktion endlich Fortschritte in der Cannabispolitik durchsetzt. Es stehen zur Zeit wichtige Entscheidungen in dieser Frage an.

Aufruf an SPD & Nahles: Legalisierung jetzt!

https://www.youtube.com/watch?v=CVwyvsxFITg

Sehr geehrte Frau Barley, sehr geehrte Frau Kohnen, sehr geehrter Herr Schäfer-Gümbel, sehr geehrter Herr Heil!

Da ich auch Sie in dem Video erwähne als SPD-Spitzenpolitiker, die sich schon zu dem Thema geäußert haben, möchte ich auch Sie über das Video informieren und bitten, sich an der anstehenden Meinungsbildung der Fraktion zu beteiligen und an den daran anschließenden Verhandlungen mit den Koalitionspartnern.

Anfang des Jahres haben Grüne, Linke und FDP Anträge zu Cannabis in den Bundestag eingebracht; von der Entkriminalisierung der Konsumenten über kommunale Cannabis-Modellprojekte bis hin zur vollständigen Regulierung des Marktes. Eine Anhörung hat stattgefunden, die Entscheidung über die Anträge steht jetzt an. Bei den Reden zur Einbringung der Anträge haben sich die SPD-Fachpolitiker Dittmar und Heidenblut sehr aufgeschlossen gezeigt für neue Wege in der Cannabispolitik.

Nun ist es an der Zeit, dass sich die SPD-Fraktion dazu offiziell positioniert.

Das gleiche gilt für die SPD-Fraktion im Petitionsausschuss, der mich im Juni angehört hat als Vertreter der erfolgreichsten Petition des Jahres 2017 – für die Legalisierung von Cannabis. Es wäre eine massive Enttäuschung für viele, wenn die SPD alle diese Anstöße und insbesondere unsere Petition einfach ablehnen würde.

Es geht aber nicht nur um eine Positionierung der SPD-Fraktion, sondern auch darum, dass die SPD das Thema ernsthaft in der Regierungskoalition zur Sprache bringt und wesentliche Schritte weg von der Cannabis-Prohibition und der massenhaften Strafverfolgung von Cannabiskonsumenten durchsetzt.

Das Video ist gestern um 16.20 online gegangen und ich hatte mir vorgenommen, Sie zu informieren, sobald 10.000 Views erreicht sind. Mittlerweile sind es aber schon 18.000 Views in ca. 20 Stunden. Für ein Video mit rein politischem Inhalt ist das beachtlich. Wenn Sie nicht so recht wissen, inwieweit Sie diese Video-Petition ernst nehmen sollen, vergleichen Sie diese Zahl doch einfach mal mit den Aufruf-Zahlen der Kanäle politischer Parteien, zum Beispiel der SPD:

https://www.youtube.com/user/SPDvision/videos

Oder binden Sie Ihre Social-Media-Abteilung ein und schauen Sie sich die Like-Quote und die Like/Dislike-Quote des Videos an.

Bisher haben wir bei solchen Gelegenheiten eher die Email-Postfächer der Adressaten geflutet. Insofern ist dieses neue Format der Video-Petition ein Ansatz, eine freundlich gemeinte Aufforderung auch freundlich zu übermitteln. Umso mehr hoffe ich, dass Sie verstehen, dass sich sehr viele Menschen eine Reform der Cannabispolitik wünschen. Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland müssen ständig mit staatlicher Verfolgung in Form von Strafverfahren rechnen. Diese Menschen wissen, dass es jetzt auf die SPD ankommt! Eine konsequente Regulierung des Marktes ist mit CDU/CSU vermutlich kaum zu machen. Aber ich hoffe, dass ein Weiter-so-wie-bisher eben mit der SPD nicht zu machen ist! Wenn am Ende dieses Prozesses eine Große Koalition auf Betreiben der SPD kommunale Modellprojekte zur Cannabisabgabe ermöglicht und den jährlich neuen Rekorden bei der Strafverfolgung der Konsumenten ein Ende setzt, wäre das nicht nur ein Erfolg für die Sache, sondern auch für die SPD!

Für Nachfragen und Austausch stehe ich gern zur Verfügung.

Diese E-Mail werde ich im Zusammenhang mit dem Petitionsvideo veröffentlichen, alle weitere Kommunikation nur in Absprache mit Ihnen.

In der Hoffnung auf eine starke SPD für mehr Gerechtigkeit verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Georg Wurth

Sonderthemen: 

Leafly Deutschland NewsStraßenverkehr Testgerät für Kanada aus Deutschland

Schnelltest von Cannabis im Straßenverkehr

Der Abschluss der Cannabis-Legalisierung steht in Kanada kurz bevor. Als erstes führendes Industrieland der Welt hatte Kanada im Juni den Anbau und Verkauf von Cannabis legalisiert. Leafly.de berichtete. Daher hat das Land jetzt die ersten Testgeräte genehmigt, die Cannabis im Straßenverkehr testen sollen. Außerdem wurden zahlreiche Änderungen an den Fahrgesetzen vorgenommen.

Die speziellen Drogenmessgeräte ermöglichen es der Polizei, Speichelproben aus dem Mund einer Person abzutupfen. So können die Beamten THC sowie andere Drogen (Amphetamine, Kokain, Opiate und weitere) schnell erkenn, denn das Gerät wertet die Speichelproben sofort automatisch aus. Die Polizei kann nach diesem Schnelltest weitere Untersuchungen, beispielsweise Bluttests, einfordern.

Testgerät stammt vom deutschen Hersteller Dräger

Der Schnelltest, der zukünftig in Kanada zum Einsatz kommen wird, stammt aus Deutschland. Das Familienunternehmen Dräger, ein Produzent für Medizin- und Sicherheitstechnik aus Lübeck, stellt das Testgerät mit dem Namen Dräger DrugTest® 5000 her.

Der Pressereferent von Dräger erklärte gegenüber Leafly.de: „Dräger hat mehr als sechs Jahrzehnte Erfahrung mit dem Nachweis von Alkohol und Drogen. Weltweit vertrauen Kunden auf unser Know-how und unsere Technologie. Wir sind stolz darauf, mit dem DrugTest® 5000 ein zuverlässiges Produkt anbieten zu können, das den Ansprüchen der kanadischen Behörden genügt und mit dem wir an dem Auswahlprozess teilnehmen. Wir freuen uns, wenn wir damit einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten können.“

Die kanadische Generalstaatsanwältin Jody Wilson-Raybould hat das Instrument von Dräger genehmigt. Jetzt muss nur noch eine 30-tägige Einspruchsfrist abgewartet werden. Das Drogenmessgerät wird bereits von Polizisten in Deutschland und im gesamten Vereinigten Königreich verwendet. Eventuell wird Kanada den Apparat jedoch anders konfigurieren, um ihn den dortigen Standards anzupassen, erklärte ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums.

Testgeräte müssen extremen Temperaturen trotzen

Eine besondere Herausforderung für jedes Drogenmessgerät sind die kanadischen Extremtemperaturen. Kanadische Experten befürchteten, dass die Verwendbarkeit und Zuverlässigkeit der Test-Ergebnisse durch starke Kälte beeinflusst werden könnten. Daher testete Kanada in einem Pilotprojekt zwei verschiedene Instrumente. Um die Nutzbarkeit in den harten kanadischen Wintern zu überprüfen, wurde das Pilotprojekt in Saskatchewan und den Nordwest-Territorien durchgeführt. Das Klima in Saskatchewan ist vorwiegend kaltgemäßigt, das in den Nordwest-Territorien subpolar bis arktisch.

Die Beamten fanden heraus, dass „es einige temperaturbedingte Probleme gab, die auftraten, wenn die Geräte bei extremer Kälte verwendet wurden“. Sie schlugen jedoch vor, dass diese Probleme gemildert werden könnten, indem die Polizisten die Tests in ihren Fahrzeugen durchführen, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen.

Das Unternehmen Dräger selbst erklärt, dass der Einsatz seines Gerätes bei Temperaturen zwischen 4 °C und 40 °C möglich ist.

81 Millionen Dollar für Polizeiausbildung und Testgeräte

Die kanadische Regierung hat erklärt, dass den Provinzen und Territorien in den nächsten fünf Jahren bundesweit 81 Millionen Dollar zur Verfügung stehen werden. Von dem Geld sollen die erforderlichen Schulungen der Polizisten durchgeführt und die Testgeräte gekauft werden.

Darüber hinaus hat die kanadische Regierung in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 62,5 Millionen Dollar für eine öffentliche Bildungsstrategie bereitgestellt. Diese wird unter anderem Werbekampagnen zur Legalisierung von Cannabis beinhalten.

Das neue Gesetz zur Cannabis-Legalisierung hat auch Änderungen für Alkoholtests im Straßenverkehr zur Folge. Die Polizei hat nun das Recht, Fahrer ohne jeglichen Verdacht auf Alkoholkonsum zu testen. Diese Änderung hat Kritiker veranlasst, das neue Gesetz als verfassungswidrig zu betrachten.

Die Änderung gilt jedoch nicht für Drogentests: Hier müssen die Beamten weiterhin Grund zu der Annahme haben, dass ein Fahrer durch Drogen beeinträchtigt ist, um einen Straßentest zu verlangen. Der Gesetzentwurf hat auch Grenzwerte für Drogen im Blut eingeführt, die es der Polizei erlauben, Strafanzeigen auf der Grundlage des THC-Gehalts im Blut zu verhängen. Und zwar, ohne dass ein Schaden entstanden sein muss.

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Hanf Journal NewsConstellation Brands braut bald mit Cannabis

  Canopy Growth wächst weiter in die Höhe.     Wie schon November 2016 vom Boss des Corona-Bier brauenden Konzerns vorausgesagt, lässt sich die Legalisierung von Cannabis nicht länger aufhalten und neue Geschäftsmodelle werden seitens der Alkohollobby gezwungenermaßen ausprobiert werden müssen. Wie recht Rob Sands mit seiner Aussage hatte, zeigt sich nun knapp zwei Jahre…

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Blog der Aidshilfe DeutschlandWenn HIV traumatisch wird

Eine Diagnose, schwere Krankheit oder der Verlust geliebter Menschen kann die Psyche schwer belasten. Dirk Ludigs sprach mit dem Psychotherapeuten Stefan Cremer über das Aids-Trauma und Psychotherapie sowie weitere Traumata im Zusammenhang mit HIV.*

Zur Person: Der Berliner Diplom-Psychologe Stefan Cremer hat seit 25 Jahren mit den Themen HIV und Aids zu tun. Von 1990 bis 2003 arbeitete er bei dem Spezialpflegedienst HIV e.V. und wechselte dann ans Zentrum für Infektiologie und HIV im Berliner Auguste-Viktoria-Klinikum. Seit 2008 arbeitet Cremer freiberuflich als Psychotherapeut.

Herr Cremer, es ist ein bisschen Mode geworden, alle erdenklichen Probleme im Leben als „traumatisch“ zu bezeichnen. Was ist eigentlich ein Trauma?

Anhand der frühen oder kindlichen Traumatisierung lässt sich das am besten erklären: Dabei geht die Traumatisierung meist von einer Bezugsperson aus. Das kann eine emotionale Verwahrlosung sein, oft aber ist es Gewalt. In der Folge kommt es bei dem Kind zu einer Art Erstarrung. Wenn es im Laufe des Erwachsenenlebens eine traumatische Situation gibt, einen Verkehrsunfall zum Beispiel oder eine Geiselnahme, geht der Schockzustand in der Regel in eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung über.

„Die allermeisten Menschen können ein akutes Trauma gut verarbeiten“

Wie macht sich ein Trauma bemerkbar?

Ein Trauma geht nach dem analytischen Modell mit Symptomen wie Todesangst, Lähmung und dem Gefühl der Perspektivlosigkeit einher. Die allermeisten Menschen können so ein Trauma im Laufe des ersten Jahres oder sogar der ersten sechs Monate nach dem Ereignis verarbeiten, oft mithilfe einer Psychotherapie.

Aber nicht alle?

Meine Erfahrung ist – und das zeigt auch die Traumaforschung –, dass bei denjenigen Menschen, denen die Verarbeitung eines akuten Traumas nicht innerhalb des ersten Jahres gelingt, die aktuelle Traumatisierung fast immer eine Retraumatisierung ist. Meist gab es in der Kindheit, in der Zeit bis zum 13. Lebensjahr, eine heftige Erfahrung. Liegt so etwas vor, ist es relativ egal, ob die akute Traumatisierung ein Verkehrsunfall oder eine HIV-Diagnose ist.

Ist Ihnen in der Zeit bis 1996, also vor der hochwirksamen Kombinationstherapie, ein Trauma im klassischen Sinne bei HIV-Patient_innen begegnet?

 Natürlich hatten viele durch HIV ein Trauma. Aber wer damals schwerstkrank war, der ist meist auch gestorben. Langfristig traumatisiert waren zum Teil diejenigen, die zum Beispiel mit dem Sterben und Tod vieler Freunde oder Angehöriger konfrontiert waren oder den Partner verloren haben. Doch solch ein Trauma kann in der Regel verarbeitet werden. Etwas anderes ist es, wenn es schon eine frühere Traumatisierung gab. Dann merkt man: Dieser Mensch kommt mit der akuten oder zum Teil auch länger andauernden Situation schlechter klar als andere.

Wie war es denn bei denjenigen, die diesen berühmten „Lazarus-Moment“ erlebt hatten, die quasi vom Totenbett wieder auferstanden sind.

So ein Erlebnis wird immer ein Stück weit bleiben und sich in bestimmten Situationen wieder bemerkbar machen. Die Betroffenen müssen wissen, dass es passieren kann, und brauchen eine Möglichkeit, damit umzugehen und es als Folge des Traumas zu erkennen. Bei Langzeitüberlebenden kommt es vor allem zu Depressionen mit allen bekannten Symptomen. Bei denen, die damals wirklich schwer krank waren, ist teilweise einiges schiefgelaufen, was es in der Folge für die Betroffenen heute schwerer macht. Manches konnte man nicht wissen, anderes hätte man besser wissen können.

„Ihnen ging die Lebensperspektive verloren“

Was ist schiefgelaufen?

Lange dachte man, diese Menschen hätten eine geringere Lebenserwartung, weil sie zum Beispiel schon Toxoplasmose und andere schwere Erkrankungen durchgemacht haben. Heute sagt man hingegen, dass diese Langzeitüberlebenden mehr oder weniger dieselbe Lebenserwartung haben, wenn sie sich gut erholt haben und mit der Therapie gut zurechtkommen.

Viele jedoch wurden früh berentet, weil sie schwer erkrankt waren. Es wurde ihnen auch dazu geraten, in Rente zu gehen. Ich war immer dagegen, auch wenn einige natürlich länger brauchten, um wieder belastbarer zu sein. Dadurch ging ihnen die Lebensperspektive verloren. Das sind die Menschen, die heute Unterstützung, zum Beispiel durch Psychotherapie, benötigen. Sie haben ihr Studium abgebrochen, ihr Berufsleben und ihre Karriere waren verständlicherweise dahin. Danach war es für sie schwierig, wieder Fuß zu fassen. Vielen wird das auch nicht mehr gelingen.

Und dafür ist dann auch eine frühere Traumatisierung die Ursache?

Da bin ich dann trotz meines analytischen Hintergrunds Pragmatiker und sage, was Huhn und was Ei ist, ist zwanzig Jahre später relativ egal. Die Vergangenheit kann man in solchen Fällen zum besseren Verstehen hinzunehmen, aber immer mit dem Fokus auf heute und die Zukunft.

Bei schwerer Traumatisierten gibt es meist eine Bindungsstörung, und Psychotherapie alleine hilft da nicht. Da muss man zusätzlich die Frage stellen, wie ein Mensch wieder Fuß fassen kann, wenn er komplett sozial isoliert ist oder Probleme in aktuellen Beziehungen hat. Das traumatische Erlebnis einer schweren Erkrankung, an der man fast gestorben ist, wird vielleicht nie ganz aufhören, aber das muss es auch nicht. Entscheidender ist zu schauen, ob sich das Erlebte so einbinden lässt, dass jemand damit umgehen kann.

„Das Trauma wird vielleicht nie ganz aufhören, aber das muss es auch nicht“

Wie hoch ist da die Erfolgsquote?

Bei akuten Traumatisierungen gibt es mittlerweile sehr erfolgreiche Therapieformen wie das EMDR, Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Man geht heute davon aus, dass es in bestimmten Arealen des Gehirns Bilder gibt, die sich dort quasi festgesetzt haben und zu Flashbacks führen. Beim EMDR zum Beispiel wird versucht, solche eingeprägten Traumabilder aufzulockern und so der Verarbeitung zugänglich zu machen. Das funktioniert gut.

 Sind das Bilder, die durch „Trigger“, also durch bestimmte Auslöser hochkommen?

 Genau. Trigger kommen von außen und können solche Bilder oder Flashbacks auslösen. Bei einigen meiner Patienten, die wirklich schwer krank waren und fast an Aids gestorben sind, kommen diese Bilder wieder hoch, wenn sie jetzt zum Beispiel in eine Tagesklinik gehen. Ich hatte einen Patienten, der aufgrund eines Lymphoms sehr lange isoliert behandelt wurde. Um das zu überstehen, hat er die Realität ein Stück weit ausgeschaltet. In Flashbacks kamen dann plötzlich Situationen hoch, an die er sich gar nicht mehr erinnerte. Oder ihm fiel wieder ein, wie er verwirrt versucht hatte, aus der Schleuse auszubrechen. All das kam zu ihm zurück.

Wenn es einzelne Vorfälle sind, lässt sich das recht gut bearbeiten. Bei Menschen mit sehr frühen Traumatisierungen gibt es auch Trigger, die ihnen überhaupt nicht bewusst und erschließbar sind, weil in sehr jungem Alter kein Erinnerungsvermögen vorhanden ist. Die Erinnerung kann dann auch im Körper sitzen, dann kommt es zum Beispiel zu psychosomatischen Beschwerden oder vegetativen Symptomen mit Panikattacken.

„Die Erinnerung kann auch im Körper sitzen“

Ist HIV bei schwulen Männern nach Ihrer Erfahrung häufig bereits eine Retraumatisierung? Und haben schwule Männer mit frühen Trauma-Erfahrungen ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren?

Bei vielen HIV-Positiven, die bei mir in Behandlung waren, ist HIV tatsächlich eine Form der Retraumatisierung. Im Einzelfall mag es auch sein, dass sich Menschen mit einer Traumatisierung leichter infizieren, aber das lässt sich keinesfalls verallgemeinern.

Gerade bei schwulen Jugendlichen ist eine Form der Pubertätsdepression sehr häufig. Das Wissen darum, anders zu sein, führt zu einem Rückzug, der dann wiederum Mobbingerfahrungen auslösen kann. Der Wunsch, zu einer Gruppe dazuzugehören, kann auch in Einzelfällen dazu führen, HIV-positiv werden zu wollen. Das ist aber selten. Häufiger dagegen kommt es vor, dass Menschen aufgrund eines depressiven Grundgefühls in Zusammenhang mit Alkohol oder anderen Substanzen ihre eigenen Regeln brechen und sich infizieren. Aber da muss man wirklich auf die Einzelfälle gucken, als Psychotherapeut würde ich nicht verallgemeinern.

Ist denn eine HIV-Infektion heute leichter wegzustecken?

 Grundsätzlich kann man sagen, dass eine größere Zahl von Patienten, die schon länger infiziert sind, aufgrund der modernen HIV-Therapien gut mit der Infektion zurechtkommen. Waren sie allerdings schon schwer erkrankt, kommt es häufiger zu einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer Anpassungsstörung.

Diejenigen, die gerade erst mit HIV diagnostiziert wurden und noch nicht erkrankt waren, aber dennoch schwerste Krisen durchmachten und deshalb zu mir kamen, hatten alle eine frühe Traumatisierung, zum Beispiel durch Gewalt und/oder Heimunterbringung. Oder sie kamen aus einem anderen Kulturkreis, wo sie in puncto Homosexualität sowieso schon einer ganz anderen Dynamik ausgesetzt waren. Sie haben Gewalt erlebt oder aufgrund ihres Glaubens heftige Probleme. Das sind dann Leute, die über lange Zeit Todesangst haben, obwohl sie verstehen, dass sie nicht in der Gefahr sind zu sterben. Und das geht bis hin zu Suizidwünschen. Im Grunde gibt es immer einen persönlichen und nachvollziehbaren Hintergrund, der die manchmal heftige und einschränkende Symptomatik erklärt.

„Je ‚banaler‘ der Auslöser, umso heftiger der Hintergrund“

Also könnte man sagen, HIV ist psychisch überwindbar, wenn nicht schon eine frühere Traumatisierung stattgefunden hat?

Ja. Und auch mit einer frühen Traumatisierung kann HIV verarbeitet werden, es benötigt nur manchmal mehr Zeit. Bei allen meinen Patienten ist das so. Es macht auch keinen Unterschied, ob eine HIV-Diagnose der Auslöser ist, der alles ins Rutschen bringt, oder ein Arbeitsplatzverlust. Wobei die Faustregel gilt: Je „banaler“ der Auslöser, umso heftiger der Hintergrund. Nun ist HIV natürlich nicht banal. Dass man dadurch erst mal ins Schleudern kommt, ist nachvollziehbar. Und natürlich bricht auch nicht jeder oder jede mit einer frühen Traumatisierung irgendwann zusammen.

Viele schwule HIV-Positive berichten, dass sie die Zeit rund um ihr Testergebnis ähnlich erlebt haben wie ihren Coming-out-Prozess inklusive Schuldgefühlen und Selbsthass. Ist denn das Coming-out auch schon eine Art Vortraumatisierung?

Nicht alles, was schwierig ist, ist gleich traumatisch – zum Glück. Das Gefühl von Ausweglosigkeit und Todesangst gehören zu der Definition von Trauma dazu. Das kann allerdings auch bei Coming-out-Erfahrungen der Fall sein. Häufiger ist es aber eher eine depressive Geschichte. Das Selbstwertgefühl kann einbrechen, das kann sich beim HIV-Coming-out wiederholen. Die Frage ist: Wie reagiert die Umgebung? Fühlt man sich schon als schwuler Mann in dem Umfeld aufgehoben? Bei Menschen aus anderen Kulturkreisen ist das oft schwieriger, da gibt es mehr Angst davor, dass die Diagnose oder das Schwulsein bekannt werden, was zur Ächtung oder sogar zu Gewalt führen kann.

Gibt es auch Belastungen durch HIV und Aids bei schwulen Männern, die selbst gar nicht HIV-positiv sind? Sei es, dass das massive Sterben um sie herum sie belastet hat oder auch die jahre- oder jahrzehntelange Angst, sich zu infizieren?

Selbstverständlich gibt es das, da muss ich gar nicht weit gucken. Als ich bei HIV e. V. gearbeitet habe, waren vor allem die Anfangsjahre sehr schwierig, weil man die Patienten oft recht gut kannte oder auch Kollegen erkrankten und starben. Das war eine enorme Belastung.

„Verdrängung ist etwas Gesundes. Es sei denn, sie steht einem im Weg“

 Bleibt da langfristig etwas hängen?

Traumatisiert ist man wahrscheinlich nicht, aber natürlich bleibt das in gewisser Weise. Ich weiß noch, als ich nach den Jahren bei HIV e.V. in der Klink anfing und dort wieder junge Menschen sterben sah und dazu noch wusste, …

… die müssten gar nicht?

Aus psychotherapeutischer Sicht ist Verdrängung etwas Gesundes, die Abwehr einer traumatischen Erfahrung hat ja erst mal etwas Positives. Es ist nur dann ein Problem, wenn diese Erfahrung einem im Weg steht oder gefährlich wird. Bei HIV war Verdrängung damals etwas Tödliches, und sie ist es zum Teil auch heute noch.

Müssen solche Erfahrungen denn immer negativ sein?

Ich habe durch die Arbeit damals gelernt, dass man leider nicht immer alle „retten“ kann. Und heute merke ich, dass ich vielleicht dadurch relativ unerschrocken bin in dem Sinn, dass ich mir auch schwierige oder langwierige Behandlungsverläufe zutraue. Es kann zu einer größeren Gelassenheit führen, wenn man weiß, dass man auch aussichtslos erscheinende Situationen meistern kann.

Vielen Dank für das Gespräch.

*Dieser Text ist Teil eines Dossiers zum Trauma Aids. Hier eine Übersicht über die Beiträge:

  • Dirk Ludigs: „Ich bin ein HIV-negativer Langzeitüberlebender“ (15. August 2018)
  • Wenn HIV traumatisch wird: Interview mit dem Psychotherapeuten Stefan Cremer (16. August 2018) 
  • Aids-Trauma: Verwundete Seelen – die Selbsthilfegruppe „Let’s kick ASS“ für Aids-Langzeitüberlebende (18. August 2018)
  • Respekt und Würde für HIV-Langzeitüberlebende: Interview mit Tez Anderson, Gründer der Selbsthilfegruppe „Let’s kick ASS“ (19. August 2018)
  • „Ich möchte mich endlich von den alten Bildern von Aids verabschieden“: Interview mit dem Aktivisten Dennis, Jahrgang 1990 (21. August 2018)
  • „Wir können Sex nicht mehr ohne Gesundheit denken“: Interview mit Dr. Martin Dannecker (22. August 2018)

Leafly Deutschland NewsMiris Herzensgeschichten: Griechenland und Cannabis

Auch diesen Sommer verbringe ich in Griechenland auf einer Insel. Die heiße und trockene Mittagszeit überdauere ich in meiner schattigen Hängematte auf der Terrasse und spiele mit der optischen Täuschung zwischen Meer und Himmel, da das Ägäische Blau sanft fließend von Element zu Element wie Wasserfarbe verschwimmt. Immer wenn ich hier bin, habe ich das Gefühl eine kleine Zeitreise zu begehen und lasse meine Gedanken gern in die Richtung der alten Götter und Philosophen schweifen.

Ich schaue weiter auf das fruchtbare Land mit seinen endlosen Hügel, Olivenbäume und die vielfältigen mediterranen Kräuter. Und mir kommt automatisch die Frage nach medizinischem Cannabis in Griechenland in den Sinn. Wie war das in der Antike? Wurde es angebaut und genutzt und wenn ja, wie?

Cannabis als Medizin im antiken Griechenland

Als Heilpraktikerin fühle ich mich natürlich angezogen von den Mythen griechischer Heilkunst, die die Naturheilkunde und auch die klassische Medizin so sehr geprägt haben.

Meine Frage stieß sprichwörtlich auf fruchtbaren Boden, denn mein Freund und Nachbar Jorgos ließ mich sofort wissen, dass es keine bessere Erde und kein geeigneteres Klima für das gute Gedeihen von Cannabis, gäbe als die hiesige! Und Elena, eine ausgemachte Expertin für Permakultur und nachhaltige Landwirtschaft verweist auf die einzigartige Tradition von Hanfanbau im alten Griechenland. Ich bin neugierig und fange an zu forschen.

Zuerst stolpere ich über das große Buch der Heilpflanzen MATERIA MEDICA was 70 n. Chr. von einem griechischen Arzt namens Dioskurides geschrieben wurde. Insgesamt dokumentierte er 600 Griechische Heilpflanzen darunter auch Cannabis Sativa (abgeleitet vom Griechischen Kanabes).

In seinem Werk beschreibt er, wie nützlich es für die Herstellung von Seilen ist und das die Säfte der Samen für die Linderung von Ohrenschmerzen, Entzündungen, Bandwürmer und der Verringerung des sexuellen Verlangens verwendet werden kann. Sein Buch war sehr erfolgreich und für die nächsten 1500 Jahre ein wichtiges Schlüsselwerk der Medizin.

Auch kann ich mich gut an meine Heilpraktiker Ausbildung erinnern, an meine sehr versierte Dozentin für Pflanzenheilkunde, die davon sprach, dass es in der griechischen Literatur Hinweise gäbe, die bis zu 400 v. Chr. zurückreichen und die u. a. die Verwendung von Cannabis bei Rückenschmerzen empfehlen.

Altes Wissen um eine alte Pflanze, überliefert von einer Generation zur nächsten

Mein Nachbar Jorgos wiederum weiß zu berichten, dass Cannabis schon seit 1890 in Griechenland nicht mehr angebaut oder verkauft werden darf. Trotzdem gäbe es immer noch ein paar wenige Dörfer in den Bergregionen, die bis heute dem Gesetz trotzen.

Es soll sogar noch ein paar Aufzeichnungen des Französischen Autor und Abenteurer Henry Monfried geben, der die Haschisch-Erzeugung der peloponnesischen Bauern gegen 1915 mit grosser Sorgfalt recherchierte. Nach seinen Darstellungen hatte jeder Bauernhof seinen eigenen Stempel und Jahrgang und genauso wie beim Wein gab es auch gute und schlechte Jahre.

Das Griechische Cannabis war damals sehr beliebt und von bester Qualität, es hatte einen exzellenten Ruf, berichtet Jorgos mit leuchtenden Augen.

Und wie steht es um Medizinalhanf in Griechenland jetzt?

Zurück in der Gegenwart scheint der Hanf-Mythos des antiken Griechenland’s aber wieder schnell zu verblassen. Oder etwa nicht? Die immer gleichen Schlagzeilen über Griechenland: Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit und Flüchtlingskrise beherrschen das Bild in den Medien.

Da scheint es nur eine Randnotiz zu sein, dass Premierminister Alexis Tsipras bereits im Sommer 2017 die medizinische Nutzung von Cannabis legalisiert und als notwendige Modernisierungsmaßnahme öffentlich eingestuft hat. Leafly.de berichtete.

Laut Vize und Landschaftsminister Gianni Tsironis soll es eine Expertengruppe geben, die den Grundstein legen soll, um die Tür für den Cannabis-Anbau wieder zu öffnen. Das alles könnte zwar eine ganze Weile dauern, signalisiert aber zumindest einen sehr positiven Schritt in die richtige Richtung.

Und während mein Blick wieder über das fruchtbare, gesunde und weite Tal meiner Lieblingsinsel schweift, wird mir auf einmal bewusst, welch enormes Potenzial hier brach liegt. Ich bin jedenfalls optimistisch und könnte mir vorstellen, dass der Anbau von medizinischem Cannabis ein interessanter Wachstumsmotor für mein geliebtes Griechenland sein könnte, so wie schon vor 1000 Jahren.

Sonnengrüsse aus Paros

Miri

Weitere Miris Herzensgeschichten auf Leafly.de

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenWohin zur psychonautischen Praxis? | Drug Education Agency (147)

Ihr wollt wissen, wohin der praktizierende Psychonaut geht, um sich in Kursen, Seminaren und Workshops ausbilden zu lassen, um die inneren Welten zu erforschen und um Kontakt zu Gleichgesinnten aufzunehmen. Gastgeber Markus Berger gibt euch deshalb einführende Tipps, welche Seminarhäuser es sich lohnt anzusehen. Wer Kurse und Seminare zur psychonautischen Praxis, Lebensbegleitung und inneren Arbeit sowie zu Schamanismus, Räucherungen und vielem mehr sucht, der wird in dieser DEA-Ausgabe sicherlich einige Inspirationen erfahren.

LINKS:
http://www.ekstatische-trance.de (Nana Nauwald)
http://www.kudra.net (KUDRA, Svenja Zuther)
http://www.labdanum.de (Lab.Danum, Christine Fuchs)

http://psychedelicsalon.de (Psychedelische Salons)
http://www.nachtschatten.ch (Bücher von Ralph Metzner und mehr)

Die DEA wird möglich gemacht von Near Dark Smoking Paraphernalia: http://www.neardark.de

DEA-Merchandise gibt es bei Black Leaf: http://www.blackleaf.de

Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsTurbo für den Markt?

Ist das die lang ersehnte Trendwende? Gestern war die Stimmung hier im Forum an einem neuen Tiefpunkt angekommen – ich schrieb deshalb: „Wenn alle am weinen sind könnte dies ein guter Nährboden für eine Trendwende sein.“ Vielleicht sehen wir bereits heute eben diese! Nach dem blutroten Tag egstern hellt sich heute der Horizont massiv auf: Constellation Brands investiert eine unglaubliche Summe in Canopy und wird somit mit 38%zum Hauptanteilseigner mit […]

Der Beitrag Turbo für den Markt? erschien zuerst auf Marihuana Aktien.

Blog der Aidshilfe DeutschlandTrauma Aids: Wie die kollektiven Folgen der Aids-Krise nachwirken

Die 1980er- und 1990er-Jahre waren der Höhepunkt der Aids-Krise, die zahllosen Menschen Leid und Tod brachte. Das Trauma Aids und seine kollektiven Folgen wirken bis heute nach.

„Ich bin ein HIV-negativer Langzeitüberlebender“

Beitrag HIV-negativer Langzeitüberlebender

Dirk Ludigs (Bild: privat)

Dirk Ludigs hat Freunde, Weggefährten und Liebhaber verloren, die an den Folgen von Aids verstarben. Er sagt: Es ist Zeit, über das Trauma Aids zu sprechen – aber auch über die HIV-negativen Langzeitüberlebenden. Sie hätten der Welt nämlich etwas zu geben: Eine Geschichte, die aus mehr als nur Leid und Tod besteht, die auch eine Geschichte von Heldinnen und Helden ist, die überlebt haben.

„Wie viele meiner Mit-Veteranen bin ich von meinen Erlebnissen traumatisiert. Aids hat mein Leben auch ohne HIV-Infektion unwiderruflich verändert.“

https://magazin.hiv/2018/08/15/hiv-negative-langzeitueberlebende/

Wenn HIV traumatisch wird (16. August 2018) 

Titel Aids-Trauma und Psychotherapie

Foto: Rainer Fuhrmann | photocase.de

Eine Diagnose, schwere Krankheit oder der Verlust geliebter Menschen kann die Psyche schwer belasten. Dirk Ludigs sprach mit dem Psychotherapeuten Stefan Cremer über das Aids-Trauma und Psychotherapie sowie weitere Traumata im Zusammenhang mit HIV.

„Ein Trauma geht nach dem analytischen Modell mit Symptomen wie Todesangst, Lähmung und dem Gefühl der Perspektivlosigkeit einher.“

https://magazin.hiv/2018/08/16/aids-trauma-und-psychotherapie/

Aids-Trauma: Verwundete Seelen (18. August 2018)

Titel Selbsthilfegruppe für Aids-Langzeitüberlebende

Foto: tobeys | photocase.de

Ihre Freund_innen sind gestorben, sie selbst sind am Leben geblieben und kämpfen oft mit der Vergangenheit. Im kalifornischen Palm Springs will die Selbsthilfegruppe „Let’s kick ASS“ Aids-Langzeitüberlebende aus der Isolation holen.

„Vor 32 Jahren hätte ich sterben sollen, und ich tat es einfach nicht. Stattdessen wurde diese Wohnung zu meinem Grab, in dem ich lebe.“

Ab 18.8.2018: https://magazin.hiv/2018/08/18/selbsthilfegruppe-fuer-aids-langzeitueberlebende/

Respekt und Würde für HIV-Langzeitüberlebende (19. August 2018)

Tez Anderson (Bild: privat)

HIV-Langzeitüberlebende haben viel mitgemacht und oft auch körperliche und seelische Schäden davongetragen. Wir haben mit Tez Anderson gesprochen, Gründer der Aktivist_innengruppe „Let’s Kick ASS“.

„Ich gehöre zu denen, die über Jahrzehnte hinweg ihr Sterben und nicht ihr Leben geplant haben.“

Ab 19.8.2018: https://magazin.hiv/2018/08/19/respekt-hiv-langzeitueberlebende/

 

Im folgenden Video sprechen Tez Anderson und andere Langzeitüberlebende über ihre Erfahrungen mit dem AIDS Survivor Syndrome (Englisch ohne Untertitel):

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„Ich möchte mich endlich von den alten Bildern von Aids verabschieden“ (21. August 2018)

Dennis (Bild: privat)

Heute kann man bei früher Diagnose und Behandlung gut mit HIV leben. Wirkt das Trauma der Aidskrise der 80er- und 90er-Jahre dennoch nach? Wir haben mit dem Aktivisten Dennis gesprochen, Jahrgang 1990.

„Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Trauma immer noch sehr tief verankert ist, selbst bei den Jüngeren.“

Ab 21.8.2018: https://magazin.hiv/2018/08/21/trauma-der-aidskrise/

„Wir können nicht mehr an Sex denken, ohne an Krankheit zu denken“ (22. August 2018)

Martin DanneckerAuf dem Höhepunkt der Aidskrise sprach der Sexualwissenschaftler Dr. Martin Dannecker von einem kollektiven Trauma der Schwulen. Heute will er ganz so weit nicht mehr gehen, kollektive Spätfolgen sieht er aber schon.

„Aids hat in das Kollektiv schwuler Männer eine Angst vor dem Tod gebracht und eine kollektiv wiederbelebte Angst, nicht nur diskriminiert, sondern auch verfolgt zu werden.“

Ab 22.8.2018: https://magazin.hiv/2018/08/22/sex-gesundheit

Weitere Beiträge rund um das Trauma Aids

Die Aids-Katastrophe überlebt, heute oft einsam

https://magazin.hiv/2018/06/05/hiv-long-term-survivors-day/.

Fast eine ganze Generation schwuler Männer fiel der Aids-Epidemie in den 1980er-Jahren zum Opfer. Der HIV Long Term Survivors Day am 5. Juni erinnert an die Überlebenden.

Die letzten Überlebenden

Mit der hochwirksamen HIV-Kombitherapie änderte sich Mitte der 1990er-Jahre der Verlauf der HIV/Aids-Epidemie regelrecht über Nacht: Tausenden Menschen, die sich zum Tode verurteilt sahen, wurde plötzlich eine Zukunft geschenkt. Erin Allday, Reporterin beim San Francisco Chronicle, hat einige der Langzeitüberlebenden in San Franciscos besucht. Ihr multimediales Projekt „Last Men Standing“ haben wir übersetzt und in einer 8-teiligen Serie veröffentlicht:

Die letzten Überlebenden – Teil 1: „Ich bin der glücklichste unglückliche Mensch der Welt“

Die letzten Überlebenden – Teil 2: „Ich habe mich die ganze Zeit aufs Sterben vorbereitet“

Die letzten Überlebenden – Teil 3: „Wir waren aufrechte Säulen inmitten der Trümmer“

Die letzten Überlebenden – Teil 4: „Ich habe so vieles in meinem Leben gehabt, aber eines vermisse ich“

Die letzten Überlebenden – Teil 5: „Du musst dich dafür entscheiden, glücklich und dankbar zu sein“

Die letzten Überlebenden – Teil 6: „Du wirst okay sein, du wirst leben“

Die letzten Überlebenden – Teil 7: „Ihr tragt all die Erinnerungen, die ganze Geschichte mit euch“

Die letzten Überlebenden – Teil 8: „Ich will, dass die mir noch verbleibende Zeit zählt“

Leafly Deutschland NewsDrugchecking von den Grünen in Bremen gefordert

Bremer Grüne wollen Drogentests einführen

Die Bremer Grünen um den gesundheitspolitischen Sprecher Nima Pirooznia fordern: Bremen soll ein sogenanntes Drugchecking einführen. Der Koalitionspartner SPD wird sich mit diesem Antrag auf der nächsten Fraktionssitzung beschäftigen.

„Giftige Beimengungen und synthetische Partydrogen sowie unerwartete Schwankungen in der Dosierung stellen eine erhebliche Gefahr für die Konsumierenden dar“, erklären die Grünen in ihrem Antrag.

Ihrer Argumentation zufolge könnten Tests – beispielsweise von beschlagnahmtem Rauschgift oder Partydrogen – und die Veröffentlichung der Ergebnisse Konsumenten warnen. So könnten diese vom Gebrauch der Drogen abgehalten werden. Zusätzlich ließen sich über Tests auch Schlüsse über das Konsumverhalten ziehen, auf deren Grundlage die Angebote der Suchthilfe-Einrichtungen verbessert werden könnten.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Pirooznia, erklärt: „Moderne Drogenpolitik besteht aus Prävention und Aufklärung. Transparenz hilft.“

Koalition entzweit über Cannabis-Legalisierung

In dem neuen Antrag der Bremer Grünen geht es allgemein um Drogenpolitik. Anfang des Jahres hatte sich die rot-grüne Koalition über die Legalisierung von Cannabis entzweit. (Leafly.de berichtete.) Die Grünen wollten die erlaubte Menge Cannabis für Erwachsene von sechs auf zehn Gramm erhöhen. Dies lehnte der rote Koalitionspartner ab – unter anderem mit Verweis auf einen Insel-Status Bremens.

Die Grünen wollen weiterhin die Legalisierung und die Obergrenze von zehn Gramm Cannabis. So haben sie für die nächste Bürgerschaftssitzung Ende August Fragen an Justizsenator Martin Günthner (SPD) angekündigt. Dieser hatte auf der Konferenz der Justizminister der Bundesländer Anfang Juni die SPD-Position vertreten, dass sechs Gramm Cannabis bundesweit die erlaubte Obergrenze bilden sollten.

Der Erfolg von Drugchecking ist umstritten

In der Schweiz und den Niederlanden existieren seit einigen Jahren Modellversuche mit mobilen oder stationären Drogentests. Es gibt allerdings bislang zu wenig wissenschaftliche Nachweise, die ihren Erfolg zweifelsfrei belegen.

In Deutschland gibt es bisher keine offiziellen Angebote. Das liegt auch an der Rechtslage: Der Besitz von Drogen und damit auch ihre Prüfung ist nach dem Betäubungsmittelgesetz illegal. Die Grünen verweisen in ihrem Antrag auf ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags von 2009 sowie auf Urteile der Berliner Gerichte. Danach ist Drugchecking unter bestimmten Gesichtspunkten zulässig.

„Es bedürfte einer verbindlichen Zusage der Staatsanwaltschaft Bremen, sich dieser Rechtsprechung anzuschließen“, heißt es bei den Grünen.

Christian Kobel, Leiter des Drogeninformationszentrums in Zürich, befürwortet Drugchecking. Seiner Erfahrung nach können die Tests helfen, Drogen-Konsumenten mit Hilfsangeboten in Kontakt zu bringen. Auch Wolfgang Adlhoch, Leiter der ambulanten Bremer Drogenhilfe „Comeback“, hält Drogen-Tests für sinnvoll.

„Aus sozialarbeiterischer Sicht wären sie ein Schritt in die richtige Richtung. Wir sehen in unserer mobilen Ambulanz am Bahnhof zunehmend Erkrankungen, die durch verunreinigten Stoff verursacht werden“, sagt er.

Der Pharmakologe Bernd Mühlbauer dagegen steht Drugchecking kritisch gegenüber – vor allem den mobilen Angeboten. Der Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie am Klinikum Bremen-Mitte erklärt:

„Das Problem an Schnelltests ist, dass man nur das findet, wonach man sucht. Eine verlässliche Sicherheit und Schutz vor unerwünschten Beiprodukten bieten sie nicht.“

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenCannabis als Medizin Sorten Review Bedrocan Strain unterm Mikroskop Jack Herer Haze #037

Cannabis als Medizin Sorten Review Bedrocan Strain unterm Mikroskop Jack Herer Haze.

Hintergründe, Anwendungsgebiete und Nahaufnahmen

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Auf dem Canna Health Care Kanal gibt es erklärende und aufklärende Informationen Rund um das Thema Cannabis, im Speziellen Cannabis als Medizin und Cannabis als Rohstoff.
Mein Ziel ist es in der Gesellschaft ein objektives Verständnis zum Thema Cannabis zu schaffen und das Stigma mit dem das Thema behaftet ist aus dem Weg zu räumen, sowie den Blick über den Tellerrand hinaus frei zu machen und zu schärfen.
Außerdem möchte ich Patienten behilflich sein einen passenden Arzt und eine Apotheke zu finden, solang das Thema noch so kompliziert ist, wie es sich zur Zeit darstellt.

https://cannahealthcare.de

Hanf Journal NewsWHO zweifelt an der Cannabis-Prohibition

    Im Spätherbst will die Weltgesundheitsorganisation die Drogen-Klassifizierung von Cannabis neu bewerten         Sadhu van Hemp     Anfang Juni dieses Jahres kam das „Expert Committee on Drug Dependence“ (ECDD) der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) in Genf zusammen, um darüber zu diskutieren, inwieweit die Einstufung von Cannabis als gefährliche Droge…

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Der Artikel WHO zweifelt an der Cannabis-Prohibition erschien zuerst auf Hanfjournal.

Blog der Aidshilfe Deutschland„Ich bin ein HIV-negativer Langzeitüberlebender“

Dirk Ludigs hat Freunde, Weggefährten und Liebhaber verloren, die an den Folgen von Aids verstarben. Er sagt: Es ist Zeit, über das Trauma Aids zu sprechen – und auch über HIV-negative Langzeitüberlebende.*

Ich bin ein HIV-negativer Langzeitüberlebender. Zu dieser Erkenntnis zu kommen war überraschend schwer.

Sie zum ersten Mal auszusprechen, glich an Intensität meinem schwulen Coming-out.

Der Gedanke, dass die Aids-Epidemie mein Leben und mich selbst auch ohne HIV-Infektion grundlegend verändert hat, begann so um das Jahr 2005 zu reifen.

Damals war ich Chefredakteur des schwulen Magazins DU&ICH, und wir machten eine Titelstory über „Barebacking“.

Unverarbeitetes Trauma Aids

Ich begann aufzuschreiben, was mein Unbehagen an all dem war, das um mich herum gerade passierte.

In meinem Keller staple ich die Leichen junger Männer

Kaum hatte ich damit begonnen, brachen die Trauer, die Wut, das unverarbeitete Trauma aus mir heraus, das ich über zwei Jahrzehnte in mich hineingefressen hatte.

Ich schrieb:

„In meinem Keller staple ich die Leichen junger Männer. Die meisten starben lange vor ihrem 30. Geburtstag: Abgemagert und entkräftet, entstellt von Wunden und Abszessen, gedemütigt beim Blick in den Spiegel, von Schmerzen gepeinigt und zerrissen.

Manche zeigten gerade in ihren letzten Stunden nie gekannte Größe, andere trafen im Todesbett zum ersten Mal den Lieben Gott, und einer, mein bester Freund, streckte einfach seine ausgemergelte Hand aus, damit ich sie ergreife, und flüsterte, noch immer nicht fassend, dass er jetzt sterben muss: ‚Ich möchte doch leben.‘

Zwei Stunden später war er tot. Axel wurde 24.

Gestorben wird noch immer

In zehn Jahren habe ich zwei Liebhaber an Aids verloren – davon einen, mit dem ich mir ernsthaft ein langes Leben vorgestellt hatte –, ein halbes Dutzend enger Freunde und zahllose Bekannte.

Ich habe Wohnungen leergeräumt, in denen Müllsäcke voller Medikamente lagerten, genug, um einen Gesunden ins Jenseits zu befördern.

Es gab Tage, in denen ich auf einer Krankenhausstation hintereinander fünf Freunde in fünf Zimmern besucht habe.

Meine Gefühle kamen mir lächerlich vor angesichts der Katastrophe

Vom letzten Weggefährten habe ich mich vor drei Jahren verabschiedet. Gestorben wird noch immer. Auch wenn wir es nicht mehr hören und sehen wollen.

Über meinen Schmerz, meine Trauer und meine Angst habe ich nicht oft gesprochen.

Meine Gefühle kamen und kommen mir lächerlich vor und selbstsüchtig, angesichts der Katastrophe, die um mich herum passierte. Habe ich überhaupt das Recht an meiner Situation zu leiden? Mich hat es schließlich in all den Jahren nicht erwischt. Ich muss doch froh sein. Aber ich bin es nicht.

Beitrag HIV-negativer Langzeitüberlebender

Autor und Journalist Dirk Ludigs

Auch HIV-negative Langzeitüberlebende leiden unter dem Trauma Aids

Stattdessen fühle ich mich wie ein Aids-Veteran. Mit vielen anderen Veteranen haben wir – bisher – den zwanzigjährigen Krieg dieses Virus gegen unsere Art überlebt.

Wie viele meiner Mit-Veteranen bin ich von meinen Erlebnissen traumatisiert. Aids hat mein Leben auch ohne HIV-Infektion unwiderruflich verändert.

Ich lebte in ständiger Angst

Ein ganzes Leben um die Krankheit herumzukommen, erschien mir von Anfang an unmöglich.

Wie bei einem Sandkorn in einer Eieruhr sei es auch bei mir nur eine Frage der Zeit, bis ich falle, so glaubte ich.

Als ich 1990 die Nachricht bekam, einer meiner Lover aus den Achtzigern liege mit Tuberkulose und Vollbild im Krankenhaus, gab ich mir selbst noch fünf Jahre.

Von da an lebte ich in der ständigen Angst vor dem Ausbruch, plagte mich mit Durchfällen, Fieberschüben, Gewichtsverlust.

Als ich nach drei Jahren endlich den Mut fand, zum Test zu gehen, war ich negativ.

Wie viele HIV-Negative in meinem Alter lebe ich mit einem doppelten Schuldkomplex.

Die erste Schuld: Warum lebe ich noch und meine Freunde nicht? Warum bin ich noch immer gesund? Womit habe ich das verdient?

Die zweite Schuld: So zu denken. Ich weiß, das würden meine Freunde mir nicht verzeihen.

Hinter Schuldgefühlen lauert oft Selbsthass

Ich weiß, dass hinter diesen Schuldgefühlen der viel beschworene Selbsthass lauert, die Lust auf den eigenen Untergang. Mit vielen anderen Veteranen weiß ich: Diesen Gedanken Raum zu geben heißt, eine Büchse der Pandora zu öffnen.

Also verdrängen wir die Schuldgefühle, sperren sie weg, und verschließen mit ihnen oft auch unsere Trauer, unsere Ohnmacht, unsere Angst.“

Wenn ich die Zeilen heute, dreizehn Jahre später, lese, spüre ich noch immer die tiefe Verletzung, mit der sie geschrieben wurden, die mich geprägt hat und bis heute prägt.

Wir glaubten nicht daran, alt zu werden

Heute sprechen wir viel über HIV im Alter. In den Achtzigern und Neunzigern glaubten meine HIV-positiven Freunde alle nicht daran, alt zu werden.

Aber glaubte ich daran? Inwiefern hat auch das meine Entscheidungen im Leben geprägt?

Seit dreiunddreißig Jahren gehe ich mehrmals im Jahr zum HIV-Test.

Bis heute triggert die Nadel im Arm diese Angst vorm Sterben, die mich vor dreißig Jahren fast verrückt gemacht hat. Obwohl ich weiß, dass HIV schon lange kein Todesurteil mehr ist!

Aber ich kann kaum etwas dagegen tun. Wahrscheinlich glaube ich bis heute nicht ans Altwerden: Das Langzeitüberleben hat mich zum Hypochonder gemacht. Jeder Altersfleck ein Hautkrebs, jeder Kopfschmerz ein Tumor.

Angst, Trauer, Schuld und Neid

Angst – Trauer – Schuld. Dieser Dreiklang hat große Teile meines Erwachsenenlebens bestimmt, und das teile ich mit vielen der HIV-positiven Langzeitüberlebenden.

Nach der Jahrtausendwende aber kam noch ein viertes Gefühl dazu, das mich von ihnen unterschied: Neid. Damals formulierte ich das so:

„Mit der Ankunft der Protease-Inhibitoren standen viele, die es eigentlich schon erwischt hatte, vom Totenbett wieder auf und fuhren in Urlaub. Manche gingen dann anschließend zu ihrer ersten Bareback-Party.

In den USA, wo ich seit 1996 lebte, auch um mit dem permanenten Sterben um mich herum nicht mehr so konfrontiert zu sein, folgte auf die Entdeckung der Medikamente innerhalb weniger Monate eine epidemische Verbreitung der Sexdroge Crystal-Meth in den schwulen Ghettos und mit ihr einhergehend der Trend zu kondomfreiem Sex.

Die Gefahr der Re-Infektion [über die damals noch spekuliert wurde, Anm. des Autors] erschien den überlebenden HIV-Positiven lächerlich klein im Vergleich zu dem, was sie durchgemacht hatten und dem Schicksal, das für sie vorgesehen war.

Ich war klammheimlich neidisch auf die neue Freiheit der HIV-Positiven

Ich hatte damals Verständnis für ihre Position. Mehr noch: Aus der früheren Angst um meine Freunde (und um mich) wuchs angesichts der neuen Situation allmählich ein stiller, klammheimlicher Neid auf deren neue Freiheit, die mit dem Positiv-Sein einherzugehen schien.

Kondome zu benutzen hieß, ständig an die Angst erinnert zu werden. Positiv sein dagegen verhieß ein Leben jenseits der Angst, ein Leben mit viel gutem, schnellem Sex. (…)

Negativ sein ist vielleicht gesund, aber nicht mehr cool. Schon gar nicht, wenn man der Letzte ist.“

Rückzug und Einigelung

Das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören, führte zu meinem Rückzug. Ich stieg aus der Leder- und SM-Szene aus, mein Sling verschwand im Keller.

In den frühen Neunzigern hatte ich selbst noch Sexpartys organisiert, nun mied ich immer mehr die öffentlichen Orte, an denen man in Berlin Sex haben konnte.

Ich wollte nicht länger eine ganze Nacht lang aufpassen und mich erklären müssen.

In der Community gingen die Mauern hoch

Die Aids-Epidemie hatte meine Seele verletzt. Doch ich hatte auch eine Community erlebt, die auf der Höhe der Krise Unvorstellbares an Solidarität und Menschlichkeit vollbracht hatte.

Nun gingen unsichtbare Mauern hoch: HIV-Negative hier, HIV-Positive dort, Kondombenutzer hier, Barebacker dort.

Trennwände, gebaut aus Angst, zusammengezimmert mit einer wilden Mischung aus Gesundheit und Moral.

Meine Einigelung als HIV-negativer Langzeitüberlebender war perfekt.

Schutz durch Therapie und PrEP als Befreiung

Vor etwa sechs Jahren aber geschah etwas Außerordentliches: Ich hatte den ersten Sex ohne Gummi mit einem HIV-positiven Mann mit einer Viruslast unter der Nachweisgrenze.

Zugegeben, erst nach dem nächsten HIV-Test war auch das letzte Echo meiner Angst verschwunden. Danach wollte ich diese Erfahrung wiederhaben.

Endlich Sex ohne die vermaledeite Angst im Nacken

Sex, mit einem Positiven allzumal, ohne diese vermaledeite Angst im Nacken – nach dreißig Jahren – das war eine wunderbare Befreiung!

Danach war es für mich klar, dass ich auch die PrEP nutzen würde. Sie hat mir zusätzlich meine sexuelle Autonomie zurückgegeben – beim kondomfreien Sex ohne PrEP musste ich mich noch auf meinen Partner verlassen.

„Therapie als Schutz“ und „PrEP“ haben beide einen außerordentlich heilsamen Effekt auf mich, den HIV-negativen Langzeitüberlebenden.

Ich bin den HIV-positiven Freunden, die mit mir zusammen diese Krise durchlebt und durchlitten haben, emotional und sexuell wieder nähergekommen.

HIV-negative Langzeitüberlebende: Das gemeinsam Erlebte verbindet

Wir sind jetzt, mit zum Teil weit über fünfzig Jahren, an einem Punkt angekommen, an dem uns nicht länger der HIV-Status trennt, sondern das gemeinsam Erlebte verbindet.

Wir sind zusammen durch eine einzigartige Krise gegangen. In den schwulen Zentren der Achtziger und Neunziger Jahre war die Todesrate höher als in den Schützengräben des ersten Weltkriegs.

Nicht alle von uns sind davon traumatisiert worden, aber die Chance ist verdammt hoch.

Für viele war es nach einem schwierigen Coming-out in einer schwulenfeindlichen Welt – und für manche nach einer gewalttätigen Kindheit – bei Weitem nicht das erste Trauma, das sie durchlebten.

Wir Langzeitüberlebenden haben der Welt etwas zu geben

Es ist an der Zeit, dass wir diese Erfahrungen als Grund für unsere seelischen Probleme ernst nehmen. Dass wir über sie sprechen. Dass wir das Erlebte nicht in der Einsamkeit verdrängen, sondern gemeinsam verarbeiten, egal, mit welchem HIV-Status wir durch dieses Leben laufen.

Dann werden wir feststellen – davon bin ich überzeugt –, dass wir der Welt auch etwas zu geben haben.

Eine Geschichte, die aus mehr als nur Leid und Tod besteht. Sie ist auch eine Geschichte von Heldinnen und Helden, die überlebt haben.

*Dieser Text ist Teil eines Dossiers zum Trauma Aids. Hier eine Übersicht über die Beiträge:

  • Dirk Ludigs: „Ich bin ein HIV-negativer Langzeitüberlebender“ (15. August 2018)
  • Wenn HIV traumatisch wird: Interview mit dem Psychotherapeuten Stefan Cremer (16. August 2018) 
  • Aids-Trauma: Verwundete Seelen – die Selbsthilfegruppe „Let’s kick ASS“ für Aids-Langzeitüberlebende (18. August 2018)
  • Respekt und Würde für HIV-Langzeitüberlebende: Interview mit Tez Anderson, Gründer der Selbsthilfegruppe „Let’s kick ASS“ (19. August 2018)
  • „Ich möchte mich endlich von den alten Bildern von Aids verabschieden“: Interview mit dem Aktivisten Dennis, Jahrgang 1990 (21. August 2018)
  • „Wir können Sex nicht mehr ohne Gesundheit denken“: Interview mit Dr. Martin Dannecker (22. August 2018)

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenChibo Mertineit – Hanfparade 2018

Rede von Chibo Mertineit (Hanfbotschaft Nimbin, Australien) auf der Hanfparade 2018

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenKirsten Kappert-Gonther, MdB – Hanfparade 2018

Rede von Kirsten Kappert-Gonther, MdB (Sprecherin für Drogenpolitik, Grüne) auf der Hanfparade 2018

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenHANFPARADE 2018 | AUFKLÄRUNG STATT VERBOTE !

Ich war auf der Hanfparade 2018 in Berlin für euch unterwegs und habe ein paar Bilder eingefangen.

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenTick E-Nail Test Hands on

Wir haben die Tick E-Nail von Greenlightvapes getestet. Den kompletten Test findet ihr bei uns auf dem Blog unter cannabis-rausch-de.

Hanf Journal NewsÖsterreich im Anti-Cannabis-Rausch

    Propaganda gegen Cannabis schürt in der Bevölkerung zunehmend Ängste und Fremdenhass         Ein Kommentar von Sadhu van Hemp     Die österreichischen Brüder und Schwestern sind wirklich nicht zu beneiden, seitdem das Kurz/Strache-Regime die Alpenrepublik für die Zukunft fit macht – einer Zukunft, die in der Vergangenheit liegt und nichts…

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Der Artikel Österreich im Anti-Cannabis-Rausch erschien zuerst auf Hanfjournal.

Leafly Deutschland NewsSachsen soll deutsches Zentrum für Cannabis werden

Bei Radeburg soll für 25 Millionen Euro Zentrum für Cannabis entstehen

Cannabis statt Fleisch: Auf dem Gelände einer ehemaligen Großfleischerei in Naunhof, Sachsen, soll in naher Zukunft ein deutsches Zentrum für Cannabis entstehen. Maricann, ein kanadischer Hersteller von pharmazeutischem Cannabis, hat den Gewerbestandort zwischen Meißen und Radeburg gekauft. Dort will das Unternehmen 25 Millionen Euro investieren.

Aktuell ist geplant, an dem Standort Cannabis anzubauen und es für legal verkäufliche Produkte weiter zu verarbeiten. Dies stehe zunächst im Fokus der Investition. Ein zweites Standbein ist der geplante Import von Cannabisblüten aus Kanada und die Weiterverarbeitung zu medizinischen Cannabis-Produkten.

Maricann zieht in ehemalige Schlachthöfe

Bislang gehörte die einstige Fleischerei dem Dresdner Nachtclub-Besitzer Wolle Förster. Er hatte das Grundstück des Fleischereibetriebes in Sachsen im Jahr 2005 erworben. Jedoch hatte Förster in den vergangenen 13 Jahren nicht viel Erfolg, das Areal mit seinen Hallen zu vermarkten. Nun hat er mit Maricann einen Käufer und neuen Nutzer für den Betrieb gefunden.

Die Räumlichkeiten seien schon zum Teil auf passende Cannabis-Zucht-Größen umgebaut, erklärt Maricann-Geschäftsführer Morten Brandt:

„Wir haben jetzt anstelle der riesiggroßen Hallen knapp 100 kleine Räume, die wir zum Anbau und der Verarbeitung von Cannabis und Hanf verwenden können.“

Cannabis-Plantage schafft Arbeitsplätze in Sachsen

Die Expansion von Maricann in Sachsen bedeutet auch neue Arbeitsplätze in der Region und vielversprechende Chancen. Morten Brandt erklärte, Maricann suche unter anderem Elektriker, Logistikfachkräfte und Verwaltungsfachkräfte. Aber auch pharmazeutische Fachkräfte und Rechtsanwälte werden gebraucht. Mittelfristig sucht das Unternehmen 100 bis 200 Angestellte für die Produktion.

Maricann hofft auf Zuschlag bei Cannabis-Ausschreibung des Bundes

Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) hat kürzlich einen zweiten Anlauf gestartet und den Anbau von Cannabis bundesweit ausgeschrieben. Leafly.de berichtete. Der Cannabis-Produzent Maricann hofft darauf, mit seiner Bewerbung bei der Ausschreibung erfolgreich zu sein:

„Uns ist das Risiko hier bewusst, aber bis es richtig losgeht, werden wir Hanf für industrielle Zwecke verarbeiten und uns weiter einrichten. Da es in Kanada schon länger medizinisches Marihuana gibt, sehen wir uns als Experten auf dem Gebiet und hoffen auf viele Ausschreibungs-Lose“, so Brandt.

Da sich die kleinen Räume unterschiedlich temperieren lassen, seien sie optimal für die Zucht von Cannabispflanzen. Auch das Licht könne jeweils dem aktuellen Zucht-Stand angepasst werden.

„Cannabis ist recht simpel zu pflegen, zwölf Stunden muss es hell sein und dann zwölf Stunden finster“, berichtet Josef Späth, Prokurist bei Maricann. „Die Ausschreibungen sehen auch eine durchgängige Videoüberwachung und eine sichere Verwahrstelle der fertigen Pflanzen vor. Dafür haben wir im Keller einen Tresorraum, zu dem nur so viele Mitarbeiter wie nötig die Befugnis bekommen“, erklärt Späth die Sicherheitsvorkehrungen, um eine missbräuchliche Nutzung der Cannabis-Produkte zu verhindern.

Naunhof soll Kompetenz-Zentrum werden

Das kanadische Unternehmen fühlt sich gut vorbereitet, um mit der Produktion zu beginnen. Auf lange Sicht soll die Produktionsstätte auch zum europäischen Kompetenz-Zentrum für Hanf werden. Maricann will dann unter anderem auch Forschungen in Naunhof betreiben.

Der kanadische Produzent von Medizinalhanf will in Europa weiter expandieren. Vor einigen Wochen hatte Maricann den Zuschlag erhalten, Cannabis in Malta zu produzieren. Leafly.de berichtete.

Anm. d. Red.: Wir freuen uns für das Bundesland Sachsen über den neuen Standort und die Expansionspläne. Wenn man sich allerdings die Aussagen der Landesärztekammer Sachsen und deren Einstellung gegenüber Cannabis als Medizin so ansieht, bleibt leider kein guter Nachgeschmack. Es bleibt für die Sachsen zu hoffen, dass die Politik und auch die Cannabislobbyisten hier nun etwas mehr ausrichten können als „nur“ die Ärzte und Patienten, die bisher alleine gelassen werden. Besonders der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer ist eine harte Nuss und hat noch sehr viel zu lernen in Sachen Cannabis als Medizin.

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Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsMassenhaft neue Player am Markt

Hallo Leute…der Sommer drückt mir massiv auf meine Schreiblaune…ich sammel und sammel und komme nicht dazu was Sinniges zu posten. Deshalb hier mein kleines Sammelsurium an Infos der letzten Tage/Wochen. In erster Linie gibt es massenhaft neue Listings – 2018 scheint tatsächlich DAS Jahr der Pot-IPOs zu sein: PharmaCielo Ltd. ist ein privates Unternehmen mit Hauptsitz in Kanada, das sich auf die Verarbeitung und Lieferung aller natürlichen Cannabisöl-Extrakte und medizinischer […]

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Leafly Deutschland NewsLeafly.de Patientenakte: Rolf, 28, Ba-Wü, Ganzkörperschmerzpatient

Vor vier Jahren fiel Rolf von einem sechseinhalb Meter hohen Dach. Er wollte einen Schwamm fangen, den ein Freund ihm hochgeworfen hatte und verlor dabei das Gleichgewicht. Dabei zertrümmerte er sich seine Wirbelsäule und das Becken. Aus dem Koma wachte er nach zwei Wochen wieder auf. Bald wurde in eine Spezialklinik überführt und nach zwei Wochen konnte der junge Mann wieder laufen. Doch sein Leben war ab dem Moment ununterbrochen von Schmerzen geprägt, die im ganzen Körper saßen. Um diesen Zustand auch nur annähernd ertragbar zu machen, verschrieb ihm sein Arzt die Opioide Hydromorphen und Tilidin.

Nebenwirkungen der Opioide

Eineinhalb Jahre nahm Rolf diese Mittel kontinuierlich ein, bis bei ihm eine Opioidunverträglichkeit nachgewiesen wurde. Er litt täglicher unter Übelkeit, Juckreiz am ganzen Körper, Schwindel, Kopfschmerz und extremer Gewichtsabnahme. Bei einer Körpergröße von 1,86 Meter wog er bedenkenswerte 58 kg. Trotzdem nahm Rolf die Medikamente weiterhin. Was blieb ihm anderes übrig? Er begann einen anderen Weg zu suchen.

Der Weg führt Rolf zur Behandlung mit Cannabinoiden

Bei einem Physiotherapietermin gab eine Therapeutin den entscheidenden Hinweis, dass er es einmal mit der medizinischen Behandlung mit Cannabis versuchen könne. Er begann, sich zu informieren. In den Medien wurde das Thema zu dem Zeitpunkt sehr intensiv besprochen, da gerade die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke bewilligt wurde. Er entschied sich, es zu versuchen. Dies bedeutete zunächst einen Arzt finden, der es ihm verschreiben würde.

Die Schmerzerlösung durch Dronabinol

Lange suchte Rolf einen Arzt, doch es war keiner zu finden. Erst als er in seiner Klinik anfragte, konnten die Ärzte ihm einen Hinweis geben. Der Tipp führte zu einem sehr guten, aufgeschlossenen Neurologen, der ihm ab Dezember 2017 Dronabinol verschrieb. Dabei handelt es sich um künstliches Cannabinoid, hier in Tropfenform. Am ersten Tag versuchte er die normale Dosis, die bei fünf Tropfen lag. Dies war zu wenig für ihn. Er erhöhte die Dosis und wenig später war er fast schmerzfrei. Nach einigen Recherchen würde Rolf es nun gern mit Blüten versuchen. Er verspricht sich davon eine komplette Schmerzfreiheit. Rolf ist derzeit auf der Suche nach einem Arzt, der ihn bei dieser Therapieform unterstützt. Hinweise für einen Arzt nehmen wir für Rolf gerne per E-Mail entgegen und leiten diese weiter. Bitte schreibt an: patienten@leafly.de

Patienteninfos
Name: Rolf
Alter: 28
Wohnort/Bundesland: Baden-Württemberg
Krankenkasse: BKK
Diagnose: Ganzkörperschmerzstörung
Medikation: Dronabinol 3 x 17 Tropfen pro Tag
Fachrichtung des verschreibenden Arztes: Neurologe

Das Leafly.de Patienteninterview

Leafly.de: Seit wann wendest Du Cannabis als Medizin an?
Rolf: Seit Dezember 2017.

Leafly.de: Wie bist Du denn darauf gekommen?
Rolf: Eine Physiotherapeutin hat mich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht und es kamen damals aufgrund der Freigabe zur medizinischen Behandlung in allen Medien Beiträge zum Thema.

Leafly.de: Wie war das erste Mal?
Rolf: Zunächst habe ich nichts gemerkt, doch meine Anfangsdosis lag auch bei drei mal 5 Tropfen pro Tag. Erst als ich die Dosis erhöhte kam die Reaktion. Und das war sehr schön: das erste Mal nach Jahren fast Schmerzfrei. Unter den Opioiden hatte ich diesen Zustand nie erreicht. Und nun erreichte ich dies ohne Nebenwirkungen. Das war schon toll.

Leafly.de: In welchen Momenten wendest Du es an?
Rolf: Als Dauermedikation.

Leafly.de: Hattest Du Schwierigkeiten mit der Krankenkasse?
Rolf: Nein, innerhalb von drei Wochen hatte ich meine Kostenübernahme.

Leafly.de: Wie sieht es mit Deinem Job aus?
Rolf: Nun, ich war jetzt fünf Jahre Krankgeschrieben. Nun habe ich das erste Mal wieder einen Zustand, von dem ich sagen kann, dass ich mein Leben wieder in die Hand nehmen, neu anfangen kann. Ich habe ja mein ganzes Leben noch vor mir.

Leafly.de: Bist Du glücklich?
Rolf: Mittlerweile wieder Stück für Stück.

Vielen Dank, wir wünschen Dir viel Glück für Dein weiteres Gesunden und Deine Lebensplanung.

Weitere Patientenakten auf Leafly.de

Hilfreiche Adressen aller Art findet man auch auf unserer LeaflyMap.

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Kein Wietpas!Staatswiet: Raad van State mischt sich ein

Vor einiger Zeit haben wir über die ambitionierten Forderungen des Kommissionsvorsitzenden André Knottnerus über eine Erweiterung des Modellversuchs für die kontrollierte Cannabisproduktion der Coffeeshops gebloggt. Sein Bericht lässt keinen Zweifel daran, dass Knottnerus den Blick für die Realität nicht verloren hat und sich keiner Parteimeinung unterordnet, sondern im Sinne der Bevölkerung handelt, die von dem Versuch direkt betroffen ist, also die Konsumenten und die Shopbetreiber.

Der Bericht hat hohe Wellen geschlagen und trifft auf breite Zustimmung, aber auch Ablehnung.

So teilt der Raad van State, ein wichtiges Verfassungsorgan der Niederlande,  viele der genannten Punkte. Sie sind ebenfalls für eine Erweiterung des Experimentes auf mehr Gemeinden und eine verlängerte und flexible Durchführungszeit. Dies soll eine präzisere Aussagekraft der Begleitstudie ermöglichen.

Die zuständigen Minister Ferd Grapperhaus (CDA, Justiz und Sicherheit) und Bruno Bruins (VVD, Medizinische Versorgung und Sport) sehen das jedoch anders: Sie plädieren auf eine strickte Einhaltung des Legislativvorschlags, auch um den Zusammenhalt der Regierung nicht zu gefährden.

Verbündete oder Gegenspieler? Minister Bruins, André Knottnerus, Minister Ferd Grapperhaus (v.l.n.r.)

Dies ist durchaus nachvollziehbar, denn der Modellversuch ist ein Kompromiss aus verschiedenen, teils gegenteiligen Überzeugungen. Wir erinnern uns ja noch an die langwierige Regierungsbildung. Würde die Regierung zerbrechen, hätte niemand etwas davon, denn niemand weiß, ob die nächste Regierung dies immer noch wollen wird bzw. vereinbaren wird. Nach Meinung der Minister seien die geplanten maximal 10 Gemeinden aussagekräftig genug.

Ansonsten hat sich die Regierungskoalition aber mit vielen Vorschlägen Knottnerus´einverstanden erklärt: Niemand hat etwas gegen eine große Sortenvielfalt und eine Limitierung des Wirkstoffgehaltes soll es nicht geben (wohl soll dies aber im Rahmen der Studie untersucht werden). Andererseits stellt die Regierung in anderen Punkten klar, dass sie da nicht kompromissbereit ist: So werden in den jeweiligen Modellstädten alle Coffeeshops dazu gezwungen, ausschliesslich nur noch das lizensierte Cannabis anzubieten, Verstöße sollen mit den bekannten Sanktionen belegt werden. Dafür wird die 500g Höchstlagermenge aufgehoben. Die Coffeeshops dürfen in Zukunft das Cannabis für den gesamten Tag lagern dürfen, unabhängig davon, wie viel das ist. Offen gelassen ist übrigens die Möglichkeit, während des Experimentes komplett neue Coffeeshops zu eröffnen.

Bitter für uns Ausländer: Der Geist Opsteltens wacht über das Experiment: Grenzstädte sollen verpflichtend das I-Kriterium einführen und das Staatswiet ausschliesslich an Einwohner des Landes verkaufen dürfen. Inwieweit dann Grenzgemeinden überhaupt Lust auf den Modellversuch haben dürfte Interessant sein, hat sich doch gezeigt, dass Ausschluss von Ausländern immer den Strassenhandel stärkt. Und genau dieser soll ja eigentlich durch das Experiment bekämpft werden…

Im Herbst soll der endgültige Gesetzesentwurf für die Durchführung des Experimentes verabschiedet werden. Bis dahin müssen alle Unklarheiten beseitigt sein. Auch sollen dann die Testgemeinden feststehen. Ambitioniert, aber machbar.

Weiterhin nicht vollständig geklärt ist die Vereinbarkeit des Modellversuchs mit internationalen Vereinbarungen. Hierzu hat der Rad van State seine Einschätzung abgegeben.

Zwar stünde das Experiment mit der verpflichtenden Erklärung, Produktion und Handel von Drogen zu bekämpfen im Widerspruch, Ausnahmen bestehen aber für medizinische Gründe und zum Zwecke der Wissenschaft, was der Modellversuch ja letztendlich auch ist. Jedoch merkte der Raad van State auch an, dass es für den Freizeitgebrauch praktisch keinen Spielraum in den Verträgen gäbe. Allerdings gibt es eben auch das Ziel, die illegale Produktion von Cannabis einzudämmen und man muss kein Jurist sein um zu erkennen, dass legale Produktion dies zweifelsfrei tut.

Es ist noch ein langer Weg zum legalen Gras in Hollands Coffeeshops. Doch die ersten Weichen sind gestellt und der Zug rollt.

Das wird ein spannender Herbst!

Leafly Deutschland NewsCannabis-Kongress Online: Barrierefrei teilnehmen vom 25.8. bis 01.09.

Cannabis-Kongress Online

Vom 25. August bis zum 1. September findet der erste Cannabis-Kongress Online im deutschsprachigen Raum zum Thema Cannabis als Medizin und Cannabidiol (CBD) statt. 16 Experten aus der Cannabis-Branche, darunter beispielsweise Dr. Franjo Grotenhermen und Georg Wurth (Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands), versorgen die Teilnehmer sieben Tage lang mit ihrem Wissen. Auch unsere Chefredakteurin Sandrina Koemm-Benson ist eine der Speakerinnen.

Interview mit den Moderatoren

Moderatoren des Cannabis-Kongresses sind die beiden Unternehmer Bernhard (Foto links) und Lars (Foto rechts), die wir jetzt exklusiv zu ihrem Vorhaben befragt haben.

Leafly: Bernhard und Lars, bitte stellt euch unseren Lesern vor.

Bernhard: Gerne. Ich bin 36 Jahre alt und seit fast zehn Jahren im Start-up-Business unterwegs. Meine letzte Firma im Start-up-Bereich „Kinoheld“ habe ich erfolgreich zum deutschen Marktführer ausgebaut im Bereich Kino-e-Ticketing und an den europäischen Marktführer im e-Ticketing verkauft. Nach dieser doch sehr dynamischen Zeit habe ich mich in den letzten zwei Jahren als Berater im digitalen Bereich spezialisiert. Das heißt, ich helfe Unternehmen dabei, digitale Produkte erfolgreich am Markt zu platzieren und neue Kunden zu gewinnen. Zusätzlich habe ich ca. vor einem Jahr den Podcast „We Hustle Radio“ gestartet, für den ich junge Unternehmer so im Alter zwischen 20- bis 35 Jahren interviewe.

Lars: Ich bin 28 Jahre alt und viel unterwegs, einen festen Lebensmittelpunkt habe ich im Grunde nicht. Unternehmerisch tätig bin ich seit meinem 15. Lebensjahr und ich war noch nie angestellt. Ich habe viele Events gemacht und hatte lange Zeit eine eigene Softwarefirma. Seit drei Jahren bin ich im Nahrungsergänzungsmittelsektor mit meinem Unternehmen SOLIDMIND tätig. Ich beschäftige mich natürlich viel mit Nahrungsergänzungsmitteln und damit auch viel mit der Gesundheitsbranche. Mit dem Thema Cannabis beschäftige ich mich ebenfalls seit vielen Jahren, da ich seit meiner Kindheit unter allergischem Asthma leide. Man muss sich eben entscheiden, ob man sein Leben lang Kortison nehmen möchte oder ob man Alternativen ausprobiert und so bin ich dann zum Medizinalhanf gekommen. Es gibt nichts Besseres, als eine gute Sorte, die CBD und THC zu gleichen Teilen enthält, die einen nicht zu stark beeinträchtigt. Ich meine, Bernhard und ich sind Unternehmer und wir haben viele Mitarbeiter und ich muss jeden Tag ganz normal performen. Medizinalhanf löst für mich langanhaltender und besser die Probleme als alles andere.

Leafly: Wie habt ihr euch kennengelernt, und wie ist die Idee zum Cannabis-Kongress entstanden?

Bernhard: Ich habe Lars in Kapstadt kennengelernt, weil ich ihn dort zu seiner Firma SOLIDMIND für meinen Podcast interviewt habe. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und ich habe ihn direkt zum Grillen eingeladen, wo wir ins Gespräch gekommen sind. Während des Gesprächs hat sich dann herauskristallisiert, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben. Ich fragte ihn, was er als Nächstes plant, und wie er den Bereich CBD findet. Er fand es super spannend und meinte, dass er sich das auch gerade ansehe für seinen Shop. Lars hat mir dann offenbart, dass er einer der Glücklichen ist, der pharmazeutisches Cannabis bekommt und auch hierüber haben wir uns dann näher unterhalten. Ich bekomme ebenfalls Medizinalhanf und wir haben uns beide in diesem Gespräch quasi offenbart und so ist dann die Idee zum Cannabis-Kongress entstanden.

Leafly: Bernhard, Du nutzt selbst Medizinalhanf. Gegen welche Beschwerden setzt Du es ein?

Bernhard: Bei mir ist es gegen Asthma. Ich leide schon lange unter Asthma und ich habe auch lange Zeit Kortison genommen. Ich hatte aber keine Lust, mir dauernd Kortison-Spray selbst zu verabreichen und habe dann nach anderen natürlichen Optionen gesucht. Auf das Spray habe ich dann auch teilweise verzichtet, weil ich es einfach nicht vertragen habe und auf meiner Suche nach Optionen, bin ich dann auf Medizinalhanf gekommen, was mir extrem geholfen hat und seitdem geht es mir hervorragend.

Leafly: Warum habt ihr euch beim Cannabis-Kongress für ein Onlineformat entschieden?

Bernhard: Wir wollen ein ganzheitliches Bild zu pharmazeutischem Cannabis und CBD vermitteln und das auf dem einfachsten Weg. Das heißt, Du musst nicht extra zu einem Kongress fahren und hierfür Geld für Anreise, Unterkunft etc. investieren. Wir machen das ganz smart mit einem Onlineformat, da wir beide aus dem Online-Bereich kommen. Es ist uns sehr wichtig, dass jeder teilnehmen kann, ohne dass Kosten für die Teilnahme entstehen. Außerdem kann jeder anonym teilnehmen. Wir brauchen nur eine E-Mail-Adresse.

Wir wollen einfach dazu beitragen, mit den Möglichkeiten, die wir haben, dass ein Wandel in der Gesellschaft bzw. in der Wahrnehmung zum Thema Cannabis als Medizin stattfindet, weil wir eben nicht diese typischen Dreadlock-tragenden Rastafaris sind, die auch ihre Daseinsberechtigung haben, ja natürlich, aber so sind wir halt nicht.

Wir stehen beide mitten im Leben und es geht einfach darum, weg von diesem Kifferimage zu gehen. Das hat ausgedient und ist nicht mehr aktuell. Lars und ich sind hier die besten Beispiele. Wir nutzen Medizinalhanf, um die Beschwerden, die wir durch unsere chronische Krankheit haben, zu lindern und das auf natürliche Art und Weise, ohne dass wir Chemie zu uns nehmen müssen oder irgendwelche anderen medizinischen Produkte, sondern dass wir auf die tolle Heilkraft dieser Pflanze zurückgreifen.

Leafly: Wie lange hat es gedauert, den Cannabis-Kongress zu organisieren, und welche Schwierigkeiten gab es?

Bernhard: Wir haben ungefähr sechs Monate lang an dem Cannabis-Kongress gearbeitet. Schwierig war vor allem das technische Setup für das Onlineformat, sodass alles reibungslos läuft. Lars hat sich hauptsächlich um die technische Organisation gekümmert. Sehr, sehr zeitaufwendig war auch die gesamte Planung der Speaker-Interviews, weil diese nicht wie beim klassischen Event vor Ort geführt werden. Wir nutzen dafür eine eigene Software und führen die Interviews komplett online. Manchmal war es eine Herausforderung, dass unsere Interviewgäste noch nicht so in diesem Thema drin waren und es ist relativ neu, dass man Interviews so führt. Aber es hat dann alles wunderbar geklappt.

Es hat aber auch extrem Spaß gemacht und wir sind ja sozusagen noch mittendrin. Wir beide lernen so viel daraus. Letztens haben wir erst gesprochen und gesagt, dass wir aus diesen Interviews auch so wahnsinnig tolle Informationen für uns rausziehen können, die uns auch wieder weiterbringen. Deshalb freut es uns umso mehr, dass wir diese Informationen an unsere Kongressteilnehmer weitergeben können.

Lars: Ein ganz wichtiger Punkt ist, was das ganze Thema auch extrem schwierig macht, dass man in der Branche ja online gar keine Werbung schalten darf. Das heißt, dass wir viel Zeit in den Kooperationsaufbau investieren müssen. Das ist auch der Grund, warum das Event in einem regelmäßigen Turnus stattfinden wird, weil wir zeittechnisch noch nicht das volle Potenzial ausschöpfen können. Wir können, so wie ihr und viele andere, keine Anzeigen schalten und die restlichen Wochen bis zum Kongress suchen wir weitere Kooperationspartner, schicken Mails raus und fragen, ob wir Interviews machen können. Das ist schon sehr viel Arbeit, aber wir machen es ja für einen guten Zweck bzw. ist das unsere Mission.

Bernhard: Ich freue mich einfach wahnsinnig, dass wir gemeinsam an diesem Thema arbeiten und das auch an Menschen weitergeben zu können, die vielleicht noch nicht mit dem Thema Cannabis als Medizin in Berührung gekommen sind. Es schwirren so viele Informationen zu Medizinalhanf da draußen herum. Jeder berichtet irgendwie über das Thema, weil es im Moment aktuell ist, aber jeder erzählt am Ende des Tages irgendwie was anderes. Und wir laden super Experten ein, die ihre Meinungen vertreten, die auch super kommunizieren können, sodass jeder Teilnehmer am Ende des Kongresses wirklich versteht, um was es bei dem Thema Cannabis als Medizin und CBD geht.

Leafly: Und waren die Speaker sofort offen für den Cannabis-Kongress oder musstet ihr da Überzeugungsarbeit leisten?

Lars: Bis auf ein, zwei Ausnahmen waren eigentlich alle mit dabei. Jeder möchte natürlich auch das Thema Cannabis als Medizin vorantreiben und zum anderen sieht man auch die Reichweite, die wir aufbauen. Letztendlich schwimmen wir ja alle im gleichen Teich. Das heißt, wir haben alle die gleichen Probleme. Deshalb lief es eigentlich ziemlich gut.

Bernhard: Die Experten waren wirklich alle sehr offen und fanden auch das Onlineformat spannend, weil es etwas ganz Neues und Innovatives ist. Ein paare wenige Ausnahmen waren dabei, die einfach keine Zeit hatten. Sie waren jetzt nicht abgeneigt gegenüber dem Format, sondern einfach zeitlich sehr eingespannt. Ansonsten war das Feedback wirklich sehr gut. Da sind wir wirklich auf offene Ohren gestoßen.

Leafly: Und wie viele Anmeldungen habt ihr bis jetzt?

Lars: Wir haben jetzt kurz vor dem Kongress erst mit der Vermarktungswelle gestartet. Wir gehen jetzt auf die 1.000 Teilnehmer zu, was schon gar nicht mal so schlecht ist. Ich denke, wir werden beim ersten Rutsch so 2.000 bis 4.000 Teilnehmer haben. Dann sind wir schon ganz glücklich.

Bernhard: Idealerweise kommen wir auf 10.000 Teilnehmer.

Leafly: Und was plant ihr für die Zukunft?

Lars: Wir versuchen, den Kongress so zu strukturieren, sodass wir ihn mit Updates alle zwei Monate noch mal von Neuem starten können.

Bernhard: Natürlich haben wir Pläne, da wir uns ja auch mit vielen Speakern austauschen. Ich würde mal sagen, wir wären nicht Unternehmer, wenn wir nicht Chancen erkennen würden und uns damit näher beschäftigen würden. Es gibt jetzt noch keinen konkreten Plan, aber wir finden das Thema sehr, sehr spannend und wir gucken jetzt einfach mal. Und wie Lars schon gesagt hat, wir haben so viele spannende Leute kennengelernt und da findet natürlich ein reger Austausch statt. Aus der unternehmerischen Sicht können wir uns definit vorstellen, dass man vielleicht noch mal was von uns hört, außerhalb des Cannabis-Kongresses.

Lars: Vielleicht wird es kein eigenes Projekt und geht mehr in die Richtung, dass wir andere Cannabis-Projekte unterstützen, denn darin sind wir sehr gut. Aktuell sind wir auch durch unsere eigenen Projekte sehr ausgelastet. Aber wie Bernhard schon gesagt hat, das sind aktuell nur Gedanken und jetzt liegt der Fokus auf dem Cannabis-Kongress.

Vielen Dank lieber Bernhard und Lars für dieses tolle Interview und viel Erfolg mit eurem Vorhaben!

Melde Dich jetzt für den Cannabis-Kongress vom 25. August bis 1. September an.

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Footnotes