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Hanf Journal NewsVerkauf von CBD-Cannabis in „Spätis“ gestoppt

    Polizei leitet Strafermittlungsverfahren gegen zwölf Berliner Späti-Betreiber wegen des Verdachts des Handels mit „Deutscher Hecke“ ein         Sadhu van Hemp   Der Kampf der Strafverfolgungsbehörden für ein hanffreies Deutschland wird immer absurder. Ungeachtet dessen, dass seit mehr als einem halben Jahrhundert vergeblich versucht wird, die Bürger vom Genuss THC-haltiger Hanfprodukte…

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Hanf Journal NewsChefarzt für Psychosomatik hält Medizinalhanf für unbrauchbar

  „Dem internationalen Trend zu folgen, wäre für Deutschland ein fataler politischer Irrweg.“     Die Frage über den Umgang mit Cannabis scheint mittlerweile tatsächlich eine Glaubensfrage geworden zu sein. Während verschiedene Länder und US-Bundesstaaten selbst den Genusskonsum von Marihuana als gesellschaftlich vertretbar verstehen, Gerichtshöfe im Ausland die kontraproduktive Prohibition als verfassungswidrig erkennen, treibt sich…

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Blog der Aidshilfe DeutschlandLob des Anstands eines Unanständigen

Bernd Aretz war ein hoch politischer und zutiefst liebevoller Mensch. Bestätigen wollte er das in seinem letzten Interview zwar nicht. Aber die Geschichten aus seinem Leben sprechen für sich. Das Porträt eines Wehrhaften am Lebensende. Von Holger Wicht

Am Ende kenne ich ihn vielleicht gar nicht richtig.

„Bernd war für mich immer einer, der ganz genau weiß, was er vom Leben will, sich das nimmt und lebt“, habe ich gesagt.

„Dem würde ich so erst mal nicht zustimmen“, ist seine Antwort.

Habe ich mich all die Jahre geirrt?

Auf vielen Bühnen habe ich Bernd Aretz anmoderiert als Aktivist und Urgestein der Aidshilfe-Bewegung. Er, der Rechtsanwalt und Notar im Ruhestand, hat dann immer flammende Reden gehalten. Für das Recht auf Lust von Menschen mit und ohne HIV. Gegen die Kriminalisierung der HIV-Übertragung. Gegen Ausgrenzung und Benachteiligung. Gegen Ignoranz und Borniertheit im Umgang mit Minderheiten. Für das Recht auf Rausch.

Schon lange haben seine Hände, die das Redemanuskript hielten, dabei gezittert. Fast 40 Jahre HIV haben seinen Körper ruiniert. Wobei bestimmt die Hälfte seiner Gebrechen hausgemacht sei durch das Rauchen, lässt er mich fröhlich wissen.

„Wir haben uns 1984 ja nicht vorstellen können, dass wir uns mal mit Altersbeschwerden rumplagen müssen. Und wir haben entsprechend gelebt“, sagt er mit funkelnden Augen.

Sein gewitzter Geist und seine kluge Angriffslust haben Bernd bis zum Schluss nicht im Stich gelassen.

Vor einigen Monaten hat er uns mitgeteilt, dass es nun zu Ende gehe. Er ist ganz und gar einverstanden damit. Dass er die 70 noch erreicht hat, kam ja schon sehr überraschend. Die letzten Jahre waren mehr als beschwerlich. Es reicht ihm jetzt. Und so sitzen wir Ende September bei unserem erklärtermaßen letzten Gespräch zusammen.

Bernd Aretz‘ Offenbacher Neubauwohnung ähnelt einem Antiquariat. Die Wände bestehen aus Büchern, alten Fotografien von Männern und Gemälden mit Landschaften, auf dem Tisch stehen Geräte zum Inhalieren von Haschisch und medizinischem Sauerstoff einträchtig nebeneinander. Das Haschisch – in einer Dose mit der Aufschrift „Glück“ – würde nach Einschätzung des Juristen für einige Jahre Gefängnis reichen. Vor dem Fenster in der Ferne sinken still die Flugzeuge Richtung Frankfurt.

Zwischen uns stehen eine große metallene Teekanne und meine Fragen. Fragen über die politischen Ziele, die er verfolgt hat, wenn er sich als Aids-Kranker in Fernsehtalkshows setzte. Fragen über die persönlichen Beweggründe des Aktivisten, der als einer der ersten in Deutschland HIV-positiv getestet wurde, seine Existenz als Anwalt verlor und sich, den Tod vor Augen, ein neues Leben aufbauen musste.

Mir hätte klar sein können: Wer mit Bernd Aretz redet, muss mit Widerspruch rechnen. Politische Fragen interessieren ihn in diesem Gespräch einfach nicht, und über Gefühle will er offenbar nicht sprechen.

Ich setze nach: „Auf mich hast du immer gewirkt wie jemand, der sehr genau weiß, was er will, sich das auch nimmt und verteidigt. Auf eine phantasievolle, entwaffnende, teils sarkastische Weise. Einen, der anderen nicht das Recht lässt darüber zu bestimmen, wie er lebt.“

„Da hatte ich meine Psychoanalyse schon hinter mir“, wiegelt er ab. Und büxt aus in eine von zahllosen Anekdoten, die seine Antwort sind auf meine Fragen. Ich muss nur gut zuhören.

Das Juristische ist nicht entscheidend

Wie seine Laufbahn als Anwalt begann, erzählt er unvermittelt. Direkt nach dem Jura-Studium, das er entsetzlich fand, aber in Rekordzeit mit Prädikat abgeschlossen hatte. Plötzlich saß er allein in einer Kanzlei, weil sein Chef verhindert war. Ein Anrufer klagte, seine Schwiegermutter habe sich bei ihm und seiner Frau eingenistet und weigere sich, die Wohnung zu verlassen. Was tun?

Der hilflose Jungjurist rief seinen alten Ausbilder beim Landgericht an. Der bekam einen Lachanfall: „Sie können eine einstweilige Verfügung erwirken und das Scheidungsverfahren an Land ziehen. Oder Sie raten dem Mann ins Hotel zu gehen, bis die Schwiegermutter weg ist – dann wird sich das schnell lösen.“

Das war Bernd eine Lehre fürs Leben: „Das Juristische spielt auch manchmal eine Rolle, ist aber nicht entscheidend. Mein Bestreben war immer, dass die Beteiligten am Schluss gut miteinander reden konnten.“

Ein Zahn namens Aretz

Wie einmal seine Sekretärin einen Schneidezahn verloren hatte, erzählt Bernd. Ihr Mann war verstorben und hatte Schulden hinterlassen. Eine schwierige Situation. „Sie haben morgen frei und lassen den Zahn ersetzen“, verfügte Bernd. „Was die Krankenkasse nicht bezahlt, soll der Zahnarzt bitte mir in Rechnung stellen.“

„Ich denke jeden Tag beim Zähneputzen an Sie“, hat ihm die über 80-Jährige vor ein paar Tagen beim Abschiedsgespräch am Telefon erzählt. Der Zahn heißt Herr Aretz.

„Auch eine Art Vermächtnis“, finde ich.

„Hättest du eine Empfangskraft mit Zahnlücke gewollt?“, fragt Bernd. Erst auf Nachfrage gibt er zu, dass die Arbeitgebersicht nicht sein Hauptmotiv war: „Ich fand das einfach selbstverständlich. Sie war kreuzunglücklich. Und ob ich am Schluss 200 Mark mehr oder weniger habe, ist mir völlig gleichgültig.“

Wie er Menschen zurück ins Erwerbsleben brachte, erzählt Bernd gleich als Serie. Kontakte zum Arbeitsamt, Tricks und kleinere Kungeleien waren dafür manchmal nötig. Seinem Exfreund D. verhalf er zur Krankenpflegeausbildung. Seinem verstorbenen Freund Jörg motivierte er, das ungeliebte Studium, das die Eltern verordnet hatten, nach einem versiebten Examen zu schmeißen – und besorgte ihm die ersehnte Schneiderlehre. Seinen Mann Kalle manövrierte er aus einem 1-Euro-Job über einige virtuos gesetzte Zwischenstationen in eine Festanstellung bei einer Aidshilfe.

„Scheint irgendwie so mein Muster zu sein“, sagt Bernd.

Bellen kann er auch

Kalle unterbricht das Interview, um Kuchen zu bringen. „Mein Hund“, nennt Bernd ihn liebevoll, wenn er von ihm erzählt. Das ist durchaus genau so gemeint. Obwohl man das Fetischhafte auf keinen Fall zu ernst nehmen dürfe, betont Bernd. Die Rolle des Hundes helfe eben diesem einfach, durchs Leben zu kommen. Als Mensch sei es für seinen Liebsten manchmal schwierig. Und Bernd ist ein guter Hundeführer.

Bellen kann er aber auch. Wie er einmal ganz in Leder ungebeten bei einer CDU-Veranstaltung über Homosexualität aufrauschte, erzählt Bernd. Eine Frau zitierte den Sexualforscher Richard Krafft-Ebbing, der berichtet habe, wie Homosexuelle Jugendliche verführten. Der Forscher habe seine Lehren kurz vor Ende seines Lebens widerrufen, stellt Bernd klar. „Es wäre schön, wenn wir uns wenigstens auf den Stand von 1900 einigen könnten.“

„Wenn Sie für Ihre Sache werben wollen, sollten Sie freundlicher sein“, befand die Politikerin.

„Das sehen Sie falsch. Wenn Sie mich diskriminieren wollen, dann müssen Sie verdammt gute Gründe benennen, warum Sie das dürfen“, antwortete Bernd. In seinen Augen funkelt diebische Freude, während er davon erzählt.

Als ich ihn erneut auf seine politischen Botschaften festnageln will, fügt er hinzu: „Homophobie war nie mein Problem. Wer mir dumm kommt, der kriegt auf die Nuss.“

Überflüssig zu erwähnen, dass er noch mehr solche Geschichten auf Lager hat. Über die hartnäckigen Tuntenspaziergänge ins homophobe Café. Aber auch über den Mandanten, der seine Frau überwachen ließ und im Scheidungsverfahren das Kopfkissen aus dem Kinderwagen, ein Familienerbstück, erstreiten wollte.

„Dem habe ich gesagt: Wir passen nicht zusammen. Ich bin nicht bereit, Ihren Krieg mitzuführen. Sehen Sie zu, dass Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Kind bekommen, und das geht nur über Ihre Frau!“

Wer Bernd Aretz fünf Stunden zuhört, bekommt einen Eindruck, warum er nicht viel Geld verdient hat.

Doch er  konnte nicht nur Leviten lesen. Wenn Not am Mann hielt er auch Trauerreden. Es waren viele, denn die Not war groß.

„Ich finde mich nicht mutig“

Kürzlich ist Bernd noch einmal in die schwule Sauna gegangen, um sich von seinem langjährigen Lieblingsmasseur zu verabschieden. „Das gebietet der Anstand nach all den Jahren“, sagt er.

Und da steht es auf einmal im Raum, das Wort, um das sich hier ein ganzes Leben dreht: Anstand.

Man geht gut miteinander um. Man unterstützt Menschen in der Not. Man benachteiligt niemanden. Und man kümmert sich umeinander. Anstand heißt Respekt, vielleicht lässt sich das Wort hier sogar mit Nächstenliebe übersetzen. Auf diesen roten Faden lassen sich alle Anekdoten des Abends auffädeln wie Perlen.

Offen schwul und HIV-positiv zu leben, ist für Bernd vor diesem Hintergrund einfach eine tief empfundene Selbstverständlichkeit. (Mehr darüber in seinem letzten Interview.)

Aber braucht es dafür nicht Mut?

„Angst ist mir sicherlich nicht fremd“, sagt er nach kurzem Zögern, „aber ich finde es nicht mutig, einfach so zu sein, wie man ist.“

Aufeinander aufpassen

Sagen wir es so: Bernd Aretz hat Menschen auf die Beine geholfen und sich nichts bieten lassen. Und wenn einer schwul und HIV-positiv ist, dann ist das Private eben doch politisch. Wenn Menschen als unanständig gebrandmarkt werden, dann gebietet es der Anstand zu widersprechen.

Das ist Bernds Version der „Solidarität der Uneinsichtigen“, der „Allianz der Schmuddelkinder“, die in der Aids-Bewegung immer wieder beschworen und immer wieder auch gelebt wurde. Und die führte ihn eben in Talkshows und Vorstandsämter in Aidshilfen.

„A family takes care!“, stand auf einem von Bernds Lieblingsplakaten der Deutschen AIDS-Hilfe, auf dem schwule Männer beim Picknick abgebildet waren. Und in genau diesem Geiste kämpfte er als Anwalt aller Benachteiligten auch für ein gutes Standing des Migranten-Netzwerkes AfroLeben+ in der Deutschen AIDS-Hilfe, für mehr Frauen in den Gremien oder die Rechte von „Junkies“. Die Tellerränder, über die manche schauen, gab es für Bernd Aretz nicht einmal.

Die politische Botschaft, die sein Lebenswerk durchzieht, rückt der Aktivist an diesem Abend nicht raus. Zum Glück hat er sein zentrales Anliegen aber schon 2010 formuliert, in einem Video zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen AIDS-Hilfe an ihn:

„Es ist verstanden worden, was mich umtreibt: Eine Verbesserung der Lebensverhältnisse, in denen ich freier atmen und freier leben kann. Es ging mir immer darum, Bedingungen zu schaffen, in denen man sehr viel leichter öffentlich über HIV kommunizieren kann.“

Die Sehnsucht dahinter erahne ich an diesem Abend auch: Zugehörigkeit. Wertschätzung. Geborgenheit in der Gemeinschaft. Oder auch: Familie ohne Leiden.

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Selbstbestimmt bis zum Schluss

Bernd Aretz hat einen weiten Weg hinter sich. Aus einem verschlafenen Dorf mit einer homophoben Mutter zum, ja, Helden der Aids-Bewegung.

Ich lerne an diesem Abend dazu, wie verzweifelt Bernd oft gewesen ist und wie schwer ihm das Leben fiel, für das ihn viele bewundert haben.

Und doch lebte er selbstbestimmt bis zum Schluss: Keine weiteren lebenserhaltenden Maßnahmen, verfügte er im Sommer. Kein Leben voller Krankheit mehr. Kein Wachkoma, das seinen Hund überfordern könnte. Keine entwürdigenden Szenen auf der Intensivstation. Mit seinem langjährigen Arzt hat er besprochen, wie er abtreten möchte, wenn es soweit ist.

Zum richtigen Zeitpunkt kann auch Morphium eine gute Droge sein.

Mehr zu Bernd Aretz

Meldung zum Tod von Bernd Aretz

Das letzte Interview: „Aids hat mich befreit“

Digitales Kondolenzbuch für Bernd Aretz

70 Jahre zwischen Federboa und Trauerflor

Blog der Aidshilfe Deutschland„Aids hat mich befreit“

Bernd Aretz, Vorkämpfer der HIV/Aids-Bewegung, hat uns kurz vor seinem Tod ein letztes Interview gegeben. Ein Gespräch über das Leben, den Tod und die Frage, wie Menschen miteinander umgehen sollten.

August 2018: Bernd Aretz sagt, er werde bald sterben. Es ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, findet er. Auf Facebook macht er sich über uns lustig: Wir würden uns bestimmt schon die Köpfe darüber zerbrechen, wer seinen Nachruf schreiben könnte.

Die Frage ist nicht unberechtigt: Bernd ist einer der dienstältesten HIV-Positiven Deutschlands, jahrzehntelanger Mitstreiter und Ehrenmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe.

Wir spielen den Ball zurück: Unser Pressesprecher Holger Wicht lädt sich zu Bernd nach Hause ein für ein letztes Gespräch. Das äußerst lebendige Interview findet am 22.9. in seiner Wohnung in Offenbach statt, einen Monat vor seinem Tod am 23. Oktober.

Bernd, verrat mir doch bitte: Was soll drinstehen in deinem Nachruf?

Ich werde den Teufel tun. Das ist mir doch so was von egal. Ich bin dann ja tot. Die Kunst besteht darin, sich um das handelnde Personal zu kümmern. Was die Leute dann treiben, das ist mir völlig wurscht. Ich weiß, die werden was Vernünftiges machen.

Pressesprecher Holger Wicht und Bernd Aretz

Pressesprecher Holger Wicht und Bernd Aretz nach dem letzten Gespräch

Wie wirst du denn unter die Erde gebracht?

Es wird für mich eine Trauerfeier in Frankfurt in einer schönen kleinen Kirche geben. Verbuddelt werde ich in Berlin. Da habe ich eine Post-mortem-WG mit einem historischen Grabmal auf dem Alten St. Matthäus Friedhof, zusammen mit Martin Dannecker, Michael Bochow, Rainer Schilling (zählt weitere Namen auf). Wir haben Platz für 18 Leute. Die Grundvoraussetzung ist, dass man ein männerliebender Mann ist. Ich möchte da als erster rein, damit ich nicht an den Diskussionen beteiligt bin, wie die Grabgestaltung aussieht. Man soll sich nichts vormachen: Das ist ein Verein.

„Nach dem Tod ist nichts und ich finde das erstrebenswert.“

Und dir ist nicht wichtig, was man post mortem über dich sagt?

Ich gehöre zu den Leuten mit der festen Überzeugung: Nach dem Tod ist nichts. Und ich finde das einen sehr erstrebenswerten Zustand.

Was, wenn es doch irgendwie weitergeht?

Dann mache ich Randale.

Morphium statt Antibiotika

Warum bist du dir überhaupt so sicher, dass du bald von uns gehen wirst?

Meine Lunge ist völlig durchlöchert. Das Herz ist im Grunde hin. Ich mache zunehmend mit meiner Neuropathie rum. Was marode sein kann, ist marode.

Aber du erzählst schon länger, dass du bei lebendigem Leibe „verrottest“. Warum bist du dir jetzt so sicher?

Sobald die nächste Regenperiode kommt, kriege ich wieder meinen Lungenkasper. Ich habe den Weg mit einem Palliativrezept vorgezeichnet: Morphium statt Antibiotika. Ich habe keine Lust, noch im Koma zu landen. Mittwoch habe ich den Termin beim Bestattungsunternehmer. Dann bin ich mit den Entsorgungsgeschichten durch.

Du verschenkst jetzt schon seit Wochen deine Lieblingsbücher…

Pass bloß auf, dass du keins zu scharf anschaust. Sonst musst du es mitnehmen.

Keine Wehmut?

Papperlapapp, es ist vorbei.

Du erzählst mir hier, dass du bald stirbst und strahlst dabei. Wie hast du so ein entspanntes Verhältnis zum Tod bekommen?

Ich habe einigen Leuten beim Sterben Händchen gehalten. Ich weiß, wie unspektakulär das ist. Man hört auf zu atmen, und damit hat es sich. Dass das Leben eine endliche Geschichte ist, ist doch nichts Neues. Und wenn ich die Mühsal sehe, die es bereitet …

„Papperlapapp, es ist vorbei.“

Trotzdem gelingt es den meisten Leuten nicht, so einfach loszulassen.

Ich weiß nicht, warum die Leute so am Leben kleben. Bei meinem Freund Jörg habe ich über drei Jahre mitbekommen, wie schwierig es sein kann, wenn man um jeden Atemzug kämpft. Als er starb, bin ich noch mal durch alle Zimmer der 68, der Aids-Station in der Frankfurter Uniklinik, gegangen und habe gesagt: Jetzt lasst uns eine Flasche Sekt trinken.

Was meinst du denn, wenn du sagst: Das Leben ist Mühsal?

Ich hatte ein erfülltes Leben. Aber ich finde, wenn man die Mühsal gegen die Freuden abwägt, ist die Bilanz am Ende eher betrüblich. Seit 1984 war es bei mir eine Katastrophe. Ich war Anwalt in einer saugut gehenden Kanzlei. Dann habe ich meinem homosexuellen Kollegen von meinem positiven Testergebnis erzählt. Ich hielt das für eine Selbstverständlichkeit. Und hatte sehr schnell die Kündigung des Sozietätsvertrages auf dem Tisch.

Rente kam nicht in Frage

Tödliche Krankheit, berufliche Existenz verloren – was hast du gemacht?

Rente kam nicht in Frage. Ich habe mir gedacht: Für zwei, drei Jahre reicht es allemal noch. Also hab ich meinen eigenen Laden aufgemacht. Das war schwierig, weil viele Mandanten wegblieben. Es gab Zeiten, da habe ich nicht gewusst, wie ich meine Briefmarken bezahlen soll.

Hattest du damals Angst vor dem Tod?

Nein. Der klopfte ja noch nicht wirklich an die Haustür. In Frankfurt war auch die halbe Lederszene positiv. Und wer meine Mutter überlebt hat, den kann nichts mehr schrecken.

Mit ein bisschen Spott hält man alles aus?

Ich finde Spott und Ironie jedenfalls sehr hilfreich, um durchs Leben zu kommen. Nein, ich hatte wirklich keine Angst.

Schmerzhafte Krankheit, schmerzhafte Ignoranz

Viele Leute sagen: Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vorm Sterben. Geht es dir auch so?

Nein. Aber wenn du im Krankenhaus landest, ist das teilweise wirklich entwürdigend. Intensivstation finde ich den reinen Horror: Piepsende Monitore und gleißendes Licht rund um die Uhr. Die letzten Jahre waren für mich ziemlich grässlich: Schmerzgeschichten, eine Herz-OP, nach der es mir genauso beschissen ging wie vorher. Dann kam der Blasenkrebs. Im Krankenhaus wurde mein Zimmernachbar aus dem Zimmer geschoben, bevor man mir den Katheter zog, und die Stationsschwester fragte mich mit bebendem Busen: „Wissen Sie denn nicht, wie sich Aids überträgt?“

Was hast du geantwortet?

„Sie kommen mir gerade recht! Ich war Mitglied des Nationalen Aids Beirates! Und eine der Fragen die uns ständig beschäftigt haben, war, wie man Betriebe wie den Ihren dazu bekommt, die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse endlich mal wahrzunehmen. Ihre Station braucht dringend eine Fortbildung. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich darum kümmerten.“

Keine Alternative zur Offenheit

Was hat dir eigentlich die Kraft gegeben, von Anfang an so selbstbewusst mit HIV zu leben – in einer Zeit, in der Aidskranke heftig ausgegrenzt wurden?

Das war für mich selbstverständlich. Ich hatte ein Schlüsselerlebnis, was die Offenheit als schwuler Mann anbelangt. Als junger Anwalt war ich bei einer Benefizveranstaltung in Marburg, wo ich damals lebte. Die ganze Stadt war anwesend, einschließlich Justiz. Dort trat auch ein schwuler Chor mit homoerotischen Kampfliedern auf. Als sie mit ihren rosa Hüten auf dem Flur standen, dachte ich: Wenn du jetzt zu denen gehst, dann machst du dein Schwulsein ganz breit öffentlich. Und dann: Wenn du nicht hingehst, kannst du gleich einpacken. Das sind die Leute, mit denen du vögelst, die du liebst. Da gibt es keine Alternative. Da musst du jetzt durch.

Was hast du getan?

Ich bin denen um den Hals gefallen und habe sie alle abgeleckt.

„Man kann ja wegen so eines blöden Virus nicht im Keller leben.“

Mit HIV bist du auch von Anfang an offen umgegangen.

Ja, und das hat natürlich seinen Preis gekostet. Aber sich zu verstecken, kriegt man auch nicht zum Nulltarif. Es kann doch wohl nicht sein, dass man wegen irgend so eines blöden Virus anfängt, im Keller zu leben. Außerdem muss man das vor dem Hintergrund meiner Familiengeschichte sehen: Ich musste mich gegen die Wunschbilder wehren, die meine Mutter von ihren Kindern hatte. Das ging nur, indem ich selber Bilder in den Raum warf.

Eher ein privater Grund als ein politischer also?

Es ist nicht davon zu trennen. Dass auch Politisches reinspielt, mag sein. Und manches macht dann ja auch viel Spaß.

Aber Aids hat dir vermutlich keinen Spaß gemacht?

Ich hörte damals lauter Schauergeschichten. Und dann kam ich und konnte nur sagen: „Mich hat das befreit.“ Ich konnte auf einmal Dinge tun, vor denen ich vorher schreiend davongelaufen wäre.

Unerschrocken angesichts des Todes

Zum Beispiel?

Ich im Lederladen. Irgendein Mensch, der überhaupt nicht in mein Beuteraster fällt, steckt mir eine Visitenkarte in die Hosentasche und sagt: „Ich bin der Teufel von Frankfurt. Ich möchte mit dir vögeln. Ruf mich bitte wegen des Termins an.“ Ich fand diese Art der Anmache genial. Und landete in einer Wohnung mit schlecht kopierten niederländischen Meistern und röhrenden Hirschen vom Fußboden bis zur Decke sowie einem Bad voller nackter Männer aus Pornozeitschriften. Ich dachte: Jetzt bist du anderthalb Stunden gefahren, es wäre blöd, das an ästhetischen Fragen scheitern zu lassen. Es wurde eine der ganz wichtigen Freundschaften meines Lebens daraus.

Und warum hättest du das ohne HIV nicht gemacht? 

Weil bestimmte Vorstellungen, was im sozialen Leben eine Rolle spielt, einfach wegfielen.

Keine Angst mehr vor verbrannter Erde, weil man selbst bald unter der Erde liegt? Hat Aids dich unerschrocken gemacht? 

Ja. Das Teufelchen war ein Mensch, mit dem man sich in der Öffentlichkeit nur bedingt sehen lassen konnte. Am Schluss saß er im Rollstuhl und erzählte irgendwelchen heterosexuellen Familienvätern: „Sie haben aber einen schönen Arsch.“ Nicht meine Art des Umgangs.

Was hat euch verbunden?

Seine Mutter war genauso gruselig wie meine. Als er im Sterben lag, hab ich ihr gesagt: „Das einzige, was Sie für Ihren Sohn tun können ist, dass Sie ihm sagen, dass Sie ihn akzeptieren wie er ist.“ – „Das können Sie von mir nicht verlangen. Ich bin im dritten Reich groß geworden, das prägt.“ Sage ich: „Okay, dann müssen wir Klartext reden. Sie dürfen alle fünf Stunden eine halbe Stunde ans Bett. Der Rest ist seinen Freunden vorbehalten. Die sind wichtiger für ihn.“ Sie fand mich ziemlich unhöflich, hat sich aber drangehalten.

Jahre auf der Couch

Was war eigentlich so schlimm an deiner Mutter?

Ich wusste spätestens ab 12, dass meine Sehnsucht zu Jungen ging. Meine Mutter hatte das gleich Gefühl und hat alles getan, das zu unterbinden. Sie war Tochter eines Erbgesundheitsrichters. Das erste Kind ein Mädchen, also Ausschuss. Das zweite Kind Gaumenspalte. Das dritte Kind schwul. Eine gerechte Strafe, lass es mich so sagen. Sie hatte bei mir jahrelang Hausverbot.

Wie hast du diese Familiengeschichte bewältigt?

Ich habe sechs Jahre auf der Couch gelegen, aus dem Gefühl heraus, ich bestehe nur aus Fassaden, die alle funktionieren, aber, wenn man die wegräumt, da bleibt kein Kern.  Das haben wir aufgelöst, damit Weiterleben möglich war.

„Meine Mutter hatte bei mir jahrelang Hausverbot.“

Du bist dein Leben lang immer wieder öffentlich auf das Thema Schwulsein zurückgekommen, zum Beispiel mit Liederabenden und Lesungen. Warum?

Weil ich das politisch für notwendig halte. Das Volk muss sich dran gewöhnen, dass die Welt bunt ist.

Ein Tadel für die Deutsche AIDS-Hilfe

Du warst politisch sehr aktiv und unerschrocken. Sich in den 80ern mit HIV/Aids in eine Talkshow zu setzen, war …

(unterbricht) Ich weiß nicht, ob man das nicht zu hoch bewertet. Das ist nichts im Vergleich dazu, mit euch Strategien zu schmieden. Das ist der pure Masochismus!

Ein Beispiel, bitte!

Das EKAF-Statement 2008. (Das Papier der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen war 2008 die erste wissenschaftliche Veröffentlichung, die besagte: HIV ist beim Sex unter einer gut wirksamen Therapie nicht mehr übertragbar.)

Ich finde es nach wie vor empörend, dass die Deutsche AIDS-Hilfe damals nicht sofort per Presseerklärung gesagt hat: „Wunderbar, das Schlimmste ist vorbei. Wir sollten jetzt ein riesiges Fest feiern!“. Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein. Das ging zu Lasten der Positiven. Das ging zu Lasten der Negativen. Das ging zu Lasten des gesamten sexuellen Lebens, denn es erhielt die Angst aufrecht.

Du bist nicht nur als Anwalt der sexuellen Lust aufgetreten, sondern auch für das Recht auf Rausch. Warum?

Ich erinnere mich an den Moment, als mein Freund Jörg so richtig krank wurde. Wir waren 12 Jahre zusammen. Ich bin mit in seine WG gezogen. Am Schluss ist er erblindet, saß im Rollstuhl und konnte nicht mehr sprechen. Du gehst zur Arbeit und jemand sagt dir: „Bleib hier. Ich habe Angst“. Das ist nicht auszuhalten. Ich habe mir gesagt: Kein Tropfen Alkohol, sonst gehst du aus der Sache als Alkoholiker raus. Gras legt einen leichten Schleier über das Leben. Genau das brauchte ich, um abends aus der Geschichte mal rauszukommen. Heute finde ich es einfach angenehm.

„Ich war neidisch auf meinen sterbenden Freund.“

Wie hast du das große Sterben damals überhaupt ausgehalten?

Es ging ja nicht anders. Aber es war zum Kotzen. Ich war durchaus auch neidisch auf meinen Jörg. Der lag da, Gott und die Welt kümmerte sich, streichelte, machte, tat. Der brauchte sich um nichts mehr kümmern. Wer die Miete bezahlte, war völlig wurscht. Ich habe gedacht: Danach wäre mir jetzt auch.

Zugehörigkeit und Wertschätzung

Du hast vorhin auch gesagt: Es fällt dir auch leicht zu gehen, weil du ein erfülltes Leben hattest. Woran denkst du dabei?

Mir war immer wichtig, Teil einer Sozialität zu sein. Mit meinem Exhibitionismus auf Bühnen hatte ich ein bunt gemischtes Publikum aus Mandanten, der linken Szene, der Schwulenszene. Da gehörte ich dazu und erfreute mich einer Wertschätzung. In Offenbach bin ich bis heute verbunden mit Leuten vom Freiwilligenverein bis zum Oberbürgermeister. Nichts rein Schwules, nichts rein Heterosexuelles, sondern eine Mischung quer durch den Gemüsegarten. Aids hat übrigens auch viele tolle Menschen zusammengebracht.

Welche Rolle hat Sexualität für deine glücklichen Momente gespielt?

Die war wichtig. Wobei man sagen muss: Die genialen Liebhaber kann ich locker an einer Hand abzählen. Vieles war vergnüglich. Aber es gab auch vieles, das keine Wiederholung verlangte. Heute spielt Sexualität keine Rolle mehr.

Abgeschlossen?

Mit den Medikamenten, die ich nehme, könnte ich Viagra, Cialis und eine Ginsengwurzel gleichzeitig einwerfen, das würde überhaupt nichts nützen. Ich gehe lieber in die Sauna und lasse mich von meinem Lieblingsmasseur eine Stunde massieren. Da bin ich besser dran, als wenn jemand fünf Minuten lieblos an mir rumfummelt.

Und doch hast du auch die flüchtigen Formen der Sexualität immer sehr mit verteidigt.

Es wäre schäbig gelogen, wenn ich sagen würde, das hat nie eine Rolle gespielt.

Aber nicht jeder verteidigt diese Art Sexualität öffentlich. Warum du?

Weil sie so wichtig ist. Und ich kann mich erinnern, wie es auch in Marburg eine Gang gab, die gerne mal Schwule verkloppte. Ich kenne noch die Zeiten, wo der Wirt erstmal vor der Tür nach links und rechts guckte, wenn ein Gast gehen wollte, um zu sehen, ob es gerade sicher war.

Öffentliche Wahrnehmung

Gibt es in deinem Aktivistenleben so etwas wie einen Meilenstein? Etwas wirklich Entscheidendes?

Wenn man so will, die Veröffentlichung der „Notate“.

Dein erstes Buch mit dem Untertitel „Aus dem Leben eines HIV-infizierten schwulen Mannes“. Warum war das so wichtig?

Zum einen finde ich das Buch gelungen, nicht weinerlich. Ich habe es in Marburg in einem kleinen Theater vorgestellt, mit einem Pianisten und einem Sänger. Ich habe mit dem Sterben angefangen und mit dem Coming-out geendet, das Publikum in Verzweiflung gestürzt und wieder rausgezogen, so dass am Schluss alle ganz beschwingt waren. Das war klasse.

Und warum war das ein Meilenstein?

Ich habe mich zum ersten Mal so artikulieren können, dass Leute, die es wollten, mich wahrnehmen konnten. Bei uns zu Hause war es nicht üblich, wahrgenommen zu werden.

„Geht gefälligst gut miteinander um!“

War es auch das Bedürfnis, das Leben mit HIV sichtbar zu machen?

Nein, das habe ich ja sowieso. HIV und Schwulsein waren nicht wirklich mein Problem. In dem Buch standen sehr gemischte Geschichten drin, bis hin zu  meiner Lieblingstante.

Letzte Worte

Gibt es eine Botschaft, die du heute der Nachwelt hinterlassen  möchtest?

Wenn überhaupt, dann würde ich sagen: Dass die Ängste schlimmer sind als die Realität. Wobei ich mir das auch habe erkämpfen müssen.

Hast du so etwas wie einen letzten Auftrag an die Deutsche AIDS-Hilfe?

Gott bewahre!

An die Community?

Nein, nein, nein. Außer vielleicht: Geht gefälligst respektvoll miteinander um. Und lasst keine Gelegenheit aus, euch Freude zu fabrizieren.

Mehr zu Bernd Aretz:

Meldung zum Tod von Bernd Aretz

„Lob des Anstands eines Unanständigen“ (Porträt)

Digitales Kondolenzbuch für Bernd Aretz

70 Jahre zwischen Federboa und Trauerflo (zur Biografie von Bernd Aretz)

 

Leafly Deutschland NewsCannabis-Rezepte: Deutschlands Süden liegt vorn

In den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg werden wesentlich mehr Cannabis-Rezepte ausgestellt als im Rest Deutschlands. Cannabisblüten werden zwar seltener als Zubereitungen verschrieben, Blüten sind aber besonders umsatzstark. Das zeigen Analysen des Informationsdienstleisters INSIGHT Health.

Hohe Ausgaben der GKV für Cannabisblüten

Seit der Zulassung als Arzneimittel im März 2017 wächst der Umsatz mit Cannabis-Produkten in Deutschland deutlich. Von Juli bis September 2018 erzielten Cannabisblüten und cannabishaltige Zubereitungen (ohne Fertigarzneimittel) einen Umsatz von über 17 Millionen Euro innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das entspricht nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dieser Trend zeichnete sich bereits im Sommer ab. Denn da ermittelte die GKV mit Abstand die größte Steigerung ihrer Ausgaben für Cannabis als Medizin bei den unverarbeiteten Cannabisblüten. Darüber hinaus hatte sich der Bruttoumsatz zwischen Juni 2017 und April 2018 mehr als verfünffacht. (Leafly.de berichtete.)

Auf Cannabisblüten entfallen zwar weniger Cannabis-Rezepte als auf Zubereitungen (Rezepturarzneimittel), sie erzielen aber den größeren Umsatz. Das belegen auch die Daten der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Im Süden werden mehr Cannabis-Rezepte vergeben

In Deutschland gibt es starke regionale Unterschiede bei den Rezepten für cannabishaltige Zubereitungen und Cannabisblüten. Laut INSIGHT Health werden die meisten Rezepte pro GKV-Versicherten in Bayern und Baden-Württemberg ausgestellt. An zweiter Stelle liegen das Saarland und Hamburg, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Das Schlusslicht in Deutschland beim Verschreiben von Cannabis auf Rezept ist Sachsen. Danach folgen Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

Aufgrund der starken regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands bilanziert INSIGHT Health-Experte Oliver Hammel:

“Es ist möglich, dass in bestimmten Regionen Deutschlands noch Wachstumspotenzial für cannabishaltige Arzneimittel besteht.“

Rezepturarzneimittel beliebter als Fertigarzneimittel

Pharmazeutisches Cannabis wird in drei Formen auf den Markt gebracht: als Fertigarzneimittel, als Zubereitung (Rezepturarzneimittel) und als Cannabisblüten. Die Fertigarzneimittel, beispielsweise Sprays oder fertige Kapseln, beherrschten nach der Legalisierung von Cannabis als Medizin den Markt. Im Jahr 2018 stagniert das Wachstum in diesem Bereich jedoch. Ab Mitte 2018 hat die Zahl der Verordnungen cannabishaltiger Zubereitungen die Verordnungen von Fertigarzneimitteln klar überholt. Zubereitungen (Rezepturarzneimittel) sind vom Apotheker hergestellte Medikamente, etwa in Form von Kapseln oder Tropfen.

Cannabispatienten im Durchschnitt 55 Jahre alt

Die INSIGHT Health-Daten zeigen auch, dass das Klischee des „jungen Kiffers“, der sich seine Drogen über Rezept besorgen will, nicht der Realtität entspricht. Denn der Altersdurchschnitt der Cannabispatienten liegt bei 55 Jahren. Weibliche Patientinnen sind mit 58,6 Jahren im Durchschnitt etwas älter als die männlichen Patienten. Die Männer haben ein Durchschnittsalter von 52,5 Jahren.

INSIGHT Health ist einer der führenden Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt mit Sitz in Waldems-Esch und Niederlassungen in Berlin, Wien und Baar.

Foto: obs/Insight Health

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Leafly Deutschland NewsOnline-Petition für Medizinalhanf in Brasilien

Ende November haben wir bereits darüber berichtet, dass der rechtsextreme designierte Staatspräsident Jair Bolsonaro eine drakonische Drogenpolitik in Brasilien einführen will und sich gegen die Reform des Cannabisgesetzes ausspricht. In einem Medienbericht heißt es jetzt, dass eine Online-Petition für pharmazeutisches Cannabis im brasilianischen Senatskomitee Zustimmung gefunden hat.

Hunderttausend Bürger unterzeichnen Online-Petition

Die Online-Petition unterzeichneten mehr als 100 000 brasilianische Bürger. Es wird die Legalisierung von Cannabis als Medizin gefordert. Senatorin Marta Suplicy erklärte, dass Beweise dafür vorliegen, dass Cannabis eine Vielzahl von Erkrankungen – von Schmerzen bis zu Epilepsie – wirksam behandeln kann, und sie betonte, dass es wichtig sei, das Problem ernst zu nehmen.

„Wir können das Thema nicht auf eine politische Diskussion beschränken. Vor allem müssen wir uns einfühlen und uns in andere hineinversetzen. Auf diese Weise können wir als Gesetzgeber den wahren Kern der Gesundheitsfürsorge verteidigen, nämlich die Linderung des menschlichen Leidens“, führte Suplicy aus.

Dank der Online-Petition billigte der Sozialausschuss des brasilianischen Senats die Gesetzgebung für Medizinalhanf. Es erfolgt jetzt die Prüfung in Bezug auf die Verfassung von der Kommission. Auch die Abgeordnetenkammer muss zustimmen.

Vorgeschichte: Arbeiterpartei legt Gesetzesentwurf vor

Die brasilianische Arbeiterpartei hatte vor kurzem im Unterhaus einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Dieser sieht die Legalisierung von Cannabis für Freizeitzwecke und Medizinalhanf vor. Der Cannabisverkauf sowie der Anbau von bis zu sechs Cannabispflanzen soll erlaubt werden.

Der Politiker Paulo Teixeira erklärte, dass der Gesetzesentwurf von den internationalen Entwicklungen inspiriert sei. Während Cannabis in den USA jedoch auf der Bundesebene eine verbotene Substanz bleibt und sich die einzelnen US-Bundesstaaten ihre Autonomie erkämpfen müssen, hat Brasilien im Jahr 2006 Cannabis entkriminalisiert.

Es ist unklar, wie es mit den beiden Gesetzesvorschlägen in Brasilien weitergehen wird. Denn die größte Hürde ist und bleibt Präsident Jair Bolsonaro, der gegen die Legalisierung ist und strikte Anti-Drogen-Gesetze durchsetzen will. Auch die Ermutigungen von Senatorin Suplicy, an diejenigen zu denken, die Cannabis Medizin benötigen, dürfte bei Bolsonaro auf taube Ohren stoßen.

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Deutscher Hanfverband NachrichtenMarlboro macht Cannabusiness | DHV-Video-News #187

Marlboro macht Cannabusiness | DHV-News #187

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Die Hanfverband-Videonews vom 14.12.2018

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  • DHV-Weihnachtsspendenaktion
  • Haucap-Studie bleibt Thema im Bundestag
  • Urteil: Keine Kostenerstattung für ADHS-Patienten
  • "Marlboro" steigt mit 1,8 Milliarden ins Cannabis-Geschäft ein
  • Österreich: Regierung für und gegen CBD
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Leafly Deutschland NewsHanafsan Sachpreise beim Weihnachtsgewinnspiel

Im Zuge unseres umfangreichen weihnachtlichen Gewinnspiels habt Ihr nun die einmalige Gelegenheit, einen der folgenden tollen Preise von Hanafsan zu ergattern!

Diese Sachpreise von Hanafsan gibt es zu gewinnen:

  • 1x 10% CBD-Öl
  • 1x 5% CBD-Öl
  • 1x Protein Shake Vanille
  • 1x Protein Shake Schokolade
  • 1x Protein Shake Kokosnuss

CBD-Öl

Das CBD-Öl von Hanafsan kommt in einer praktischen Pipettenflasche zur optimalen Dosierung. Die Flaschen enthalten je 500 mg bzw. 1000 mg  Cannabidiol (CBD), dies entspricht 5 % bzw. 10 % CBD-Gehalt. Dieses 100 % natürliche Vollspektrum-Hanf-Extrakt wurde nach pharmazeutischem Standard Good-Manufacturing-Practice (GMP) produziert und in Österreich durch die Dr. Feurstein Medical Hemp GmbH weiter verarbeitet.

 

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Protein Shakes

Das Hanafsan Hanfpulver enthält bis zu 40 % Bio-Hanfprotein, alle essenziellen Aminosäuren und Ballaststoffe. Hanfprotein ist aus ernährungsphysiologischer Sicht kaum zu überbieten und äußerst beliebt bei Sportlern, Veganern und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten. Für die Protein Shakes von Hanafsan werden ausschließlich Bio-Zutaten von höchster Qualität und natürliche Aromen verwendet. Außerdem sind sie zu 100 % vegan und glutenfrei. Zu gewinnen gibt es die Shakes jeweils einmal in den Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Kokosnuss.

Weitere Informationen zu den Hanafsan.

Weihnachtsgewinnspiel: Mitmachen ist ganz einfach

Beantwortet uns ein paar Fragen per E-Mail und ihr seid automatisch im Topf für die Verlosung für das Weihnachtsgewinnspiel!
Die E-Mail schreibt ihr an: kontakt@leafly.de. Betreff: Weihnachtsgewinnspiel 2018.

  1. Was hat euch in 2018 am besten auf Leafly.de gefallen?
  2. Welche Themen interessieren euch am meisten?
  3. Was wünscht ihr euch von uns für die Zukunft?
  4. Welchen Gewinn möchtet ihr gerne haben?
  • Noch bis zum 26.12.2018 um 23:59 Uhr habt ihr die Chance zur Teilnahme
  • Die Gewinner werden per E-Mail von Leafly.de bis zum 31.12.2018 schriftlich benachrichtigt
  • Die Namen der Gewinner werden hier auf der Webseite und bei Facebook veröffentlicht

Mehr zum Leafly.de Weihnachtsgewinnspiel und den Teilnahmebedingungen 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir auch über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Hanf Journal NewsNeuseeland verabschiedet ein fortschrittliches Medizinalhanfgesetz

  Sterbenskranke dürfen ab sofort auch Schwarzmarktcannabis nutzen.     Schon im Oktober 2017 wurde bekannt, dass die neue Premierministerin Neuseelands Jacinda Ardern einen Umschwung in der Cannabispolitik anstrebt. Mittels Volksentscheiden plante die aufgeschlossene Dame, dass Marihuana für Genusszwecke binnen der folgenden drei Jahre für die Bevölkerung legal erhältlich gemacht werden solle. Um einen Schritt in…

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Der Artikel Neuseeland verabschiedet ein fortschrittliches Medizinalhanfgesetz erschien zuerst auf Hanfjournal.

Leafly Deutschland NewsCannabisentzug: Hydrolasehemmer soll helfen

Forscher vom Connecticut Healthcare System in West Haven berichten im Rahmen ihrer Studie, dass der Cannabismissbrauch in vielen Ländern zu erheblichen Problemen führe. So erfüllten in US-Studien ungefähr 30 Prozent der Cannabiskonsumenten die DSM-IV-Kriterien für Missbrauch und Sucht. Für den Cannabisentzug habe sich bisher noch keine medikamentöse Therapie etabliert.

In Tierversuchen konnten die Forscher zeigen, dass eine Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) vielversprechende Ergebnisse zeigte. So spaltet die Hydrolase körpereigene Cannabinoide (Endocannabinoide) wie Anandamid, sodass diese Blockade zu einem erhöhten Endocannabinoidspiegel führte. Dies soll Symptome des Cannabisentzugs wie Verlangen, Reizbarkeit, Gewichtszunahme und Insomnie dämpfen.

Cannabisentzug: Symptomlinderung mit FAAH-Hemmer

An der Studie nahmen 70 Männer im Alter von 28 Jahren teil, die auf Cannabis verzichten wollten. Alle Probanden erfüllten die DSM-IV-Kriterien für eine Abhängigkeit. Vor der Studie hatten die Probanden im Durchschnitt drei bis vier Joints täglich über mehrere Jahre inhaliert. Des Weiteren heißt es, dass eine weitere Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie gewesen sei, dass sie mindestens einen erfolglosen Cannabisentzug mit Entzugserscheinungen hinter sich hatten.

Im Rahmen der Studie erhielten zwei Drittel der Probanden jeden Tag 4 Milligramm des neu entwickelten FAAH-Hemmers PF-0445784. Das restliche Drittel erhielt ein Placebo. Dabei dauerte der stationäre Cannabisentzug fünf bis acht Tage. Danach konnten die Teilnehmer nach Hause gehen und sollten die Medikation weitere drei Wochen einnehmen.

Ergebnisse der Studie

Mithilfe der „Marijuana Withdrawal Symptom Checklist“ hielten die Forscher die Entzugssymptome der Teilnehmer während des Klinikaufenthaltes fest. Schon am ersten Tag zeigten sich deutliche Unterschiede. So erreichte die Placebogruppe 11,0 Punkte und die FAAH-Hemmer-Gruppe 6,0 Punkte. Am zweiten Tag war die Differenz am größten mit 5,7 Punkten. Anschließend näherten sich die Werte unter Placebo und Verum an. Am Ende des stationären Aufenthaltes gab es noch eine Differenz von 1,4 Punkten (9,0 vs. 7,6 Punkte). Demnach gab es nur an den ersten beiden Tagen signifikante Unterschiede. Dennoch ließen sich die Symptome des Cannabisentzugs zu Beginn der Entwöhnung laut den Forschern deutlich reduzieren.

Die Teilnehmer in der Placebogruppe rauchten nach vier Wochen wieder 1,3 Joints pro Tag. Hingegen rauchten die Teilnehmer aus der FAAH-Hemmer-Gruppe nur 0,4 Joints pro Tag. Das heißt also, dass 70 Prozent weniger geraucht wurde. Um die Angaben der Teilnehmer zu sichern, untersuchten die Forscher die THC-Metaboliten im Urin der Teilnehmer. Es zeigte sich, dass die THC-Metaboliten bei den Männern der FAHH-Hemmer-Gruppezweieinhalbfach niedriger war als bei den Teilnehmern in der Placebogruppe.

Darüber hinaus heißt es, dass die Probanden mit dem FAAH-Hemmer besser schlafen konnten. Auch auf der Depressions-, Angst- und Reizbarkeitsskale schnitten sie besser ab. Mit 88 Prozent wurde die Adhärenz als hoch bewertet. Jeweils 17 Prozent in beiden Gruppen hatten die Therapie abgebrochen. Zudem nannten 46 Prozent mit Placebo und 43 Prozent mit Verum unerwünschte Nebenwirkungen.

Studie wirft neue Fragen auf

Im Ergebnis heißt es, dass die Studie erstmals Hinweise auf den Nutzen eines FAAH-Hemmers zum Cannabisentzug ergeben habe. Jedoch werfe die Studie auch einige Fragen auf, denn mit vier Wochen war sie relativ kurz. Man dürfte also auf Langzeitergebnisse zur Abstinenz gespannt sein. Ebenfalls bleibt unklar, ob sich die Alltagsfunktion der Cannabiskonsumenten mit den FAAH-Hemmern verbessert.

 

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Leafly Deutschland NewsCannabis-Neubewertung: WHO hält Ergebnisse zurück

Update vom 14. Dezember 2018

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält die Ergebnisse der Cannabis-Neubewertung zurück. Nicht nur vor der Öffentlichkeit – sondern offensichtlich auch vor der Bundesregierung. Das ergab eine Anfrage der Grünen.

Dr. Kirsten Kappert-Gonther erkundigte sich in der Fragestunde des Deutschen Bundestages danach, welche Ergebnisse das Treffen des ECDD (Expert Committee on Drug Dependance) der WHO gebracht hätte. Das Bundesministerium für Gesundheit antwortete darauf, dass die Ergebnisse der Sitzung nicht bekanntgemacht wurden, weshalb sie der Bundesregierung noch nicht vorlägen.

Darüber hinaus stellt die Regierung klar, dass sie selbst bei einer zukünftigen Abstimmung an einen „noch zu verabschiedenden Beschluss“ vom Rat der Europäischen Union gebunden sei.

 

Ursprüngliche Nachricht vom 8. Dezember 2018

Ende November berichteten wir, dass die Suchtstoffkommission (CND) der UNO vom 5. bis 7. Dezember in Wien tagt. Die Cannabis-Neubewertung ist maßgeblich für die rechtliche Einstufung. Nachdem Cannabis im Jahr 1954 als gefährliche Substanz klassifiziert wurde, führte dies fast zu einem weltweiten Verbot der Cannabispflanze.

In einem Medienbericht heißt es, dass viele Indizien dafür sprechen, dass eine neue Klassifizierung von Cannabis ansteht und damit das Ende der weltweiten Prohibition eingeleitet wird. Zwar spricht die WHO lediglich eine Empfehlung aus, dennoch ist davon auszugehen, dass die UN Commission of Narcotic Drugs dieser folgt.

Cannabis-Neubewertung: WHO gibt keine Auskunft

Es wurde mit Spannung auf das Ergebnis der WHO gewartet und man war positiv gestimmt. Es sollte ein historischer Tag werden. Ein Sprecher der WHO erklärte jedoch einem fassungslosen Publikum, dass die Ergebnisse vertraulich seien. Es fand auch keine Bekanntgabe eines neuen Termins für die Veröffentlichung statt. Die Gründe dieser Entscheidung sind nicht bekannt und lassen viel Spielraum für Spekulationen über etwaige politische Motive.

Nach fast drei Jahren dieses Cannabis-Review-Prozesses ist ein solches Verhalten schwer zu verstehen. Befürworter, die aus Südafrika kamen, um die Veröffentlichung des Berichts mitzuerleben, waren durch den mangelnden Mut der WHO sichtbar erschüttert.

Kenzi Riboulet-Zemouli, der führende Vertreter der For Alternative Approaches to Addiction, Think & do tank (FAAAT) „enttäuscht sei, dass die WHO erneut beschlossen hat, ihre eigenen Regeln und Richtlinien nicht einzuhalten“. Die Gründe für diese Entscheidung der WHO erklärte er wie folgt:

“Die Länder brauchen Zeit, um diese Empfehlungen zu verstehen und zu billigen, bevor sie im März endgültig (mit einfacher Mehrheit) darüber abstimmen“.

Michael Krawitz, leitender Berater der FAAAT, führte noch aus, dass diese Entscheidung, die Ergebnisse zurückzuhalten, politischer Natur seien.

Es ist unklar, ob die Öffentlichkeit die Ergebnisse vor der Entscheidung der UNO erfährt. Wenn die Cannabis-Neubewertung allerdings so polarisierend ist, dass sie zunächst zurückgehalten wird, könnte dies auf ein positives Ergebnis hindeuten.

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Kein Wietpas!Gerichtsurteil: Wohnungskündigung wegen fünf Pflanzen ist zulässig

Eigenanbau ist in den Niederlanden ein kompliziertes Thema. Eigentlich ist der Anbau von bis zu fünf Pflanzen zugestanden, allerdings darf es nicht “zu professionell” sein. Im Falle von Mietwohnungen sieht das offenbar nochmal anders aus.

Woonpunt, eines der Wohnungsunternehmen, hat in seine allgemeinen Bedingungen aufgenommen, dass der Anbau von Cannabis unter keinen Umständen zulässig ist. Als die Polizei dann nach einem anonymen Hinweis in einer Wohnung des Unternehmens in Heerlen fünf Pflanzen mit einer durchschnittlichen Größe von 1,10m fand und das Unternehmen darüber informierte, beschloss das Unternehmen, der Mieterin zu kündigen.

Obwohl die Frau zwei Kinder im Alter von zehn und fünfzehn Jahren hat, erklärte das Gericht in Maastricht dieses Vorgehen jetzt für zulässig. Damit stellte der Richter fest, dass die Duldung der Pflanzen für ein Unternehmen nicht gelten muss und durch die vertraglichen Bedingungen der Vermietung ausgehebelt werden kann.
Ronald Loonen, der Anwalt der Frau, sagt, dass Richter nicht immer einer Räumung zustimmen. In einem ähnlichen Fall gab es einen Mann, der seit 20 Jahren in seinem Haus lebte und Cannabis für medizinische Zwecke anbaute. Er durfte in seinem Haus bleiben, weil ein vollständiges Verbot des Hanfanbaus in seinem alten Pachtvertrag nicht eindeutig geregelt war. Ein weiterer Faktor war, dass er eine Erkrankung hatte, für die er das Cannabis benutzte, und auch keine Unannehmlichkeiten verursachte.
Loonen stellt fest, dass die Wohnungsunternehmen mittlerweile ihre Verträge nachgebessert haben und eine solche Bestimmung mittlerweile fast immer enthalten sei.

Bei Cannabisanbau in einer Mietwohnung ist also dem Vermieter überlassen, ob es zulässig ist oder nicht.

taz Drogerie BlogFallende Kokainpreise

Am 7. Dezember 2018 wurde der Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) für das Jahr 2017 veröffentlicht. Der Bericht liefert umfangreiches Zahlenmaterial und Hintergrundinformationen zur Drogensituation in Deutschland. Die Preise und Reinheitsgehalte der auf dem Schwarzmarkt gängigen Drogen sind in dem Workbook Drogenmärkte und Kriminalität enthalten.

Die Sicherstellungsmenge von Kokain ging verglichen mit dem Vorjahr um 337 Prozent nach oben. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 1.870,60 Kilogramm Kokain beschlagnahmt, im Jahr 2017 waren es 8.165,94 Kilogramm. Die Beschlagnahmung einer solch großen Menge hatte jedoch keine Auswirkungen auf den Schwarzmarkthandel. Es wurden deswegen keine Lieferengpässe und auch keine Preissteigerungen beobachtet. Und auch die Reinheit des gehandelten Kokains hat deswegen nicht abgenommen sondern erstaunlicherweise um mehr als vier Prozentpunkte zugenommen.

Bemerkenswert ist hierbei die Tatsache, dass der mittlere Wirkstoffgehalt für die Straßenproben mit 78,4 Prozent etwas höher lag als auf der Handelsebene. Auf der mittleren Handelsebene lag dieser bei 76,4 Prozent und bei Großhandelsmengen wurde ein mittlerer Reinheitsgehalt von 77,2 Prozent eruiert.

Die Reinheit von Kokain im Zeitvergleich

Im Straßenhandel zeigte sich in den letzten Jahren eine signifikante Erhöhung des Wirkstoffgehaltes von Kokain. Vor zwei Jahrzehnten pendelte der Wirkstoffgehalt von im Kleinhandel angebotenen Kokain in Deutschland gemäß Jahresberichte der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) zwischen 40 Prozent und 50 Prozent. Nach der Jahrtausendwende sank der Wirkstoffgehalt bis zum Jahr 2006. Kokain kam damals mit einem Wirkstoffgehalt von durchschnittlich 24,6 Prozent in den Straßenhandel. Seit dem hat sich der Wirkstoffgehalt mehr als verdreifacht und lag im Jahr 2017 bei durchschnittlich 78,4 Prozent.

Übersicht über die Entwicklung der Wirkstoffgehalte für Kokain in Deutschland als Zeitreihe von 1996 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.
Übersicht über die Entwicklung der Wirkstoffgehalte für Kokain in Deutschland als Zeitreihe von 1996 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Preisentwicklung von Kokain im Straßenhandel

Von 2003 bis 2017 sind die Preise pro Gramm Kokain in Deutschland im Straßenhandel um etwa 20 Prozent gestiegen, wobei in den Jahren 2014 bis 2016 die Preise sogar noch etwas höher lagen. In der folgenden Grafik sind die Preise für Kokain im Straßenhandel als Zeitreihe von 2003 bis 2017 dargestellt. In diesem Zeitraum betrug die Teuerung (Inflationsrate) insgesamt etwas mehr als 20 Prozent. Der Kleinhandelspreis für Kokain in Straßenhandelsqualität stieg somit etwa gleich stark wie die allgemeine Teuerung.

Kokainpreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Gramm von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.
Kokainpreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Gramm von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Kokainpreise bezogen auf den Wirkstoffgehalt

Da das Kokain im Straßenhandel heute mehr Wirkstoff enthält als in den vergangenen Jahren, erhält man heute im Straßenhandel mehr Kokain und weniger Streckmittel für sein Geld. Deshalb ist es von Interesse, wie viel man eigentlich für den eigentlichen Wirkstoff Kokain bezahlt. Hier zeigt es sich, dass man heute mehr Stoff für weniger Geld erhält.

Übersicht über die Entwicklung der Preise pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Kokain (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.
Übersicht über die Entwicklung der Preise pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Kokain (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Im Vergleich zum Jahr 2003 zahlte man beim Straßenhändler im Jahr 2017 deutlich weniger für ein Gramm Wirkstoff Kokain – durchschnittlich nur etwa halb so viel. De facto ist Kokain also in den letzten Jahren deutlich billiger geworden. Der Preis für eine Fahrkarte für Bus und Bahn zum Drogenhändler ist hingegen in der Zwischenzeit in Berlin um 33,3 Prozent teurer geworden. Das Ticket kostete im Jahr 2003 nur 2,10 Euro, heute bezahlt man dafür 2,80 Euro.

Safer Sniffing

Was nur wenige wissen: Auch das Teilen von Sniff-Utensilien wie Röhrchen oder Banknoten kann gefährlich sein. Schon kleine Verletzungen in der Nasenschleimhaut, welche gerade beim Sniffen durch scharfkantige Röhrchen entstehen können, genügen, um sich beispielsweise mit dem Hepatitis-Virus oder Herpes zu infizieren. Deshalb: Kein gemeinsames Benutzen von Röhrchen oder Banknoten beim Sniffen!

Weitere Safer-Use-Hinweise siehe: Fachinformation: Kokain

Leafly Deutschland NewsNeuseeland legalisiert Cannabis als Medizin

Parlament in Neuseeland verabschiedet Cannabisgesetz

Eine Gesetzesvorlage, die unheilbar kranken Menschen den Gebrauch von Cannabis erlaubt, wurde in der dritten Lesung im Parlament von Neuseeland verabschiedet. Das Cannabisgesetz wurde von Labour, Green Party und New Zealand First unterstützt. Das Gesetz beinhaltet auch die Einführung eines Lizenzierungsprogramms für die Erforschung, den Anbau und den Export von medizinischen Cannabis-Produkten. Ein medizinisches Cannabis-System muss innerhalb eines Jahres eingeführt werden.

Bei der zweiten Lesung der Gesetzesvorlage vor einigen Wochen kündigte laut Medienberichten Gesundheitsminister David Clark an, dass Änderungen an dem Entwurf vorgenommen werden würden. Dank dieser Änderungen wurde die Verwendung von medizinischem Cannabis auf alle Menschen ausgedehnt, die palliative Hilfe benötigen. Im ursprünglichen Entwurf war Medizinalhanf nur für diejenigen Patienten vorgesehen, die voraussichtlich nur noch ein Jahr oder weniger zu leben haben.

Seit 2017 regieren in Neuseeland Labour Party und New Zealand First, gestützt durch die Green Party. Mit der Bildung der Labour-geführten Regierungskoalition kam die Wende in der Cannabis-Politik in dem kleinen Land Down Under. (Leafly.de berichtete.)

National Party gegen Rauchen von Cannabisblüten

Die Nationalpartei hatte eine eigene Gesetzvorlage eingebracht, die auf mehr Evidenz bei der Verwendung von pharmazeutischem Cannabis setzt. Darüber hinaus ist der National Party besonders wichtig, dass das Rauchen von Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken verboten ist. Dass dies in dem verabschiedeten Gesetz jetzt nicht der Fall ist, kritisert der Sprecher für Gesundheitsspolitik von National, Shane Reti:

„Wir unterstützen medizinisches Cannabis, lehnen jedoch das Rauchen von Cannabisblüten in der Öffentlichkeit strikt ab. Geräucherte Blätter sind keine Medizin.“

Patienten geht das Gesetz nicht weit genug

Patientenvertreter zeigten sich ebenfalls enttäuscht von dem Gesetzentwurf, der ihnen nicht weit genug geht. Sie hatten darauf gehofft, dass die Behandlung mit Cannabis mehr Patientengruppen zugutekommen würde.

Der Vorstand der Stiftung Drug Foundation, Ross Bell, kann der Einigung aber auch Positives abgewinnen: Dass das Gesundheitsministerium innerhalb von 12 Monaten ein medizinisches Cannabis-System einführen muss, sei zu begrüßen.

„Für die Patienten und ihre Familien wäre es grausam gewesen, keine Gewissheit darüber zu haben, wann dieses wichtige System in Betrieb sein wird“, so Bell.

Umdenken in Sachen Cannabis-Politik

Die bisherigen Pläne der neuseeländischen Politiker beziehen sich nur darauf, Cannabis als Medizin zu legalisieren. Die Legalisierung für den Freizeitkonsum steht derzeit nicht auf der Agenda.

Die Green Party hatte im Wahlkampf ein Referendum zum Thema Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum versprochen. Dieses soll voraussichtlich noch vor Ende 2020 abgehalten werden.

In der neuseeländischen Öffentlichkeit gibt es eine breite gesellschaftliche Unterstützung für die Anwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken, beispielsweise gegen Schmerzen. Ebenso findet die Legalisierung zu Genusszwecken viele Unterstützer. Wie auch in Deutschland ist in Neuseeland Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Neuseeland hofft auf wirtschaftliche Vorteile

Befürworter hoffen, dass Medizinalcannabis der neuseeländischen Wirtschaft auf die Sprünge helfen könnte. Hikurangi Cannabis, in der kleinen, abgelegenen Stadt auf der Nordinsel Ruatoria ansässig, war dieses Jahr das erste von einer Handvoll kommerzieller Unternehmen, die für die Forschung zugelassen wurden. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Manu Caddy, erklärte, dass die Legalisierung von Cannabis als Medizin „für unseren Teil unseres Landes von Bedeutung sein wird, was die Schaffung von Arbeitsplätzen angeht“. Anwohner in einer der ärmsten Regionen Neuseelands hätten sogar mehr als eine Million Dollar ihres eigenen Geldes in das Unternehmen investiert, erklärt Caddy.

Auch der Geschäftsführer der Drug Foundation, Ross Bell, ist optimistisch, was die Gesetzesänderung für Gemeinden bedeuten könnte, in denen bereits ausgebildete Cannabis-Kultivierende illegal arbeiteten.

„Ich würde mir wünschen, dass Neuseeland eine heimische Industrie gedeihen lassen würde und eine, die (…) lokale Leute beschäftigt. Leute mit diesen vorhandenen Fähigkeiten, Leute, die derzeit auf dem Schwarzmarkt tätig sind“, sagte Bell. „Ich würde gerne sehen, wie sich diese Leute auf den legalen Markt begeben und nicht länger Kriminelle sind.“

Abe Gray, Kurator des Whakamana Cannabis Museums in Dunedin, setzt sich für die komplette Legalisierung von Cannabis ein. (Leafly.de berichtete.) Seiner Ansicht nach läuft Neuseeland Gefahr „vollständig zurückgelassen“ zu werden, wenn es Cannabis verbiete. Durch die Legalisierung könne das Land viel Geld sparen und würde von den Einnahmen aus den Verkäufen profitieren. Darüber hinaus könnte eine umweltfreundliche Agrarindustrie Neuseelands Abhängigkeit von der Milchindustrie ausgleichen.

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CAM - Arge Cannabis als Medizin ÖsterreichInformationen zu CBD-haltigen Produkten

Alle Informationen zu CBD-haltigen und Hanfprodukten von der Platform der VerbraucherInnengesundheit

Der Beitrag Informationen zu CBD-haltigen Produkten erschien zuerst auf CAM - Cannabis als Medizin.

Blog der Aidshilfe Deutschland„Ich nehme die PrEP, auch wenn ich gerade in einer monogamen Beziehung bin“

Milan ist einer der rund 5000 Männer, die an der internationalen PrEP-Studie DISCOVER teilnehmen. Mit ihr soll überprüft werden, ob sich das Kombinationsmedikament Descovy genauso gut für die HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe („Pillen zum Schutz vor HIV“) eignet wie der Vorgänger Truvada und die Truvada-Generika. Magazin.hiv begleitet den 27-Jährigen mit Interviews.

Milan, seit April 2017 läuft nun bereits die auf drei Jahre angelegte PrEP-Studie. Du hast also Halbzeit. Hat sich bei dir gesundheitlich etwas verändert?

Nein, alles ist in Ordnung. Bei den letzten beiden Routinechecks hat sich zwar die Praxis, die mich im Rahmen der Studie betreut, bei mir gemeldet, weil sie auffällige Werte registriert hatten, und ich musste dann noch mal hin.

„Zum Glück bin ich ganz gesund“

Aber es war beide Male falscher Alarm. Einmal dachten sie, ich hätte eine akute Syphilis-Infektion, aber eigentlich wussten sie ja, dass ich schon mal Syphilis hatte und deshalb immer noch Antikörper nachweisbar sind. Ein anderes Mal vermuteten sie, ich hätte entweder Hepatitis C – oder einen starken Muskelkater. Das zweite war dann auch der Fall.

Dass es bei den vierteljährlichen Checks fast immer einen Grund gab, weshalb ich noch einmal in die Praxis kommen musste, nervt ein wenig. Aber zum Glück bin ich ganz gesund.

Verträgst du weiterhin die Tabletten?

Ich merke überhaupt keine Nebenwirkungen. Ich habe mich an die Einnahme sehr gut gewöhnt.

Bekommst du von anderen Studienteilnehmern oder befreundeten PrEP-Nutzern mit, ob es ihnen mit den Checks ähnlich ergeht?

Seit unserem letzten Interview hat sich in meinem Leben etwas sehr Einschneidendes verändert. Damals war es noch nicht klar, wie es sich entwickeln würde, aber mittlerweile bin ich schon fast ein Jahr in einer festen Beziehung. Das hat große Veränderungen auch auf mein Sexleben und auf meinen Kontakt in die Szene. All die Bekannten dort, die auch die PrEP nehmen, sehe ich eigentlich gar nicht mehr und spreche deshalb mit anderen eigentlich kaum mehr über die PrEP.

Die PrEP gibt Sicherheit

Hat sich für dich durch die Beziehung die Notwendigkeit der PrEP verändert?

Ich will sie auf jeden Fall weiter nehmen, auch wenn ich jetzt keinen Sex mehr mit anderen Männern habe. Man weiß ja schließlich nie, was passiert.

Falls du morgen auf der Straße unverhofft jemanden triffst und mit ihm im Bett landest …

Ich mache so was eigentlich nicht, aber ich fühle mich mit der PrEP einfach besser. Für den Fall aller Fälle. Ich will natürlich auch meinen Freund damit schützen, indem ich mich schütze.

„Mit der PrEP schütze ich auch meinen Freund“

Wir kennen uns jetzt seit fast einem Jahr. Bevor wir uns kennengelernt haben, hatte ich schon meinen Flug zum Tel Aviv Gay Pride gekauft und bin im Juni auch hingeflogen. Dort hatte ich mich auch wieder mit jemandem getroffen. Für mich hat es sich schon deshalb gelohnt, die PrEP weiter zu nehmen. Ich gehe aber nicht mehr aus, um mit anderen rumzumachen.

Habt ihr für euch in der Beziehung euren HIV-Status geklärt?

Wir sind beide negativ. Und er weiß natürlich auch, dass ich auf PrEP bin. Er nimmt sie nicht. Er hatte zuvor aber auch noch nie Sex ohne Kondom.

War es für ihn ein Problem oder ungewohnt, beim Sex mit dir jetzt das Gummi wegzulassen?

Nein, ich hatte bei ihm keinerlei Verunsicherung gespürt, sondern er hatte sehr schnell Vertrauen zu mir aufgebaut. Und auch er hat keinen Sex außerhalb der Beziehung.

Ein Nutzen der PrEP sind auch die regelmäßigen Gesundheits-Checks

Und falls doch, bist du mit der PrEP auf der sicheren Seite.

Richtig (lacht). Ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber jetzt bin ich erst einmal in der Studie, und so lange werde ich die PrEP auf jeden Fall nehmen, auch wenn ich nun genau genommen in einer monogamen Beziehung bin und mich nicht um HIV sorgen muss.

Der Hauptvorteil, den ich jetzt für mich aus der PrEP ziehe, ist also nicht mehr wie zu Anfang in erster Linie der Schutz vor HIV, sondern dass ich regelmäßig alle drei Monate komplett durchgecheckt werde und so alles über meinen Körper erfahre.

Bei den Checks wird ja auch geprüft, ob die Medikamente die Nierenwerte oder Knochendichte beeinträchtigen. Machst du dir deswegen Sorgen?

Nicht, dass ich Angst davor hätte, aber ich habe in letzter Zeit doch mehr als früher darüber nachgedacht. Zumal, wenn man die Medikamente vielleicht tatsächlich sein halbes Leben lang nimmt – und zwar täglich. Und wenn es Langzeitfolgen gibt: Sind sie einschneidend, oder kann man sie in Kauf nehmen, weil die Vorteile der PrEP mögliche Langzeitfolgen bei Weitem überwiegen?

„Vor der PrEP haben mich Angst und Unsicherheit belastet“

Wenn die Studie im nächsten Jahr beendet wird, machst du dann trotzdem mit der PrEP weiter?

Ich denke schon – auch, wenn ich dann noch in einer Beziehung bin. Dafür habe ich mich viel zu sehr an diese Form der Sicherheit gewöhnt.

Vor der PrEP habe ich viel rumgemacht und bin immer wieder auch mal ungewollt Risiken eingegangen, mich mit HIV zu infizieren. Diese Angst und Unsicherheit haben mich wirklich belastet. Die PrEP hat mich davon befreit, und meine Befürchtung wäre nun, dass diese Angst wieder zurückkommen könnte, wenn ich die PrEP zum Ende der Studie abbreche.

Partnerschaft, PrEP und Partyszene

Die Möglichkeit, in Clubs ungezwungen und ohne langen Anlauf Sex zu haben, hatte vor einem Jahr noch eine große Bedeutung für dich. Wie ist heute dein Verhältnis dazu?

Ja, ich hatte den Wunsch, mich sexuell auszuleben, mit vielen Männern. Nun werde ich genießen, was ich jetzt habe: nämlich die Beziehung mit meinem Freund.

Ich gehe eigentlich gar nicht mehr in die Szene. Mir fällt jetzt auf, wie vieles einfach zur Gewohnheit geworden war. Ich habe trotzdem immer noch meine Dating-App auf dem Smartphone. Eigentlich brauche ich sie nicht mehr, weil ich ja niemand anderen treffen will. Aber ich habe die App noch nicht gelöscht, weil man dadurch zumindest das Gefühl hat, noch irgendwie zur Szene dazuzugehören.

Du benutzt die App also gar nicht mehr?

Nur ganz, ganz selten. Wenn ich mal unterwegs bin und nichts zu tun habe, dann habe ich wieder reingeschaut. Danach frage ich mich dann: Warum eigentlich?

Ich war, um ehrlich zu sein, mittlerweile von der Szene gelangweilt. Aber wenn man Single ist, geht man eben trotzdem aus. Man nimmt vieles einfach nicht wahr oder blendet es aus. Ich vermisse das alles gar nicht. Es dreht sich nicht mehr alles um die Partys, sondern ich nutze die Zeit nun viel mehr dazu, um die Stadt und die Kultur zu erleben.

„Ich habe die Partyszene sehr genossen, aber jetzt bin ich an einem anderen Punkt“

Wenn man nicht mehr in der Szene und auf den Partys ist, wird man dort auch nicht vermisst. Man kennt die Leute schon drei, vier Jahre, aber sie melden sich nur bei mir, wenn sie Sex haben wollen. Das will ich derzeit aber nicht, deshalb ist das Interesse an mir auch gleich wieder verschwunden.

Bedauerst du jetzt, mit dieser Distanz, dass du so viel Zeit in der Partyszene verbracht hast?

Nein, es war definitiv keine verlorene Zeit. Es geht um den Spaß am Leben, und ich möchte diese Erlebnisse und Erfahrungen nicht missen. Ich habe die Szene sehr genossen. Aber jetzt bin ich an einem ganz anderen Punkt in meinem Leben.

Wenn ich jetzt doch mal wieder in der Szene gehe, und das passiert vielleicht alle drei Monate, dann kommt mir vieles lächerlich vor.

Kannst du da ein Bespiel nennen?

Ich war mal bereits um Mitternacht in einem Club, es waren also noch kaum Leute da. Plötzlich stürmt da dieser junge Typ, den ich sogar kannte, auf die leere Tanzfläche und reißt sich sein T-Shirt vom Leib. Das war so absurd. Wem wollte er sich in diesem Moment eigentlich zeigen? Darum geht es doch nur.

Zwei Stunden später, die Party ist in vollem Gange, drängen sich auf diesem kleinen Podest ein halbes Dutzend Männer. Sie stehen so eng, dass sie sich kaum bewegen, geschweige denn tanzen können.

„Vielleicht kommt die Lust auf Szene und den Sex mit anderen wieder“

Dieser kleine Kasten ist in diesem Moment ihre Bühne, um sich und ihren Körper zu präsentieren. Aber hey, das sind erwachsene Leute! Ich habe mich dann gefragt: War ich vielleicht auch so? Es sind Kleinigkeiten, aber sie sie fallen mir erst jetzt auf.

Zumindest im Moment brauche ich das alles nicht mehr, weil es mir auch nichts gibt. Möglicherweise ist das aber nur eine Phase und die Lust auf all das und auf den Sex mit anderen kommt wieder. Wir werden es sehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Weitere Interviews mit Milan:

„Die PrEP ist nur ein Werkzeug, und man muss lernen, damit umzugehen“ (26.8.2017)

„Die PrEP befreit einen davon, immer an HIV denken zu müssen“(27.2.2018)

Weiterführende Beiträge zum Thema:

„Pillen zum Schutz vor HIV“: DISCOVER-Studie jetzt auch in Deutschland“ (magazin.hiv, 10.4.2017)

Interview: „Seit ich die PrEP nehme, ist mein Sex viel entspannter“ (magazin.hiv, 5.7.2017)

„PrEP? So was machen wir hier nicht!“ (magazin.hiv, 1.8.2017)

Leafly Deutschland NewsHausärzte halten Cannabis als Medizin für sinnvoll

Laut einer aktuellen Umfrage unter 300 Hausärzten in Deutschland finden sechs von zehn Hausärzte Cannabis eine sinnvolle Therapieoption. Trotzdem hat über die Hälfte der Befragten noch nie ein Rezept für Medizinalcannabis ausgestellt. Grund dafür ist der hohe bürokratische Aufwand. Das gab das Unternehmen Wayland in einer Pressemitteilung bekannt.

Das Vertrauen in den therapeutischen Nutzen von Cannabis als Medizin ist hoch: Nur 16 Prozent der befragten Ärzte zweifeln an der Wirkung. Immerhin 45 Prozent der Befragten haben mindestens ein Cannabis-Rezept ausgegeben. Davon haben lediglich vier Prozent im Jahr 2018 mehr als 50 Rezepte ausgestellt.

Aufwand und hohe Ablehnungsquote sind die größten Hindernisse für die Hausärzte

Die Cannabis-Therapie bringt für Mediziner viele Hindernisse mit sich: 64 Prozent der befragten Hausärzte finden, der Verschreibungsprozess sei zu aufwendig. Die Mediziner müssen zudem einen umfangreichen Antrag auf Kostenübernahme für die Krankenkasse ausfüllen sowie an einer anonymisierten Begleiterhebung teilnehmen.

Auch die Tatsche, dass die Krankenkassen häufig Cannabis-Anträge ablehnen, schreckt viele Ärzte ab: Für knapp die Hälfte der Befragten (47 %) ist das ein Hinderungsgrund. Darüber hinaus findet gut ein Viertel der Ärzte den Umgang mit pharmazeutischem Cannabis schwierig. Medizinalcannabis muss wie starke Schmerzmittel auf einem Betäubungsmittelrezept (BtM) verordnet werden. Die Cannabissorte sowie die genaue Dosierung müssen auf dem Cannabis-Rezept vermerkt sein.

Damit die Abgabe an Patienten reibungslos funktioniert, muss das Zusammenspiel mit der Apotheke gut funktionieren. Nur ein Drittel der Ärzte gibt an, dass dies der Fall sei. Bei den Apothekern sind sogar noch weniger – nämlich 22 Prozent – der Meinung, die Zusammenarbeit funktioniere gut. Dies ergab eine ähnliche Umfrage mit 300 Apothekerinnen und Apothekern im September. (Leafly.de berichtete.)

Auch Apotheken beklagen bürokratische Hürden

Genau wie die bei den Ärzten sehen auch 64 Prozent der Apotheker den Verordnungsprozess als zu aufwendig an. Ärzte würden viele Rezepte fehlerhaft ausstellen und wüssten nichts über die Lieferbarkeiten der Cannabis-Produkte. Beide Berufsgruppen, Ärzte wie Apotheker, bemängeln in den Umfragen die zeitintensive Kooperation und den hohen bürokratischen Aufwand.

Des Weiteren bewerten Ärzte und Apotheker das Thema Suchtpotential unterschiedlich: Rund ein Viertel der Ärzte sieht eine Gefahr der Abhängigkeit – bei den Apothekern sind es nur 13 Prozent. Darüber hinaus fürchten knapp die Hälfte der Ärzte, das falsche Klientel anzulocken, und haben Angst vor einem Regress. Bei den Apothekerinnen und Apothekern sind es nur 22 Prozent.

Schulung der Ärzteschaft gefragt

Die Teilnehmer der Umfrage wurden außerdem dazu befragt, welche zusätzlichen Angebote sie benötigen, um sicherer im Umgang mit Cannabis als Medizin zu sein. Hier wünscht sich mehr als die Hälfte der Ärzteschaft, dass die staatlichen Auflagen für die Abgabe des Medikaments vereinfacht werden.

Darüber hinaus besteht ein großer Bedarf an Schulung zum Thema Cannabis als Medizin: Knapp die Hälfte (45 %) der Ärzte fühlen sich noch nicht ausreichend geschult. Cannabis als Bestandteil des Studiums (31 %) oder mehr Fortbildungen (45 %) könnten hier Abhilfe schaffen.


Zur Umfrage

Die deutschlandweite Online-Umfrage wurde vom 22. November bis zum 6. Dezember von DocCheck Research im Auftrag von Wayland durchgeführt. Dafür wurden 300 Hausärzte (Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten) befragt. Bereits im September beantworteten 300 Apothekerinnen und Apotheker ähnliche Fragen. Dabei erfolgte die Rekrutierung der Teilnehmer nach einer Zufallsauswahl deutschlandweit. Die als Maricann Group gegründete und im September 2018 umbenannte Wayland Group ist ein Hersteller und Händler von Cannabis für medizinische Zwecke. Das Unternehmen ist in Burlington, Kanada, wie auch in München ansässig.

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Leafly Deutschland NewsCannabisrezept: ADHS-Patient scheitert vor Gericht

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat aktuell entschieden, dass Cannabis als Medizin keine anerkannte Ausweichbehandlung bei ADS/ADHS sei. Daher hat das Gericht die Ablehnung der Kostenübernahme für das Cannabisrezept durch die Krankenkasse bestätigt.

Cannabisrezept nur für schwerwiegende Erkrankungen

In dem Verfahren ging es um einen 31-jährigen Mann aus Göttingen, der an einer ADS/ADHS-Erkrankung leidet. Laut Gericht verursachte die Therapie mit Ritalin Schwäche, Appetit- und Kraftlosigkeit. Der Mann wandte sich an einen Arzt und Aktivisten, der ihm Cannabis zur Symptombehandlung empfahl. Da der Arzt über keine Kassenzulassung verfügt, sollte die Verordnung in Zusammenarbeit mit einem zugelassenen Allgemeinmediziner erfolgen, der dann ein Cannabisrezept ausstellt.

Die Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme mit der Begründung ab, dass keine schwerwiegende Erkrankung vorliege. Darüber hinaus sei die Verwendung von Cannabis bei ADHS medizinisch zweifelhaft. Im gerichtlichen Eilverfahren wollte der Patient die umgehende Versorgung mit Cannabis als Medizin erreichen.

„Nutzen von Cannabis bei ADHS zweifelhaft“

Das LSG hat nun die Rechtsauffassung der Krankenkasse bestätigt. Cannabis könne nur bei schwerwiegenden Erkrankungen verordnet werden. Bei dem Antragsteller sei die Diagnose ADHS aber nicht gesichert. So argumentierte das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in seiner Pressemeldung:

„Bei dem Antragsteller sei noch nicht einmal die Diagnose ADHS gesichert. Gesichert sei hingegen, dass er völlig auf die Medikation mit Cannabis fixiert sei. Der Arzt habe weder eigene Befunde erhoben, noch Diagnosen gestellt. Wegen seiner Therapiethesen sei er als Mediziner umstritten. Die medizinische Studienlage lasse den Nutzen von Cannabis bei dieser Erkrankung zweifelhaft erscheinen, denn Cannabis könne das Risiko für ADHS im Erwachsenenalter sogar steigern. Hyperaktive Symptome einer Erwachsenen-ADHS seien mit problematischem Cannabisumgang assoziiert.“

Piratenpartei kritisiert Urteil – Cannabis kann hilfreich sein bei ADS/ADHS

Die Piratenpartei Niedersachsen kritisiert das Gerichtsurteil. Nadine Witt-Luckmann ist Sprecherin für Drogen- und Suchtpolitik bei der Piratenpartei. Sie erklärt, dass es durchaus Studien gibt die zeigen, dass Cannabis bei ADS/ADHS helfen kann:

„Unabhängig von den speziellen Umständen um die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Klägers bemängeln wir die Einschätzung der Krankenkasse und des Gerichts, cannabishaltige Medikamente würden bei einer ADS-/ADHS-Erkrankung keine Wirksamkeit haben und die Symptome sogar verstärken,“ so Nadine Witt-Luckmann. „Denn sehr wohl gibt es Studien, die genau das Gegenteil belegen. So untersuchte der US-Amerikaner Dr. David Bearman unter anderem den Zusammenhang zwischen dem Endocannabinoidsystem und ADHS. Das Ergebnis: Die Wirksubstanzen in Cannabis, die Cannabinoide wie THC oder CBD enthalten, können den Körper dabei unterstützen, den bei ADS- und ADHS-Patienten vorhandenen Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Voraussetzung dafür ist, dass der Medizinalhanf bei ADHS bzw. ADS richtig dosiert und verabreicht wird. Und das sollte möglichst nicht in Eigenmedikamentation erfolgen, sondern unter ärztlicher Aufsicht. Und damit auch unter Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen.“

Nadine Witt-Luckmann bezieht sich in ihrer Argumentation auf den Artikel von Leafly.de zum Thema Cannabis bei ADHS und ADS.

Thomas Ganskow, kommissarischer Vorsitzender der Piratenpartei Niedersachsen, erklärt darüber hinaus, dass „das Bundesaufsichtsamt für das Arzneimittelwesen die Beurteilung, in welchen Fällen Cannabis-Medikamente verschrieben werden, den behandelnden Ärzten überlässt. Vielleicht hat der Kläger auch nur das Pech, die falsche Krankenkasse zu haben. Denn nicht alle sind so ablehnend gegenüber Cannabis-Medikamenten bei ADHS.“

Grüne und Linke wollen Therapiehoheit der Ärzte stärken

Die Linke wie auch die Grünen haben erst kürzlich jeweils einen eigenen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, um den sogenannten Genehmigungsvorbehalt der Kassen zu streichen. Nach den Plänen der beiden Parteien dürften die Krankenkassen in Zukunft keine Cannabis-Anträge und die Kostenübernahme für ein Cannabisrezept mehr ablehnen. Die Entscheidung, ob eine Therapie mit Medizinalcannabis sinnvoll ist oder nicht, würde dann komplett in den Händen der Ärztinnen und Ärzte liegen. Ziel ist, die Behandlung mit pharmazeutischem Cannabis zu erleichtern.

Für Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, untergraben die Krankenkassen mit ihren hohen Ablehnungsquoten den Sinn des Cannabisgesetzes:

„Unser Gesetzentwurf ist notwendig, weil die hohe Ablehnungsquote der Krankenkassen bei der Genehmigung der Kostentragung von Cannabis als Medizin, den gesetzgeberischen Willen unterläuft. Eine Ablehnung nach ärztlicher Indikation darf nur in „begründeten Ausnahmefällen“ gerechtfertigt sein. Dies ist offensichtlich nicht der Fall.“, erklärte Niema Movassat gegenüber Leafly.de.

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Hanf Journal NewsMehrzahl der Hausärzte hält medizinisches Cannabis für sinnvoll

  Verschreibungswillig sind jedoch nur die wenigsten Mediziner.     Seit dem 10. März 2017 ist Cannabis in Deutschland ein akzeptiertes verschreibungspflichtiges Medikament. Auch wenn wesentlich mehr Menschen im Land dank der Gesetzeseinführung von Cannabis als Medizin einen Zugang zum Heilmittel Hanf erhalten haben, als es die Politik vorhergesehen hat, bleibt es für viele Personen…

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Leafly Deutschland NewsMedizinalhanflegalisierung in Thailand

Auf einem Seminar zum Thema „Medizinische Verwendung von Cannabis: Erfahrungen Australiens, Kanadas und der Niederlande“ führte Chuanpit Choomwattana vom ONCB aus, dass die Medizinalhanflegalisierung mehrere gesetzgeberische Hürden durchlaufen müsse.

„Die National Legislative Assembly (NLA) ist die erste Hürde, um die Verwendung von Cannabis nur zu medizinischen Zwecken zu legalisieren“, so Choomwattana.

Weiter erklärte er laut einem Medienbericht, dass Cannabis als Medizin voraussichtlich im Februar 2019 legalisiert werde.

Die Government Pharmaceutical Organization (GPO) hat ihre Zusammenarbeit mit der Food and Drug Administration (FDA) und dem Narcotics Suppression Bureau begonnen. Geplant ist ein Forschungsprojekt zur Entwicklung und Herstellung von Medikamenten aus Cannabis. So hatte das Narcotics Suppression Bureau dem GPO bereits 100 Kilogramm beschlagnahmtes Cannabis für die Forschung zur Verfügung gestellt.

Der stellvertretende Premierminister und Justizminister des Landes Prajin Junthong eröffnete das oben genannte Seminar. Hierbei drückte er das Vertrauen in die lukrative Industrie von 55,8 Milliarden US-Dollar aus und erklärte:

„Thailand ist ein tropisches Land, das am besten für den Anbau von Cannabis geeignet ist. Das Königreich hat das Potenzial, weltweit führend in der Entwicklung und Produktion von Cannabinoid-Medikamenten zu sein, was die Effizienz der medizinischen Versorgung und Behandlung in vielen Patientengruppen verbessern würde.“

Medizinalhanflegalisierung ja – Volllegalisierung nein

Es ist bekannt, dass die Drogenpolitik in Thailand sehr streng ist. Der Konsum sowie der Besitz von Cannabis sowie anderen psychotropen Substanzen ist illegal. Teils drohen hier hohe Strafen. In den letzten Jahren fand jedoch ein kleiner Wandel in der thailändischen Drogenpolitik statt. Denn das Königreich beobachtete andere Länder und wie diese mit den Drogengesetzen umgingen. Hinzu kam vermutlich, dass auch Südkorea kürzlich die Medizinalhanflegalisierung durchführte (Lealfy berichtete).

Jetzt öffnet sich das stark konservative Thailand und strebt sowohl eine Entkriminalisierung als auch eine vernünftige Regulierung an. Dass Thailand Cannabis vollständig legalisiert, liegt noch in weiter Ferne. Die Medizinalhanflegalisierung scheint jedoch in greifbarer Nähe zu sein.

 

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Hanf Journal NewsDrogenpreise sind allgemein am Sinken

  Cannabis ist trotz höherer Verfügbarkeit aber teurer geworden …     Jährlich veröffentlicht die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) einen Bericht über die aktuelle Situation auf dem illegalen Drogenschwarzmarkt. Der sogenannte Reitox-Bericht gibt neben Nutzerzahlen – die davon berichten, dass ungefähr jeder vierte Deutsche in seinem Leben schon einmal eine verbotene Substanz…

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Leafly Deutschland NewsCBD-Konzentration im Blut erhöht sich mit Fett

Britische Forscher zeigten jetzt im Rahmen ihrer Studie , dass sich die Bioverfügbarkeit von Cannabidiol (CBD) bzw. die CBD-Konzentration um mehr als das Vierfache erhöhte, wenn gleichzeitig ein fettreiches Frühstück eingenommen wurde. Es handelte sich hierbei um eine placebokontrollierte Studie, an der zwölf Probanden teilnahmen. Diese erhielten entweder 1.500 Milligramm CBD auf nüchternen Magen oder aber zusammen mit einem fettreichen Frühstück. Alle Teilnehmer hatten mindestens zehn Stunden lang nichts gegessen. Und das ausgiebige Frühstück bestand aus rund 900 Kilokalorien, das die Probanden innerhalb von 20 Minuten aßen. Das CBD nahmen die Probanden 30 Minuten nach Beginn des Frühstücks ein.

CBD-Konzentration erhöhte sich um das Vierfache

Nach der CBD-Einnahme ohne Frühstück betrug die CBD-Konzentration im Blutplasma 330 Nanogramm pro Milliliter. Hingegen betrug die CBD-Konzentration nach der CBD-Einnahme und Frühstück 1.630 Nanogramm pro Milliliter. Weiter heißt es, dass die systemische Bioverfügbarkeit nach dem Frühstück ebenfalls um mehr als Vierfache erhöht war. Bei der systemischen Bioverfügbarkeit handelt es sich um ein Maß für den CBD-Gehalt, der in den Blutkreislauf gelangt und damit auch an die Wirkorte im Körper.

Pharmakokinetik und Verträglichkeit von hohen CBD-Dosen

Die Untersuchung der Forscher war Teil einer Reihe von Studien zur Pharmakokinetik und Verträglichkeit hoher CBD-Einzeldosen von bis zu 6.000 Milligramm, wiederholter Gaben von 750 Milligramm zweimal täglich oder 1.500 Milligramm in einer oralen Lösung.

An der Untersuchung nahmen sechs gesunde Probanden im Alter zwischen 18 und 45 Jahren teil. Sie erhielten CBD-Einzeldosen von 1.500, 3.000, 4.500 oder 6.000 Milligramm CBD. Zwei weitere Probanden in jeder Gruppe bekamen ein Placebo. Zudem erhielten neun Probanden 750 oder 1.500 Milligramm CBD zweimal täglich über sechs Tage. Drei weitere Probanden erhielten in jeder Gruppe ein Placebo. Zudem nahmen die Probanden die CBD-Dosis jeweils auf nüchternen Magen am frühen Morgen und abends zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit ein.

Auch eine hohe CBD-Konzentration war gut verträglich. Häufige Nebenwirkungen äußerten sich in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit und Schläfrigkeit, wobei diese gering bis moderat ausfielen. Starke oder schwerwiegende Nebenwirkungen gab es nicht und kein Teilnehmer musste die Untersuchung aufgrund von unerwünschten Nebenwirkungen abbrechen.

Ergebnisse der Untersuchung

Nach vier bis fünf Stunden war die maximale CBD-Konzentration im Blut erreicht. Beobachtet wurden außerdem stabile CBD-Konzentrationen im Blut nach zwei Tagen. So reichten zwei Gaben täglich aus, um innerhalb weniger Tage eine konstante CBD-Konzentration im Blut zu erreichen.

Die Forscher erklären das Ergebnis damit, dass Fett die Sekretion von Gallensäure im Darm verstärkt. Denn Gallensäuren lösen lipophile Substanzen, wozu auch Cannabinoide gehören. So können Gallensäuren die Aufnahme von Cannabinoiden verstärken. Ein anderer Erklärungsversuch der Forscher ist, dass große Teile des Cannabinoids bei der gleichzeitigen Einnahme von Fett durch das Lymphsystem des Darms resorbiert wurde. Infolge dessen wurde der Abbau des Cannabinoids durch die Leber verzögert.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Bioverfügbarkeit von CBD und anderen Cannabinoiden mit der Menge des eingenommenen Fetts vermutlich zunimmt.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Leafly Deutschland NewsEndoca Sachpreise Weihnachtsgewinnspiel

Endoca zählt zu den führenden Herstellern von Bio-Produkten mit CBD in Europa und die Qualität ihrer CBD-Öle wurde weltweit anerkannt. Beim großen Leafly.de Weihnachtsgewinnspiel stellen sie insgesamt 17 der 40 Sachpreise zur Verfügung.

Diese Sachpreise von Endoca gibt es zu gewinnen:

  • 1x RAW 3% Tropfen
  • 1x RAW 15% Tropfen
  • 1x RAW 300mg Kapseln
  • 1x RAW 1500mg Kapseln
  • 1x 500mg Zäpfchen
  • 1x 750mg Salbe
  • 1x 1500mg Körperbutter
  • 10x 20mg Lippen- und Hautbalsam

 

RAW 3% oder 15% Tropfen

Die Endoca RAW Tropfen werden aus der gesamten Pflanze hergestellt, die sowohl CBD als auch CBDa (Cannabidiolsäure) enthält. Da keine Wärme genutzt wird, bleibt das gesamte Spektrum an Cannabinoiden, Terpenen, Flavonoiden, Co-Faktoren und Makronährstoffen erhalten. Laut dem Hersteller hat das rohe CBD-Öl aufgrund ihres Gehalts an CBDa eine stärkere Wirkung und bessere entzündungshemmende Eigenschaften als decarboxyliertes CBD-Öl.

 

 

CBD-Kapseln Raw 3% oder 15%

CBD-Kapseln sind ideal für alle die, die den Hanfgeschmack nicht mögen. Endoca Bio-Hanföl Raw wird nicht erhitzt, sondern nach der Extraktion in seiner natürlichen Form belassen. Dadurch gibt es geringe Unterschiede in den Anteilen der Prozentwerte von CBDa (Cannabidiolsäue): 1-2% & CBD (Cannabidiol) +-1%. Eine Packung enthält insgesamt 30 Kapseln und einen Gesamtgehalt von 300mg oder 1500mg CBD. Je Kapsel ergibt dies einen Gehalt von 10 bzw. 50mg CBD. Die Gelkapseln sind vegan, glutenfrei, koscher und aufgrund ihrer glatten Struktur sehr einfach einzunehmen.

500mg CBD Zäpfchen

Zäpfchen stellen eine attraktive Alternative zur herkömmlichen oralen Aufnahme dar: Das CBD kann bei der rektalen/vaginalen Einnahme besser in die Blutbahn gelangen und muss nicht erst über die Leber verstoffwechselt werden. Bei CBD Zäpfchen werden erste Effekte meist innerhalb von 10-15 Minuten nach der Anwendung beobachtet. Diese Effekte dauern in der Regel vier bis acht Stunden an, je nach Physiologie und Toleranz gegenüber Cannabis. Eine Packung enthält 10 Zäpfchen à 50mg und hat somit einen Gesamtgehalt von 500mg CBD. Durch das besondere Herstellungsverfahren enthalten die Zäpfchen keinerlei CBDa.

 

750mg CBD-Salbe

Diese Pflegesalbe enthält unter anderem Vitamin C und E. Dadurch wird die Haut optimal vor Radikalen, wie Strahlung und weiteren Umwelteinflüssen geschützt. Besonders im Winter schützen die organischen, hochwertigsten natürlichen Öle und Butter die Haut. Daneben wird das in der Salbe enthaltene CBD (750mg) über die Haut aufgenommen und hilft beispielsweise bei Neurodermitis, Akne und Pilzinfektionen.

1500mg CBD-Körperbutter

Die CBD-Körperbutter verwöhnt die Haut mit wohltuenden Nährstoffen, wie Sheabutter, Kakaobutter, Kokosnussöl und Hanfsamenöl. Das in der Body Butter enthaltene CBD wird über die Haut aufgenommen und hilft laut Hersteller ebenfalls bei Neurodermitis, Akne und Pilzinfektionen. 1ml Körperbutter enthalten 15mg CBD. Eine Dose beinhaltet 100ml.

 

20mg CBD Lippen- und Hautbalsam

Gerade die kalte, trockene Luft im Winter strapaziert unsere Lippen übermäßig stark. Der Endoca CBD Lippenbalsam kann hierbei Abhilfe schaffen: Durch die entzündungshemmende, beruhigende und entgiftende Wirkung gehört trockene und spröde Haut der Vergangenheit an. Zusätzlich zu den organischen Inhaltsstoffen, wie Kokosöl und Bienenwachs, die die Haut schützen, wirkt das CBD bereits entstandener rissiger Haut entgegen und unterstützt somit den Wundheilungsprozess. Der Balsam kann sowohl auf die Lippen, als auch auf die Haut aufgetragen werden und ist dabei sogar essbar.

Alle Endoca Produkt sind selbstverständlich aus biologischem EU-Nutzhanf hergestellt, vegan und nach den GMP-Richtlinien zur guten Herstellungspraxis zertifiziert.

Weitere Informationen zu den Endoca Produkten.

Weihnachtsgewinnspiel: Mitmachen ist ganz einfach

Beantwortet uns ein paar Fragen per E-Mail und ihr seid automatisch im Topf für die Verlosung für das Weihnachtsgewinnspiel!
Die E-Mail schreibt ihr an: kontakt@leafly.de. Betreff: Weihnachtsgewinnspiel 2018.

  1. Was hat euch in 2018 am besten auf Leafly.de gefallen?
  2. Welche Themen interessieren euch am meisten?
  3. Was wünscht ihr euch von uns für die Zukunft?
  4. Welchen Gewinn möchtet ihr gerne haben?
  • Noch bis zum 26.12.2018 um 23:59 Uhr habt ihr die Chance zur Teilnahme
  • Die Gewinner werden per E-Mail von Leafly.de bis zum 31.12.2018 schriftlich benachrichtigt
  • Die Namen der Gewinner werden hier auf der Webseite und bei Facebook veröffentlicht

Mehr zum Leafly.de Weihnachtsgewinnspiel und den Teilnahmebedingungen 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir auch über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Marihuana Aktien - Informationen zu Cannabis InvestmentsCannabis-Aktien in Israel

Cannabis-Aktien in Israel Man munkelt, dass Israel voraussichtlich bis Ende des Jahres den Export von medizinischem Cannabis zulassen wird. Dies würde die Staatskasse ankurbeln und die wachsende Zahl von Firmen, die Farmen im Ausland gründen, verlangsamen. Israelische Unternehmen gehören zu den weltweit größten Herstellern von medizinischem Cannabis. Nach Schätzungen des Finanz- und Gesundheitsministeriums könnten die Exporte jährlich rund 1 Milliarde US-Dollar einbringen – aber einige Abgeordnete haben den aus Israel gezogenen […]

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenWie bin ich zu dem Thema gekommen ? | Meine Geschichte – Der Anfang

Dieses Video beantwortet die Frage wie ich zum Thema der „psychoaktiven Pflanzen & Substanzen“ gekommen bin. Welche Umwege zum Thema habe ich genommen? Was war der Einstieg? Das Interesse? Wieso bin ich beim Thema geblieben.
Außerdem bildet dieses Video somit auch den Anfang für meine Geschichte.

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: https://amzn.to/2B9wkt1

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Mini-Shisha: https://amzn.to/2Px9ssD

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenWIE Du Dein Cannabis VEREDELST

Ernten, trocknen, curen das Thema „Cannabis veredeln“ ist ein sehr umfangreiches. Darum sind wir in der neuen Folge, eingeladen bei Gärtner Olaf um uns einiges über das Thema und seinen Erfahrungen erzählen zu lassen.
Viel Spaß wünsche ich euch mit der aktuellen Folge,
Beste Grüße
Timm

***
In dieser Sendung werden Handlungen erwähnt und/oder gezeigt, die in Deutschland für bestimmte Personen illegal sind.
Der Besitz, Handel, Erwerb, und die Produktion von Cannabis sind in Deutschland für die meisten Menschen illegal und stellen eine Straftat dar.
GreenGermany will seine Zuschauer informieren und aufklären. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die betreffenden Handlungen nicht nachgeahmt werden sollen.
***

Instagram: https://www.instagram.com/green.germany/
Facebook: https://www.facebook.com/gg.greengermany/

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Leafly Deutschland NewsAntigua und Barbuda lockern Cannabis-Gesetz

Im November haben wir bereits darüber berichtet, dass die Cannabis-Legalisierung im Pazifik voranschreitet. Zuletzt legalisierte der Inselstaat Vanuatu Cannabis als Medizin (Leafly berichtete). Jetzt schließt sich auch der Inselstaat Antigua und Barbuda aus der Ostkaribik an und lockert das Cannabis-Gesetz.

Das neue Cannabis-Gesetz auf Antigua und Barbuda soll zwei Hauptfunktionen besitzen. Zum sind die Produktion, Verschreibung und Versorgung von Medizinalhanf zu regulieren. Und zum anderen sollen Rastafari sowie weitere religiöse Gruppen Cannabis bis zu einer bestimmten Menge für religiöse Zwecke besitzen und kultivieren können.

Antigua und Barbuda: Cannabis-Gesetzesänderung

Nach der Verabschiedung einer Gesetzesänderung im März diesen Jahres können alle Erwachsenen in Antigua und Barbuda legal 15 Gramm Cannabis besitzen. Außerdem dürfen sie vier Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anbauen.

Die neue Gesetzesvorlage erlaubt außerdem „einem Anhänger einer religiösen Gruppe, einschließlich, aber nicht beschränkt auf den rastafarischen Glauben“, sich bei der Behörde anzumelden, „um bis zu vier Cannabispflanzen zu kultivieren und bis zu 15 Gramm Cannabis für religiöse Zwecke besitzen zu dürfen.

Unterstützung erhält das Gesetz von Premierminister Gaston Browne. Dieser entschuldigte sich öffentlich für die brutale staatliche Diskriminierung von Menschen, die der Glaubensrichtung Rastafari angehören. In einem Medienbericht heißt es, dass Browne daran erinnere, wie die Polizei exzessive Gewalt gegen Rastafari Glaubensangehörige wegen angeblicher Cannabis-Straftaten ausübte.

Als Wiedergutmachung ist die Regierung bestrebt, Anhänger des Glaubens als Interessenvertreter in den Gesetzgebungsprozess des neuen Gesetzes einzubeziehen.

Cannabis für religiöse Zwecke

Im Januar wurden auf Antigua und Barbuda Rastafaris, verschiedene Gemeinschaftsgruppen und Organisationen sowie Kirchen öffentlich gebeten, Feedback und Vorschläge zur Reform des Cannabis-Gesetzes einzubringen. Einige Rastafaris äußerten Besorgnis über die Besitzgrenzen, die Anfang des Jahres eingeführt wurden.

„Für den Rasta-Mann und die Rasta-Familie sind diese Grenzen ein Witz. Wir trinken es, wir essen es, wir machen Öle und andere Dinge daraus. Ich begrüße die Anstrengung, aber es muss mehr getan werden. Ich denke immer noch, dass die Regierung es wie in Jamaika machen muss. Alles andere sehen wir als nicht akzeptabel an“, erklärte Kiyode Erasto Straker von der Ras Freeman-Community.

Rastafaris auf Jamaika sind vom Cannabisgesetz befreit.

Premierminister Gaston Browne hat einen parlamentarischen Auswahlausschuss ernannt. Hieran sind unter anderem Rastafaris und medizinisches Fachpersonal beteiligt. Dieser Schritt entspricht dem Versprechen der Regierung, die Legalisierung von Cannabis voranzutreiben. Durch das Gesetz wird außerdem die medizinische Cannabisbehörde auf Antigua und Barbuda eingerichtet. Deren Aufgabe besteht unter anderem darin, Fachärzte und Heilpraktiker über Cannabis als Medizin aufzuklären und wissenschaftliche Forschungsprotokolle für medizinische Zwecke zu führen.

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Hanf Museum in BerlinTelefonverfügbarkeit eingeschränkt

Zur Zeit ist das Hanf Museum nur eingeschränkt Telefonisch erreichbar. An dem Problem wird gearbeitet. Wenn Sie Kontakt aufnehmen möchten, z.b. für eine Führung, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns per eMail auf: info@hanfmuseum.de

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenTERA | DIE MIGHTY-KILLER-DAMPFGRANATE !!! | Vaporizer

Der TERA von Boundless ist nicht nur billiger als der Mighty, sondern für mich ein echter Mighty-Killer, weil zum Beispiel die Akkus einfach austauschbar sind . „Mehr Anzeigen“

Aber lasst euch von meinen Argumente im Video überzeugen, aber eines Vorweg – für mich eindeutig ein Mightykiller, da Akkus austauschbar sind und gleichzeitig sehr wertig ist. Dazu aber auch noch mit einem kraftvollen Heizelement echt genial :).

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Übrigens an die jenigen da draußen, wenn euer Konsum aus dem Ruder läuft, holt euch Unterstützung 🙂 hilfestattstrafe

http://www.dhs.de/einrichtungssuche

Inner Light von Kevin MacLeod ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution“ (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) lizenziert.
Quelle: http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1300021
Künstler: http://incompetech.com/

Leafly Deutschland NewsIndien: Klinische Studien zu Medizinalhanf geplant

Die klinischen Studien zur Verwendung von pharmazeutischem Cannabis sollen im Tata Memorial Center sowie im Krankenhaus in Raipur in Indien durchgeführt werden. Die diesbezügliche Forschung des Indischen Instituts für Integrative Medizin (IIIM) befindet sich derzeit im Aufbau. Das IIM ist Teil des Rates für wissenschaftliche und industrielle Forschung (CSIR). Der indische Rat für medizinische Forschung und die Abteilung für Biotechnologie sind ebenfalls an der Forschung beteiligt, heißt es in einem Medienbericht.

Rajendra Badwe, Direktor am Tata Memorial Center erklärte, dass Cannabis ein „Naturprodukt“ und keine „Droge“ sei. Zwei bedeutende chemische Komponenten der Cannabis-Pflanze seien Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Letzteres ist die primäre psychoaktive Komponente von Cannabis. Die neue Verbindung, an der die Wissenschaftler in Indien arbeiten, soll beide Komponenten enthalten.

Indien: Forschungsgenehmigungen liegen bereits vor

„Bei Cannabis gibt es viele Missverständnisse. Hauptsächlich wegen seines Missbrauchs aufgrund seiner psychotropen Komponente Tetrahydrocannabinol. Die beiden Verbindungen sind jedoch auch sehr effektiv bei der Schmerzlinderung “, führte Dr. Ram Vishwakarma, Direktor des IIIM, aus.

Darüber hinaus erklärte Vishwakarma, dass für eine „wirksame Schmerzlinderung“ beide Komponenten nötig seien.

In der frühen Phase der Forschung fand bereits die Durchführung von Tierversuchen statt. Eine entsprechende Genehmigung hierfür erhielten die Forscher durch die entsprechende Behörde  (Drug Controller General of India).

Das IIIM möchte auch die strengen Vorschriften in Indien beseitigen, die die Cannabiszucht verhindern. Für diese Forschung hat das IIIM vom Staat Jammu und Kashmir eine Sondergenehmigung für den Anbau begrenzter Cannabismengen eingeholt.

Indien: Legalisierung von Medizinalhanf

Die Kultivierung von Cannabis Indica sowie die Verwendung als Heilpflanze gibt es Indien schon seit Jahrtausenden. Dennoch ist Cannabis gemäß dem Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act von 1985 in Indien verboten, insbesondere der Anbau, die Produktion, der Besitz, die Verwendung und der Transport. Medien zufolge will sich das Land jetzt jedoch an den USA orientieren. So kündigte Maneka Gandhi, Ministerin für Kinder- und Frauenentwicklung, an, sich für die Legalisierung von Cannabis einzusetzen. Bei einem Treffen mit mehreren Ministern schlug die Ministerin vor, die Legalisierung von Medizinalhanf auch in Indien von Vorteil sein könnte.

„In einigen entwickelten Ländern wie in den USA wurde Marihuana legalisiert, was letztlich zu weniger Drogenmissbrauch führt. Inwieweit dieses auch in Indien möglich ist, sollte untersucht werden. Marihuana für medizinische Zwecke sollte legalisiert werden, vor allem, da es der Krebsbehandlung dienen könnte,“ führte Gandhi aus.

 

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Leafly Deutschland NewsVerdampfen erhöht Arzneimittelwirkung von Cannabis

Die Durchführung der Studie erfolgte durch die John Hopkins School of Medicine. An der Studie nahmen 17 Probanden teil, die im Monat vor der Durchführung kein Cannabis konsumierten. Die Forscher untersuchten die Applikationsformen Verdampfen und Rauchen. Hierzu analysierten die Forscher die Blutproben der Teilnehmer, die Cannabis mit 0, 10 und 25 Milligramm THC verdampfen oder rauchen sollten.

Ergebnisse: Verdampfen erhöht THC-Konzentration im Blut

Im Ergebnis heißt es, dass das Verdampfen von Cannabisblüten mit 10 Milligramm THC zu einer mäßigen Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen einherging. Hingegen führten 25 Milligramm zu deutlichen Arzneimittelwirkungen, Nebenwirkungen und ausgeprägten Beeinträchtigungen der kognitiven und psychomotorischen Fähigkeiten. Weiter heißt es, dass das Inhalieren von Cannabis mit einer höheren Arzneimittelwirkung einherging. Im Blut zeigte sich zudem eine höhere THC-Konzentration (Rauchen: 10,2 ng/ml vs. Verdampfen: 14,4 ng/ml).

Wann die Wirkung von Cannabis eintritt, ist von Konsument zu Konsument unterschiedlich. In der Regel beginnt die Wirkung nach der Inhalation nach ein bis zwei Minuten. Die Hauptwirkung ist dann nach ungefähr 15 Minuten erreicht, die dann bis zu vier Stunden anhält. Dabei werden die Cannabisblüten beim Vaporisieren oberhalb von 185 Grad Celsius verdampft. Durch das Erhitzen wandeln sich die Säuren THCA und CBDA in die Cannabinoide THC und CBD um, sodass ein inhalierbares Aerosol entsteht.

Die Studienteilnehmer, die 10 Milligramm Cannabis inhalierten, hatten im Vergleich zu den Cannabisrauchern eine höhere Rate für Arzneimittelwirkungen sowie für rote und trockene Augen. Bei einer Dosis von 25 Milligramm Cannabis traten bei einigen Teilnehmern nach dem Inhalieren häufiger paranoide Zustände auf als bei den Teilnehmern, die Cannabis rauchten. Ebenso war die Rate für Herzrasen bei 10 und 25 Milligramm unter dem Inhalieren höher als beim Rauchen. Das Gleiche galt auch für die Reizung des Halses, Gedächtnisschwäche, Nervosität und Angstzustände.

Verdampfen oder Rauchen?

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass es beim Inhalieren und Rauchen von Medizinalcannabis zu unterschiedlichen Arzneimittelwirkungen kommen kann. Dabei beobachteten die Forscher beim Inhalieren stärkere Effekte.

„Aus diesen Daten könnten regulatorische und klinische Entscheidungen über die Verwendung von Cannabis bei Erwachsenen abgeleitet werden, die zuvor nicht oder nur in geringem Maße exponiert waren”, führten die Forscher am Ende aus.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Hanf Journal NewsADHS-Patient hat keinen Anspruch auf Cannabis

    Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hat erheblichen Zweifel am Nutzen von Cannabis bei Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS)         Sadhu van Hemp     Einen mehr als seltsamen Beschluss in einem Beschwerdeverfahren hat gestern das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle veröffentlicht. Demnach ist die Weigerung der Krankenkasse, einem 31-jährigen ADHS-Patienten die Kosten für Medizinalhanfblüten zu…

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Leafly Deutschland NewsDickdarmkrebs und Cannabis als Medizin

Nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern ist der Dickdarmkrebs bei beiden die zweithäufigste Krebserkrankung. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass im Jahr 2018 rund 33.000 Männer und 26.000 Frauen neu an Darmkrebs erkrankt sind. Wenn von Darmkrebs gesprochen wird, ist in der Regel der Dickdarmkrebs (kolorektales Karzinom) gemeint. Grundsätzlich kann der Krebs aber in allen Darmabschnitten entstehen, also auch im Dünndarm und im Analbereich. Diese Tumore kommen jedoch wesentlich seltener vor als Tumore im Dickdarm.

Mediziner unterscheiden den Dickdarmkrebs wie folgt:

  • Rektumkarzinom: Der Tumor befindet sich hier im letzten Abschnitt des Dickdarms, und zwar im Mastdarm (Rektum).
  • Kolonkarzinom: Hier hat der Tumor höhere Abschnitte des Darms befallen.

Cannabis als Medizin hat sich besonders in Palliativmedizin als nützlich erwiesen und kann gegen Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und Angstzustände helfen. Einige Studien geben Hinweise darauf, dass Cannabinoide, insbesondere Cannabigerol, vermutlich in der Lage sind, das Wachstum von Darmkrebszellen zu hemmen. Beweise hierfür gibt es jedoch noch nicht. Dennoch lassen die unten aufgeführten Studien hoffen.

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Dickdarmkrebs und seine Ursachen

Die genauen Ursachen von Dickdarmkrebs sind noch nicht abschließend geklärt. Man weiß, dass sich ein Kolonkarzinom entwickelt, wenn die Zellen in der Dickdarmschleimhaut entarten und sich anschließend unkontrolliert teilen. Verschiedene Einflüsse können diesen Prozess begünstigen. Der Körper schafft es jedoch im Normalfall, die veränderten Zellen zu erkennen und auch zu beseitigen. Wenn dem Körper dies nicht gelingt, entarten die Zellen und wachsen unkontrolliert weiter, sodass infolge dessen ein Tumor entsteht.

Meist entsteht Darmkrebs nicht plötzlich, sondern entwickelt sich schleichend. Oftmals entsteht der Krebs aus Darmpolypen. Hierbei handelt es sich um kleine Vorwölbungen in der Darmschleimhaut, die gutartig sind. Sollten diese Polypen jedoch entarten, bilden sie Krebszellen, sodass Darmkrebs entsteht.

In den meisten Fällen von Darmkrebs lässt sich keine direkte Ursache feststellen. Genetische Faktoren können eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielen. Zudem existieren Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für eine Dickdarmkrebs-Erkrankung erhöhen können. Hierzu gehören:

  • genetisch bedingte Erkrankungen, wie zum Beispiel Gardner-Syndrom, HNPCC, Peutz-Jeghers-Syndrom oder familiäre adenomatöse Polyposis
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa)
  • Darmkrebs in der Familie, wenn der Betroffene bei Krankheitsbeginn unter 50 Jahre alt ist
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • ungesunde Ernährung (z. B. zu viel Fett und zu viel Fleisch)

Darüber hinaus spielt auch das Alter eine wichtige Rolle, wenn es um die Wahrscheinlichkeit für Dickdarmkrebs geht. Denn je älter man wird, desto höher ist auch das Erkrankungsrisiko. So tritt der Dickdarmkrebs nur selten vor dem 40. Lebensjahr auf. 90 von 100 Dickdarmkrebspatienten sind älter 55 Jahre und mehr als die Hälfte erkranken nach ihrem 70. Lebensjahr. Bei der Diagnose ist eine Frau im Durchschnitt 75 Jahre und ein Mann 72 Jahre alt.

Dickdarmkrebs: Welche Symptome können auftreten?

In der Regel entwickelt sich der Krebs im Dickdarm über eine längere Zeit hinweg, ohne dass er Symptome verursacht. Insbesondere in den frühen Krebsstadien fehlen oftmals typische Symptome. Mögliche Symptome von Darmkrebs können sein:

  • Blut auf dem Stuhl oder Blut im Stuhl
  • Stuhlgangveränderungen (z. B. Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall, häufiger Stuhlgang, bleistiftdünner Stuhlgang oder übel riechender Stuhlgang)
  • starke Blähungen, die ggf. mit Blut-, Schleim- oder Stuhlverlust einhergehen
  • wiederholte Darmkrämpfe (mindestens eine Woche lang)
  • Verhärtungen im Bauchraum, die tastbar sind
  • Appetitlosigkeit, Blässe, Müdigkeit, Leistungsabfall
  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Wenn derartige Beschwerden auftreten, sind die noch lange kein Beweis für Krebs. In vielen Fällen sind diese Symptome harmlos. Trotzdem sollten Betroffene sichergehen, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten und sich ärztlich untersuchen lassen. Das gilt vor allem dann, wenn im oder auf dem Stuhl Blut gefunden wird.

Dickdarmkrebs: Diagnose und weiterführende Untersuchungen

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die sicherste Methode, um den Krebs im Dickdarm zu diagnostizieren oder ausschließen zu können. Besteht der dringende Verdacht auf Dickdarmkrebs, wird der Arzt eine Darmspiegelung vorschlagen. Diese kann ambulant in einer gastroenterologischen Praxis durchgeführt werden. Während der Darmspiegelung kann der Arzt auch Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen entnehmen und kleinere Darmpolypen entfernen.

Wenn die Durchführung einer Darmspiegelung nicht möglich ist, beispielsweise dann, wenn es im Bauchraum zu Verwachsungen gekommen ist, kann alternative eine virtuelle Kolongrafie durchgeführt werden. Diese Untersuchungsmethode bietet den Vorteil, dass in den Darm kein Endoskop eingeführt werden muss. Die Darstellung der einzelnen Darmabschnitte erfolgt dann mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) oder der Computertomografie (CT). Von Nachteil ist hier jedoch, dass Schleimhautveränderungen und Darmpolypen nicht zu zuverlässig erkannt werden können.

Wenn sich der Verdacht auf Darmkrebs bestätigt hat, erfolgen weitere Untersuchungen, um das Krebsstadium bestimmen zu können. Wichtig sind hier Größe und Ausbreitung des Tumors. Außerdem muss untersucht werden, ob die Lymphknoten befallen sind und sich Metastasen gebildet haben. Beim Dickdarmkrebs bilden sich Metastasen oftmals in der Lunge oder in der Leber. Um diese Punkte klären zu können, werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Ultraschall des Bauches, um zu prüfen, ob sich in der Leber Metastasen befinden (ggf. auch MRT oder CT)
  • Röntgenaufnahme des Brustraums, um zu prüfen, ob sich in der Lunge Metastasen gebildet haben
  • Untersuchung des Enddarms (Tastuntersuchung)

Darüber hinaus erfolgt auch eine Blutuntersuchung. Insbesondere wird hier ermittelt, ob der CEA-Wert (Carcinoembryonales Antigen) erhöht ist. Hierbei handelt es sich um einen Tumormarker, der Hinweise darauf geben kann, ob möglicherweise eine Krebserkrankung vorliegt. Jedoch ist ein erhöhter Wert kein Beweis für eine Darmkrebserkrankung, denn eine Erhöhung des Wertes kann auch bei einer Entzündung vorkommen.

Darmkrebs: Behandlung und Therapien

Die Behandlung richtet sich vor allem danach, wie aggressiv der Tumor wächst, und ob er bereits Metastasen gebildet hat. Dabei stellt die Operation die wichtigste Therapiemethode dar. Denn in einem frühen Stadium ist Dickdarmkrebs mithilfe einer Operation gut heilbar. Bei einer Operation erfolgt dann die Entfernung eines Dickdarmteiles und die Enden werden aneinandergenäht. In seltenen Fällen ist es nach einer Operation erforderlich, vorübergehend einen künstlichen Darmausgang (Stoma) zu legen, damit sich der Darm leichter generieren kann.

Die weitere Behandlung ist davon abhängig, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte. Eine Chemotherapie kann ergänzend durchgeführt werden, um eventuell noch vorhandene Krebszellen abzutöten. Ebenso kann eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen, um einzelne Körperbereiche gezielt zu bestrahlen, zum Beispiel dann, wenn sich Metastasen gebildet haben.

Zielgerichtete Therapie

Neben der klassischen Chemotherapie mit Zytostatika kommen auch immer häufiger neue Medikamente bei vielen Krebserkrankungen zum Einsatz. Diese ähneln den Antikörpern des Immunsystems und richten sich gegen bestimmte Merkmale von Krebszellen. Oftmals werden diese Medikamente ergänzend bei Betroffenen eingesetzt, bei denen der Krebs bereits Metastasen gebildet hat. Beim Darmkrebs können die folgenden Medikamente infrage kommen:

Angiogenesehemmer: Wirkstoffe wie Evacizumab können die Bildung neuer Blutgefäße verhindern, sodass der Tumor nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird.

Wachstumsrezeptorblocker: Wirkstoffe wie Cetuximab oder auch Panitumumab können auf der Oberfläche der Darmkrebszellen bestimmte Rezeptoren blockieren. Der epidermale Wachstumsfaktor (EGF) bindet normalerweise an diese Rezeptoren. Infolge wird das Tumorwachstum gefördert. Mithilfe eines Wachstumsrezeptorblockers können die Rezeptoren besetzt werden. Allerdings sind diese Wirkstoffe lediglich bei Betroffenen wirksam, bei denen das K-Ras-Gen mutiert ist.

Darmkrebs: Krankheitsverlauf und Prognose

Wie bei allen anderen Krebsarten gilt auch beim Darmkrebs, dass je früher dieser erkannt wird, desto besser kann der Krankheitsverlauf beeinflusst werden und umso besser ist auch die Prognose. Wie sich ein Dickdarmkrebs entwickelt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Der Verlauf und die Prognose hängen auch davon ab, wie groß der Tumor ist, wie schnell er wächst, und ob bereits Metastasen in anderen Organen vorhanden sind. Wenn es bei einer Operation gelingt, den Tumor mit den angrenzenden Lymphknoten zu entfernen, sieht die Prognose bzw. die Heilungsaussicht gut aus.

Cannabigerol bei der Behandlung von Darmkrebs

Eine aktuelle Studie von israelischen Forschern zielte darauf ab, die zytotoxische Wirkung von Extrakten aus Cannabis auf Kolonkarzinomzellen und adenomatöse Polypen zu bestimmen. Im Ergebnis heißt es, dass Cannabisverbindungen, insbesondere das Cannabinoid Cannabigerol (CBG), bei den Darmkrebszellen einen Zellstillstand sowie einen apoptotischen Zelltod auslösten. Ebenso schienen sich die Cannabisverbindungen auch auf adenomatöse Polypen positiv auszuwirken, was auf einen möglichen zukünftigen therapeutischen Wert schließen lässt.

Forscher der University of Naples Federico in Italien beschreiben im Rahmen ihrer Studie im Jahr 2014 CBG als nicht-psychotropes Cannabinoid, das möglicherweise an der Karzinogenese (Tumorentwicklung) beteiligt sein könnte. Die Forscher untersuchten an Mausmodellen, ob CBG gegen eine Darmtumorentstehung schützen kann. CBG konnte unter anderem die Apoptose (Zelltod) verhindern das Zellwachstum der Darmkrebszellen reduzieren. Weiter heißt es, dass CBG in vivo das Wachstum von Xenotransplantat-Tumoren sowie die chemisch induzierte Kolonkarzinogenese inhibierte. CBG hemmte das Fortschreiten des Dickdarmkrebses in vivo und selektiv das Wachstum der Darmkrebszellen.

Cannabidiol (CBD) scheint ebenfalls das Krebszellenwachstum zu hemmen

Die gleichen italienischen Forscher untersuchten auch die Wirkung eines Cannabis-Extraktes mit einem hohen CBD-Gehalt auf das Wachstum (Proliferation) von Darmkrebszellen in vivo. Auch hier zeigte sich, dass CBD die Zellproliferation reduzierte. Reines CBD reduzierte hingegen die Zellproliferation nur auf CB1-empfindliche Antagonisten. Im Ergebnis führten die Forscher aus, dass das Cannabisextrakt mit hohem CBD-Gehalt die Darmkarzinogenese abschwächte und das Wachstum der Darmkrebszellen hemmte, und zwar über Aktivierung des CB1- und CB2-Rezeptors. Weiter heißt es, dass die Ergebnisse eine gewisse klinische Relevanz für die Verwendung von Medikamenten auf Cannabis-Basis bei Krebspatienten haben könnte.

Bereits zwei Jahre zuvor untersuchten die italienischen Forscher die CBD-Wirkung auf das Wachstum von Darmkrebszellen in Mausmodellen. In kolorektalen Karzinomzelllinien zeigte CBD eine schützende Wirkung, heißt es im Ergebnis. Außerdem verringerte CBD die Zellproliferation in einer auf CB1-Antagonisten empfindlichen Weise. Die Forscher schlussfolgerten, dass CBD in vivo eine chemopreventive Wirkung ausübt und die Zellproliferation durch mehrere Mechanismen reduziert.

Schwedische Forscher verfolgen interessanten Ansatz

Forscher der Uppsala University in Schweden haben im Jahr 2011 einen interessanten Ansatz verfolgt. In der Studie heißt es, dass die Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2) die Produktion von Prostaglandinen aus Arachidonsäure katalysieren. Dabei gehören Prostaglandine zu den Fettsäure-Abkömmlingen und wirken als Gewebshormone. Außerdem sind sie wichtige Mediatoren in Entzündungsprozessen und ihre Produktion lässt sich COX-Hemmer reduzieren.

Endocannabinoide, endogene Analoga der pflanzlichen Cannabinoide, kommen normalerweise im menschlichen Körper vor. Die Endocannabinoide ähneln strukturell der Arachidonsäure (ungesättigte Fettsäure bzw. Omega-6-Fettsäure). Es wird angenommen, dass sie den Entzündungsprozess stören und die Proliferation von Krebszellen hemmen können.

Weiter heißt es, dass bei Cannabinoiden und Endocannabinoiden eine entzündungshemmende Wirkung beobachtet wurde. Die Wirkungsweise ist jedoch noch nicht geklärt. Zudem könne eine entzündungshemmende Wirkung, das heißt, die Inhibierung von COX-2, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Darmkrebs spielen. In der Studie wurden die sechs Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (Δ⁹-THC), Tetrahydrocannabinolsäure (Δ⁹-THC-A), Cannabidiol (CBD), Cannabidiolsäure (CBDA), Cannabigerol (CBG) und Cannabigerolsäure (CBGA) isoliert und auf ihre Auswirkungen auf die Prostaglandinproduktion in-vitro untersucht. Im Ergebnis heißt es, dass die Cannabinoide die Cyclooxygenase-Enzymaktivität hemmen konnten.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Hanfparade, jedes Jahr in BerlinHANF-ZEIT: Klare Unterscheidung zwischen gesetzlich zugelassenen Nutzhanfsorten nach EU-Liste und Betäubungsmitteln

Wie sicherlich schon einige bemerkt haben, können einige Hanf-Hersteller seit der Rechtsprechung des OLG Hamm (siehe Hanf-Zeits Stellungnahme dazu hier) keine puren Hanfprodukte mehr an unsere Endkunden in Deutschland versenden. Hier wurde zb Hanf-Zeit wegen dem unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln schuldig gesprochen.

Alle verwendeten Rohstoffe stammen bei Hanf-Zeit aus regionalem zugelassenem Nutzhanfanbau und werden seit 1999 von der Lebensmittekontrolle Höxter geprüft. Auch andere seriöse Hanf-Hersteller halten alle Gesetze und Regelungen zu Lebensmitteln ein.

Dieser Umstand ist nicht zu halten. Daher bittet Hanf-Zeit Sie, bei der Einreichung einer Petition mit der Sammlung von Unterschriften zu unterstützen. Drucken Sie die Petition sowie die Unterschriftenliste aus, sammeln Sie möglichst viele Unterschriften und senden diese bis zum 31.01.2019 an uns zurück.

Hier können Sie die Unterschriftenliste und hier die Petition herunterladen.

Der Deutsche Bundestag möge eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) beschließen, damit EU-weit explizit zugelassene Nutzhanfsorten aus der Liste der Betäubungsmittel herausgenommen werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Weitere Informationen und Updates dazu auch auf der Homepage von Hanf-Zeit mit der Seite zur Petition.

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Blog der Aidshilfe DeutschlandEndlich: Neue Regeln erleichtern die Substitutionsbehandlung

Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 6.12.2018 ist die neue Anlage „Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger“ der „Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Kraft getreten. Die Neuordnung der Substitutionsbehandlung im Sinne von Patient_innen und Ärzt_innen ist damit abgeschlossen.

Von Dirk Schäffer, Drogenreferent der Deutschen AIDS-Hilfe

„Opioidabhängigkeit ist eine schwere chronische Krankheit. Sie bedarf in der Regel einer lebenslangen Behandlung, bei der körperliche, psychische und soziale Aspekte gleichermaßen zu berücksichtigen sind. Die Krankenbehandlung … beinhaltet die substitutionsgestützte Behandlung im Rahmen eines umfassenden Therapiekonzeptes … .“

Mit diesem Satz beginnt die neue Anlage „Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger“ der „Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 6.12.2018 in Kraft getreten ist.

Die Richtlinien des G-BA legen fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden. In diesem Fall geht es darum, unter welchen Bedingungen die GKV die Kosten der Opioidsubstitution übernimmt.

Die Neuordnung der Substitutionsbehandlung in Deutschland ist damit abgeschlossen: Bereits 2017 waren die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtmVV) und die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger geändert worden.

Die wichtigsten Veränderungen stellen wir in diesem Beitrag vor.

Neue G-BA-Richtlinien: Schadensminimierung und nicht mehr Abstinenz als oberstes Ziel

In der bisherigen Fassung der G-BA-Richtlinien stand: „Oberstes Ziel der Behandlung ist die Suchtmittelfreiheit. Ist dieses Ziel nicht unmittelbar und zeitnah erreichbar, so ist im Rahmen eines umfassenden Therapiekonzeptes … eine Substitution zulässig.“

In § 3 der neuen Fassung heißt es nun: Ziele der substitutionsgestützten Behandlung sind:

  • Sicherstellung des Überlebens,
  • Stabilisierung und Besserung des Gesundheitszustandes,
  • Unterstützung der Behandlung somatischer und psychischer Begleiterkrankungen,
  • Reduktion riskanter Applikationsformen von Opioiden,
  • Reduktion des Konsums unerlaubt erworbener oder erlangter Opioide,
  • Reduktion des Gebrauchs weiterer Suchtmittel,
  • Abstinenz von unerlaubt erworbenen und erlangten Opioiden,
  • Verringerung der durch die Opioidabhängigkeit bedingten Risiken für Mutter und Kind während einer Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt,
  • Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Die Substitution steht also in den neuen G-BA-Richtlinien – wie bereits in der 2017 geänderten BtmVV und den ebenfalls 2017 geänderten Richtlinien der Bundesärztekammer – unter dem Primat der Schadensminimierung (Harm Reduction) und nicht mehr der Abstinenz.

Die Abstinenz soll aber weiterhin „im Zuge von zielorientierten motivierenden Gesprächen thematisiert und die Ergebnisse der Gespräche [sollen] dokumentiert werden“.

Weitere Neuregelungen der G-BA-Richtlinien

Indikationsstellung: Abwägung des Nutzens einer Substitutionstherapie gegenüber den Gefahren eines unkontrollierten Konsums und einer Abstinenztherapie

Beim Punkt Indikationsstellung standen der JES-Bundesverband im Verbund mit der Deutschen AIDS-Hilfe als Patientenvertreter leider allein auf weiter Flur. Das Ziel, allein den Nutzen einer Substitutionstherapie gegenüber den Gefahren eines unkontrollierten Konsums als Indikation heranzuziehen (wie in den Richtlinien der Bundesärztekammer), wurde nicht erreicht. Stattdessen soll auch die Motivationslage der Patient_innen berücksichtigt und der Nutzen einer Substitutionsbehandlung gegenüber einer abstinenzorientierten Suchttherapie abgewogen werden.

Keine Bestätigung über psychosoziale Betreuung mehr erforderlich

Bereits seit der Änderung der BtmVV im Jahr 2017 ist eine psychosoziale Betreuung nicht mehr Voraussetzung für eine Substitutionsbehandlung. Allerdings mussten substituierende Ärzt_innen bis zum Inkrafttreten der neuen G-BA-Richtlinien immer noch schriftliche Bestätigungen von psychosozialen Beratungsstellen einholen – entweder über die Aufnahme/Fortführung einer psychosozialen Betreuung oder darüber, dass keine psychosoziale Betreuung erforderlich ist. Diese Pflicht entfällt nun.

Weniger Bürokratie, mehr Datenschutz

Aus Datenschutzgründen entfallen zudem weitere Vorgaben. So müssen Ärzt_innen bei Patient_innen, die erst kürzere Zeit drogenabhängig sind, nicht mehr zu Beginn der Substitutionstherapie ihre Dokumentation zur Prüfung an die Qualitätssicherungskommission der zuständigen KV übermitteln. Dasselbe gilt für Patient_innen unter 18 Jahren sowie für alle Behandlungen mit Diamorphin, Codein oder Dihydrocodein.

Ebenso entfällt für alle Substitutionsbehandlungen die Pflicht zur Datenübermittlung an die Kommissionen, die bislang nach Ablauf von fünf Behandlungsjahren vorgegeben war.

Vor Übermittlung von patientenbezogenen Dokumentationen müssen diese zudem künftig pseudonymisiert werden.

Die neuen Regeln für die Substitution und wichtige Änderungen auf einen Blick

Die Substitutionsbehandlung in Deutschland wird maßgeblich durch die folgenden Gesetze und Regelwerke bestimmt, die 2017 und 2018 grundlegend verändert wurden:

Betäubungsmittelgesetz (BtmG)/Betäubungsmittel Verschreibungs-Verordnung (BtmVV)

Das BtmG regelt den generellen Umgang mit Betäubungsmitteln. Die BtmVV enthält Regelungen zur Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs. Zum Inkrafttreten der BtmVV benötigt die Bundesregierung die Zustimmung des Bundesrats.

Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der Substitution

Diese Richtlinie stellt den anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft für die Substitutionsbehandlung fest und regelt die Anforderungen an die Dokumentation der Substitution. Im Einzelfall kann bei medizinischer Notwendigkeit von der Richtlinie abgewichen werden, wenn dafür eine fundierte Begründung dokumentiert wird.

Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL) des G-BA, Anlage I, Nr. 2: Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger

In der MVV-RL ist in der Anlage I (Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden), Nr. 2 festgelegt, welche ärztlichen Leistungen in der Substitutionsbehandlung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Grundlegende Änderungen hat es vor allem in folgenden Bereichen gegeben:

Die Opioidabstinenz ist nicht mehr oberstes Ziel der Substitutionsbehandlung

Bisher: Oberstes Ziel der Substitution war bislang die Betäubungsmittelfreiheit.

Neu: Laut BtmVV soll „im Rahmen der ärztlichen Therapie“ Opioidabstinenz „angestrebt“ werden. Zu den wesentlichen Zielen der Substitution gehören die Sicherstellung des Überlebens, die Stabilisierung und Besserung des Gesundheitszustands, die Reduktion riskanter Gebrauchsformen sowie des Drogenkonsums überhaupt und die Verbesserung der gesundsbezogenen Lebensqualität.

Bedeutung für Patient_innen: Das Therapieziel konzentriert sich auf die Abstinenz von Straßenheroin, die Substitution wird nicht mehr als „Allheilmittel“ für weitere Abhängigkeiten (z. B. von Kokain oder Benzodiazepin) gesehen, Druck und Sanktionen aufgrund von Beikonsum werden reduziert

In (stationären) Einrichtungen muss die Substitution nicht mehr zwingend von Ärzt_innen durchgeführt werden

Bisher: Ärzt_innen mussten die Substitution in stationären Einrichtungen bislang mit hohem zeitlichem Aufwand selbst durchführen.

Neu: Substitute dürfen nun auch stationären Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation, Gesundheitsämtern, Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe, Alten- und Pflegeheimen sowie Hospizen überlassen werden. Ärzt_innen müssen nicht mehr zwingend anwesend sein, die Substitutionsmittel können auch von eingewiesenem Personal abgegeben werden.

Bedeutung für Patient_innen: Die neuen Regeln ermöglichen eine einfachere wohnortnahe Versorgung zu Hause oder in einer Einrichtung – das ist auch und gerade angesichts des immer größer werdenden Anteils von älteren Substitutionspatient_innen eine gute Nachricht. Substitute können nun in mehr Einrichtungen gelagert und auch durch medizinisches Personal oder ambulante Pflegedienste zum unmittelbaren Verbrauch ausgegeben werden. Ärzt_innen können auch mit Drogenhilfe-Einrichtungen Vereinbarungen treffen und Personal für die Abgabe von Substituten benennen und einweisen. Für Patient_innen entfallen zeitintensive (tägliche) An- und Abreisen, und ihre behandelnden Ärzt_innen können mehr Zeit in ihrer Praxis verbringen und dort für Patientenanliegen zur Verfügung stehen.

Wesentliche therapeutische Belange fallen künftig in die ärztliche Kompetenz und sind vom Strafrecht entkoppelt

Bisher: Die Voraussetzungen für den Beginn und die Fortsetzung einer Substitution sowie Regelungen zum Beikonsum und zur Take-Home-Verschreibung waren bislang in der BtmVV verankert. Vermeintliche oder tatsächliche ärztliche Fehler wurden vielfach strafrechtlich verfolgt.

Neu: Wesentliche therapeutische Belange fallen jetzt in die Richtlinienkompetenz der Bundesärztekammer und sind vom Strafrecht weitestgehend entkoppelt.

Bedeutung für Patient_innen: Diese Änderungen bedeuten in erster Linie Rechtssicherheit für Ärzt_innen und damit auch mehr Versorgungssicherheit für ihre Patient_innen. Die Entkopplung therapeutischer Belange vom Strafrecht soll zudem Ängste junger Mediziner_innen reduzieren und ihnen einen Zugang zur Substitutionsbehandlung bieten. Auch das Verhältnis zwischen Ärzt_innen und Patient_innen kann sich verbessern, wenn die Angst vor der Staatsanwaltschaft nicht mehr zu übermäßig vielen Kontrollen und Sanktionen auf der einen Seite und Tricksereien zur Umgehung dieser Sanktionen auf der anderen Seite führt.

Die Entscheidung über eine Take-Home-Regelung liegt künftig im Verantwortungsbereich der Ärzt_innen, die maximale Dauer der eigenverantwortlichen Einnahme steigt auch im Inland auf 30 Tage

Bisher: Die maximale Dauer der eigenverantwortlichen Einnahme betrug bisher sieben Tage. Lediglich bei Auslandsurlauben war die eigenverantwortliche Einnahme für bis zu 30 Tage erlaubt.

Neu: Die Entscheidung über die Take-Home-Regelung liegt nun im Verantwortungsbereich der Ärzt_innen. Für die Dauer der eigenverantwortlichen Einnahme pro Rezept gibt es folgende Regelungen:

  • bis 2 Tage (z. B. am Wochenende)
  • bis 7 Tage
  • 7 bis 30 Tage.

Bedeutung für Patient_innen: Die Erweiterung der möglichen Zeiträume für die eigenverantwortliche Einnahme erhöht die Autonomie jener etwa 20 Prozent der Patient_innen, über die bisher kaum gesprochen wurde: stabil Substituierte, weitgehend ohne Beigebrauch, mit Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sowie am Erwerbsleben. Gerade für sie bedeutet das Aufsuchen der Praxis auch am Wochenende unnötige Komplikationen für Wochenendausflüge mit der Familie, ein Engagement beim Ehrenamt, beim Sport oder der Freizeitgestaltung. Die 2-Tage-Regel kann insbesondere für Patient_innen im kleinstädtischen oder ländlichen Bereich die Versorgung am Wochenende sicherstellen.

Eine psychosoziale Betreuung ist keine unabdingbare Voraussetzung für eine Substitutionsbehandlung mehr

Bisher: Ärzt_innen durften bislang nur substituieren, wenn und solange die Behandlung erforderliche psychiatrische, psychotherapeutische oder psychosoziale Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen einbezog.

Neu: Eine psychosoziale Betreuung soll Patient_innen laut Richtlinie der Bundesärztekammer „regelhaft empfohlen werden“. Auswahl, Art und Umfang der Maßnahmen richten sich dabei nach der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf. Die psychosoziale Betreuung sowie weitere ärztliche und psychotherapeutische Behandlungen sollen von den substituierenden Ärzt_innen koordiniert werden.

Bedeutung für Patient_innen: Die Klarstellung war lange überfällig: Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer psychosozialen Betreuung liegt bei den Ärztinnen. Die Kopplung einer Substitution an eine solche Betreuung oder die schriftliche Bestätigung der Nichterfordernis durch eine entsprechende Einrichtung wurde aufgehoben.

Suchtmedizinisch nicht erfahrene Ärzt_innen dürfen künftig bis zu zehn Substitutionspatient_innen behandeln

Bisher: Bisher durften suchtmedizinisch nicht qualifizierte Ärzt_innen höchstens drei Patient_innen behandeln. Dazu mussten sich die Mediziner_innen vor Beginn der Behandlung mit einem_einer qualifizierten Suchtmediziner_in abstimmen, Patient_innen mussten sich zu Beginn der Behandlung und anschließend einmal pro Quartal bei qualifizierten Kolleg_innen vorstellen.

Neu: Die bisherige Begrenzung wurde auf höchstens 10 Substitutionspatient_innen erhöht. Die Bedingungen hierfür bleiben unverändert.

Bedeutung für Patient_innen: Wenn Hausärzt_innen tatsächlich zehn Substitutionspatient_innen behandeln dürfen, könnte dies insbesondere die Behandlungsmöglichkeiten außerhalb größerer Städte verbessern und zudem eine Motivation für diese Ärzt_innen sein, sich suchtmedizinisch zu qualifizieren. Andererseits sollte der Grundsatz gelten, dass substituierende Ärztinnen über die dafür nötige medizinisch-fachliche Qualifikation verfügen.

Weitere Informationen:

Text der BtmVV

Übersicht über die 2017 erfolgten Änderungen der BtmVV

Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger, mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 2. Oktober 2017 in Kraft getreten

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL): Anlage I Nummer 2 Substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger vom 6. September 2018 (mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 6.12.2018 in Kraft getreten)

Deutsche AIDS-Hilfe, JES-Bundesverband und akzept: Neues Substitutionsrecht 2017 – Was bringt die Reform an Änderungen für Patient*innen? (PDF-Datei)

Video von und mit Opiatabhängigen klärt über Substitutionstherapie auf (Beitrag auf magazin.hiv vom 19.01.2018)

Mit Respekt zum Ziel: Für eine bessere Substitutionstherapie (Beitrag auf magazin.hiv vom 02.11.2017)

Bundesrat stimmt Neuregelung der Substitutionstherapie zu (Meldung auf aidshilfe.de vom 12.05.2017)

Leafly Deutschland NewsWeihnachtsgewinnspiel: Sachpreise von Limucan

Jeder Partner des Weihnachtsgewinnspiels bekommt in diesem Jahr sein eigenes Posting. In diesen Postings erfahrt ihr mehr über die zu gewinnenden Preise. Den Anfang machen die hochwertigen Produkte von Limucan.

Diese Sachpreise von Limucan gibt es zu gewinnen

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Limucan Nature Goddess CBD Body Creme - Dez 2018

Nature Goddess CBD Body Crème Rainforest

Die Nature Goddess CBD Body Crème ist reich an bioaktiven Substanzen, wie Cannabinoiden und Sesquiterpenen, Diterpenen, Triterpenen, Mineralien, Vitaminen und Laurinsäure. Durch die gezielte Zusammenstellung verschiedener Pflanzen mit unterschiedlichen Terpenprofilen in Kombination mit Cannabidiol ergibt sich ein besonderer Entourage Effekt. Vor allem das β-Caryophyllen ist die ideale Ergänzung zum Cannabidiol, da es ebenfalls wie ein Cannabinoid funktioniert und mit den CB2 Rezeptoren interagiert.

Diese hochwertige Körpercrème wird im 50ml Tiegel verkauft und enthält 250 mg CBD. Die Bodycrème ist als Naturkosmetikprodukt 100 Prozent vegan und wird in nachhaltiger Produktion und Ernte mit Amazonas-Rohstoffen aus der Permakultur hergestellt. Die Amazonas-Rohstoffe (Murumuru-Butter, Andirobaöl und Copaibaöl) werden wild und von Hand gesammelt. Die Indios entnehmen dem Wald nur so viel, wie er unbeschadet entbehren kann. Diese Nachhaltigkeit war Limucan  bei der Konzeption der Crème sehr wichtig.

Die Körpercreme wird ohne den Zusatz von Duft- oder Farbstoffen in Deutschland abgemischt und abgefüllt. Das Produkt wurde in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten entwickelt. Es besteht aus einer besonderen Kombination von verschiedenen, hoch potenten Stoffen aus natürlichen Quellen.

 

5% CBD-Öl

Über die Öle von Limucan haben wir bereits ausführlich berichtet. Neu ist sind Packing und eine verbesserte Rezeptur. So ist der Ausgangsstoff wohl nun Bio. Die offizielle Bio-Zertifizierung fehlt allerdings noch. Aus den Kreisen von Limucan heißt es, dass man mit der Zertifizierung im Quartal 1 2019 rechnen darf.

Weitere Informationen zu den Produkten unter http://www.limucan.com.

Weihnachtsgewinnspiel: Mitmachen ist ganz einfach

Beantwortet uns ein paar Fragen per E-Mail und ihr seid automatisch im Topf für die Verlosung für das Weihnachtsgewinnspiel!
Die E-Mail schreibt ihr an: kontakt@leafly.de. Betreff: Weihnachtsgewinnspiel 2018.

  1. Was hat euch in 2018 am besten auf Leafly.de gefallen?
  2. Welche Themen interessieren euch am meisten?
  3. Was wünscht ihr euch von uns für die Zukunft?
  4. Welchen Gewinn möchtet ihr gerne haben?
  • Noch bis zum 26.12.2018 um 23:59 Uhr habt ihr die Chance zur Teilnahme
  • Die Gewinner werden per E-Mail von Leafly.de bis zum 31.12.2018 schriftlich benachrichtigt
  • Die Namen der Gewinner werden hier auf der Webseite und bei Facebook veröffentlicht

Mehr zum Leafly.de Weihnachtsgewinnspiel und den Teilnahmebedingungen 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir auch über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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