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Hanf Journal NewsMexiko-Stadt für legalen Hanf

Parlament startet Initiative zur Re-Legalisierung

Kein Wietpas!Coffeeshop in Steenwijk muss einen Monat schliessen

Der einzige Coffeeshop in Steenwijk  in der Provinz Steenwijkerland (Overijssel), das “Alien”, wurde jetzt von der Bürgermeisterin Marja van der Tas (CDA) für einen Monat geschlossen. Bereits im Mai habe es eine Verwarnung gegeben, die scheinbar nichts bewirkt hat.

Erneut habe es Übertretungen der zulässigen Öffnungszeiten (die oft von der Gemeinde vorgegeben werden) gegeben, was der Bürgermeisterin keine Wahl liess. Und so muss der Shopbetreiber jetzt einen Monat lang auf die Einnahmen verzichten. Bei weiteren Verstößen in der Zukunft wird es teuer: bis zu 10.000€ pro Verstoß sind dann fällig!


Kein Wietpas!Gute Noten für Coffeeshop in Hoorn

Im Oktober 2012 wurden die beiden letzten Coffeeshops in Hoorn (Noord-holland) von der Gemeinde geschlossen. Einige Monate war die Gemeinde mit knapp 71.000 Einwohnern komplett Coffeeshopfrei bis dann schliesslich im Mai dieses Jahres der Coffeeshop “Zuiderzee” in den Räumlichkeiten des ehemaligen “De Boot” neu eröffnet wurde.

Jetzt gab es die erste Kontrolle seitens Gemeinde, Polizei und Steuerbehörde. Und es gab nichts zu beanstanden: Es wurden keine Minderjährigen im Laden angetroffen, das Personal hatte das nötige Fachwissen, Brandschutzmaßnahmen seien getroffen und Overlast gäbe es nicht. Auch die Bücher seien in Ordnung. Bürgermeister Onno van Veldhuizen (D66) (ein guter Onno?) gibt sich zufrieden und freut sich, dass er mit dem neuen Betreiber wohl die richtige Wahl getroffen habe.


DEA - Drug Education Agency TVPolizei / Zauberpflanzen / Psychonautik / Bongs | Drug Education Agency (DEA) 24

Polizei / Zauberpflanzen / Psychonautik / Bongs | Drug Education Agency (DEA) 24 Herzlich willkommen zu Folge 24 eurer Drug Education Agency! Diesmal präsentiert euch Markus einen ersten...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

DEA - Drug Education Agency TV420 Smokeout / Cannamania / Hanftag / MXE / Coca | Drug Education Agency DEA (22)

420 Smokeout / Cannamania / Hanftag / MXE / Coca | Drug Education Agency DEA (22) Herzlich willkommen zu Ausgabe 22 eurer Drug Education Agency (DEA). Diesmal präsentiert Markus Berger euch...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

DEA - Drug Education Agency TVDMT / Cannabis / Bongakademie / Headshop | DEA - Drug Education Agency (4)

DMT / Cannabis / Bongakademie / Headshop | DEA - Drug Education Agency (4) Drug Education Agency - Kanal für Drogenaufklärung. Freut euch auf ein buntes Programm, das der DEA würdig...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

Hanfparade, jedes Jahr in BerlinHanfparade auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin

Foto des Stands von Hanfparade und Hanf Museum auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin 2013In Berlin feierte die Community der Lesben und Schwulen am 15. und 16. Juni im Kiez rund um den Nollendorfplatz ihr alljährliches Stadtfest. Die Motzstraße und die Eisenacher Straße waren für zwei Tage in eine große Partymeile verwandelt worden und auf fünf Bühnen wurde diskutiert und musiziert. Dutzende von Info- und Gastroständen säumten die Chausseen der Straßen. Mehrere Hunderttausend Menschen schlängelten sich durch die Straßen, lauschten den Diskussionen auf den Bühnen oder tanzten ausgelassen zu fettem Sound auf den Straßenkreuzungen.

Gleiche Rechte für Ungleiche!

Das Motto der Veranstaltung lautete „Gleiche Rechte für Ungleiche!“. Das Motto war dieses Jahr vor allem auf die CDU gemünzt, da die CDU immer erst nach einem Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes bereit ist, den Lesben und Schwulen im zur Option stehenden Bereich die gerichtlich geforderten Rechte analog den Rechten für Heterosexuelle einzuräumen. Darüber hinaus war das Motto auch eine Ansage respektive Forderung an diverse ausländische Regierungen, wie zum Beispiel jener in Russland, wo derzeit die Regierung unisono mit der Kirche eine unheilvolle homophobe Propaganda eingeläutet hat, mit der Folge einer stark um sich greifende Diskriminierung von Lesben und Schwulen.

Foto von Flyern auf dem Stand von Hanfparade und Hanf Museum auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin 2013Das Motto „Gleiche Rechte für Ungleiche!“ war jedoch auch für die Hanfparade sehr passend. Gerechtigkeit bedeutet, Gleiches gleich zu behandeln. Das BtMG ist eine Rechtsnorm, die Teile der Gesellschaft diskriminiert (z.B. Hanfbauern) und andere bevorzugt (z.B. Weinbauern). Es ist ungerecht, dass Cannabis, die wohl nützlichste Pflanze der Welt, in Deutschland hinter bürokratischen Hürden verborgen ein Nischendasein fristet – und wer die Pflanze nutzt, ohne vorher diese langen bürokratischen und rechtlichen Hürden überwunden zu haben, wird polizeilich verfolgt. An ihrem Infostand hat die Hanfparade die Öffentlichkeit über die vielfältigen Möglichkeiten des Rohstoffs Cannabis vor Augen geführt.

Die Hanfparade ist nicht nur am Tag der Demonstration, sondern auch schon im Vorfeld der Demonstration für die Aufhebung der Cannabisprohibition immer wieder präsent – für mehr Transparenz, Information und Aufklärung – für Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel – für Freiheit, Gesundheit, Gerechtigkeit!

Foto des Stands von Hanfparade und Hanf Museum auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin 2013Meine Wahl – Hanf Legal!

Das Motto der Hanfparade 2013 kam bei der Festbesuchern gut an. Der gemeinsam mit dem Hanf Museum aufgebaute und betreute Infostand lockte viele interessierte Besucher an. Es wurden viele Fachgespräche geführt, viele Poster und Flyer verteilt und viel gute Laune verbreitet. Insgesamt eine sehr gelungene Aktion, die allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat.

Auf dem CSD in Berlin am Samstag, den 21. Juni ab 11:30 Uhr, Ku’damm 227 (gegenüber C&A) ist die nächste Aktion der Hanfparade. Das Motto des CSD „Demonstrieren, Wählen, Verändern“ passt auch herrvorragend zum Motto der Hanfparade: „Meine Wahl – Hanf legal!“

DEA - Drug Education Agency TVPsychonauten-Kongress Entheovision | DEA (17) Newsflash

Psychonauten-Kongress Entheovision | DEA (17) Newsflash Moinmoin, liebe DEA-Gemeinde, in unserem Newsflash erfahrt ihr alles Wissenswerte zum Fachkongress wissenschaftlicher Psychonautik, zur...

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DEA - Drug Education Agency TVCannabis / Ritalin / Safer Sniffen / Bongs | Drug Education Agency - DEA (8)

Cannabis / Ritalin / Safer Sniffen / Bongs | Drug Education Agency - DEA (8) In der Folge 8 eurer DEA präsentiert Gastgeber Markus Berger: Michael Knodt und A. Chiche vom Exzessiv-Team,...

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Hanf Journal NewsAbgespaced

Erste Hanfpflanze im Weltall

DEA - Drug Education Agency TVMarkus geht ... / Durch die Lupe gekifft | Drug Education Agency (DEA) 23

Markus geht ... / Durch die Lupe gekifft | Drug Education Agency (DEA) 23 Markus geht - eure schuld? Klaro, denn Markus geht direkt ins Studio der Drug Education Agency, um für euch die...

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DEA - Drug Education Agency TV70 Jahre LSD / Acid / Bicycle Day / Albert Hofmann | Nachtschatten Television (10)

70 Jahre LSD / Acid / Bicycle Day / Albert Hofmann | Nachtschatten Television (10) Die DEA als Fernsehsender! Ab jetzt werden unter dem Label der Drug Education Agency auch die Folgen des...

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Grow! MagazinÖsterreichisches Umweltzeichen für Hanf-Dämmstoff

NAPORO, der Hersteller von umweltschonenden Dämmstoffplatten aus Hanf, darf sich über die Auszeichnung mit dem österreichischen Umweltzeichen freuen.  Die Dämmstoffe, die die Firma nach modernen Verfahren aus Hanffasern herstellen, haben gegenüber anderen Dämm-Methoden Vorteile im Bereich Stabilität und Feuchtigkeitsaffinität. Der Hersteller gibt zudem an, dass die Produktion weniger Energie kosten würde als im Rohstoff selbst bereits gebunden sei. Durch die Verleihung des Umweltzeichens lohnt sich die Hanfplatte nun auch für Handwerker: Die Verwendung wird mit 500 Euro durch den Bund gefördert.

DEA - Drug Education Agency TVCANNABIS ENDLICH LEGAL! | Drug Education Agency - DEA (9)

CANNABIS ENDLICH LEGAL! | Drug Education Agency - DEA (9) News Flash eurer DEA - der Onlineakademie für Drogenbildung CANNABIS ENDLICH LEGAL! Das US-Wunder von Colorado und Washington Die...

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Hanf Journal NewsDPA-Journalist droht Haft für 0,4 Gramm Cannabis

Georgische Justiz auf Abwegen

Blog der Aidshilfe Deutschland„Schwing das Zepter weiter!“

Petra Klüfer 2005 beim Empfang zum Welt-AIDS-Tag. (Foto: Martin Westphal)

Petra Klüfer 2005 beim Empfang zum Welt-AIDS-Tag. (Foto: Martin Westphal)

Sie war streitbar, mutig und für ihre Mitmenschen manchmal eine Herausforderung, aber auch ein immerwährender Quell der Inspiration. Am 29. Mai wurde die Aids-Aktivistin Petra Klüfer auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt. Wir haben unter ihren Freunden und Weggefährten Erinnerungen und letzte Grüße gesammelt. 

„Mach du mal. Ich muss mal auf’n Entsafter.“
So beendete Petra Klüfer mal ein Gespräch zwischen uns beiden. Dafür mochte ich sie. Ihre direkte und uncharmante Art, doch nie verletzend, obwohl sie selbst so viel Verletzung erfahren hatte. Ihre unbedingte Solidarität, durch eine HIV-Infektion plötzlich zwischen verrückte Homos katapultiert, hat mich immer beeindruckt.
Ihr langsamer Abschied, immer unterbrochen von Ausbrüchen voller Energie und auch Wut, ließ mich ratlos und auch verängstigt zurück. „In Hamburg sagt man tschüs“ habe ich gelernt. Also: Tschüs, Petra. Mit Dir und durch Dich habe ich viel gelernt und manchen Stoff gesammelt, der mich weiter beschäftigen wird.
Carsten Schatz

Dein Engagement,  Deine Frechheit, Deine Schlitzohrigkeit, Deine Frivolität

Petra! Du bist unvergesslich!
Dein Witz, Deine Beharrlichkeit, Dein Biss, Deine Energie, Dein Engagement, Dein Nachhaken, Deine Frechheit, Deine Schlitzohrigkeit, Deine Frivolität, Deine Ernsthaftigkeit, Deine Reiselust, Deine Unverschämtheit, Deine Liebenswürdigkeit, Dein Mut, Deine Unverfrorenheit, Dein Zuspätkommen, Dein Auf-die Nerven-Gehen, Deine Freundlichkeit…
Und bei allem: Dame konntest Du auch – und das hast Du uns immer wieder gern gezeigt! Überraschend warst Du auch. Du hast Dich verdient gemacht!
Danke!
Rainer Ehlers

 Du wirst mit Deiner Zugewandtheit, mit Deinen Ecken und Kanten sehr fehlen

Denk ich an Petra, bei Tag oder Nacht, fallen mir unheimlich viele Begegnungen mit dieser besonderen, speziellen, interessanten, nicht immer einfachen, immer äußerst bunten und lebendigen, sehr interessierten, kämpferischen, gerechtigkeitsliebenden, engagierten, schrillen, tiefsinnigen Frau ein.
Die wenigen ruhigen Minuten, die einen persönlicheren Blick auf eine mit sich selbst ehrlichen Frau zuließen, hatten wir auf langen Autofahrten, auf denen Petra meist durch sehr viele Pinkel- und Rauchpausen meine geplante Fahrtzeit völlig sprengte – und die sehr schön waren.
Für mich bleiben Fragen ­– wie viel Petra kannte ich wirklich, und ist das wichtig? Wie hätten ihre letzten Jahre mit anderen Versorgungsangeboten aussehen können?
Liebe Petra, Du wirst mir mit Deiner Zugewandtheit, mit Deinen Ecken und Kanten sehr fehlen und unvergesslich bleiben.
Sylvia Urban

Petra Klüfer ist am 17. Mai im Alter von 68 Jahren verstorben (Foto: Sven Karl Mai)

Petra Klüfer – unvergesslich und unvergessen (Foto: Sven Karl Mai)

Als Aktivistinnen lernten wir uns 1997 kennen, und später freundeten wir uns an. Unsere privaten Treffen waren oft mit Themen der Selbsthilfe besetzt, unter anderem auch mit der Frage der Selbstbestimmtheit bis zum Schluss. Petra erlebte ich immer als wachen, offenen und selbstbewussten Menschen, der gern lachte, diskutierte und sich durch seine Sprachbegabung leicht mit anderen Nationalitäten anfreunden konnte.
Und: Petra war authentisch! Immer! Sie fiel durch ihren leicht schrillen, extravaganten und bunten Kleidungsstil und ihre dunklen Zigarillos auf. Ich fand‘s toll.
In ihren drei letzten Jahren durfte ich sie enger begleiten und merkte, auch wenn ihr ihre Krankheit oft ein Schnippchen schlug: Selbstbestimmt blieb sie immer.
So zum Beispiel ihr erkämpfter Umzug nach Berlin und, als es körperlich und seelisch nicht klappte, wieder zurück. Das war nicht einfach zu bewältigen!
Petra, ich wünsch Dir alles Liebe, und wo immer Du auch bist: Schwing das Zepter weiter!
Sabine Weinmann

Du warst streitbar, geradlinig und eine Lichtgestalt.

Meine Erinnerung an Petra (eine von vielen): 1999 AIDS-Impact Ottawa, mein erster internationaler Kongress. Airport London Heathrow: Die Maschine nach Kanada muss warten, weil eine Passagierin im Rollstuhl fehlt: Petra.
Ich fragte sie wenige Stunden später (mittlerweile vermochte sie wieder sehr gut zu laufen): „Warum der Rollstuhl?“ Petra: „Dann wird man nicht auf Gras kontrolliert.“ Petra…. mach et joot!
Stephan Gellrich

Liebe Petra,
Du warst streitbar, geradlinig und eine Lichtgestalt. Ich bin traurig über Deinen Leidensweg und vermisse Dich.
Siegfried

Vieles, was Dich, Petra, ausmacht, ist schon auf Deiner berührenden Beerdigung gesagt worden. So möchte ich Dir hier nur noch danken, dass Du mich kurz nach meiner eigenen HIV-Diagnose 1997 so herzlich unterstützt hast. Und noch mehr: Dank Deiner Offenheit, Deinem scheinbar selbstverständlichen Umgang mit HIV und all den Begleiterscheinungen, unter denen Du zu leiden hattest, hast Du mir beigebracht, wie man mit HIV leben kann. Das wird mich mein Leben lang begleiten.
Dirk Hetzel

Nachruf auf Petra Klüfer von Bernd Vielhaber

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Alternative Drogenpolitik mit Max PlenertEntwurf einer Satzung für den “Cannabis Social Club – Hanffreunde Berlin” e.V.

Ich war so frei und habe mich für den Entwurf beim VfD und IACM bedient. Mal sehen was der Abschnitt Steuerbegünstigte Zwecke der Abgabeordnung  noch so hergibt. Dieser CSC ist explizit ein legaler Verein, der keinen illegalen Anbau betreibt sondern die … Weiterlesen

Kein Wietpas!Harderwijk lockert Bedingungen für das I-Kriterium

In der Gemeinde Harderwijk in Gelderland (!) wurden jetzt die Regeln für das I-Kriterium gelockert. Bislang mussten die Bewohner der Gemeinde alle vier Wochen einen GBA-Auszug für 7,50€ ausstellen lassen, um Eintritt in den Coffeeshop der Gemeinde (Coffeeshop Liberty, welch ironischer Name…) zu bekommen. Dies wurde jetzt auf 6 Monate hochgesetzt.  Für die Kunden des ist das Sicherlich angenehmer, jedoch frage ich mich, warum in der Gemeinde des Bürgermeisters Harm-Jan van Schaik (CDA) überhaupt bei der Diskriminierung mitmacht. Ich kann mir schwer vorstellen, dass da bislang Horden von Ausländern anreisten um Overlast zu erzeugen. Herr van Schaik: Weg mit dem I-Kriterium!


Kein Wietpas!Coffeeshop in Haarlem besiegt Overlast

Wir alle wissen, dass die vielzitierte “Overlast” oft nur ein vorgeschobener Grund der Politik ist, die Coffeeshops zu diskreditieren. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass viele Ereignisse von Anwohnern als Ärgernis angesehen werden. So war es wohl auch im Haarlemer Coffeeshop “The Lounge”. Grund genug für den Bürgermeister Bernt Schneiders (PvdA), den Betreiber des Shops dafür aufzufordern, Maßnahmen zu treffen, um die Overlast aktiv zu bekämpfen. Geschehen ist dies im Februar. Die vom Coffeeshop getroffenen Maßnahmen seien gefruchtet und so lies der Bürgermeister verkünden, dass die Probleme massiv zurückgegangen sind.
Wie schon sooft zeigt sich, dass ein entspannter und fairer Umgang der Gemeinde Haarlem mit den Coffeeshops der richtige Weg ist.Daran könnten sich viele Bürgermeister der südlichen Gemeinden mal ein Beispiel nehmen.


Kein Wietpas!Sonntagsumfrage: Vollständige Beiträge? + Preview

Das gibts doch nicht! Eine Sonntagsumfrage! Wer hätte das gedacht? Ich bin wieder aus der Reha, und wieder halbwegs im Alltag, also kann ich auch mal wieder ne Umfrage starten… Diesmal geht es um “Kein Wietpas!” selbst. In der Ankündigung des Umzugs hat jemand den Wunsch geäussert, dass in der Startseitenansicht die Blogposts nicht mehr vollständig zu sehen sind, sondern erst nach dem Klick auf “mehr”. Dies würde für eine bessere Übersicht sorgen, wenn man mal zu älteren Blogposts scrollen will. Ich persönlich bin eher Fan von ungekürzten Blogposts, aber ich bin da durchaus bereit, Kompromisse einzugehen.

<noscript>Take Our Poll</noscript>

Damit ihr dann auch genau wisst, was gemeint ist, baue ich es mal hier ein! Nach dem Klick biete ich Euch mal ein paar Vorabansichten des NEUEN “Kein Wietpas!” ! Ich hoffe, die Änderungen gefallen Euch. Es ist aber noch nicht final! Und es wird schon noch eine Zeit dauern, bis alles fertig ist!

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Wir alle sind gerne breit. Daher wird “Kein Wietpas!” auch breiter! Mit einer zusätzlichen Widgetspalte mehr Infos auf einem Blick! Die letztes Kommentare sind jetzt ausführlicher dargestellt. Die Suche ist besser, berücksichtigt auch Kommentare und gibt “Suggestions”

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Auch weiterhin freue ich mich über weitere Vorschläge!

 

 

 


Steffen Geyer über Cannabis, Drogenpolitik und die LegalisierungGedanken zum Protestkiffen auf der Hanfparade

I smoke pot and i like it a lot. (Keith Stroup, US-amerikanischer Hanfaktivist und Gründer von NORML)

Poster der Hanfparade 2013Poster der Hanfparade 2013
(große Version als PDF)

Die inzwischen 17. Hanfparade rückt mit Riesenschritten näher. Kaum sieben Wochen trennen uns noch von “Deutschlands größter Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel”, die am 10. August in Berlin stattfinden wird.
Anders als in den Vorjahren wird heuer glücklicherweise nicht darüber diskutiert, ob man den hingehe. Die Hanfparade scheint sich endlich wieder als fester Termin in die Kalender der Szene gebrannt zu haben. Statt über das “Ob?” wird über das “Wie?” gestritten. Wie soll man das Demomotto “Meine Wahl? Hanf legal!” mit Leben füllen?

Der Bremer Rauchgerätehersteller, Lebemann und Perückenträger Ziggi Jackson beteilgte sich mit einer provokanten Frage an der Diskussion, die ich, da sie in unterschiedlichem Gewand immer wieder gestellt wird, öffentlich beantworten möchte. Ziggi fragte seine Fans:

Was würde eigentlich passieren, wenn wir alle auf der Hanfparade kiffen würden? Würde Merkel uns alle verhaften lassen?

Ich fang meine Antwort am besten von hinten an.

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DEA - Drug Education Agency TVWeed & Bongs / Coca / Drogenpolitik / Hanftag | Drug Education Agency DEA (18)

Weed & Bongs / Coca / Drogenpolitik / Hanftag | Drug Education Agency DEA (18) Augen, Herz und Hirn auf zur Folge 18 eurer Drug Education Agency! Diesmal präsentiert Markus Berger eine...

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DEA - Drug Education Agency TVRaumschiff Bong / Stoner Show / Mohn / McKenna / Headshop | Drug Education Agency - DEA (5)

Raumschiff Bong / Stoner Show / Mohn / McKenna / Headshop | Drug Education Agency - DEA (5) Willkommen zur bunten Freakshow der Drug Education Agency, euerm Drogen-Bildungsprogramm. In unserer...

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Kein Wietpas!Sechs Coffeeshops in Maastricht öffnen wieder

Habe ich eben geschrieben: “Es gibt nichts aus den Niederlanden zu berichten” ? L1-Nieuws hat mich sofort eines besseren belehrt, denn soeben wird gemeldet, dass sechs Coffeeshops wieder ihre Türen geöffnet haben – aber nur für Inländer.

Außer dem Rastafari House Boni, welches nicht dem VOCM (Vereinigung offizieller Coffeeshops Maastricht), angeschlossen ist, sind das Slow Motion, Missouri, Maxcy´s, Club 69 und Heaven 69 wieder für Einheimische geöffnet.

Wie der Vorsitzende des VOCM, Marc Josemans sagt, halten sich diese Coffeeshops nun an die Regeln und verkaufen nur noch an Einwohner der Niederlande.

Anfang letzten Monats beschlossen die Coffeeshops, nach einem Gerichtsurteil, das Einwohner-Kriterium nicht mehr zu beachten. Daraufhin wurden alle Cannabis-Geschäfte kontrolliert.

Ausreichend

Josemans glaubt, dass die sechs Shops ausreichend sind, um die Nachfrage zu befriedigen. Sollte dem nicht so sein, wird noch ein weiterer Shop öffnen. Mit dieser Maßnahme möchten die Coffeeshops die Straßendealer zurückdrängen.


Kein Wietpas!Reblogged: Antonio Peri persönlich

Momentan tut sich in den Niederlanden offiziell nicht viel, worüber wir berichten können. Dazu kommt, dass wir mit dem Umzug alle Hände voll zu tun haben, und mobo gerade zu einer Spontandemo – Jürgen Trittin kommt zur Landesdelegiertenkonferenz in die Alfred-Fischer-Halle in Hamm, aufgebrochen ist. Dort geht es um die, vom DHV initiierte, Aktion: “Auch Grüne jagen Hanffreunde”. Daher mache ich es mal wie fefe und verlinke einfach nur auf ein Interview, dass ich dem Blog Veganarchia gestern gegeben habe. Vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere Stammleser für die persönlichen Ansichten und Hintergründe der Autoren hier.

Hier geht´s zum Interview.


Blog der Aidshilfe DeutschlandDepression & HIV Teil 7 | HIV und Depression? Alles im Griff!

Maske aus Karton mit heraushängender Zunge

Leidest du noch an Depressionen, oder hast du schon Burn-out? (Foto: flo-flash / photocase.com)

Es ist kein Zufall, dass HIV-Positive überdurchschnittlich oft an Depressionen leiden. Eine chronische Krankheit ist eine große Belastung. Und oben drauf kommt eine weitere Bürde: Die strengen Normen der Leistungsgesellschaft verlangen von jedem Einzelnen ein effizientes Krankheitsmanagement.

Leidest du noch an Depressionen, oder hast du schon Burn-out? Betroffenen muss es wie ein schlechter Witz vorkommen: Kaum haben die Depressionen den Ruch des Irrsinns und der Klapsmühle verloren, werden sie schon wieder aus der öffentlichen Debatte verdrängt. „Burn-out“ beherrscht die Schlagzeilen. Das Ausgebrannt-Sein der Leistungsträger hat es in kürzester Zeit zu größter medialer Popularität gebracht. Das gibt einen interessanten Hinweis auf die Bedingungen einer Leistungsgesellschaft, die höchste Anforderungen an uns alle stellt – selbst an kranke Menschen. Das hat auch Auswirkungen auf Menschen, die mit HIV leben und sehr viel häufiger an Depressionen leiden als solche ohne HIV-Infektion.

Melancholie: zu viel schwarze Galle im Blut

Die Depression wurde stets auf verschiedene Art betrachtet, das Burn-out ist nur das jüngste Etikett. Wie die „Niedergedrücktheit“ ihren Weg in unser Jahrhundert fand, kann ein kurzer geschichtlicher Abriss verdeutlichen: Im 2. Jahrhundert vor Christus beschrieb der griechische Arzt Galen die Neigung zu Trübsinn, Trauer und Schwermut als Folge eines Ungleichgewichts der Körpersäfte, zu viel schwarze Galle ergieße sich ins Blut. Das griechische Wort dafür war Melancholie. Melancholie galt als Krankheit.

Nur kurzzeitig – in der Romantik – gab es den Versuch, der Niedergeschlagenheit im Rahmen des Genie-Kults auch einen schöpferischen Wert zuzusprechen. Im aufkommenden Leitbild des rationalen und aufgeklärten Menschen geriet die Melancholie jedoch in den Ruf der Unvernunft. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird Melancholie durch das Wort Depression ersetzt – und ist von nun an Gegenstand der neuen Wissenschaften Psychotherapie und Psychopharmazie. Galens These der schwarzen Galle ist wissenschaftlich längst überholt.

Die heutige Medizin vermutet als Ursache von Depressionen eine Stoffwechselstörung, ein Ungleichgewicht innerhalb der für die Verarbeitung von Reizen so wichtigen Neurotransmitter. Sicher ist es kein Zufall, dass die Medien von all diesen Botenstoffen das „Glückshormon“ Serotonin am meisten lieben. Von Dunkelheit ist keine Rede mehr.

Wer depressiv ist, leidet an zu viel Lebensangst und zu wenig Lebensfreude

Zu solchen Erklärungsmodellen treten Ansätze, die die persönlichen Erfahrungen und das gesellschaftliche Umfeld eines Menschen mit Depressionen in den Blick nehmen. Wer depressiv ist, leidet an – grob gesagt – zuviel Lebensangst und zuwenig Lebensfreude. Warum aber wurde Depression als Thema so lange gesellschaftlich ausgeblendet? Und woher kommt die gerade erwachte Neugier aufs Burn-out?

So wie Depression oft sehr vielfältige Aspekte des Lebens umfasst, wird auch das modische Burn-out meist sehr undifferenziert benutzt und mit Depression gleichgesetzt, weil sich die Symptome der körperlichen wie seelischen Erschöpfung ähneln. Tatsächlich aber meint Burn-out die Folgen von zu viel Stress am Arbeitsplatz – ein Umstand, der die Bewertung als „Krankheit“ entscheidend beeinflusst. „Während Depression ein negativ besetzter Begriff, nahezu ein Stigma ist, hat Burn-out einen positiveren Klang, weil man impliziert, dass es nur die trifft, die viel leisten“, erklärt Kristina Leuner, Professorin an der Universität Erlangen, in einem Interview für die Pharmazeutische Zeitung.

Der Verdacht liegt nahe, dass auch im Umgang mit psychischen Krankheiten die wirtschaftliche Entwicklung den Takt vorgibt. Schon oft wurde die Depression in Beziehung zu wirtschaftlichen Krisen gesetzt. Die Börsenkrise 1929 wird „die große Depression“ genannt. Und in der Studie „Der niedergeschlagene Mensch“ konstatiert Charlotte Jurk, dass Depression als „Volkskrankheit“ um das Jahr 2000 im Umfeld des großen Börsencrashs „populär“ geworden sei. Der neue Begriff Burn-out verweist allgemein auf eine Arbeitswelt, die als zunehmend fordernder wahrgenommen wird. Neue Medien, ökonomische Krisen, Konkurrenz, Mobbing und Prekarisierung erhöhen den Druck auf Arbeitnehmer/innen, sich den verschärften Rahmenbedingungen anzupassen. All dies sind Momente, die letztlich zu Ursachen einer Depression werden können, zumal bei Eintritt einer schmerzhaften Änderung im Leben, sei es durch Trennung, Krankheit oder Tod eines Angehörigen.

Anders als die Depression wird das Burn-out als gesellschaftliches Problem akzeptiert

Wenn „Burn-out“ trotzdem einen „positiveren Klang“ hat als „Depression“, dann deshalb, weil es innerhalb der Normen einer Leistungsgesellschaft verhandelt und als gesellschaftliches Problem akzeptiert wird. Dagegen erscheint die Depression nach wie vor als Problem des Einzelnen – genau wie neuerdings auch eine HIV-Infektion zur Privatsache erklärt wird.

Die erfolgreiche Behandlung von HIV-Infektionen hat die Wahrnehmung der Immunschwächekrankheit verändert. Vom „Todesurteil“ ist sie zu etwas geworden, mit dem sich leben lässt. Dies stellt HIV-Positive vor neue Herausforderungen sowohl in der persönlichen Lebensgestaltung als auch seitens einer Leistungsgesellschaft, die erwartet, dass man mit der Krankheit zurechtkommt. Das kann einerseits Ursache von Depressionen sein, andererseits den Druck auf depressive Menschen mit HIV erhöhen.

Bei mindestens einem Drittel aller HIV-Positiven treten im Laufe des Lebens treten depressive Symptome auf. So warnte der Psychologe und DAH-Referent Karl Lemmen in einem Interview davor, die Bedeutung von Depressionen zu unterschätzen: „Man darf nicht vergessen, welchen permanenten Stress das Leben mit der Diagnose darstellen kann, gerade bei Menschen, die schon sehr lange mit der Krankheit leben. […] Die finanziellen Ressourcen sind vielleicht aufgezehrt, die beruflichen Perspektiven schwierig. All das kann eine ungeheure Belastung sein und zu einem positiven Burn-out, zu einer Depression führen.“

HIV-Positive mit Depression stehen vor einem mehrfachen Problem: Sie sollen die Infektion genauso wie das tägliche Leben „in Griff bekommen“ – sei es mit Medikamenten oder sonst einer Therapie. Sie sollen eine Leistung vollbringen, zu der sie sich – das ist nun mal die Krux einer Depression – gerade nicht imstande sehen. In solch einer Lebenssituation können die hohen Normen einer Leistungsgesellschaft schnell zur Zumutung werden: Spaß haben, fit bleiben, flexibel und mobil sein, in Freizeit wie Beruf.

Die Behandlung einer HIV-Infektion wie einer Depression erfordert Geduld

Es sei daran erinnert, dass – trotz aller medizinisch-therapeutischen Möglichkeiten – die Behandlung einer HIV-Infektion wie einer Depression Geduld erfordert. Im letzteren Falle hängt es natürlich von der Schwere der Erkrankung ab. Nur: „Schnell und einfach“ ist eine Behandlung nie. Und ist es nicht mittlerweile eine übliche Erwartung, dass HIV-Positive ihre Krankheit problemlos „managen“? Eine Überforderung in der Arbeitswelt scheint allerdings derzeit gesellschaftlich weitaus mehr Verständnis zu wecken als die Überforderung durch das ganz normale Leben. Mitleid also für die Leistungsträger mit Burn-out, für HIV-Positive mit Depression nur ein herzhaftes „Reiß dich doch mal ein bisschen zusammen“?

Portrait Rainer Hörmann

Rainer Hörmann (Foto: privat)

Man kann es auch anders sehen: Vielleicht führt das mediale Interesse für Burn-out letztlich zu einem besseren Verständnis von Depressionen und anderen Erkrankungen, die das Leben von Menschen dauerhaft verändern. Weder Depressionen noch eine HIV-Infektion müssen heutzutage „das Ende“ sein, dafür sorgen die moderne Medizin und viele Hilfsangebote. Dass beide Krankheiten noch als Stigma gelten, das zu ändern bleibt eine Aufgabe der Gesellschaft – und nicht allein der Erkrankten.

Rainer Hörmann

Literaturhinweis

Charlotte Jurk: Der niedergeschlagene Mensch. Depression – eine sozialwissenschaftliche Studie zu Geschichte und gesellschaftlicher Bedeutung einer Diagnose. Dissertation Uni Gießen 2005

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Blog der Aidshilfe DeutschlandHIV und Depression Teil 6 | Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depressionen

Mann hält sich Hände vor das Gesicht

Diskriminierung kann schwule Männer depressiv machen (Bild: Midgard Designer / photocase.com)

Depressionen und Angstzustände kommen bei schwulen und bisexuellen Männern doppelt so häufig vor wie bei heterosexuellen. Eine Ursache sind wahrscheinlich die vielen Diskriminierungserlebnisse, mit denen sie zurechtkommen müssen. Das belastet nicht nur persönlich, sondern torpediert auch die HIV-Prävention. Daten dazu liefern nun die Ergebnisse der Pilotstudie „Wie geht’s Euch?“

Diskriminierung kann schwule Männer depressiv machen. Das belegt eine Pilotstudie, die im Sommer 2012 mit Unterstützung der Deutschen AIDS-Hilfe durchgeführt wurde. Rund 1.600 schwule und bisexuelle Männer zwischen 16 und 77 Jahren beteiligten sich an der Online-Umfrage mit dem Titel „Wie geht´s Euch?“. Die nun vorliegende Auswertung liefert bedrückende Zahlen: Bei einem Drittel (33 Prozent) der Befragten deuten die Aussagen auf erhöhte depressive Symptome hin.

„Diese Werte sind überraschend hoch“, schreiben die Studienautoren Dr. Dirk Sander und Martin Kruspe, schränken allerdings ein: „Die Ergebnisse sind nicht zwangsläufig klinisch relevant, da nicht ermittelt werden kann, wie schwer die angegebenen Symptome wirklich sind.“ Auch seien die Umfragedaten mit äußerster Vorsicht zu interpretieren, da die Erhebung nicht repräsentativ sei. Jedoch lasse sich anhand dieser Zahlen „schon jetzt ein erhöhter Bedarf für präventive Angebote deutlich erkennen“.

Die Hälfte der Befragten berichtete von „Zurückweisung durch Familienmitglieder“

Eine wesentliche Ursache für die beunruhigenden Werte dürften die vielfältigen Diskriminierungen sein, denen schwule und bisexuelle Männer ausgesetzt sind. Die Hälfte der Befragten berichtete von „Zurückweisung durch Familienmitglieder“. Ungefähr zwei Drittel gaben an, antihomosexuelle Beschimpfungen erlebt zu haben. Gewalterfahrungen waren seltener (25 Prozent), diese hatten allerdings den größten Einfluss auf das seelische Wohlbefinden der Teilnehmer.

Die Studie liefert auch einige Hinweise, wie man der Entstehung von Depressionen vorbeugen kann. Ein Faktor war der offene Umgang mit der eigenen Homosexualität. Befragte, die bei „allen“ oder „fast allen“ Freunden und Bekannten geoutet waren, berichteten seltener von depressiven Symptomen. Günstig wirkt offenbar auch ein stabiles Sex- und Beziehungsleben: Von den Männern, die laut Angabe in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung keinen Sex hatten, berichtete ein höherer Anteil von depressiven Symptomen (46 Prozent) als von denjenigen, die in diesen Zeitraum einen oder mehrere Sexpartner hatten (29 und 26 Prozent). Bei Befragten, die in einer festen Beziehung leben, war der Anteil derer ohne depressive Symptome deutlich höher als bei Singles (76 zu 58 Prozent).

Den stärksten positiven Einfluss auf das seelische Wohlbefinden der Befragten hatte die soziale Unterstützung. Das entspricht auch allen vorliegenden medizinisch-psychologischen Erkenntnissen. Mit der Anzahl der unterstützenden Personen sank der Anteil derjenigen, die von häufigen depressiven Symptomen berichteten – und zwar von 74 Prozent („niemand“) auf 21 Prozent („10 und mehr Personen“).

Den stärksten positiven Einfluss hat soziale Unterstützung

Das Fazit der Studienleiter: „Gesellschaftliche Homonegativität hat offensichtlich massive Auswirkungen auf die Gesundheit schwuler und bisexueller Männer. Erfahrene Stigmatisierungen begünstigen die Internalisierung von Homonegativität und so die Anfälligkeit für seelische Probleme.“ Diese leisteten nicht nur unkontrolliertem Drogengebrauch Vorschub, sondern verhinderten auch eine erfolgreiche Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. „Viele Männer sind so sehr mit ihren psychischen Belastungen beschäftigt, dass sie gar nicht in der Lage sind, die bestehenden Gesundheitsangebote zu nutzen“, fasst Dirk Sander das Problem zusammen. „Sie haben keinen Nerv dazu – im wahrsten Sinn des Wortes.“

 Interview mit Dr. Dirk Sander

Im folgenden Interview erläutert Dirk Sander, DAH-Fachreferent für schwule Männer, die Ergebnisse der Pilotstudie sowie den engen Zusammenhang zwischen seelischer Gesundheit und erfolgreicher HIV-Prävention.

Herr Dr. Sander, schwule und bisexuelle Männer leiden sehr viel häufiger an Depressionen als heterosexuelle Männer. Woran liegt das?

Das schwule Coming-out hört ja nicht an dem Tag auf, an dem man’s Mutti gesagt hat. Sich gegenüber anderen Personen, gegenüber der Gesellschaft mit dem eigenen Schwulsein auseinanderzusetzen, das ist ein lebenslanger Prozess. Dieser wird von einigen Männern als Stress erlebt und kann – neben vielen anderen Faktoren – langfristig zu einer depressiven Erkrankung führen.

Irgendwann ist der Topf dann voll, und der Körper sagt: „Mir reicht’s!“

Wie entsteht dieser „schwule Stress“?

Die Grunderfahrung ist die Auseinandersetzung mit der Homosexualität, die in allen Gesellschaften zumindest auf Vorbehalte stößt, oft sogar auf blanken Hass. Dazu kommen auch traumatische Erfahrungen, zum Beispiel mit Mobbing in der Schule oder im Job, im schlimmsten Fall sogar Gewalt. Diese Belastungen addieren sich im Laufe eines Lebens und formen die Persönlichkeit. Irgendwann ist der Topf dann voll, und der Körper sagt: „Mir reicht’s!“ Dann entsteht eine Depression.

Schwule neigen auch eher zum Konsum von Alkohol und Drogen. Ist das eine Folge dieser Stress-Erfahrungen – oder vielleicht auch eine Ursache von Depressionen?

Darauf gibt es keine einfache Antwort, weil hier zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Bei Alkohol und Drogen geht es zum Beispiel um die Frage, warum man sie nimmt: Will man damit vorhandene Freuden noch steigern? Oder dienen sie dazu, negative Erfahrungen auszublenden? Letzteres könnte eine sehr problematische Strategie zur Stressbewältigung sein und die Entwicklung einer Depression begünstigen.

Aber in Deutschland ist die Situation für Schwule doch rosig. Das Verfassungsgericht hat eben erst die volle Gleichstellung verlangt.

Portrait Dirk Sander

Dr. Dirk Sander, DAH-Referent für homo- und bisexuelle Männer (Foto: David Biene)

Die politische und rechtliche Situation schwuler Männer hat sich verbessert, das ist richtig. Aber offensichtlich kommen solche strukturellen Maßnahmen nicht oder kaum bei den Individuen an. Der Einzelne ist immer noch starken Stressoren ausgesetzt. Nur ein Beispiel: Die Ausgrenzung homosexueller Jugendlicher an Schulen bleibt die gleiche, auch wenn für Erwachsene die Ehe geöffnet wird. Ähnliches gilt für individuelle Gewalterfahrungen. Diese werden seit Ende der 80er-Jahre in den Studien von Michael Bochow abgefragt. Daher wissen wir: Der Anteil der Männer, die von antihomosexuellen Gewalterfahrungen berichten, hat sich im Laufe der letzten 25 Jahre nicht wesentlich verändert. Das zeigt auch die jüngste Bochow-Studie von 2013.

Klingt ausweglos.

Diese Tatsache ist ja nicht zwangsläufig. Aber wir müssen uns mit Ausgrenzung und Mobbing beschäftigen. Viele Kinder und Jugendliche lernen schon in der Schule, sich zurückzuziehen. Das sind Strategien der Stressbewältigung, die sie dann ein Leben lang anwenden werden. Die Sozialwissenschaft spricht hier von „Coping-Mechanismen“, von denen es problematische und empfehlenswerte gibt.

Hilfreich: mit anderen Ausgegrenzten eine Community bilden

In der Schule gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich mit anderen Ausgegrenzten zusammenzutun und eine „Community“ zu bilden. Für eine Broschüre zum Coming-out habe ich hierzu schwule Jugendliche befragt, und die haben damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. Zur HIV-Prävention setzt die Deutsche AIDS-Hilfe deshalb auch auf Maßnahmen zur Community-Bildung, zur Selbstwertstärkung. Anders gesagt: Wir wollen die Männer dazu ermutigen, ihr Schwulsein als ein positives Identitätskonstrukt zu verinnerlichen.

Depressionen torpedieren laut Ihrer Studie auch die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Das wissen wir von unseren Vor-Ort-Arbeitern. Die gehen in die Schwulenszene und verteilen zum Beispiel vor Lokalen Kondome und Safer-Sex-Informationen. Dabei bekommen sie dann hin und wieder von den Gästen die Rückmeldung: „Ach, lasst mich in Ruhe. Ich habe ganz andere Probleme.“

Diese Aussage muss man ernst nehmen: Seit der großen EMIS-Studie wissen wir mit Sicherheit, dass mentale Probleme wie depressive Verstimmungen dafür sorgen, dass schwule Männer Gesundheitsangebote nicht wahrnehmen. Sie sind so sehr mit ihren psychischen Belastungen beschäftigt, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, sich mit Schutzbotschaften auseinanderzusetzen oder zum Beispiel HIV-Test-Angebote zu nutzen. Sie haben keinen Nerv dazu – im wahrsten Sinn des Wortes.

 Je mehr Freunde jemand hat, desto weniger anfällig ist er für Depressionen

Was hilft denn gegen Depressionen?

Unsere Pilotstudie zeigt deutlich: der Freundeskreis ist wichtig! Je mehr Freunde oder unterstützende Verwandte die Befragten hatten, desto weniger anfällig waren sie für Depressionen. Ein stabiles soziales Umfeld ist eine gute Impfung gegen psychische Krankheiten.

Freunde haben – das ist leichter gesagt als getan. Wie könnte man denn die Betroffenen dabei unterstützen, Freunde zu finden?

Eine Möglichkeit für Aidshilfen und andere Präventionsprojekte sind zum Beispiel Ausgehgruppen. Sie bieten Neuankömmlingen einen leichten Einstieg in die Schwulenszenen. Und ganz generell bemühen wir uns, diese Szenen zu unterstützen, um einen Schutzraum zu schaffen. Es ist wichtig, dass Menschen einen Ort haben, wo sie so sein können, wie sie sind, wo sie sich nicht verstellen müssen.

Sie sprechen in Ihrer Studie von einem paradoxen Effekt: Einerseits haben schwule Männer, die offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen, seltener Depressionen. Andererseits berichten genau diese Männer häufiger von homonegativen Anfeindungen. Fördert ein Coming-out am Ende Depressionen?

Je offener ein schwuler Mann lebt, umso angreifbarer macht er sich. Ob die möglichen Anfeindungen ihn depressiv machen, hängt aber von vielen Faktoren ab, unter anderem von seinen Unterstützungsressourcen. Ist man isoliert, ist eine Anfeindung natürlich problematischer, als wenn man einen stabilen Freundeskreis hat, der einen dann auffängt. Je offener man ist, desto größer ist allerdings auch das Risiko, Diskriminierungen zu erfahren.

Interview: Philip Eicker

Die Ergebnisse der Pilotstudie „Wie geht´s Euch? – Seelische Gesundheit bei schwulen und bisexuellen Männern“ gibt es hier als PDF-Dokument.

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Antonio Peris BuchbinderwerkstattKlartext: Antonio Peri persönlich

Das Blog Veganarchia hat mich zu einigen grundsätzlichen Positionen zu psychoaktiven Substanzen und meinem Engagement für eine neue Drogenpolitik befragt. Es ist ein recht schönes und teils auch sehr persönliches Interview dabei herausgekommen, dass ich auch meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Die Ereignisse in den Niederlanden haben sich nach dem 5. Mai überschlagen, aber inzwischen lässt mir die dortige Lage wieder Zeit für andere Themen. Daher möchte ich mit diesem Interview das Ende der Artikelflaute hier auf APB einläuten. Ab heute gibt es wieder regelmäßig Neuigkeiten hier.

Veganarchia: Wie würdest Du Deine allgemeine Position zu psychoaktiven Substanzen (sowohl legal wie illegal) in einem Satz beschreiben?

Antonio Peri: Die Trennung zwischen Droge, Medikament und Genussmittel ist eine rein juristische Definition, daher spreche ich lieber nur von Substanzen – psychoaktive Substanzen haben das Potential all das zu sein, es kommt nur auf unseren Umgang damit an.

Veganarchia: Inwieweit beeinflusst diese Einstellung deinen Alltag? Kennen Menschen aus Deinem privaten Umfeld deinen Blog, und wie finden die das?

Antonio Peri: Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas ausholen: Meine Experimentierphase ist abgeschlossen und bis auf moderat kiffen auch meine Zeit als Konsument. Zur theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema Drogen bin ich nach meinen ersten psychedelischen Erfahrungen (mit psilocybinhaltigen Pilzen) gekommen. Es gab im Freundeskreis einfach niemanden, mit dem ich diese Erfahrungen besprechen konnte. So bin ich dann auf das Land der Träume gestoßen, das war Anfang 2006 mein Einstieg in die „Drogenwelt“ des Internet. Das ging so weit, dass ich einige Jahre Moderator und nachher Co-Admin im LdT war. Substanzen wie Cannabis, Kokain, Amphetamin und MDMA habe ich in jungen Jahren (aber sehr moderat) konsumiert. Mein Einstieg in die psychedelische Welt fand jedoch eher untypisch mit knapp 30 Jahren statt – und das war gut so. Noch heute bin ich sehr zwiegespalten, ob Menschen in jugendlichem Alter schon die ernsthaften Psychedelika konsumieren sollten. Die charakterliche Tiefe – ein Trip fördert ja u.a. nur zutage, was in jemandem ist, ist noch wenig vorhanden und wohl auch weniger Selbstkontrolle. Trips sind ein sehr fragiler Zustand. Ich vergleiche sie gern mit einer Operation am offenen Herzen. Sie bieten wunderbare Chancen, aber bergen auch enorme Risiken. Psychedelika sind kein Spielzeug, auch wenn man damit Spaß haben kann – der wahre Sinn ist jedoch ernsthaft und wenn irgendwo das Wort „heilig“ angebracht ist, dann hier. Ich gehe keinesfalls so weit wie Dr. Christian Rätsch, der Psychedelika auch in jungen Jahren für angebracht hält, aber seine Position dazu lässt mir trotzdem keine Ruhe.

Da ich mein LdT-Profil nicht lösche, und auch das unter dem gleichen Namen öffentlich wahrnehmbar ist, möchte ich auch meine dunkle Zeit nicht verschweigen. Mit der Fülle der neuen sog. Research Chemicals habe ich es in meiner LdT-Zeit dann sehr übertrieben und keinen vorbildlichen Konsum praktiziert. Das hat mich dann auch (Upper/Downer-Kreislauf) in eine Benzodiazepin-Abhängigkeit geführt (die einzige körperliche Abhängigkeit die ich je hatte), hatte mein Ausscheiden aus dem LdT zur Folge und danach habe ich mich für ca. 2 Jahre komplett aus dem Thema zurückgezogen – sowohl was die Theorie als auch eigenen Konsum anbelangte.

Ging es in meiner LdT-Zeit noch um Substanzen, so geht es mir heute vornehmlich um Politik. Ich war schon immer ein politischer Mensch (auch Abseits von der Drogenpolitik) und insofern ist es nur schlüssig, dass ich das spannende Feld Drogenpolitik zu meinem Thema gemacht habe.

Meine Tätigkeit und öffentliche Wahrnehmbarkeit vor der viele Menschen, die sich gern engagieren würden, Angst haben, hat sich bisher nur positiv ausgewirkt. Gerade noch hat mich ein Mitarbeiter meines Stamm-Supermarktes zum aktuellen Prozess in Maastricht befragt. Ich war mal mit Kein Wietpas! – Shirt da und da hat er mich darauf angesprochen und gleich gesagt: „Find ich gut!“ Seitdem reden wir immer kurz wenn ich ihn beim Einkaufen sehe. Meinen eigenen Blog (für den ich seit April leider, wegen der intensiven Arbeit für Kein Wietpas! keine Zeit habe) kennen Freunde, aber nicht jeder Bekannte. Kein Wietpas! ist aber wesentlich bekannter.

Einen großen Verwandtenkreis habe ich nicht, aber dort thematisiere ich diese Sache nicht ausführlich. Eine kurze Interviewsequenz war zwar auch schon im WDR-Fernsehen, aber darauf bin ich bisher nicht angesprochen worden. Ich habe aber genug hinter mir, um mich nicht mehr zu verstecken oder zu heucheln. Wenn mich jemand fragt, bekenne ich mich klar. Allerdings sind manche Konservative sehr verbohrt und dabei vorsätzlich inkompetent. Das war in meiner Familie immer so. Vielleicht auch daher mein Wunsch wenigstens andere aufzuklären und etwas zu bewirken. Der Spruch: „Ein Prophet gilt nirgends weniger als … in seinem Hause.“ trifft auf mich absolut zu. Meine eigene Mutter habe ich nie überzeugen können, und die ist Schöffin bei Gericht, was die Sache noch einmal bitterer macht.

Veganarchia: Was sagst du zu staatlichen Anti-Drogen-Kampagnen wie zB ‚need no speed‚?

Antonio Peri: Lustigerweise kenne ich besagte Kampagne (ich habe sie mir zwischenzeitlich angesehen) noch gar nicht. Allerdings missfällt mir bei den staatlichen Kampagnen immer das Abstinenzdogma. Besser finde ich die Kampagne „Quit the Shit“ der Drogenberatungsstellen. Dort wird explizit gesagt, dass sich die Kampagne an Menschen richtet, die ihren Cannabiskonsum beenden oder reduzieren wollen. Dieses Reduzieren ist ein niedrigschwelliger Ansatz und völlig okay für Menschen, die ein problematisches Konsummuster haben, oder mit dem Konsum nicht zurechtkommen. Die Kampagne zu Alkohol „Kenn Dein Limit“ zielt ebenso nicht auf Abstinenz. Sowas geht auch mit anderen Substanzen als Alkohol. Wenn der Ansatz also nicht Abstinenz wäre, würde die Zielgruppe vielleicht auch dem Staat zuhören, anstatt nur darüber zu lachen und Witze zu machen. Das ist nämlich bislang der größte Effekt staatlicher Kampagnen.

Veganarchia: Würdest du alle illegalen Drogen gern legalisiert sehn? Warum / warum nicht? Machst du dir aufgrund deiner Präsenz in der Öffentlichkeit sorgen um deine Privatsphäre?

Antonio Peri: Ich beende meine Kommentare manchmal mit einem abgewandelten Cato-Zitat: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass BtMG, AMG und GüG ersatzlos gestrichen werden müssen.“ Das ist natürlich Polemik und eine Maximalforderung. Die realpolitisch erreichbare Lösung sieht aber wohl anders aus. Zumindest in unserer Staatsform. Das weiter zu denken, führt schon beinahe zu Deiner Frage nach einem anarchistischen Gesellschaftsmodell, dazu aber später.

Die Prohibition und die damit einhergehende Repression, die sowohl unmenschlich als auch volkswirtschaftlicher Wahnsinn ist, verursacht mehr Probleme als ein falscher Umgang mit psychoaktiven Substanzen. Ich empfehle noch diesen kurzen Audiobeitrag.

Fast weltweit haben die USA in den 60er Jahren mit dem Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel ein ideologisches und abgrundtief dummes System etabliert, dass seitdem unendlich viel mehr Leid verursacht und Opfer gefordert hat, als diese angeblich von Grund auf bösen Substanzen. Ich finde es unerträglich, dass aufgrund dessen politische Änderungen gelähmt sind. Einzig in den USA selbst kümmert man sich nicht um diese internationalen Verträge. Wir sollten das Einheitsabkommen entweder aufkündigen, oder (wie Amerika) einfach nicht beachten. Bei Rüstungsexporten können wir das ja auch ganz gut. Das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel ist das größte Hindernis auf dem Weg zu einer vernünftigen und unideologischen Drogenpolitik.

In Punkto Privatsphäre habe ich umgedacht. War ich bisher ein Gegner der Post-Privacy, weiß ich doch, dass man sich nicht verstecken und gleichzeitig öffentlich wahrnehmbar sein kann. Anonymous kann das, aber mein politisches Engagement kann das so nicht. Trotzdem benutze ich einen Nickname, der mittlerweile wesentlich mehr als das geworden ist. Antonio Peri ist schon eher ein Alter-Ego. Die Behörden wissen evtl. wer ich bin. Ich verschleiere nicht einmal meine IP. Allerdings war mir auch klar, dass politisches Engagement und Konsum von mehr als geringen Mengen nicht zusammengeht. Ich habe also nicht viel zu befürchten, hoffe jedoch trotzdem nicht Opfer von behördlichen Schikanen zu werden. Damit rechne ich aber jederzeit.

Veganarchia: Hast Du Dich je mit dem Thema Anarchie beschäftigt?

Antonio Peri: Nicht ausreichend. Eine herrschaftslose Gesellschaft ist ein Traum und wünschenswert. Allerdings habe ich große Sorgen, ob wir in unserer derzeitigen Evolutionsstufe dazu bereit sind. Zunächst müsste sich der Geist aller Menschen ändern. Das setzt eine entheogene bzw. psychedelische Revolution voraus, bezüglich der ich aber auch ziemlich desillusioniert bin. Natürlich habe ich Dinge erkannt, und mich auch unwiderrufbar durch meine psychedelischen Erfahrungen verändert. Die haben schon etwas geschafft, was keine Psychotherapie hinbekommt. Allerdings greift das nicht immer und überall. Auch ich bin manchmal klein und egoistisch. Reicht es in einer Anarchie nicht aus, wenn wenige Starke die Macht an sich reißen und andere unterjochen möchten? Wie wehrt sich die Mehrheitsgesellschaft dann gegen solche potentiellen Tyrannen? Eine Anarchie würde also einen absoluten gesellschaftlichen Konsens voraussetzen und ein viel sozialeres Verhalten. Es könnte die Staatsform von wirklich humanen und hochintelligenten Wesen werden – aber ich sehe das in ferner Zukunft und auch nur wenn ich utopisch und nicht dystopisch denke.

Veganarchia: Wie denkst Du wie in einer anarchistischen Gesellschaft mit Drogen umgegangen wird/werden würde?

Antonio Peri: Ich denke dass Drogen dann wesentlich besser benutzt würden als heute und es weniger problematischen Konsum gäbe, da die Menschen nicht mehr so viele Verletzungen damit überdecken müssten. Diese Konsummotivation führt ja meist in ein problematisches Konsummuster oder in die Sucht. Egal wie die Gesellschaftsform ist, werden Drogen aber immer da sein und eine Rolle spielen. Sie sind von der Menschheit nicht zu trennen. Daher finde ich auch, dass es kein Zitat gibt, was dümmer und so abgrundtief unmenschlich ist, als der Satz von Helmut Kohl: „Unser Ziel muss eine Gesellschaft sein, die Rausch einmal genauso ächtet wie Kannibalismus.“ Dieser Mensch hat noch nie die tiefen Erkenntnisse aus LSD oder Psilocybin kennengelernt. Wie echt, wahr und natürlich das ist. Noch hat er das totale Verständnis zwischen zwei Menschen die sich lieben auf MDMA gespürt. Das verbieten und ächten zu wollen ist ein echtes Verbrechen, dass hoffentlich vor einem höheren Gericht als unseren weltlichen geahndet wird.

Veganarchia: Danke


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WIETPASS / LSD vs. MDMA / Hanfdemos / CannaTrade / Drogenmündigkeit | Drug Education Agency (DEA) 7 In eurer Drug Education Agency (DEA) gibt's diesmal einen kleinen Vorab-Rückblick...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

Grow! MagazinMenschenrechte von Cannabispatienten: Kundgebung in Bonn

Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM und das Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin (SCM) laden für kommenden Donnerstag, dem 20.06., zu einer Kundgebung in Bonn ein. Unter dem Motto "Menschenrechte von Cannabispatienten achten!" soll über die schwierige rechtliche Situation aufgeklärt werden, in der sich auf medizinisches Marihuana angewiesene Patienten oft wiederfinden. Auszug aus dem Programm:
  • Aktion Krankenhemden: "Sie ziehen uns aus bis auf das letzte Hemd".
  • Aktion Cannabisblüten-Dosen: Wir werden leere Döschen von Cannabisblüten, die Patienten für etwa 100 Euro in Apotheken erwerben können und nun mit Leckereien aus Hanf gefüllt sind, markschreierisch mit einem Rabatt verkaufen.
  • Übergabe eines von Patienten unterschriebenen Briefes an Mitarbeiter der Bundesopiumstelle. Der Inhalt des Briefes wurde der Bundesopiumstelle, der Bundeskanzlerin, dem Bundesgesundheitsminister und der Bundesdrogenbeauftragten bereits bekannt gemacht. Wir erwarten am 20. Juni eine Antwort auf unsere dort gestellte Frage.
Die Veranstalter suchen ebenfalls noch nach Sponsoren, die die Aktion finanziell unterstützen möchten. Unter allen Spenden über 10 Euro wird eine Reihe von Preise verlost. Mehr Informationen zur Verlosung und Anfahrt findet ihr auf der Seite <link http:="http:"/>cannabis-med.org.

Blog der Aidshilfe DeutschlandDossier HIV & Depression Teil 5: Pillen oder Psychologen: Was hilft besser gegen Depression?

zwei verschiedenfarbige Stühle

Die Entscheidung ist auch eine Frage der Persönlichkeit (Bild: Petair / photocase.com)

Gesprächstherapien sind ein klassisches Mittel, um Depressionen zu behandeln. Manchmal aber ist die Krankheit so stark, dass nur Medikamente den Patienten für Gespräche empfänglich machen. Die Neurologin Gabriele Arendt berichtet über die vielfältigen Therapiemöglichkeiten bei Depression und die besonderen Herausforderungen für Menschen, die gleichzeitig mit HIV und mit einer Depression fertig werden müssen.

Frau Professorin Arendt, nach der Diagnose einer Depression empfehlen Sie manchen Patienten, einen HIV-Test machen zu lassen. Wie hängen HIV und Depression zusammen?

Auf sehr viele Arten. HIV kann unter anderem den Stoffwechsel der Neurotransmitter angreifen. Das sind die Botenstoffe, die das Gehirn ausschickt, damit unsere Nervenzellen miteinander kommunizieren können. Sie steuern auch unsere Stimmungen. Eine Störung kann Depressionen auslösen. Um diese Ursache besonders in Hauptbetroffenengruppen rechtzeitig diagnostizieren zu können, empfehlen wir einen HIV-Test.

Auch manche HIV-Medikamente gelten als „Motoren“ für eine Depression.

Portrait Gabriele Arendt

Professorin Gabriele Arendt von der Neurologischen HIV-Ambulanz in Düsseldorf (Bild: privat)

Ja, einige HIV-Medikamente begünstigen Depressionen, besonders Efavirenz. Vor allem in den ersten vier Wochen der Einnahme, in manchen Fällen auch noch wesentlich später. Efavirenz dringt gut ins Gehirn ein, kann aber zu starken zentralnervösen Symptomen, darunter auch zu Depressionen führen. Der genaue Verlauf der Krankheit ist aber noch nicht aufgeschlüsselt.

HIV-Therapien gelten inzwischen als gut verträglich. Ist die Depression die Schattenseite dieses Erfolgs?

So würde ich das nicht ausdrücken. Es ist schlicht die Nebenwirkung ansonsten hilfreicher Medikamente. Antiretrovirale Medikamente können auch Polyneuropathien oder eine Lipodystrophie verursachen. Efavirenz hat eben diese spezielle Nebenwirkung. Problematisch ist das nur für Leute, die zu Depressionen neigen.

Bei jeder Depression ist die Frage: Pille oder Psychologe? Wie entscheiden Sie, ob eine Depression mit Medikamenten oder mit einer Psychotherapie zu behandeln ist?

Ich halte es grundsätzlich für gut, wenn man eine Pharmakotherapie, also medikamentöse Behandlung, mit einer bearbeitenden Gesprächspsychotherapie verbindet. Das muss nicht immer eine große Psychotherapie sein, auch eine stützende Gesprächstherapie ist schon viel wert: Der Patient kann seine Gefühle schildern und gemeinsam mit dem Arzt den Ursachen seiner Depression nachspüren.

Schweigsamen Menschen verlangt die Gesprächstherapie mehr ab als redseligen

Ist die Wahl zwischen Präparat und Psychologie auch eine Frage des Typs?

Sie hängt mit der Persönlichkeit des Patienten zusammen. Einem schweigsamen Menschen verlangt eine Gesprächstherapie mehr ab als einem redseligen. Ich empfehle jedem Patienten eine langfristige Psychotherapie. Manche sagen mir dann: Nein, ich habe überhaupt keine Lust dazu, mein Innerstes zu outen. Diese Patienten wünschen sich ein Medikament, das ihr Gehirn zurechtrückt. In diesen Fällen sage ich: „Versuchen wir es mit einem Medikament. Wenn Ihnen das hilft, ist es gut. Aber wenn nicht, müssen wir noch mal darüber reden.“ Viele Menschen glauben einfach nicht daran, dass Sprechen hilft.

Ist Sprechen denn ein gutes Heilmittel?

Sprechen hilft sehr vielen Menschen, jedoch nur dann, wenn der Einzelne dafür aufgeschlossen ist. Aber mit dem entsprechenden Aufwand kann man die meisten für eine Gesprächstherapie gewinnen.

Wie viel Zeit muss man für eine Gesprächstherapie veranschlagen?

Das Minimum sind 35 Stunden, ein- bis zweimal pro Woche. Meist kommt man damit aber nicht aus. Eine große Psychotherapie zieht sich über mehrere Jahre hin, an drei bis fünf Tagen pro Woche. Das können natürlich nur wenige in ihren Tagesablauf einfügen.

Manche Psychiater halten Gesprächstherapien für verzichtbar

Konkurrieren Neurologen und Psychologen bei der Behandlung von Depressionen?

Es gibt durchaus Psychiater, die vor allem auf Medikamente setzen und Gesprächstherapien im Grunde für verzichtbar halten. Das war zumindest in den 1980er Jahren noch so. Inzwischen haben sich diese beiden Fachrichtungen einander angenähert. Allerdings gibt es noch immer gewisse Vorbehalte der sogenannten biologischen Psychiater, die Medikamente und Gesprächstherapie verbinden, gegenüber den Psychoanalytikern, die den Einsatz von Medikamenten kritisch sehen. Letztere versuchen, allein durch Gespräche mit dem Patienten die seelische Wurzel der Depression zu erfassen.

Wie sehen Sie das als Neurologin? Hat jede Depression eine tiefsitzende Wurzel?

Ja, ich kann diesen Ansatz nachvollziehen, aber nur wenn gilt: Die richtige Therapie zur richtigen Zeit. Es gibt Depressionen, die allein psychoanalytisch behandelt werden müssen. Und da ist der tiefenpsychologisch orientierte Psychologe, Psychotherapeut oder – ganz klassisch – der Psychoanalytiker der Mann oder die Frau der Stunde. Ohne sie geht es nicht. Aber diese Formen der Depression sind selten. Meistens ist eine Kombination der beiden Behandlungsmethoden die richtige Wahl.

Werden Antidepressiva heute zu schnell verschrieben?

Heute wird leider sehr schnell zu Antidepressiva gegriffen, auch von Nicht-Fachärzten. Das kann ich nicht befürworten. Antidepressiva gehören in die Hände eines Facharztes, also nur in die von Neurologen oder Psychiatern.

Ein Grund für den Pillenboom: die langen Wartefristen beim Psychologen

Was ist so verlockend an den „Glückspillen“?

Ein großes Problem sind die langen Wartezeiten bei Psychotherapien. Die Patienten klagen, dass sie beim Psychiater oder Psychotherapeuten erst sehr spät einen Termin bekommen. Diese lange Wartezeit versuchen primär betreuende Kollegen wie Allgemeinmediziner und Internisten verständlicherweise zu überbrücken. Und dann wird schnell zum Medikament gegriffen.

Wo liegen die Grenzen der Pillen?

Sie wirken gut, aber bei jedem Menschen anders. Zunächst geht es darum, das richtige Antidepressivum für den Patienten auszuwählen, abhängig von der Art der Depression, aber auch von individuellen Gegebenheiten im Gehirn. Das betrifft das Gebiet der sogenannten Pharmako-Genetik: Diese Forschungsrichtung untersucht, warum Herr Meier anders auf ein bestimmtes Medikament reagiert als Frau Müller. Diese aufstrebende Wissenschaft wird, wenn sie Erfolg hat, uns sehr weiterhelfen. Bisher sind wir allein auf eine gute Anamnese angewiesen, um das richtige Medikament auszuwählen.

Was gibt es noch für Nachteile?

Jedes Medikament hat gewisse Nebenwirkungen. Der Patient muss bereit sein, sie in Kauf zu nehmen, zum Beispiel eine eingeschränkte Sexualfunktion. Eine optimale medikamentöse Einstellung hält die Nebenwirkungen gering. Aber das bedeutet, dass man am Anfang der Therapie auch mal einige Präparate durchprobieren muss, um diesem Ideal nahezukommen.

Schwerste Formen der Depression lassen die Erkrankten fast dement wirken

Als Neurologin empfehlen Sie bei einer HIV-Infektion eine sorgfältige Gehirnuntersuchung. Warum?

HIV befällt bestimmte weiße Blutkörperchen, die bis ins Gehirn wandern. Auch dort kann sich HIV ausbreiten. Unbehandelt kann es dann zu einer HIV-Demenz oder einer HIV-Enzephalopathie kommen. Das sind Schädigungen des Gehirns, die zum Beispiel die Motorik, das Gedächtnis und auch die Emotionen betreffen. Dabei kann es leicht zu einer Depression kommen. Schwere HIV-Demenzen kommen in Deutschland aber dank wirksamer HIV-Therapien kaum noch vor.

Eine Depression kann bei HIV-Positiven also auch rein körperliche Ursachen haben?

Das muss man sehr genau prüfen. In vielen Fällen ist es auch umgekehrt: Eine schwere Depression kann sogar eine HIV-Demenz vortäuschen. Sie kann das Denken und Handeln von HIV-Patienten quasi einfrieren. Die Vitalität ist vollkommen heruntergefahren. Dadurch wirkt der Patient dement, obwohl er es gar nicht ist. Man nennt diesen Zustand Pseudodemenz.

Wie hoch sind die Heilungschancen bei einer Depression?

Die Rückfallraten sind zwar sehr hoch, zwischen 50 und 70 Prozent. Wer einmal eine depressive Phase hatte, wird im Lauf seines Lebens sehr wahrscheinlich noch weitere haben. Trotzdem sind die Therapieaussichten gut: Wenn ein Patient die Symptome erkennt und rechtzeitig einen Arzt seines Vertrauens aufsucht, dann ist die Therapie gelungen: Der Patient hat gelernt, seinen Gesundheitszustand realistisch einzuschätzen und holt sich notfalls Unterstützung – und zwar bevor er in das dunkle Loch gefallen ist.

Anteilnahme ist wichtig, aber bei schweren Depressionen sind Laien machtlos

Können auch Freunde und Familienmitglieder diese Unterstützung bieten?

Das kommt auf den Grad der Depression an. Wenn die Depression eine Reaktion auf akute Umwelteinflüsse ist, dann können Freunde und Verwandte sie erfolgreich abfangen. Wenn sie aber sehr stark ausgeprägt ist, gelingt das nicht, denn dann kann der Patient die Zuwendung seiner Angehörigen gar nicht annehmen. Wenn eine Depression diesen Grad erreicht hat, sind Laien machtlos.

Ist dann die Gabe von Antidepressiva unausweichlich?

So ist es. Bei einer solch schweren Ausprägung kommen auch Psychiater oder Psychologen mit Gesprächen nicht mehr weiter. Der Patient lächelt dann nur leicht und sagt: „Sie meinen es gut, aber Sie können mir nicht helfen. Mir kann niemand helfen.“ Um diese Stimmung niederzuringen, braucht man ein Medikament. Das sind Stoffwechselstörungen im Gehirn, die man nur mit pharmakologischen Mitteln mildern kann. Besonders kritisch ist diese Situation deswegen, weil die geschilderten Verhaltensweisen auf eine Selbstmordgefährdung hindeuten können. Deshalb ist größte Sorgfalt und Vorsicht angebracht.

Was tun Sie, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Patient könnte sich etwas antun?

Das ist eine der schwierigsten Situationen überhaupt. Es gibt ja auch Gesetze, die mich als Ärztin zwingen, bei Suizidverdacht eine Einweisung in eine geschlossene Anstalt zu veranlassen. Eine solche Einweisung ist eine der gravierendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen und fördert nicht gerade das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Unter Umständen ist der Patient später dankbar, wenn es ihm wieder besser geht. Aber im Moment der Einweisung ist das Verhältnis zu ihm oft empfindlich gestört.

In den letzten Jahren gab es viele Berichte über die Erfolge der HIV-Medizin: Positive können heute ein fast völlig normales Leben führen. Wer zu Depressionen neigt, dürfte sich von solchen Botschaften unter Druck gesetzt fühlen.

Ja, das gilt gerade für diejenigen HIV-Positiven, die vor vielen Jahren ihre Diagnose erhielten, schon mit dem Leben abgeschossen hatten und nun erfahren: Alles ist wieder offen, das Leben geht weiter – und zwar mit allen Verpflichtungen, die das mit sich bringt. Heute gibt es viele HIV-Patienten, die sehr gute Blutwerte haben, aber dennoch über Gedächtnisschwäche oder Konzentrationsmängel klagen. Das Virus ist ja nicht weg, es ist weiter im Organismus, etwa wie eine chronische Grippe – und die kann sich durchaus in Form einer verminderten intellektuellen Präsenz bemerkbar machen. Man kann zum Beispiel dem Arbeitsstress nicht ohne weiteres standhalten. Aber bei Angehörigen, Arbeitgebern und vor allem bei den Rentenbehörden gilt man als völlig gesund. Man fühlt sich nicht fit, aber alle schauen einen auffordernd an und sagen: „Nun stell dich nicht so an!“ Das ist ein enormer psychischer Druck.

Interview: Philip Eicker

Gabriele Arendt ist Ärztin und Professorin am Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Arbeitsgruppe „Neurologische HIV-Ambulanz“ erforscht seit 1987 durch HIV hervorgerufene Erkrankungen des Nervensystems.

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Blog der Aidshilfe DeutschlandDossier HIV & Depression Teil 4: Was hilft bei Depressionen? Zehn Anregungen

Blick nach oben

(Bild: o-zero / photocase.com)

Im Umgang mit einer Depression gibt es keine „goldenen Regeln“, die für alle gelten. Das macht die Behandlung so schwierig. Aber es gibt Mittel und Wege, um depressiven Schüben Herr zu werden. Zehn Anregungen, die bei einer Depression helfen könnten.

1 Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Das Gute an einer Depression: Die Heilungschancen sind hoch. Meistens klingt sie nach einigen Monaten von alleine ab. Nimmt sie jedoch zu, kommt man nicht mehr ohne fremde Hilfe aus der Abwärtsspirale heraus. Man sollte daher professionelle Unterstützung suchen, auch wenn es sehr schwer fällt. Ein Arzt des Vertrauens kann weiterhelfen. Erste Hilfe kann auch die Telefonseelsorge leisten: 0800 111 0 111 (rund um die Uhr, kostenlos aus dem Festnetz).

2 Eine Psychotherapie erwägen

Für die Behandlung einer Depression ist das Gespräch von großer Bedeutung. Vielen hilft es, wenn sie über ihre Sorgen sprechen können. Eine Psychotherapie ist dafür ein professioneller Rahmen. Sie ist mühsam, kann aber langfristig einen Ausweg aus der Depression weisen. Für die Wahl des richtigen Psychotherapeuten gibt es keine Faustregel. Aber: Die „Chemie“ muss stimmen. Im Laufe einer Psychotherapie kommt es auch zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten. Vertrauen in den Therapeuten ist daher Grundvoraussetzung.

3 Antidepressiva in Betracht ziehen

Medikamente können bei einer Depression hilfreich sein. Gerade in Hochphasen wirken sie erleichternd und ermöglichen zum Beispiel die Teilnahme an einer Gesprächstherapie. Man muss sie ja nicht ein Leben lang einnehmen.

4 Medikamente nicht selbst verordnen

Schlaf-, Schmerz- oder Beruhigungsmittel sollte man nie ohne Rücksprache mit Arzt oder Therapeut einnehmen. Das gilt besonders bei einer Depression. Die Gefahr gesundheitlicher Schäden ist hoch. Bei einer HIV-Therapie gilt außerdem: Vorsicht bei Johanniskraut. Dieses Hausmittel gegen Verstimmungen beschleunigt den Abbau von HIV-Medikamenten und verändert so deren Wirkung. Der HIV-Schwerpunktarzt kann Alternativen empfehlen.

5 Den Tag strukturieren

So wie eine Depression das seelische Gleichgewicht aus dem Lot bringen kann, kann sie auch den Tagesrhythmus beeinträchtigen. Vielen Betroffenen hilft es, wenn sie ihrem Tag eine feste Struktur geben: Aufstehen. Duschen. Frühstück. Mittagessen. Kaffeepause – alles zu einer festen Uhrzeit. Auch regelmäßige Unternehmungen können den Tag überbrücken. Zum Beispiel ein Treffen mit einem guten Freund. Wichtig: Die Tagespunkte sollten nicht zu dicht gesetzt werden. Sonst können sie leicht überfordern.

6 In Bewegung bleiben

Bewegung wirkt wie ein Antidepressivum: mäßiger Dauerlauf, Spaziergänge oder Ausflüge mit dem Rad. Die körperliche Aktivität stärkt das Wohlbefinden und beugt einer Depression vor. Wichtig dabei ist, dass man sich realistische Ziele setzt. Wer sich zu viel zumutet, geht das Risiko einer Enttäuschung oder Erschöpfung ein. Das kann die Depression verstärken.

7 Bei Alkohol und Drogen zurückhalten

Alkohol und andere Drogen machen einen depressiven Schub vielleicht erträglicher. Langfristig aber können sie die Depression verstärken und zu einer Verfestigung der Krankheit führen.

8 Gefühle ernst nehmen

Empfindungen sollte man weder dramatisieren noch bagatellisieren. Jeder Mensch hat depressive Phasen, sie gehören zum Leben dazu. Gerade eine HIV-Diagnose kann sehr belasten, gleiches gilt für den Beginn einer HIV-Therapie.  Jeder zweifelt ab und zu an sich selbst. Entscheidend ist, mögliche Warnsignale einer dauerhaften Depression zu erkennen. Ein erster Hinweis sind regelmäßige Schlafstörungen, ein sehr deutliches Signal sind Selbstmordgedanken.

9 Kontakt zu Angehörigen halten

Freundschaften und Familie leiden unter einer Depression. Es fällt schwer, Kontakt zu halten und Gespräche zu führen. Betroffene sollten trotzdem versuchen, den Kontakt zu Partnern, Freunden oder Familie nicht abreißen zu lassen – so gut das eben geht. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, sich wenigstens einmal am Tag oder in der Woche zu festen Zeiten zu einer gemeinsamen Unternehmung zu verabreden.

10 Zur Seite stehen

Freunde und Angehörige eines an Depression Erkrankten sind wichtige Unterstützer: Sie können Verständnis zeigen, Ängste nehmen und Hilfe vermitteln – etwa indem sie gemeinsam mit dem Erkrankten nach einem Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe suchen. Die Unterstützung sollte aber nicht in Bevormundung umschlagen. Die Situation ist für alle Beteiligten schwierig, gerade bei der Langzeitbehandlung ist viel Geduld erforderlich. Angehörige sollten daher auch auf die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit achten.

Zusammenstellung: Michael Thiele/Philip Eicker

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Hanf Journal NewsHamburg meldet sich zu Wort

Die Hamburger Morgenpost lässt Kiffer sprechen - ganz unzensiert

DEA - Drug Education Agency TVStreckmittel / Legal Highs / Growing / Bongs | GEBURTSTAGS SPECIAL DEA (21)

Streckmittel / Legal Highs / Growing / Bongs | GEBURTSTAGS SPECIAL DEA (21) Yeah, it's Partytime! Willkommen zur fetten 1. Geburtstagsparty eurer Drug Education Agency! Ein Jahr lang begleiten...

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Grow! MagazinDer Mythos Einstiegsdroge

Wer Cannabis raucht, greift später auch zu anderen Drogen. Über den Dealer, der einem das Marihuana verkauft, entsteht der Kontakt zu XTC, Speed und Co. „Ich kiffe nur: Mache ich etwas falsch?“, ist Jens erste spontane Reaktion auf diese Behauptungen. Die Antwort lautet natürlich: nein! Der 19-Jährige kifft, seitdem er 17 ist. Noch nie hat er eine andere illegale Droge, geschweige denn Alkohol oder Zigaretten, ausprobiert. „Mein Joint reicht mir“, sagt er. Das Vorurteil, Cannabiskonsum ist der Einstieg zum Gebrauch der verschiedensten Substanzen, ist längst widerlegt. Der häufige Genuss eines Joints ist nicht der Strudel, der einen in eine langjährige problematische Drogenkarriere herabzieht. „Als Erstes wird Alkohol konsumiert, als Zweites Zigaretten und als Drittes Cannabis. Zu behaupten, Alkohol führt zum Rauchen und Rauchen führt zum Kiffen, ist genau so falsch wie zu behaupten, Kiffen führt zu anderen Suchtmitteln“, empört sich Dr. Raphael Gassmann, stellvertretender Geschäftsführer der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, über eine These, die er für allgemein widerlegt hält. Die Geschichte dieses Mythos geht bereits auf die Anfänge des Cannabis-Verbots zurück. Gerade mal ungefähr 75 Jahre ist die internationale Ächtung von Cannabis her. Gesundheitliche oder soziale Gründe gab es nicht für das Verbot. Amerikanische Lobbyisten, Politiker und Wirtschaftskonzerne, die lediglich offensiv ihre eigenen Interessen vertraten, waren die maßgeblichen Auslöser für die Prohibition. Im Mittelpunkt dieser Anti-Marihuana-Kampagne stand der Commissioner des Federal Bureau of Narotics, Harry J. Anslinger. Seit 1930 war er Chef dieser Behörde, die zur Aufgabe hatte, die Alkoholprohibition durchzusetzen und den Opiumhandel in den Vereinigten Staaten zu kontrollieren. Als das Ende der Prohibition absehbar wurde, drohte seine Einrichtung in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Es gäbe mit dem Ende des Alkoholverbots keinen Grund mehr für die amerikanische Regierung, den aufgeblähten Verwaltungsapparat weiter zu unterhalten. Aus dieser Notlage heraus startete er seinen Feldzug gegen Cannabis. Damit wollte Anslinger der fehlenden Bedeutung seiner Institution begegnen und darüber hinaus ihre Stellung noch weiter heben. Er bediente sich dazu unter anderem der Boulevard-Presse. Mit ihrer Hilfe verbreitete der, um seine Position fürchtende, Behördenleiter manipulative und teils sogar erfundene Horrormeldungen über Cannabis. Im American Magazine erschien ein Artikel von Anslinger, in dem er Cannabis als „Mörderkraut“, „Kraut der Verrücktheit“ oder „Mörder der Jugend“ bezeichnete. Im Zuge dieser fanatischen Hetze, die ihren Höhepunkt in der UN-Single Convention von 1961 fand, entstand auch die Theorie, dass Cannabis eine Einstiegsdroge ist. 1944 erschien der nach seinem Auftraggeber, dem damaligen Bürgermeister von New York benannte LaGuardia-Report. Die Ergebnisse bestätigten die Annahme, dass kein Zusammenhang zwischen Marihuana und dem Konsum von Heroin und Kokain existiert. Als Reaktionen beschnitten die Cannabisgegner die Rechte der autonomen Cannabisforschung in den USA. Wer ohne Genehmigung forschte, dem drohte Anslingers Behörde mit Gefängnis. In der modernen Cannabis- und Suchtforschung gibt es keinen Boden mehr für die Einstiegsdrogentheorie. Dank objektiver und unabhängiger Studien ist heute klar: Wer Marihuana raucht, greift nicht selbstverständlich zu Opiaten und Partydrogen. Der Handel von Haschisch und den so genannten härteren Drogen läuft auf zwei unterschiedlichen Schwarzmärkten ab. Zwar wurde der Lüge von der Einstiegsdroge durch die Erkenntnisse der Wissenschaft ein Bein gestellt. Trotzdem hält sie sich immer noch hartnäckig im Vokabular einiger deutscher Politiker. Ende 2005 gebrauchte Frank Henkel, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Senat, den Begriff der Einstiegsdroge in einer Stellungnahme zum Drogenbericht. Dort heißt es: „SPD und PDS haben durch ihre liberale Haltung Cannabis erst zur Einstiegsdroge und damit salonfähig gemacht.“ „Fast jeder Junkie hat mit Hasch oder Marihuana begonnen“, äußerte sich CSU-Generalsekretär Markus Söder vorletztes Jahr in einem Kommentar in der „Bild am Sonntag". Dabei hat der im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung erstellte Cannabisreport von Henk Righter und Margriet van Laar bereits 2002 festgestellt: „Es gibt keinen neurobiologischen Beweis für die Theorie, dass Cannabis eine Einstiegsdroge ist.“ Die ehemalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Maerk, weißt in ihren Reden stets auf die Falschheit der Einstiegsdrogen-Theorie hin. Aber trotzdem bedient sie sich einiger Argumente dieser fehlerhaften Behauptung: „Wenn insbesondere die Partyszene dadurch auffällt, dass sie jedes verfügbare Suchtmittel konsumiert, ist es dann überhaupt noch gerechtfertigt, ein einzelnes Suchtmittel isoliert zu betrachten?“, fragte die heutige Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, anlässlich der Fachkonferenz im Dreiländereck „Zum Umgang mit Cannabis“. Dr. Raphael Gassmann ist anderer Meinung: Er weiß, dass wir die Drogen getrennt betrachten müssen, weil die Beschaffungsmärkte ebenfalls getrennt sind. Obwohl die wissenschaftlichen Beweise die Einstiegsdrogen-Theorie für falsch erklärt haben, muss die Forschung weiterhin Missionarsarbeit leisten, um den letzten Anhänger dieses Aberglaubens zum rationalen und analytischen Denken der Moderne zu bekehren.

Grow! MagazinDas Safer-Travel A-B-C

Verhaltenstipps für den Umgang mit Drogen, Polizisten und sonstigen Individuen fern der Heimat Immer wieder werden Reisende in der Fremde mit unerlaubten psychotropischen Substanzen erwischt und Tausende Europäer sitzen derzeit weltweit unter oft erbärmlichen Bedingungen in Haft. Und immer wieder wenden sich grow!-LeserInnen an die Redaktion oder an mich, um Informationen zu bekommen, was man in fremden Ländern beachten sollte, um „sicher" seinem kleinen Vergnügen frönen zu können. Nun ja, was heißt sicher? Wenn es einem nur darum geht, ungestört zu kiffen, dann gibt's natürlich nur zwei Reiseziele: die Niederlande und die Schweiz. Aber auch dort kann man gerade als Ausländer Probleme bekommen, sollte man sich nicht an die örtlichen Regeln halten, was bedeutet, dass alles, was über den Eigenbedarf hinaus geht (und härtere Drogen sowieso) auch bei unseren beiden Nachbarn verfolgt wird. Und wenn auch die meisten weiteren Staaten Europas den kleinen Kiffer nicht in den Kerker stecken und einige auch starke Liberalisierungstendenzen zeigen (Spanien, Portugal, Tschechien), so gibt es auch in unserer Nähe Länder, wo man schon reichlich aufpassen muss, um nicht wegen ein paar Krümel Shit nachhaltigen Ärger zu bekommen. Frankreich zum Beispiel ist arg haschischparanoid, ebenso Griechenland. Aber auch dort wird ein Drogendelikt nach rechtstaatlichen Regeln behandelt und das heißt, der Eigenbedarfcannabisbesitzer ist kein Schwerverbrecher - nirgendwo in Europa.
Verlässt man aber unsere europäische Scholle der Glückseligen, ändert sich das schlagartig. Wenn man so die Drogengesetze liest, die manch’ ein vermeintliches Kifferparadies aufzuweisen hat, verschlägt es einem schon den Rauch im Atem. Indien: bis sieben Jahre auf Cannabisbesitz, Malaysia: Todesstrafe ab 250 Gramm und selbst der Jamaikaurlauber kann wegen einem Spliff eine Woche in U-Haft einfahren. Da nimmt das Wort „Sicherheit“ eine ganz andere Bedeutung an. Ich selbst hatte auf Reisen Hunderte, wenn nicht Tausende, Kontakte zu Polizisten und ähnlichen Personen und einige davon waren recht unschön. Aber niemals geriet ich ohne Grund in irgendeine missliche Lage, sprich: Ich hatte meine Probleme jedes Mal selbst verschuldet. Durch allzu öffentlichen Konsum, durch schlechte Verstecke oder durch Fallen, in die man als Fremder gerne hineintappt. Kurzum: ich denke es ist höchste Zeit, mal ein kleines Sicherheits-ABC für Kiffer auf Reisen zusammenzustellen. Ich möchte hier nicht als Oberlehrer dastehen, aber es handelt sich um ernst gemeinte Ratschläge, denn jeder ertappte Kiffer ist einer zu viel. Happy trails! ARROGANTES Verhalten gegenüber Mitmenschen ist schon ziemlich daneben. Im Umgang mit Gesetzeshütern und allen anderen, die eine Machtposition innehaben, ist es das dümmste, was man sich erlauben kann. Besonders dann, wenn man sich nicht ganz gesetzeskonform verhält. Wenn es manchmal auch noch so schwer fällt, reist es sich besser, indem man Polizisten mit Respekt und einem gewissen Grad an Demut begegnet. Auf arrogante Polizisten bin ich übrigens in 20 Jahren noch nie gehäuft gestoßen. Da der Tourismus in den allermeisten Ländern der Welt hoch willkommen ist, scheinen Polizeibeamte meist angewiesen, Touristen mit Samthandschuhen anzufassen. Lediglich in einigen Staaten Schwarzafrikas hatte ich den Eindruck, dass Polizisten einen Hang dazu haben, ihre Machtposition besonders ausländischen „weißen" Reisenden gegenüber auszuspielen. Das ist dann schon ziemlich zum Kotzen, aber auch da bleibt einem letztlich nur, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
BERUFSEHRE ist in den meisten tropischen Ländern eine leere polizeiliche Phrase und ganz abgesehen davon, was die Herren Polizisten so in ihrer Freizeit treiben, gibt es wohl kaum ein Land, in welchem sie sich nicht nach Herzenslust bestechen lassen. Egal ob in Lateinamerika in Asien oder Afrika: Der Beruf des Polizisten wird nur im seltensten Falle aus Überzeugung gewählt, er gilt vielmehr als ein schlecht bezahlter, aber krisensicherer Job mit zahlreichen Möglichkeiten des Nebenverdienstes. In Indien werden beispielsweise polizeiintern 1000 Dollar Bestechungsgeld bezahlt, um nach Goa versetzt zu werden, wo man dann Touristen ausnehmen kann. Diese ehrenwerten Herren ... CANNABIS ist leider weltweit illegal und der Besitz desselben eben einer dieser eben angesprochenen Nebenverdienstmöglichkeiten. Natürlich weiß jeder Polizeibeamte dieses Planeten, dass Kiffen jetzt nicht wirklich schlimm ist und viele tun es ja selber auch. Aber kiffende Urlauber sind eben besonders gern gesehene Kunden, pflegeleicht und solvent. Und wenn der Joint am Beach auch noch so romantisch ist. Man riecht ihn halt hundert Meter weit. Kokser und Junkies geben sich ihren Stoff hinter verschlossenen Türen und werden deshalb eben weit seltener geschnappt. DOKUMENTE sollten auf Reisen in Ordnung sein, das muss man niemanden sagen. Dokumente können aber recht verräterisch sein, was besonders auf die Visaseiten des Passes zutrifft. Wegen nichts provozierte ich derart viele bescheuerte Fragen neugieriger Beamter, als wegen dieser Stempel. Andererseits gibt es auch den Spruch: „Der beste Schmuggler hat seinen Pass verloren“, was bedeutet, dass die Polizisten und Zöllner durch solche Dinge von anderen Delikten eventuell abgelenkt werden.
EIGENBEDARF – Während in der westlichen Hemisphäre die Strafverfolgungsorgane, trotz aller herrschenden Missstände, erheblich zwischen Drogenbesitz zum Eigenbedarf und jenem zu Handelszwecken unterscheiden, wird in den meisten 2., 3. und 4. Welt-Ländern auf solche Regelungen weniger wert gelegt, obwohl sie fast überall bestehen. Aber auch dort macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man mit einem Joint, einem Gramm oder einem Kilo erwischt wird - sowohl, was eventuelle Bakschisch-Gaben betrifft, als auch, was man vom Gesetz zu erwarten hat. FALLEN - Es ist kein Geheimnis, dass speziell in Gegenden, die gerne von drogeninteressierten Touristen aufgesucht werden, Dealer und Polizisten zusammenarbeiten, um doppelt oder zigfach abzukassieren. Diesem unseligen Gebaren bin auch ich schon ein paar Mal zum Opfer gefallen. Bezeichnenderweise passierte mir es immer beim ersten Deal, den ich irgendwo hektisch und gierig vornahm. Das Prinzip ist immer ähnlich. Man wird von einem Typen meistens direkt mit der Frage: „Ob man was Gutes wolle?", angesprochen. Dann wickelt man ein offenbar korrektes Geschäft ab und kurz darauf steht eine Gestalt in Uniform vor Dir. Das Gute an der Sache: Sie dient nicht dazu, einen ins Gefängnis zu bringen. Das Schlechte: Sie kann einen Haufen Geld kosten, schlechtestenfalls nämlich alles, was man augenblicklich dabei hat. Also bitte, höchste Vorsicht bei Anmache auf der Straße! Fragt lieber irgendwo selber.
GEFÄNGNIS ist allgemein schon etwas Schreckliches. Im Drittwelt-Ausland kann ein Aufenthalt dort zu einer extremen Horrorerfahrung ausarten. Versucht unbedingt, Konflikte mit Gesetzeshütern sofort zu regeln (Bestechung). Wer erst einmal sitzt, entgeht der juristischen Maschinerie auch in „Bananenrepubliken“ kaum mehr. Und wenn, dann unter hohen Kosten, denn der Polizeichef hat natürlich einen anderen Bestechungspreis, als der Straßenbulle. Wer ins Gefängnis kommt, sollte (via Botschaft) alle Möglichkeiten ausschöpfen, von zu Hause aus Geld zu bekommen. Nur mit Geld kann man im Tropenknast, unter humanen Bedingungen, was Hygiene und Nahrungsmittelzufuhr angeht, längere Zeit gesund überleben.
HUREN - Man muss ja die Damen des horizontalen Gewerbes nicht mögen, aber sie gehören zu den vertrauenswürdigsten Personen, die man weltweit auf die Möglichkeiten des Drogenerwerbs ansprechen kann. Natürlich wollen auch sie ihren Anteil oder ein paar Dollar verdienen, aber mit der Polizei haben sie nichts am Hut. Irgendwie stehen sie halt auf der gleichen Seite als Außenseiter in einer verlogenen Gesellschaft und niemand kennt sich in der Unterwelt besser aus als sie. INTIME REGIONEN des Körpers werden im Normalfall nirgendwo und niemals von einfachen Polizisten bei der Ausübung ihres täglichen Auftrags gecheckt. Bei Frauen sowieso nicht und auch Männer müssen nicht die Unterhosen ausziehen. Geschweige denn, dass man ihnen einen Finger hinten reinsteckt. Also irgendwo hört es ja auch für Polizisten auf ... Wo der beste Platz ist, kleinere Dinge zu verstecken, dürfte somit erklärt sein. Wie man aber ein Kilo Ganja da reinkriegen sollte, ist mir leider ein Rätsel ... JAMAIKA, Marokko und Nepal gelten zwar immer noch als „Kifferparadiese", aber auch dort haben sich die Verhältnisse geändert, sodass das kleine Vergnügen auch dort zu nachhaltigen Schwierigkeiten führen kann. Selbst Länder wie Laos und Kambodscha, wo vor kurzem noch Cannabis frei gehandelt werden durfte, haben auf internationalen Druck, anders lautende Gesetze eingeführt. Die werden zwar noch nicht überall konsequent angewendet, aber bakschischgeile Polizisten wissen um neue Gesetze natürlich nur allzu gut Bescheid. KONSULARISCHE VERTRETUNGEN sind oftmals die letzte Hilfe, solltest du im Ausland ins Gefängnis kommen. Sie sind rechtlich verpflichtet, in Not geratene Bundesbürger zu betreuen, wobei das konsularische Engagement in einigen einschlägig bekannten „Drogenländern“ wie Indien stark nachgelassen haben soll. Außerdem ist sehr wichtig, jemand zu Hause zu haben, der finanziell bürgt. Das soll die Hilfsbereitschaft unserer Auslandsvertretungen außerordentlich fördern. LANGE HAARE - Es ist nach 40 Jahren Flower Power ja fast schon peinlich, dass Polizisten des Planeten Erde noch immer lange männliche Haare mit dem Konsum von Drogen assoziieren. Aber es ist halt so. Meine persönliche Erfahrung hierzu ist, seitdem ich mir die Haare regelmäßig schneide und manchmal auf Reisen sogar die Rasierklingen eines Barbiers an mich lasse, habe ich signifikant weniger ungewollte Kontakte mit staatlichen Uniformträgern. Weder im Ausland, noch bei der Einreise in die Heimat. Da kann man einfach nix dagegen machen. Das ist halt so. MILITÄRKONTROLLEN finden in den meisten Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens statt und gehören zu lästigen, für Touristen aber weitgehend problemlosen Routineveranstaltungen. Ausländer haben mit den jeweiligen landesinternen Widerstandskämpfern und sonstigen Staatsfeinden nichts zu tun und die Soldaten sind für gewöhnlich angewiesen, Urlauber freundlich und korrekt zu behandeln, was sie, mal abgesehen von einigen Ländern Afrikas, auch tun. Nach Drogen suchen sie kaum, viel mehr nach Waffen. Und wer hat schon ’ne Uzzi im Rucksack? NO ENGLISH - Während an den Grenzen tätige Staatsdiener in aller Welt wenigstens unter ein Basiswissen der englischen Sprache leiden, sind im Landesinneren tätige Beamte vor diesem Problem eher gefeit. Ihr Wortschatz der englischen Sprache beschränkt sich meistens auf ein mehr oder weniger akzentfreies „money" und die Zahlen, mit denen sich die Bestechungshöhe darstellen lässt. Da gibt's dann auch nicht viel zu quatschen. Ansonsten kann es, auch aus zwischenmenschlichen Erwägungen heraus, durchaus von Vorteil sein, ein paar landesübliche Begrüßungsfloskeln parat zu haben. Besonders als „Gringo" in Spanisch sprechenden Gesellschaften erweist man den Menschen Respekt, wenn man sie nicht auf Englisch anlabert. Das ham' se halt nicht gern... OHRRINGE – Es gilt im Grunde das, was unter dem Kapitel „Lange Haare” steht. Auch (männliche) Ohrringträger sind vielerorts per se verdächtig, entweder Drogen zu konsumieren oder wenigstens schwul zu sein. Das gilt besonders im arabischen Raum, aber auch im katholischen Lateinamerika, wo Ohrringe bei Männern sehr ungewöhnlich sind. PAPERS - Auch Papers sprechen für Bullen und Zöllner eine eindeutige Sprache. In den Augen (nicht nur) fremdländischer Beamter haben es normale, rechtschaffene Touristen nicht nötig, Zigaretten zu drehen. Wer also Blättchen hat, wird die schon für etwas brauchen. Und als Brief- oder Klopapier sicherlich nicht. Ich will ja nicht unken, aber solche Kleinigkeiten reichen oft aus, um als verdächtig zu erscheinen. Ich zumindest trage keine OCBs mit mir rum, wenn ich irgendwo unterwegs bin, wo ich mit Kontrollen rechnen muss. Höchstens ein paar einzelne Blättchen in den Seiten eines Buches. Abgesehen davon gibt es für einen Dollar die guten roten Rizla-Papers weltweit, wo es was zu rauchen gibt. RIKSCHAFAHRER sind in Asien, also dort, wo sie endemisch auftreten, meistens sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, die alles wissen und jeden (Dealer) kennen. Für ein kleines Bakschisch (z.B. in der Höhe des doppelten Fahrpreises oder eines verlockend glänzenden Dollarscheins) haben sie im Normalfall keine Intention, den freundlichen Fahrgast aus dem schönen Deutschland direkt an die Polizei auszuliefern. Der Kunde ist bei ihnen König. Selbiges gilt natürlich im Rest der außerzivilisierten Welt für Taxifahrer, die überall wenig Kohle verdienen und obendrein selbst diversen illegalen Substanzen nicht abgeneigt sind. SPITZEL sind ein weltweites Übel und überall da besonders zahlreich und erfolgreich aktiv, wo große Menschenmengen für relativ anonyme Verhältnisse sorgen. So beliebte Partyplätze wie Goa (Indien) oder Ko Phangan (Thailand) sind durchseucht mit Spitzeln und man sollte illegales Tun wirklich auf den privaten Rahmen, das heißt das verschlossene Hotelzimmer, beschränken.
TODESSTRAFE – In einigen asiatischen Ländern (Saudi Arabien, China, Malaysia, Singapur) steht auf den Besitz größerer Mengen Drogen die Todesstrafe und das gilt auch für Touristen mit Cannabis. Und besonders der Airport von Singapur ist Hochrisikogebiet. Weniger für Schmuggler – es wagt sich kaum mehr jemand, was von dort im Gepäck mitzunehmen – sondern für solche Leute, die etwas im Gepäck vergessen haben. Und eine Jointkippe zwischen den dreckigen Socken kann da schon ein Jahr Knast einbringen. Die sind da verschärft drauf und ich denke, es ist es einfach nicht wert, irgendein Risiko wegen ein bisschen eh nur durchschnittliches asiatisches Weed einzugehen.

UNKENNTLICHMACHEN des Materials ist eine sehr effektive Methode, um von unliebsamen Zwischenfällen verschont zu bleiben. Es ist beispielsweise schon ein Unterschied, ob man ein 5 Gramm Piece irgendwo im Gepäck liegen hat, oder sich die Mühe macht, das Zeugs komplett aufzubröseln und es einfach mit ein bisschen Sand und anderem Dreck in die Tasche wirft. Das finden sie nie und lohnt die Mühe, nachher den Stoff wieder aus dem Dreck herauszufummeln.
VERGEWALTIGUNG ist besonders für alleinreisende Frauen eine fast überall gegenwärtige Gefahr. Diese erhöht sich, wenn Frau sich allzu leichtfertig auf Drogenangebote einlässt. In Travellerinnen-Kreisen haben diesbezüglich karibische (Jamaika, Dominikanische Republik) und lateinamerikanische (Mexiko) Reiseziele einen schlechten Ruf. Asiatische Länder gelten generell als sicherer. Das Gringo-Frauenbild eines rechten mexikanischen Machos ist leider geprägt von TV und Kino und das signalisiert offenbar Freiwildstatus. Obacht Mädels: Nicht mit jedem Arsch mitgehen, bloß weil er was zu Kiffen hat! Oder sei zumindest z.B. mit einem Spray bewaffnet. X-RAY also Röntgenapparate gibt's auf allen Airports dieser Erde und sie dienen unser aller Sicherheit und nicht dem Aufspüren von illegalen Drogen. Diese werden im Reisegepäck gewöhnlich mit Hunden gesucht und nicht im Handgepäck. ZURÜCKHALTUNG ist wohl das oberste Prinzip, geht es um illegale Machenschaften, die man sich in der Fremde erlauben möchte. Zurückhaltung beim Kauf auf offener Straße, Zurückhaltung beim Konsum in der Öffentlichkeit und Zurückhaltung bei der Idee, etwas nach Hause schmuggeln zu wollen. Dann dürfte man auch in der Fremde eine chillige Zeit verleben dürfen.

Grow! MagazinHanf-Kartoffelschiffchen

Mit Quark aus frischen Gartenkräutern Nicht nur passend zur Fußball Weltmeisterschaft, die gerade in unserem Land begonnen hat, sondern auch an warmen Sommerabenden sind Hanf- Kartoffelschiffen mit Kräuterquark ein gesunder und schmackhafter Snack. Die Zubereitung ist denkbar einfach und erfordert wenig Zeit… Dazu brauchst du für die Hanf- Kartoffelschiffchen:
  • 2- 3 große oder 6-8 kleine Kartoffeln pro Person,
  • 2- 3 Esslöffel Sonnenblumenöl,
  • 1 Esslöffel Hanföl
  • 1 Esslöffel Garam Masala (indische Gewürzmischung)
  • etwas Salz (am besten Meer- oder Himalajasalz)
  • Backpapier
  • zum garnieren noch 1 Esslöffel ungeschälte Hanfsamen, sowie frische Tomatenscheiben
Für den Kräuterquark:
  • 250 Gramm Magerquark,
  • frische Kräuter (es geht auch mit Tiefkühlkräutern)
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • etwas Pfeffer und Salz
Zubereitung: Hanf-Kartoffelschiffchen: Kartoffeln gut waschen und abtrocknen, mit Schale in 4tel (die kleinen) oder in 8tel (die großen) schneiden, und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gleichmäßig verteilen. 2-3 Esslöffel Sonnenblumenöl, 1 Esslöffel Hanföl, 1Teelöffel Garam Masala und 2 Priesen Salz miteinander mischen und damit die Hanf-Kartoffelschiffchen beträufeln. Das Blech mit den Hanf-Kartoffelschiffchen bei 175° (Umluft 150°) auf der mittleren Schiene im Backofen etwa 40 Minuten goldgelb backen. Die fertigen Hanf-Kartoffelschiffchen sternförmig auf vorgewärmte Teller anrichten, mit frischen Tomatenscheiben und Hanfsamen garnieren. Kräuterquark: 250g Magerquark in eine Schüssel geben. Eine Hand voll deiner frischen Lieblingskräuter fein hacken und hinzu geben. Alles gut vermischen. Zuletzt mit Zitrone, Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig zum servieren! 

Grow! MagazinVergleich: Arbeitnehmer wegen Marihuana gekündigt

In Kassel sollte vergangenen Freitag das Urteil gefällt werden, ob die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen Cannabis-Konsum am Arbeitsplatz rechtens war. Der Mann war im Besitz einer der seltenen Ausnahmegenehmigungen der Bundesopiumstelle, die ihm gestattet, unter ärztlicher Aufsicht Cannabis als Teil einer krankheitsbedingten Schmerztherapie zu verwenden.

Statt die Urteilsverkündung abzuwarten war es beiden Parteien jedoch gelungen, sich außergerichtlich zu einigen: Der Mann erhält eine Abfindung, gibt aber seine Arbeitsstelle auf. Die Firma hatte den Mann zuvor als 'nicht länger einsetzbar' eingestuft.

Grow! MagazinMexiko: Ex-Präsident würde Marihuana-Farmer werden

Der ehemalige Präsident Mexikos, Vicente Fox, würde selbst Marihuana anbauen, wenn es in seinem Land legalisiert werden würde. Auf die Frage eines Journalisten der Zeitung 'El Universal' antwortete der Ex-Staatschef: "Wenn es legal wäre, klar. Ich bin Landwirt."
Fox gilt bereits länger als Gegner des von US-Amerika diktierten 'War on Drugs'. Eine sinnvolle Legalisierung, so Fox, würde kriminellen Elementen Millionen von Dollarn entziehen, die durch legitime Unternehmer verdient werden könnten und so auch Steuergewinne für sein Land generieren könnten.

Gegenwärtig berät die 'Organization of American States' (OAS) in Guatemala über Alternativen zur bestehenden Nulltoleranz-Politik, die von Washington gefordert wird.

Blog der Aidshilfe DeutschlandDossier HIV & Depression Teil 3: Von Hühnern und Rosinen

Portrait Thilo

(Bild: www.iwwit.de)

Thilo ist HIV-positiv und hatte eine schwere Depression. Inzwischen ist sie überstanden. Diese Erfahrung hilft ihm dabei, heute seinem Freund beizustehen. Ein Bericht über den mühsamen Weg aus der Depression.

„HIV-positiv“. Viele Menschen fallen nach dieser Diagnose in ein tiefes Loch. Thilo nicht. Er bekam Lust, sich ein Tattoo stechen zu lassen. „Die Diagnose hat mich anfangs nicht so beschäftigt“, berichtet der 49-jährige Brandenburger, „obwohl ich damals damit gerechnet habe, nur noch fünf bis sechs Jahre zu leben“. 1997 waren zwar schon wirksame HIV-Therapien auf dem Markt, aber noch nicht so weit verbreitet wie heute.

Statt mit Medikamenten ließ Thilo seinen Körper mit Tätowiernadeln und Piercings behandeln. Auch Aktfotos ließ er von sich schießen. „Meine Gedanken kreisten darum: Was habe ich in meinem Leben noch nicht gemacht, weil ich mich nicht getraut habe?“, erinnert er sich. Jetzt schien dafür der beste Zeitpunkt: „Wenn mir das jemand vorgehalten hat, habe ich mir nur gedacht: Na und? Ich bin in ein paar Jahren eh nicht mehr da.“

„Dieses Aufbegehren damals hat schon zur Depression gehört“

Thilo fühlte sich damals sehr gut. Heute, gut zehn Jahre nach einer schweren Depression, sieht er den Todesmut jener Tage in einem anderen Licht. „Dieses Aufbegehren damals hat schon zur Depression gehört“, vermutet Thilo, „sozusagen ein letztes Aufblühen, bevor sich der Sargdeckel schließt.“ Dass er an Depressionen leidet, hat Thilo erst vier Jahre später erfahren, als sein Körper zu streiken begann: 2001, nach der Rückkehr aus einem Mittelmeerurlaub. Eigentlich war Thilo in Hochstimmung: „Ich war sehr glücklich und zufrieden.“ Thilo hatte gerade einen neuen Job angetreten, die Probezeit war erfolgreich überstanden, zur Belohnung hatte er sich 14 Tage Tunesien gegönnt. Zurück in Berlin lief nichts mehr, zumindest nicht auf dem Klo. Blase voll, Nierenschmerzen – aber es kommt kein Tropfen.

„Harnverhalt“ nannte das der Urologe und entleerte Thilos Blase mit Hilfe eines Katheters. Zehn Tage quälte sich Thilo, dann legte der Arzt einen Dauerkatheter durch die Bauchdecke. „Ich bin mit dem Katheter im Zug nach Hause gesessen und habe überlegt, wie viele Tage es noch dauert, bis ich sterbe“, erinnert sich Thilo. Den Schlauch im Bauch spürte er kaum, aber die Seele tat weh. „Damals hatte ich zum ersten Mal den Gedanken: So, das war‘s jetzt. Ich fühlte mich völlig ausgeliefert und hatte keine Vorstellung, wie mein Leben weitergehen sollte.“ Geredet hat er mit keinem darüber. „Wenn schon die Ärzte nicht erklären können, was gerade mit mir abgeht, was hätten dann meine Freunde sagen sollen?“

Den Schlauch im Bauch spürte er kaum, aber die Seele tat weh

Gleich am folgenden Tag war Thilo wieder beim Urologen. „Ich hätte die Einstichstelle des Katheters täglich reinigen müssen“, erzählt er, „das habe ich mir einfach nicht zugetraut“. Er bat seinen HIV-Schwerpunktarzt um Rat, der ließ ihn noch am gleichen Tag in die Charité einweisen. Doch auch alle Fachärzte in Berlins größtem Krankenhaus konnten keine körperlichen Ursachen für Thilos Leiden finden. Hatte der Blasenstreik psychische Ursachen? Ein Arzt empfahl einen Besuch in der psychiatrischen Abteilung der Klinik.

Nach zwei Wochen wurde der Katheter gezogen, weil die Blase langsam tröpfelnd ihren Dienst wieder aufnahm, vorerst nur „mit viel Ruhe und Meditationsübungen“. Nach drei Wochen wurde Thilo entlassen. Offizielle Diagnose: autonome Neuropathie der Blase mit unklarer Genese – und schwere Depressionen.

Vier Jahre lang hat Thilo seine HIV-Infektion einfach hingenommen. Aber mit dem Harnverhalt war ein Punkt erreicht, an dem die Zweifel wie eine Welle über ihm zusammenbrachen. „Du stellst dir die Sinnfrage“, berichtet Thilo: „Warum eigentlich ich? Das ist auch völlig legitim. Aber es gibt keine Antwort darauf.“

„Deine Gedanken sind wie in einem Kreisverkehr“

Es begann der typische Sorgenkreislauf einer Depression. „Deine Gedanken sind wie in einem Kreisverkehr“, versucht Thilo die Krankheit zu beschreiben. „Du findest keinen Ausgang mehr, in keiner Richtung: weder um zu frühstücken, noch um ins Kino zu gehen. Ich hatte meist das Gefühl: Dann mache ich lieber gar nichts, es hilft ja eh alles nichts.“

Mithilfe einer Gesprächstherapie gelang ihm der Ausbruch aus diesem Teufelskreis. Gleich nach seiner Entlassung aus der Charité hatte er sich eine niedergelassene Psychotherapeutin gesucht. „Allein drüber zu reden hat schon vieles erleichtert“, sagt Thilo. „Beim Sprechen kann ich mich selbst noch einmal in Ruhe mit den Themen auseinandersetzen und entdecke Dinge, die das Leben erträglicher machen.“ Heute versucht er, die Frage nach dem Sinn seiner HIV-Infektion nicht mehr so oft zu stellen. „Ich gucke eher: Was bringt mir das? Es hat mir geholfen, mir vorzustellen, aus der ganzen Scheiße wenigstens die Rosinen rauszupicken.“

Sich haltende Hände

Thilo und René geben sich gegenseitig Halt (Bild: www.iwwit.de)

Doch so einleuchtend es klingt: Gerade das Gespräch fällt bei einer Depression besonders schwer. Vor allem die Angehörigen sind oft überfordert, denn schwer depressive Menschen ziehen sich zurück, wirken sehr abweisend. Das hat Thilo 2011 noch einmal erlebt, aber nicht als Erkrankter, sondern als Angehöriger. Denn auch sein Lebenspartner René leidet an Depressionen. 2005 haben sich die beiden auf einem Positiventreffen im Waldschlösschen kennengelernt. „Für meine Eltern war das völlig unverständlich, dass René damals nicht telefonieren wollte. Mein Vater hat sich beschwert, dass er so kurz angebunden ist und gleich den Hörer weiterreicht.“ Thilo hat versucht zu vermitteln. „Ich hatte gedacht, dass der Fall von Torwart Robert Enke was geändert hat. Aber weit gefehlt. In den Augen meines Vaters hat René einfach eine Macke und gehört in die Klapse.“

„Er war einfach da. Das hat ungemein geholfen.“

Thilo konnte seinen Freund besser verstehen, weil er selbst eine Depression hinter sich hatte. „Ich kann besser erahnen, wenn er sich zurückziehen möchte. Jeder neigt dazu, Reaktionen des anderen auf sich selbst zu beziehen und zu hinterfragen, warum der so abweisend ist. Aber mit dir selbst hat das in dem Moment gar nichts zu tun. Das ist das Schwierige an einer Depression.“

Thilo selbst hatte das Glück, dass ein guter Freund ebenfalls Depressionspatient war. „Der hat gewusst, wie ich mich fühle. Er hat mich in manchen Situationen allein gelassen, aber manchmal auch einfach aus der Wohnung gezerrt. Er war einfach da. Das hat ungemein geholfen.“

Thilo und René bemühen sich, das Gleichgewicht zwischen Zuwendung und Zurückhaltung zu halten. Vor allem aber achtet Thilo darauf, ihrem gemeinsamen Alltag eine Struktur zu geben. „Man muss sich kleine Ziele für den Tag stecken, die man einhalten kann – nur nicht von der einen Sofaecke in die andere rutschen!“

„Man muss sich kleine Ziele für den Tag stecken“

Zu den gemeinsamen Ritualen gehört, pünktlich aufzustehen, um die Schafe zu füttern. Und die Hühner. 70 Stück haben die beiden, sie sind sogar Mitglieder im Geflügelzüchterverein der Nachbarstadt Neustadt (Dosse). Seit einigen Jahren leben sie zu zweit auf dem Land in Brandenburg. Weitere Stationen in ihrem Tagesablauf: frühstücken, mittags Kaffee und ein Stück Kuchen, abends was Warmes. Kurz: die Mahlzeiten einhalten.

Zur Zuwendung gehört auch, dass Thilo seinen Freund daran erinnert, seine HIV-Tabletten zu nehmen. Auf dem Höhepunkt seiner Depression hatte René damit aufgehört. „Dass er mich nicht mehr beschimpft, wenn ich sie ihm hinstelle, ist für mich ein Zeichen, dass er weiterleben möchte“, sagt Thilo. „Aber wir haben auch besprochen, dass ich mich ein bisschen weniger einmischen soll. Trotzdem versuche ich ihm zu zeigen, dass ich mein Leben mit ihm teilen möchte. Auch wenn es schwierig ist.“

Um das Gleichgewicht zu halten, hat Thilo wieder mit einer Psychotherapie begonnen. Das ist eine Einsicht, die er während seiner Depression gewonnen hat: Wenn es hart wird, holt er sich professionelle Hilfe. „Es ist gut, wenn jemand von außen draufschaut“, sagt Thilo. „Der entdeckt auch Dinge, die Angehörige nicht sehen können oder nicht sehen wollen.“ Zum Beispiel die Gefahr, sich im Umgang mit einem depressiven Partner aufzureiben. „Man muss aufpassen, dass man sich keine Überverantwortung auflädt“, erklärt Thilo. „Ich versuche, mein eigenes Leben weiterzuleben und nicht von 0 bis 24 Uhr René zur Seite zu stehen.“

„Mit Tieren hast du keine Wahl: Du musst morgens raus.“

Zu Thilos eigenem Leben gehört, dass er sich zum Beispiel weiterhin ehrenamtlich bei der HIV-Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU engagiert. „Ich biete René immer die Möglichkeit mitzukommen. Aber wenn er nicht möchte, akzeptiere ich das, ohne mich selbst davon abhalten zu lassen. Man muss trotz der Depression sein eigenes Ding machen.“ Die regelmäßigen Termine verringern das Risiko, dass der Sorgenkreislauf wieder in Gang kommt. Und dann ist da noch das liebe Vieh: „Mit Tieren geht’s mir besser“, sagt Thilo. Auch sie geben seinem Tag eine Struktur, die ihm durch die depressiven Phasen hilft. Die Hühner und Schafe brauchen ihr Futter. „Mit Tieren hast du keine Wahl: Du musst morgens raus. Das hält den Motor am Laufen.“

Hühner im Heu

Die Verantwortung für Tiere kann helfen, den Tag zu struktuieren (Bild: Regina Kaute/pixelio.de)

Trotzdem: Thilo braucht immer Kraft, um sich die positiven Erlebnisse ins Gedächtnis zu rufen, von denen es ja auch einige gibt. Eine dieser schönen Erinnerungen: die Hochzeit der beiden Männer in der Kirche ihres brandenburgischen Heimatdorfes vor vier Jahren. Der Gemeinderat hatte einmütig beschlossen, dass auch zwei Männer Anspruch auf einen Traugottesdienst haben. „Fast 150 Gäste waren da“, erzählt Thilo, die eine Hälfte eingeladen, die andere neugierige Nachbarn aus dem Dorf. „Zum Glück hatten wir genügend Kuchen bestellt.“ Dann überlegt er kurz und sagt: „Die Hochzeit und die acht gemeinsamen Jahre mit René, das sind schon zwei sehr dicke Rosinen.“

Philip Eicker

Mehr Infos zu Thilo und René unter iwwit.de

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Blog der Aidshilfe DeutschlandDossier HIV &Depression Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit

Mann blickt hinter Lehne hervor

(Foto: simonthon / photocase.com)

Die Seminarreihe „HIV und seelisches Gleichgewicht“ der Deutschen AIDS-Hilfe stößt bundesweit auf großes Interesse. Dort können sich Betroffene austauschen – für viele ist das ein großer Schritt. Oft nämlich wird eine Depression gar nicht als Krankheit erkannt, sondern als persönliche Schwäche abgetan.

Ein Zahnarztbesuch ist selten ein Highlight des Tages. Aber manchmal kann er einen richtig runterziehen – vor allem wenn man HIV hat. Diese Erfahrung hat Thilo gemacht. Nach seinem Coming-out als HIV-Positiver verweigerte seine Zahnärztin die weitere Behandlung – die Praxis sei dafür nicht ausgerüstet. Dabei wusste Thilo: Es besteht keine Infektionsgefahr, sofern grundlegende Hygienestandards eingehalten werden. Eine bittere Diskriminierung, wie sie viele HIV-Positive schon erlebt haben. „Du bist in der Zeit eh schon empfindlich, und dann treffen dich solche Aussagen noch mal härter als sonst schon“, erinnert sich Thilo. „Für mein Wohlsein war das genau das Falsche. Das hat sicher dazu beigetragen, dass meine Psyche kaputtging.“

2001 wurde bei dem 49-Jährigen eine schwere Depression diagnostiziert. Das Zahnarzt-Erlebnis war sicher nicht der Auslöser, aber eines von vielen kleinen Sorgenpäckchen, unter denen Thilos Seele an einem bestimmten Punkt nachgegeben hat.

Bei manchen kann HIV das Fass zum Überlaufen bringen

Menschen mit HIV haben sehr viel häufiger mit Depressionen zu kämpfen als der Bevölkerungsdurchschnitt. „Gerade bei Leuten, die ein Leben lang mit vielen Belastungen zurechtkommen müssen, ist HIV schlicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagt Werner Bock von der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH).

Gemeinsam mit seinem Kollegen Karl Lemmen organisiert er die eintägigen Seminare „HIV und seelisches Gleichgewicht“ auf Anfrage in einer der rund 120 regionalen Aidshilfen. In einer Mischung aus Vortrag, Kleingruppenarbeit und Diskussion tauschen sich dort Menschen aus, die mit dem Thema Depression zu tun haben. „Ursprünglich waren diese Seminare nur für Mitarbeiter geplant“, sagt Werner Bock. „Aber dann stellte sich heraus, dass sie auch bei den Klienten der Aidshilfen auf großes Interesse stoßen. Deshalb gibt es dieses Angebot inzwischen auch speziell für Menschen, die Depressionen haben.“ Pro Jahr finden etwa vier Seminare mit maximal zwölf Teilnehmern statt. „Wir können diese Termine gar nicht so oft anbieten, wie sie nachgefragt werden“, berichtet Bock.

Wie stark HIV die Psyche belastet, zeigt das Beispiel eines solchen Seminars in einer norddeutschen Universitätsstadt, keine Millionenmetropole, aber auch keine Provinzstadt: Unter den sechs HIV-positiven Teilnehmern war nur ein Mann, der offen mit HIV lebt. Alle anderen verheimlichen ihre HIV-Infektion gegenüber Angehörigen und Freunden. „Die Angst vor Ablehnung im eigenen sozialen Umfeld ist nach wie vor sehr groß“, sagt Werner Bock. „Aber die Geheimhaltung und die ständige Kontrolle kosten viel Energie.“

“Das ist klassische Selbsthilfe”

Die fehlt dann, um mit anderen Dauerbelastungen fertigzuwerden, zum Beispiel mit der Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung. Die DAH-Seminare zum „seelischen Gleichgewicht“ dienen auch dazu, diese Stigmata zu benennen, mit denen viele Positive umgehen müssen. „Wir wollen den Teilnehmern deutlich machen, dass sie sich nicht schämen müssen“, sagt Bock. „Angesichts so vieler Belastungen ist es gar nicht verwunderlich, dass es zu Depressionen kommt.“

Im Seminar informieren die Dozenten über das Krankheitsbild der Depression und die Behandlungsmöglichkeiten. Vor allem aber ermöglicht es den Austausch. „Das ist klassische Selbsthilfe“, so Bock. „Die Teilnehmer wissen schon recht viel über das Thema. Wichtig ist, dass sie ins Reden kommen und ihre Sorgen verbalisieren können. Es hilft ihnen sehr, zu sehen: Ich bin nicht allein, andere haben das genauso erlebt wie ich.“ Außerdem berichten sie, was ihnen hilft, einen depressiven Schub durchzustehen. „Manche haben da erfolgreiche Strategien entwickelt“, erzählt Bock. „Sie haben zum Beispiel gelernt, mit anderen Menschen über ihre Probleme zu sprechen. Ein stabiles Umfeld aus Freunden ist ein gutes Auffangnetz, wenn es zu Krisen kommt.“

Körperliche Warnsignale werden oft als Schwäche und Versagen gedeutet

Allein schon mit dem Reden über das Thema ist viel erreicht. Denn meist werden Depressionen erst sehr spät oder gar nicht erkannt. Die Warnsignale des Körpers – ständige Müdigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, keine Lust mehr auf Lieblingsbeschäftigungen – werden oft als Schwäche und Versagen gedeutet, auch von den Erkrankten selbst. „Diese Symptome können aber auch Ausdruck einer Depression sein und bedürfen dann einer entsprechenden Behandlung“, betont Psychologe Karl Lemmen, zuständig für den DAH-Bereich „Psychosoziales und Qualitätssicherung. Auch den Einsatz antidepressiver Medikamente dürfe man nicht grundsätzlich ausschließen.

Ein weiteres Symptom der Depression, so Lemmen, sei der Rückzug aus Freundschaften, Familie und Beziehung. „Das Fatale dabei ist, dass der soziale Rückzug nicht nur Symptom, sondern auch verstärkende Ursache einer Depression ist. Deshalb müsste man jemanden, der sich zurückzieht, auch wieder ein wenig herauszerren.“

Für die Beraterinnen und Berater in den Aidshilfen ist der Umgang mit depressiven Klienten deshalb eine große Herausforderung. „Hier das richtige Maß zwischen Aktivierung und Überforderung zu finden, ist nicht einfach“, sagt zum Beispiel Melanie*, Seminarbesucherin und Mitarbeiterin der Aidshilfe Wuppertal. „Es tut gut, sich mit Kollegen über Strategien austauschen und von ihren Erfahrungen profitieren zu können.“ Das Seminar habe ihr geholfen, ihre Klienten besser zu verstehen.

Im Seminar können sich Betroffene und Berater besser kennenlernen

Depressive Menschen verhalten sich oft widersprüchlich: Einerseits suchen sie Unterstützung, andererseits wird ihnen die Zuwendung anderer Menschen schnell zu viel. „Diese innere Spannung überträgt sich auf die Mitmenschen, die sich dann entweder selbst runterziehen lassen oder aber mit Aktionismus, Ärger oder Wut reagieren“, erklärt Werner Bock.

Die Seminare zur Depression können hier Entlastung schaffen. Betroffene und Berater können sich – moderiert von Außenstehenden – besser kennenlernen. Die Berater bekommen die Chance, nachzuvollziehen, wie sehr depressive Menschen in ihrer Situation gefangen sind. Und sie lernen, dass zum Beispiel die starke Passivität zum Krankheitsbild der Depression gehört. „Für Helfende ist es entlastend, dass es in solchen Situationen kein Patentrezept gibt“, sagt Werner Bock. „Sie müssen sehr sensibel vorgehen und ausloten, was gerade am besten hilft. Auf jeden Fall ist es wichtig, deutlich zu signalisieren: Ich bin da, wenn du mich brauchst.“

Trotzdem: Die Schwierigkeiten im Umgang mit Depressionen bleiben. Für Laien ist es fast unmöglich, die Krankheit von einer depressiven Verstimmung abzugrenzen, wie sie bei jedem Menschen vorkommt. „Die Berater in den Aidshilfen sollen auch keine Diagnose stellen“, betont Werner Bock, das könne nur ein Arzt oder Psychotherapeut. Entscheidend sei, dass man eine gewisse Sensibilität entwickle, um bei Bedarf die Klienten an entsprechende Hilfsangebote verweisen zu können. Bei Verdacht auf eine Depression solle der Hausarzt konsultiert werden.

„Wie bei allen Schicksalsschlägen sind Angehörige und Freunde wichtig“

Der Bedarf ist da, denn HIV kann sehr belastend sein: nicht nur bei der Diagnose, sondern auch später. Zum Beispiel bei Therapiebeginn, wenn die tägliche Tablette daran erinnert, dass man das Virus nie mehr loswird. Oder wenn die HIV-Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen. „Wie bei allen Schicksalsschlägen sind dann Angehörige und Freunde wichtig, die einen auffangen“, sagt Werner Bock. „Aber viele haben dieses Umfeld eben nicht. Und deshalb sind die Angebote der Aidshilfen so wichtig – die Beratung ebenso wie die Selbsthilfegruppen, in denen sich Positive austauschen können.“

*Name geändert

Philip Eicker

Weitere Informationen

Aidshilfen, die ein Patienten- und Mitarbeiterseminar zu „HIV und seelisches Gleichgewicht“ durchführen möchten, wenden sich an: Werner.Bock@dah.aidshilfe.de

Weitere Informationen zur Seminarreihe bietet das Interview „Die verschwiegene Krankheit“ sowie der Beitrag „Aus der Tabu-Ecke holen – HIV und Depression“ im DAH-Jahrbuch 2011/2012 auf Seite 25.

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Blog der Aidshilfe DeutschlandDossier HIV & Depression Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit

Menschengruppe auf schwarzem Untergrund

(Foto: misterQM/photocase.de)

Noch nie waren so viele Menschen wegen Depressionen in Behandlung wie heute. Das ist ein gutes Zeichen: Endlich traut man sich auch mit psychischen Beschwerden zum Arzt. Davon profitieren gerade auch HIV-Positive, denn sie sind überdurchschnittlich oft von Depressionen betroffen. Wir veröffentlichen hier einige Beiträge zu der neu entdeckten Volkskrankheit.

Die Krankenkassen schlagen Alarm: Deutschland ist zu depressiv! 3,2 Millionen Fehltage meldete die Techniker Krankenkasse Anfang Juni in ihrem Gesundheitsreport 2013 allein aufgrund der Diagnose „depressive Episode“. Die Krankenkasse rechnet vor: In einem 350-Mann-Betrieb waren 2012 im Schnitt fünf Personen wegen einer Depression für zwei Monate krankgeschrieben – ein Produktivitätsverlust von 75.000 Euro. Was bei der Statistik leicht in den Hintergrund gerät: Hinter diesen Zahlen stecken die Leidensgeschichten von 54.000 Versicherten.

Bis in die 90er-Jahre wurden Depressionen meist hinter „Schamdiagnosen“ versteckt

Trotz der Notstandsmeldungen deutet nichts darauf hin, dass sich die Krankheit Depression ausbreitet. Die steigenden Zahlen sind nach Ansicht vieler Experten sogar ein gutes Zeichen. Immer mehr Patienten trauen sich inzwischen, beim Arzt offen über ihre psychischen Beschwerden zu sprechen. Bis in die 90er-Jahre wurden Depressionen meist hinter „Schamdiagnosen“ wie Rückenschmerzen, Reizmagen oder Tinnitus versteckt. „Depressionen haben nicht zugenommen, aber sie werden heute früher erkannt und besser behandelt“, betont der Psychiater Ulrich Hegerl auf Spiegel Online. Das habe bemerkenswert positive Folgen: Die Zahl der Suizide in Deutschland ist drastisch zurückgegangen, von rund 18.000 Fällen in den frühen 80er-Jahren auf 9.600 im Jahr 2011.

Einige Medien zählen Depressionen schon zu den „Volkskrankheiten“ wie Diabetes oder Herzinfarkt. Fakt ist: Bei etwa sechs Prozent der Deutschen wurde in den letzten zwölf Monaten eine Depression diagnostiziert. Das hat gerade erst das Robert-Koch-Institut in seiner „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS)“ festgestellt.

Gründe für Depressionen bei einer HIV-Infektion gibt es genug

Mit dem Dossier „HIV und Depression“ und seinen sechs Beiträgen will die Deutsche AIDS-Hilfe die seit einigen Jahren laufende Debatte über die „Volkskrankheit Depression“ in Gang halten. Der Fokus liegt dabei auf dem engen Zusammenhang zwischen HIV-Infektion und psychischen Beschwerden. Und der ist offensichtlich: Menschen mit HIV leiden sehr viel häufiger an Depressionen als der Bevölkerungsdurchschnitt. 2009 meldete das Kompetenznetz HIV/Aids bei über 21 Prozent der HIV-Patienten eine Depression oder eine depressive Verstimmung.

Portrait Ulrich Hegerl

Psychiater Ulrich Hegerl (Foto: Alexander Schmidt / punctum)

Gründe dafür gibt es genug: HIV ist nach wie vor ein starkes Stigma. Viele Positive haben große Angst, aufgrund ihrer Infektion auf Ablehnung zu stoßen: bei Freunden, Arbeitskollegen, Familienmitgliedern, sogar bei ihren Lebenspartnern. Dazu kommt, wie bei jeder chronischen Krankheit, die Sorge vor nachlassender Leistungsfähigkeit, vor dem Jobverlust. Als weitere seelische Belastung kommen bei manchen die dauerhaften Nebenwirkungen einer HIV-Therapie hinzu.

„Gerade bei Leuten, die ein Leben lang mit vielen Belastungen zurechtkommen müssen, ist HIV schlicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagt Werner Bock von der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH). Gemeinsam mit seinem Kollegen Karl Lemmen veranstaltet er die Seminarreihe „HIV und seelisches Gleichgewicht“. In diesem geschützten Rahmen können viele Positive erstmals offen reden – nicht nur über ihre Depression, sondern auch über ihre HIV-Infektion. Der erste Dossier-Beitrag „Grenzen der Belastbarkeit“ zeigt, warum dieser Austausch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Besserung ist.

Austausch ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Besserung

Ein großes Problem bei Depressionen ist die Diagnose. Wo endet ein normaler Durchhänger, wie er zum Leben dazugehört? Und wo beginnt eine behandlungsbedürftige Depression, die man ohne medizinische und therapeutische Hilfe nicht mehr los wird? Eine Faustregel des Robert-Koch-Instituts: Hält eine Verstimmung länger als zwei Wochen an, könnte es sich um eine Depression handeln. Feststellen kann das aber nur ein Arzt oder Psychotherapeut. Doch dazu muss man ihn erst einmal um Rat fragen – und gerade das fällt vielen Erkrankten schwer. Zumindest bei der ersten Depression ahnen sie selbst nicht, woher ihre Beschwerden kommen.

Portrait Thilo

IWWIT-Rollenmodell Thilo (Bild: www.iwwit.de)

„Anfangs fällt einem die Depression gar nicht auf“, sagt Thilo. „Man findet ja immer Ausreden, warum man sich gerade nicht gut fühlt: zu viel gearbeitet, zu wenig geschlafen.“ 2001 wurden bei dem 49-jährigen Brandenburger schwere Depressionen festgestellt. Im Beitrag „Von Hühnern und Rosinen“ erzählt er davon, wie er die Krankheit bewältigt hat – und wie er heute seinem ebenfalls depressiven Lebenspartner René beizustehen versucht.

Leichter gesagt als getan: die richtige Therapie zur richtigen Zeit

Ein Patentrezept bei der Behandlung von Depressionen gibt es nicht. Die Neurologin Gabriele Arendt empfiehlt „die richtige Therapie zur richtigen Zeit“. Doch das ist bei Depressionen oft leichter gesagt als getan. Auf einen Termin beim Psychotherapeuten müssen Patienten oft monatelang warten. „Diese lange Wartezeit versuchen Allgemeinmediziner und Internisten verständlicherweise zu überbrücken“, sagt Arendt. „Und dann wird schnell zum Medikament gegriffen.“ Ideal sei jedoch eine individuelle Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung. In einem ausführlichen Interview mit Gabriele Arendt berichtet die Leiterin der Neurologischen HIV-Ambulanz in Düsseldorf über die vielfältigen Therapiemöglichkeiten bei Depression.

Titelseite des Magazins Stern zum Thema Depression

Stern-Cover zum Thema Depression (Heft 45/2010)

Patentrezepte gibt es im Umgang mit einer Depression nicht. Im Gegenteil: Gut gemeinte Tipps und Tricks verschlimmern oft die negativen Gefühle. Sie verstärken beim Betroffenen den ohnehin vorhandenen Eindruck, nicht leistungsfähig und wertlos zu sein. Die in diesem Dossier vorgestellten „Zehn Anregungen“ im Umgang mit einer Depression sind also keineswegs als Hausmittel zu verstehen. Aber sie können im Falle eines depressiven Schubes Ideen liefern, wo man ansetzen könnte.

Patentrezepte gibt es im Umgang mit einer Depression nicht

Egal welche Behandlungsmethode man wählt: Der Umgang mit Depression erfordert viel Geduld. Doch die ist in unserer auf Effizienz getrimmten Gesellschaft nur selten vorhanden. In seinem Essay „HIV und Depression? Alles im Griff!“ kritisiert Rainer Hörmann die verbreitete Erwartung, dass HIV-Positive ihre Krankheit problemlos „managen“.

Vielleicht haben die vielen Erfolgsmeldungen zur HIV-Therapie und Nichtinfektiosität dazu geführt, dass manchmal die alltäglichen Probleme im Umgang mit dieser chronischen Krankheit aus dem Blick geraten. Zum Beispiel die enorme Herausforderung, lebenslang Medikamente einzunehmen. Oft äußert sich eine Depression bei HIV-Positiven darin, dass sie ihre HIV-Therapie abbrechen. Sie sehen schlicht keinen Sinn mehr darin, täglich zu einer festen Uhrzeit eine Tablette oder sogar mehrere einzunehmen. Wenn alles nur noch schwarz und schwer scheint – warum dann noch so viel Mühe aufwenden, um weiterzuleben?

Auch bei Depressionen hat ein Prozess der Entstigmatisierung begonnen

Das strenge Therapie-Regime, das HIV-Patienten täglich an den lebensgefährlichen Virus erinnert, ist eine starke psychische Belastung. Der eine steckt sie ohne weiteres weg. Beim anderen summiert sie sich mit weiteren Belastungen zu einer Depression. Und HIV ist ja bei Weitem nicht die einzige Last, die zu schultern ist. Das zeigt die Pilotstudie zur „Seelischen Gesundheit bei schwulen und bisexuellen Männern“, die mit Unterstützung der Deutschen AIDS-Hilfe entstanden ist. Sie weist nach, dass Depressionen und Angstzustände bei schwulen und bisexuellen Männern fast doppelt so häufig vorkommen wie bei heterosexuellen. Ursachen sind vielfältige Formen von Diskriminierung. Im Beitrag „Diskriminierung schürt Depressionen“ zeigt DAH-Referent Dirk Sander, woher diese Anfälligkeit kommt – und wie eng seelische Gesundheit und erfolgreiche HIV-Prävention zusammenhängen.

Mit dem Dossier „HIV und Depression“ will die Deutsche AIDS-Hilfe die Diskussion über die „Volkskrankheit Depression“ in Gang halten. Gleichzeitig soll die Vielfalt der Beiträge darauf hinweisen, dass es im Umgang mit dieser psychischen Erkrankung keine Patentrezepte und schnelle Lösungen gibt. Wohl aber einen positiven Trend: Wie bei HIV hat auch bei Depressionen ein Prozess der Entstigmatisierung begonnen. Die Krankheit wird nüchterner betrachtet – und das ist gut. Denn Depressionen sind weder „Modediagnose“ noch ein harmloser Durchhänger, den man alleine durchstehen kann. Die sachliche Auseinandersetzung mit Ursachen und Behandlungswegen hat gerade erst begonnen.

Philip Eicker

Weitere Informationen zum Thema „HIV und Depression“

Eine kurze Einführung zum Thema bietet die DAH-Broschüre „Depression?“.

Ausführlichere Informationen liefert die von der Aidshilfe Köln herausgegebene MED-INFO, Ausgabe 46, „HIV und Depressionen“.

Aktuelle Informationen zum Thema Depression präsentiert der gemeinnützige Verein „Deutsches Bündnis gegen Depression“. In ihm sind Fachleute, Betroffene und Angehörige gleichermaßen vertreten.

Die Deutsche Depressionsliga ist die größte Selbsthilfe-Organisation für Erkrankte und Angehörige.

 Am 1. September 2013 findet in Leipzig der 2. Deutsche Patientenkongress Depression für Betroffene und Angehörige statt. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen.

 

Das Dossier HIV & Depression im Überblick

Teil 1: Depression – die unbekannte Volkskrankheit (13.06.13)
Teil 2: Grenzen der Belastbarkeit (13.06.13)
Teil 3: “Von Hühnern und Rosinen” – Paar-Reportage (13.06.13)
Teil 4: Was hilft bei Depression? Zehn Anregungen (14.06.13)
Teil 5: Pillen oder Psychologen? Was hilft besser gegen Depression? (14.06.13)
Teil 6: Keinen Nerv für die Gesundheit: Diskriminierung schürt Depression (15.06.13)
Teil 7: HIV und Depression? Alles im Griff! (15.06.13)

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Kein Wietpas!Umzug

 

 

Under construction

 

“Kein Wietpas!” wird bald abgeschaltet. Aber keine Sorge: Zeitgleich schalte ich es woanders wieder an ;-) Ich bin aktuell dabei, mit dem Blog auf eigenen Webspace umzuziehen. Ich möchte mich damit von der Abhängigkeit des Dienstanbieters WordPress.com lösen (obwohl ich auch weiterhin ein großer Befürworter dieser Plattform bin) und auf die selbstgehostete Variante umsteigen. Ihr müsst dabei aber keine Angst haben: Fast alles wird beim Alten bleiben! Ich habe das Rohgerüst bereits installiert und es ist so gut wie gar nicht vom Original zu unterscheiden. Die URL bleibt natürlich die gleiche und alle Links werden ihre Gültigkeit behalten, sogar die alten keinwietpas.wordpress.com-Links! Und natürlich wird aus “kein Wietpas!” dadurch kein kommerzielles Produkt, auch weiterhin werde ich nicht meine Seele (und Werbeplätze) verkaufen. Allerdings soll es auch ein paar Erweiterungen geben. Zum einem sind Coffeeshopaffine Nebenprojekte geplant (z.B. die langersehnte Coffeeshopbewertungsseite) aber es soll auch der Funktionsumfang des Blogs an sich erweitert werden. Bereits jetzt habe ich im neuen Blog ein paar schicke Plugins installiert, die das Ganze etwas runder gestalten. Ich möchte Euch hiermit im Vorfeld die Möglichkeit geben, Wünsche und Vorschläge zu neuen und veränderten Features abzugeben. Ich meine damit nicht inhaltliche Dinge, sondern rein technische.

Wenn ihr also von anderen Blogs Funktionen kennt, die Euch gefallen, wenn ihr selbst WordPress-Profis seid und bestimmte Plugins empfehlen könnt, dann nur her damit! Solche Sachen würde ich gerne im Vorfeld testen und einbauen, damit der Umzug möglichst reibungslos funktionieren wird.

Ich hoffe, ihr seid genauso gespannt und aufgeregt wie ich. Ein wenig wird es noch dauern, bis ich den “Switch” umlege, also habt ihr noch genug Zeit, um Eure Ideen mit einzubringen!

Ich freue mich auf Eure Vorschläge!

 


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Psychonautische Weihnachten / Drogen / Cannabis | DEA (14) Ho, ho, ho! - Hier kommt das Weihnachts-Special eurer Drug Education Agency. Die Sendung zum psychonautischen Weihnachtsfest und...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

DEA - Drug Education Agency TVEin Cannabispatient erzählt / Vaporizer / Growing | DEA (16)

Ein Cannabispatient erzählt / Vaporizer / Growing | DEA (16) Vollgepackte DEA-Power in eurer Folge 16 der Drug Education Agency. Diesmal haben wir wieder ein neues Gesicht dabei, das ab jetzt...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

Kein Wietpas!Gerichtssaal-Ticker

Der Prozess in Maastricht hat begonnen. Die SBCN (Interessenvertretung der Coffeeshopmitarbeiter) twittert live aus dem Gerichtssaal. Hier die bisherigen Tweets übersetzt in chronologischer Reihenfolge:

  • Heute Rechtsstreit Coffeeshopbetreiber und Personal – neueste Nachrichten auf Twitter unter STSBCN.
  • Am Gericht Maastricht angekommen um den Prozess um die Coffeeshopeigentümer und Personal zu verfolgen.
  • Auch die Polizei ist anwesend beim Prozess.
  • Nun im Gerichtssaal
  • Der Saal ist voll
  • 7 Angeklagte vor dem Richter in einer Reihe zusammen mit Rechtsanwalt Beckers
  • 5 Richter in einer Reihe – Prozess eröffnet
  • Richter prüft die Identität der Angeklagten
  • Die Anwesenden sind die richtigen Menschen – Personalien zur Zufriedenheit überprüft
  • Die Anklageschrift wird verlesen
  • Richter beginnt die Befragung
  • Richter sagt VCOM anstatt VOCM
  • Richter verliest Presseberichte über den VOCM und Onno
  • Erklärung eines Polizisten wird verlesen – dass die Straßendealer bei der Razzia gejubelt haben wird erwähnt
  • der Polizist erklärt viele spannende Geschichten, aber wieder nicht die Richtigen
  • Richter sagt, dass fast alle Schilderungen identisch sind. Nun werden die Namen der Käufer verlesen.
  • Mississippi wird jetzt behandelt
  • 3 Angeklagte, Polizei hat die beschlagnahmten Waren untersucht – man glaubt es nicht, es waren Softdrugs
  • die Namen der ausländischen Kunden werden genannt, ja es waren viele
  • jetzt Kosbor
  • die Käufer hatten 3 Gramm bei sich
  • Auch dort waren Ausländer drin, die Kunden sind in mehreren Shops gewesen
  • Auch das Kosbor verkauft Drogen ergibt die Untersuchung, einer der Angeklagten ist unser (SBCN) Vorstandsmitglied Ilai Domenie
  • Polizei Maastricht hat viele Kunden verfolgt
  • Nun Smokey
  • 2 Angeklagte und auch hier waren es echte weiche Drogen
  • Alle Kunden hatten weniger als 5 Gramm bei sich
  • Richter befragt Angeklagte
  • Mississippi: Angeklagter weiß, dass Softdrugs verkauft werden
  • Eigentümer des Mississippi sagt, was seine Arbeit ist
  • Ilai Domenie hat das Wort über Kosbor-Personal
  • Herr Habets hat das Wort betr. Kosbor.
  • Smokey: Türsteher und Betreiber werden befragt. Betreiber regelt alles aber macht selbst nicht viel.
  • Betreiber legt Nachbar-Kriterium aus
  • Türsteher vom Kosbor hat das Wort
  • RA Andre Beckers gibt Erklärung ab
  • Personal wurd nach den persönlichen Lebensumständen gefragt
  • Betreiber vom Mississippi gibt an, nun keine Einkünfte mehr zu haben und von Ersparnissen zu leben.
  • Türsteher vom Mississippi muss für seine Frau sorgen
  • Ilai verdient jetzt X Betrag und war 9 Monate arbeitslos. Jetzt wieder arbeitslos.
  • Betreiber vom Kosbor ist froh Miete und Personal bezahlen zu können.
  • Kosbor eigenaren legt iedere maand bij en zorgt nog steeds voor personeel.
  • Türsteher Kosbor bekommt 1200 € Arbeitslosengeld und hat 4 Kinder.
  • PAUSE
  • Gerichtssaal füllt sich wieder
  • wenn jemand die zusätzlichen Polizisten in Maastricht sucht – die sitzen alle im Gerichtssaal
  • Staatsanwalt hat das Wort
  • Er spricht über das I-Kriterium. Darauf haben alle gewartet – endlich ein Urteil in einer Strafsache
  • Staatsanwalt schwitzt stark und sagt eine Grippe sei schuld und das sei kein Angstschweiß
  • Legt ein wenig aus was das niederl. Betäubungsmittelgesetz früher enthielt. Unterschied zwischen harten und weichen Drogen
  • Staatsanwalt sagt, das die Heimanbauer im Auftrag der Shops arbeiten.
  • Staatsanwalt sagt die Konsumenten sind mit schuld am illegalen Anbau.
  • Staatsanwalt sagt das das B-Kriterium weg ist. Das I-Kriterium gelte nicht allein in Maastricht, sondern in den gesamten Niederlanden
  • Coffeeshops die sich an die Duldungsverordnung (mit I.Kriterium) halten werden nicht strafrechtlich verfolgt, sagt der Staatsanwalt
  • Staatsanwalt redet über Verfahren in Breda
  • Staatsanwalt sagt, das am 5 Mai viel los war, aber die Sache nicht aus dem Ruder lief. Er war persönlich auch in der Stadt an diesem Tag
  • Er findet, dass es nun erfolgreich läuft in Maastricht. Staatsanwalt ist davon überzeugt.
  • Staatsanw. beginnt noch mehr zu schwitzen und seine Reden sind einfach zu widerlegen.
  • Staatsanw. findet, dass Hoes von ihm unterstützt werden muss – das verdient er.
  • Staatsanwaltschaft sagt, dass sie gut mit dem Bürgermeister zusammenarbeiten
  • Staatsanwalt sagt, dass Onno eine gern gesehene Person in Maastricht ist (entweder ist er ein echter VVD-Wähler oder er wohnt sehr weit weg)
  • Bürgermeister arbeitet im Auftrag des Stadtrates sagt der Staatsanwalt (stimmt das?)
  • Kameras in Maastricht werden zum Verfolgen von Personen benutzt
  • Polizisten kauften Drogen in Shops als Beweismittel – Polizei raucht nicht, sagt der Staatsanwalt.
  • Ratsmitglied aus Maastricht kommt in den Saal
  • Polizisten müssen in Prozessen nicht ihren Namen nennen, sie werden mit Nummern angegeben.
  • Dann kommen noch mehr Polizisten in den Saal (nun ist wohl niemand mehr auf der Straße)
  • RA Beckers braucht etwa 1 1/2 Std sagt der Staatsanw.
  • Schaut heute Abend auf SBCN (Batterie war leer) und auf L1 – L1 ist auch anwesen.
  • die Forderung der Staatsanwaltschaft
  • Verwalter, Betriebsleiter: 5000 € Geldstrafe oder 75 Tage Gefängnis.
  • Türsteher und Personal: 100 Arbeitsstunden oder 50 Tage Gefängnis
  • Mittagspause
  • Es geht weiter: Strafsache Wietpas/ I-Kriterium / Coffeeshops Maastsricht – Plädoyer Rechtsanwalt André Beckers (Ab hier twittert nun nicht mehr die SBCN sondern De Achterdeur)
  • Beckers: I-Krit. im Konflikt mit höherem Recht: Art 1 grondwet; EVRM; EU
  • Staatsanwaltschaft hat nicht die Befugnis. Unrechtmäßige Erweiterung des Betäubungsmittelgesetzes. Coffeeshop hilft AHOJG zu verwirklichen. NL muss sich an Schengen-Vertäge halten.
  • Um Personen zu verfolgen, die Drogen über die Grenze schmuggeln wollen, ist kein I-Kriterium nötig
  • Coffeeshop dürfen Nicht-Einwohnern keinen Zutritt gewähren, verbindliche Vorschrift – mangelhafte Gesetzgebung
  • Diese Verpflichtungen sind nicht auf die Rechtmäßiglkeit des Betäubungsmittelgesetzes zurückzuführen.
  • EU-Recht: freier Verkehr von Waren und Dienstleistungen. Und Amsterdam, Kerkrade etc. haben kein I-Kriterium – also nicht landesweit. Es wird willkürlich vollstreckt.
  • Drogenverordnung ist eigentlich Verordnung zur Volksgesundheit. Verbrechenszahlen steigen an, mehr Overlast, Oberhalb der Flüsse (Maas und Waal) mehr Besucher in dortogen Coffeeshops.
  • Nationales Bedrohungsbild 2012; die Straßendealer übernehmen den Handel. I-Kriterium im Widerspruch zum Unionsrecht Art. 112e Prtokoll EVRM.
  • Verkappte Diskriminierung! Ungleiche Behandlung. VOCM versucht weniger einschneidenden Regeln.
  • Begrenzende Regeln von den Coffeeshops VOCM selbst. Ein Plan zum Umzug an den Stadtrand ist vorhanden. Kein I-Kriterium nötig.
  • Mit Niederländischem Ausweis darf man in die Coffeeshops, auch wenn man in Belgien wohnt. Wieso I-Kriterium? Niederländer ja – Belgier nicht? Juristisch anfechtbar. Also doch nach Nationalität!
  • Bei Nicht-Einwohnern wurde die Kleidung untersucht – das wurde Niederländern erspart.
  • Druck durch Overlast bei großen Coffeeshops größer – aber B-Kriterium abgeschafft.
  • Selbst alle Ausländer nicht in Coffeeshops lassen hat wenig Einfluss auf den Export von Cannabis aus den Niederlanden.
  • Verhalten kein Anlass nur die Abstammung. Das ist Diskriminierung. Hunderte Drugsrunner aktiv. Siehe Bericht: “Schnelle Jungs”
  • Beeindruckendes Plädoyer von RA Beckers! So viel reden warum das I.Krit. / Wietpas nicht rechtsgültig ist. Prof. Brouwer wurde zitiert.
  • Rotterdam hat viele Besucher – jetzt viel mehr. Wasserbett-Effekt. Ja – siehe De Efteling; Parkoverlast! Pass nur bei Overlast.
  • Regelung nicht Verhältnismäßig und daher nicht bindend.
  • Nicht in großem Stil verkauft. Alles unter 5 Gramm. Straßenhandel Wind aus den Segeln genommen durch Coffeeshops.
  • Willkür – Zitat aus NRC Artikel. Warum Personal jetzt bestrafen? Warum nicht freie HH (kann das so schnell nicht recherchieren) wie im Rest von NL?
  • Gesetze stehen über Verordnungen. Personal muss freigesprochen werden.
  • Jetzt Reaktion von RA Beckers auf Staatsanwaltsch. Untersuchug zeigt Fehler im Bericht der StaAnw. aus.
  • Vergleich mit Strafsache Straßendealer; Forderung 15 Arbeitsstunden und Ergebnis: Richter erlegte ihm 50 € Buße auf (Anmerkung A.P.:Ich glaub ich werd Straßendealer in Maastricht -  ist ja weniger Strafe als fürs Schwarzfahren) – die Strafforderungen gegen die CS-Mitarbeiter sind viel höher
  • 10 Minuten Pause
  • Staatsanwalt reagiert auf Plädoyer Beckers – Er ist (naturgemäß) nicht damit einverstanden.
  • Staatsanwalt: Keine Verfolgung wenn Duldungsktiterien beachtet werden. Spricht über viele Missverständnisse.
  • Staatsanwalt: Gesetz und Recht bleibt in Entwicklung. Kein Vergleich mit Checkpoint. Minderjährige unter Verwaltung, aber nicht in Strafsache (etwas zusammenhanglos – aber ich übersetze ja nur, wurde so getwittert.)
  • Grenze (zu Belgien) nur 3 km von Maastricht entfernt. Ja, Regiobesucher nennen wir das Herr Staatsanwalt. Euregional doch – außer in Coffeeshops Herr Staatsanwalt!
  • Staatsanwalt hält I-Kriterium auch für DISKRIMINIERUNG, aber eine Gerechtfertigte. Verrückter muss es jetzt nicht mehr werden.
  • StaatsAnw.: Keine Rede von Willkür. Und labert über Amsterdam. Überall eine passende Argumentation. Beginnt nun über Kriminalität und Straßendealer zu reden.
  • Staatsanwalt labert wieder: Wenn 5 Gramm in einem Shop gekauft werden anstatt 3 Gramm dürfen Kunden nicht in andere Shops gehen.
  • Ja , ihr lest richtig! Daher lass und schnell zurück zur 30-Gramm-Regel gehen, lieber Staatsanwalt. Dadurch wird mehr Verkehrsdruck weggenommen.
  • StA: BGM dient dazu Verordnung StA umzusetzen. Beginnt jetzt über Urteile zu reden und bagatellisiert es. (Manche Tweets sind leider wenig verständlich)
  • StA: lokale Anweisungen wollen, dass es in Maastricht weniger wird (ich nehme an der Drogentourismus ist gemeint)Strafsache Coffeeshops Maastricht. Ha, aber der Rest von Süd-Limburg hat kein I-Kriterium.
  • Strafverfolgung von Personal heftiger als befristete Schließungen von Coffeeshops sagt RA Beckers als Antwort auf StA.
  • Verhandlung fast zu Ende: RA Beckers verliest Schlußwort der Angeklagten.
  • Schöne Worte von Stefan aus dem Coffeeshop Mississippi
  • Verhandlung um 16 Uhr beendet. Urteil folgt am: 26. Juni um 14 Uhr vor der Strafkammer Maastricht.

DEA - Drug Education Agency TVStreckmittel / Bong putzen / Growing | DEA (15)

Streckmittel / Bong putzen / Growing | DEA (15) Herzlich willkommen in eurer ersten DEA im Jahr 2013. Diesmal packt Moderator Markus Berger ein Päckchen mit vielen lieben Kollegen für...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

Kein Wietpas!Ein kleines Video

Hab ich mal gemacht…

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Youtube-Direktlink

Erstellt mit dem großartigen Videomaterial von JDTV

Update: Die neue Version sollte auch in Deutschland funktionieren…


Blog der Aidshilfe DeutschlandInfektionsängste sind menschlich – für HIV-Patienten aber folgenreich

Krankenschwester im Krankenhaus

Folgen der Infektionsangst: HIV-Positive werden nicht so behandelt wie andere Patienten. (Foto: JMG/ pixelio.de)

HIV ist heute behandelbar, die Infektionswege und die Schutzmöglichkeiten sind bekannt. Dennoch werden Menschen mit HIV weiterhin diskriminiert – auch im Gesundheitswesen. Ein DAH-Video thematisiert nun mögliche Gegenstrategien. Von Axel Schock

Die Betäubungsspritze hatte schon zu wirken begonnen, als Christian Müllers* Zahnärztin plötzlich die Behandlung für beendet erklärte: „Ich wusste ja gar nicht, dass Sie Aids haben. Das habe ich gerade erst gelesen.“ Aus Angst, sich womöglich bei der geplanten Entfernung des Backenzahns mit HIV zu infizieren, drängte die Ärztin den Patienten zum Gehen. Auch Müllers Hinweis, dass seine Viruslast aufgrund seiner HIV-Therapie unter der Nachweisgrenze liege und er daher gar nicht infektiös sei, konnte die Zahnärztin nicht umstimmen. Als ob das für Christian Müller nicht schon schlimm genug gewesen wäre, musste er auch noch feststellen, dass die Patienten im Wartebereich den Rauswurf als Ohrenzeugen mitbekommen hatten.

Aus Angst vor Zurückweisung scheuen viele HIV-Positive den Gang zum Arzt

Dieser Vorfall in einer Berliner Praxis mag zwar besonders extrem erscheinen, er ist allerdings keine Ausnahme. Jedem fünften HIV-Patienten wurde schon einmal eine Behandlung verweigert, ergab eine Umfrage des Projekts „positive stimmen“ der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH). Lediglich ein Drittel der Befragten war sich sicher, dass die medizinischen Unterlagen über ihre HIV-Infektion völlig vertraulich gehandhabt werden. Aus Angst, zurückgewiesen, diskriminiert oder möglicherweise durch eine Unachtsamkeit des Praxispersonals als HIV-Patient bloßgestellt zu werden, scheuen viele von ihnen den Gang zum Arzt.

Zahnarzttisch mit Besteck

Zurückweisung beim Zahnarzt ist keine Ausnahme. (Foto: Liza Litsch/ pixelio.de)

Häufig ist den Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht bewusst, dass sie durch ihr Verhalten HIV-Patienten verunsichern oder gar verletzen können. Die Krankenschwester Barbara K., selbst HIV-positiv, kennt aus ihrem Berufsalltag viele solcher Situationen und kann sich in beide Seiten hineinfühlen. Eine Oberschwester schickte sie beispielsweise zu einem Patienten mit Muskelzerrung, um ihm den Blutdruck zu messen – und ermahnte sie, dazu unbedingt Handschuhe anzuziehen. „Es bestand also keinerlei Risiko, aber jeder auf der Station wusste, dass der Patient HIV-positiv war, und ging deshalb völlig anders mit ihm um“, sagt Barbara K. Vergleichbares habe sie auch schon bei Rettungssanitätern erlebt: „Die denken oft, dass sie sich Vollschutzkleidung anlegen müssen, wenn sie einen HIV-Patienten fahren.“

Keinerlei Infektionsrisiko beim Blutdruckmessen – trotzdem „unbedingt Schutzhandschuhe“

„Diese Art Diskriminierung geschieht in den seltensten Fällen vorsätzlich oder böswillig, sondern aus Unwissenheit“, erklärt Carolin Vierneisel von der DAH-Abteilung „Medizin und Beratung“. Wichtig sei daher, dass vor allem medizinisches Personal, dessen Ausbildung schon länger zurückliegt, durch Schulungen in Sachen HIV und Aids auf den neuesten Stand gebracht werden, um die medizinisch zumeist unbegründeten Infektionsängste abzubauen.

DAH-Video zur Diskriminierung im Gesundheitswesen

Ein Video informiert zu Gegenstrategien: Auch Steffen Taubert von der DAH kommt zu Wort.

Zugleich müsse das Thema auch in stärkerem Maße als bisher seinen Platz in der Ausbildung finden. So könnten beispielsweise HIV-Positive in Krankenpflegeschulen gehen, damit die angehenden Krankenschwestern und -pfleger überhaupt erst mal wissentlich einem Menschen mit HIV begegnen und ihm Fragen stellen können, so ein Vorschlag von Barbara K. Gute Ansätze wurden auch bereits auf der DAH-Fachtagung „Ausgrenzung. Macht. Krankheit.“ diskutiert und in diesem Video festgehalten.

„Ärzte und Pflegekräfte müssen sich ihrer Ängste bewusst werden und ihnen begegnen“

Die notwendigen Kenntnisse zu HIV und Aids im Kopf abgespeichert zu haben, ist das eine. Das Bauchgefühl allerdings, nach dem selbstverständlich auch Ärzte und Pflegekräfte entscheiden, sagt manchmal eben etwas anderes. Die Folge: HIV-Positive werden nicht so behandelt wie andere Patienten.

„Solche Infektionsängste sind menschlich. Aber es ist notwendig, dass sich Ärzte, Pflege- und Praxispersonal dieser Ängste bewusst werden und ihnen begegnen“, sagt Steffen Taubert, Wissenschaftlicher Projektkoordinator bei der Deutschen AIDS-Hilfe. Er bietet dazu verschiedene Formen der Unterstützung an, wie etwa Fortbildungsmaßnahmen und den ärztlicher Qualitätszirkel „Let’s talk about sex!“ zur Kommunikation und Prävention in der Arztpraxis.

* Name geändert

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ENCOD Neuigkeiten deutschsprachiger FeedCOFFEESHOPS: NIEDERLÄNDISCHER STAAT ZU SCHADENERSATZ VERURTEILT

Der inzwischen wieder abgeschaffte Marihuana-Pass, und speziell der Aspekt, dass dieser Ausweis die Coffeeshops zu geschlossenen Raucherclubs mit eingeschriebenen Mitgliedern habe werden lassen, sei ein unverhältnismäßig großer Eingriff auf die Rechte der Besucher gewesen. Der Haager Gerichtshof begründete sein Urteil damit, dass potentielle Besucher der Coffeeshops durch das registrierungspflichtige Passsystem abgeschreckt wurden. Die Betreiber hätten hierdurch für einen Zeitraum von mehreren Monaten einen finanziellen Schaden erlitten. Wie hoch dieser Schaden und sodann auch der vom Staat zu leistende teilweise Schadenersatz seien, wird das Gericht noch zu einem späteren Zeitpunkt festlegen.

- NACHRICHTEN

Hanfparade, jedes Jahr in BerlinNicht nur Demo: Präsenzen der Hanfparade

Proaktiv werden Flyer, Aufkleber und Plakate von der Hanfparade in Berlin in Clubs und auf Partys stets auf den Infoständen des Autonomen Drogeninfostandes und der Freien Arbeitsgemeinschaft DrogenGenussKultur präsentiert und verteilt, so zum Beispiel im KitKat Club an allen Veranstaltungen der Reihen „Mystic Rose“ und „Mystic Friday“ oder auch an allen „TuneUp Sessions“ im Musiksalon Szimpla.

Foto vom Hanfparade-Infostand auf dem Entheovision Kongress in Berlin 2013Am 25. und 26. Mai 2013 war die Hanfparade mit einem eigenen Infostand auf der Entheovision, dem Fachkongress für wissenschaftliche Psychonautik, präsent und erreichte dort ein gut vorgebildetes Fachpublikum. Die Kongresse der Reihe „Entheovision“ befassen sich seit 2003 mit allen Themen rund um bewusstseinsverändernde Pflanzen und Substanzen. Dazu gehören Betrachtungen zu Ethnobotanik, Psychologie, Kunst, Spiritualität, Politik, Medizin und zu pharmakologischen Aspekten. Die Entheovision ist aus der Fachzeitschrift Entheogene Blätter hervorgegangen. 2013 feierte die Kongressreihe ihr zehnjähriges Bestehen. Der Kongress fand in den Hörsälen des Botanischen Museums im Botanischen Garten in Berlin statt.

In den Tagen vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 war die Hanfparade mit einem großen gemeinsam mit dem „Autonomen Drogeninfostand“ und der „Freien Arbeitsgemeinschaft DrogenGenussKultur“ aufgebauten und betreuten Infostand auf dem 4. Weltkongress der Hedonistischen Internationale präsent. Der Infostand war im Eingangsbereich des „Hotels“ eingerichtet worden, so dass alle Teilnehmer der Veranstaltungen in den Auditorien „Große Freiheit“ und „Kleine Freiheit“ im Vorübergehen sich mit Informationsmaterialien eindecken konnten. Direkt neben dem Infostand war die Lounge „Soziale Hängematte“ gemütlich mit Sofas eingerichtet worden, wo man in Ruhe mit den Kongressbesuchern und den Referenten Fachgespräche führen konnte.

Foto von Flyern auf dem Infostand von Hanfparade und Autonomer Drogeninfostand auf dem Weltkongress der Hedonistischen Internationalen 2013Außer den selbst herausgegebenen Fachinformationen für den nichtmedizinischen Gebrauch diverser psychotrop wirkender Substanzen und den Flyern und Aufkleber der Hanfparade findet man auf so einem Infostand immer auch Informationen des Hanf Museums, der Günen Hilfe, des Archivs der Jugendkulturen, der Cannabis Social Clubs, der Deutschen AIDS-Hilfe, des Deutschen Hanfverbandes, der Drug Education Angency, der Bundeszentrale für politische Bildung sowie von der European Coalition for Just and Effective Drug Policies (ENCOD).

Beim Drogeninfostand auf dem Weltkongress der Hedonistischen Internationale waren auch die Pillenwarnungen von Saferparty und ChEckit! am Eingang der Lounge gut präsentiert worden. Diese Präsentation war Anlass zu zahlreichen Nachfragen und Diskussionen. Generell war die Nachfrage nach Informationen sehr groß. Etwa 20 Kilogramm an Informationsmaterialien haben die Leute mitgenommen und es wurden viele, zum Teil lang andauernde, intensive und tiefgründige Gespräche geführt.

Blog der Aidshilfe Deutschland„Wir sind keine Opfer, wir sind Menschen mit Aids“

Der Sänger und Schauspieler Michael Callen verstarb 1993 (Foto: Wikipedia)

Michael Callen, Aidsaktivist und Mitinitiator der Denver-Prinzipien (Foto: Wikipedia)

Als 1983 eine Gruppe von Menschen mit Aids die „Denver-Prinzipien“ erstellten, schufen sie damit die bis heute geltenden Grundlagen für den Aidsaktivismus und die Interessenvertretung von Patienten. Ein Kalenderblatt von Axel Schock.

„Die Homosexuellen-Seuche… hat Europa erreicht“, alarmierte DER SPIEGEL im Juni 1983 in seiner ersten Aids-Titelgeschichte die Leser. „Die Ärzte sind ratlos: Über die Ursache wird nur spekuliert, eine Behandlung gibt es nicht.“ In den USA hatte zu diesem Zeitpunkt die Epidemie bereits Tausende Tote gefordert und für Angst, Verunsicherung und auch Wut gesorgt.Wer an der mysteriösen Seuche erkrankte, galt als gefährlich und im Zweifelsfall als schwul. In den am stärksten betroffenen Städten wie San Francisco und New York wollte man nicht tatenlos zusehen, wie ringsherum die Menschen starben, ohne pflegerisch und medizinisch versorgt zu werden, und es entstanden erste Selbsthilfeorganisationen wie die Gay Men’s Health Crisis (GMHC).

Mitreden statt zum Zuhören verdammt zu sein

„Als Menschen mit Aids saßen wir auf den Veranstaltungen der GMHC herum und hörten schweigend einer Reihe von Ärzten, Krankenschwestern, Rechtsanwälten und Versicherungsexperten zu, die uns wortreich beschrieben, wie es ist, wenn man Aids hat“, erinnern sich die Aidsaktivisten Michael Callen und Dan Turner in einem Beitrag zum DAH-Forumsband „ACT UP: Feuer unterm Arsch“. „Es dämmerte mehreren zur gleichen Zeit, dass mit diesem Bild irgendetwas nicht stimmte. Die ‚wirklichen Experten’, so stellten wir fest, waren nicht auf dem Podium.“

Bobbi Campbell bei einer Demonstration

Bobbi Campbell. Aids-Aktivist und Mitinitiator der “Denver-Prinzipien”, bei einer ACT-UP-Aktion (Foto: Marie Ueda)

Infizierte und Erkrankte wie Callen, Turner und viele Tausend andere waren es leid, dass die medizinische und wissenschaftliche Welt ihre Kompetenzen nicht einmal abfragte und sie auch nicht in die Forschungsbemühungen eingebunden wurden. Eine Handvoll von ihnen nutzte daher das von der „Lesbian and Gay Health Education Foundation” unterstützte „National AIDS Forum Denver”, um sich dort mit anderen Aktivsten zu beraten.

Mut zum „Aids-Coverboy”

Unter ihnen war Bobbi Campbell. Er gehörte zu den ersten US-Amerikanern, die mit der Krankheit an die Öffentlichkeit gingen. 1983 ließ er sich für das Cover des NEWSWEEK-Magazins mit seinem Lebenspartner fotografieren – eine Aktion, die ihm den Spitznamen „Aids-Coverboy“ einbrachte. Campbells Vision war eine landesweite Organisation und  ein politisches Netzwerk von Menschen mit Aids.

Bobby Campbell und Partner auf dem titelbild der Newseek

Bobbi Campbell und sein Partner auf dem Cover der “Newsweek” (Foto.: Newsweek)

Die Idee schien so einleuchtend, dass in kürzester Zeit und in überraschendem Konsens eine wegweisende Liste verabschiedet werden konnte: mit Empfehlungen an Menschen mit Aids, an das Personal im Gesundheitswesen und alle anderen Mitmenschen, aber auch mit der Aufforderung, die Rechte der an Aids Erkrankten zu wahren. Diese Charta wurde nicht nur die Grundlage der heute längst selbstverständlichen Patienten-Interessenvertretung, sondern  definierte auch entscheidend das Selbstverständnis der mit HIV und Aids Lebenden.

Die Geburtsstunde der Patienten-Interessenvertretung

„Wir verurteilen alle Versuche, uns als Opfer zu bezeichnen, ein Ausdruck, der Niederlage impliziert. Und wir sind nur gelegentlich Patienten, eine Bezeichnung, die Passivität, Hilflosigkeit und Abhängigkeit von der Hilfe anderer mit ausdrückt. Wir sind ‚Menschen mit AIDS’“, heißt es programmatisch in der Präambel der „Denver-Prinzipien“.

Cover des Spiegel-Magazins zu Aids

“Tödliche Seuche”: “Spiegel”-Cover vom Juni 1983 (Abbildung “Der Spiegel”)

Um sicherzugehen, dass diesen Grundsätzen auch die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wird, stürmte die Gruppe die Abschlussveranstaltung des „National AIDS Forum“, um die 17 Punkte umfassende Erklärung des „Advisory Committee of People with Aids” zu verlesen. „Die Idee traf uns wie ein Blitzschlag. Bis jetzt waren wir einfach nicht darauf gekommen, dass wir als Betroffene irgendwie mehr sein könnten als nur die passiven Empfänger aufrichtiger Anteilnahme von jenen, die (noch) nicht diagnostiziert waren“, erinnern sich Callen und Turner. „Sobald das Konzept von Menschen mit Aids, die für sich selbst eintreten, einmal auf dem Tisch lag, griff die Idee um sich wie ein Lauffeuer.“

Die Idee griff um sich wie ein Lauffeuer

So gründeten sich in der Folge unter anderem mit „People With Aids New York“ und „National Association of People with AIDS“ erste politische Organisationen von Menschen mit Aids. Aber auch über die USA hinaus, so auch für die Deutsche AIDS-Hilfe, sind die Denver-Prinzipien zu Leitlinien des Aidsaktivisimus und der Selbsthilfe geworden – und bis heute geblieben.

 

***

Denver-Prinzipen

Erklärungen des „Advisory Committee of People with Aids”

Wir verurteilen alle Versuche, uns als „Opfer” abzustempeln, ein Ausdruck, der Scheitern impliziert. Ebenso sind wir nur manchmal „Patienten”, ein Wort, das Passivität, Hilflosigkeit und Abhängigkeit von der Fürsorge anderer suggeriert. Wir sind „Menschen mit Aids”.

Empfehlungen an das Personal im Gesundheitswesen

1. Seid offen, vor allem gegenüber euren Patienten mit Aids.

2. Macht die Theorie, die ihr über die Ursachen von Aids habt, deutlich und diskutiert sie mit euren Patienten, da dies eure Behandlungsmethoden und eure Pflege beeinflusst.

3. Sprecht über eure Gefühle bezüglich Aids (z.B. Ängste, Befürchtungen, Hoffnungen usw.) und befasst euch nicht nur intellektuell damit.

4. Setzt euch gründlich mit euch selbst und mit eurer Haltung gegenüber Aids auseinander.

5. Behandelt Menschen mit Aids immer als vollwertige und selbstverantwortliche Personen. Sprecht über psychosoziale Probleme genauso wie über medizinische Fragen.

6. Redet mit Menschen mit Aids - auch über ihre Sexualität - gefühlvoll und ohne auszuweichen. Dazu braucht ihr Informationen über die Sexualität von Schwulen, besonders von Menschen mit Aids.

Empfehlungen an alle

7. Helft uns im Kampf gegen diejenigen, die uns unsere Jobs wegnehmen und uns aus unseren Wohnungen hinauswerfen wollen; gegen diejenigen, die sich weigern, uns zu berühren oder die uns von unseren Geliebten, unseren Freunden und Gleichgesinnten trennen wollen. Es gibt nämlich keinerlei Hinweis darauf, das Aids durch alltägliche soziale Kontakte übertragen werden kann.

8. Macht Menschen mit Aids nicht zum Sündenbock. Gebt uns nicht die Schuld an der Epidemie. Zieht keine verallgemeinernden Schlüsse über unsere Lebensstile.

Empfehlungen an Menschen mit Aids

9. Setzt euch zusammen und wählt eure eigenen Vertreter. Stellt euch selbst eure Aufgaben und entwickelt eure eigenen Strategien. Sprecht selbst mit den Leuten, die in den Medien arbeiten.

10. Macht von eurem Recht Gebrauch, an allen Entscheidungsprozessen, vor allem in den Vorständen eurer Hilfsorganisationen, mitzuwirken.

11. Engagiert euch auf allen Aidsveranstaltungen und tut dies gleichberechtigt mit anderen Teilnehmern. Tauscht mit ihnen Erfahrungen und Erkenntnisse aus.

12. Praktiziert Safer Sex, um eure Partner und euch selbst nicht zu gefährden. Wir sind der Meinung, dass Menschen mit Aids eine ethische Verantwortung haben, ihre potenziellen Sexualpartner/innen über ihren Gesundheitszustand zu informieren.

Rechte der Menschen mit Aids

13. Wir haben das Recht auf ein lebenswertes Dasein, auf ein gefühlsmäßig und sexuell voll befriedigendes Leben, wie jeder andere Mensch auch.

14. Wir haben das Recht auf hochwertige medizinische Behandlung und qualifizierte soziale Unterstützung in jeder Hinsicht, ohne jegliche Diskriminierung aufgrund unserer sexuellen Orientierung, unseres Geschlechtes, unserer medizinischen Diagnose, des sozialen Status oder unserer ethnischen Herkunft.

15. Wir haben das Recht auf Aufklärung über alle medizinischen Vorgänge und Risiken, auf die Wahl oder Verweigerung einer Behandlungsmethode, auf die Weigerung, an wissenschaftlichen Forschungen teilzunehmen. Wir haben dieses Recht, ohne gleichzeitig riskieren zu müssen, die qualifizierte medizinische Behandlung zu verlieren. Wir haben das Recht, selbstverantwortlich Entscheidungen über unser Leben zu treffen.

16. Wir haben das Recht auf Privatsphäre, auf die vertrauliche Behandlung unserer medizinischen Daten. Wir haben das Recht auf menschlichen Respekt und auf die Wahl unserer wichtigsten Kontaktpersonen.

17. Wir haben das Recht, in Würde zu sterben – und zu LEBEN.

Aus: Michael Callen (ed.): Surviving and Thriving with AIDS: Collection Wisdom. Volume Two. People with Aids Coalition Inc., New York 1998

Link zur englischen Fassung der „Denver Principles“

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Alternative Drogenpolitik mit Max PlenertDiskussion über die E-Zigarette Teil 5 – Schlußworte des Podiums

Veranstaltung: Dampfer müssen weiter qualmen? E-Zigarette unter Regulierungsdruck Informations- und Diskussionsveranstaltung zur E-Zigarette LAG Drogenpolitik der Grünen Berlin Diskussion Teil 5 – Schlußworte des Podiums Donnerstag den 16.05.2013 im bi nuu (im U-Bahf. Schlesisches Tor, 10997 Berlin) Einlass 19.00 Uhr, … Weiterlesen

Alternative Drogenpolitik mit Max PlenertDiskussion über die E-Zigarette Teil 4 – Diskussion mit dem Publikum sowie Fragen & Antworten

Veranstaltung: Dampfer müssen weiter qualmen? E-Zigarette unter Regulierungsdruck Informations- und Diskussionsveranstaltung zur E-Zigarette LAG Drogenpolitik der Grünen Berlin Diskussion Teil 4 – Diskussion mit dem Publikum sowie Fragen & Antworten Donnerstag den 16.05.2013 im bi nuu (im U-Bahf. Schlesisches Tor, … Weiterlesen

Alternative Drogenpolitik mit Max PlenertDiskussion über die E-Zigarette Teil 3 – Johannes Spatz, Forum Nichtrauchen über seine Position zur E-Zigarette

Veranstaltung: Dampfer müssen weiter qualmen? E-Zigarette unter Regulierungsdruck Informations- und Diskussionsveranstaltung zur E-Zigarette LAG Drogenpolitik der Grünen Berlin Dr. Harald Terpe (Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, drogen- und suchtpolitischer Sprecher) Dr. habil. Thomas Schulz (Toxikologe; Tabak- & Nikotinspezialist) Johannes … Weiterlesen

Alternative Drogenpolitik mit Max PlenertDiskussion über die E-Zigarette Teil 2 – Georg Wurth, E-Zigaretten User über seine persönlichen Konsumerfahrungen und seine politischen Meinung zur Regulierung der E-Zigaretten

Veranstaltung: Dampfer müssen weiter qualmen? E-Zigarette unter Regulierungsdruck Informations- und Diskussionsveranstaltung zur E-Zigarette LAG Drogenpolitik der Grünen Berlin Dr. Harald Terpe (Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, drogen und suchtpolitischer Sprecher) Dr. habil. Thomas Schulz (Toxikologe; Tabak- & Nikotinspezialist) Johannes … Weiterlesen

DEA - Drug Education Agency TVDrug Education Agency (DEA) - Fernsehen für Psychonauten

Drug Education Agency (DEA) - Fernsehen für Psychonauten Kanaltrailer der Drug Education Agency (DEA) - TV für Drogenbildung, Psychonautik und die entheogene Reformation. Werde ein Teil...

Die Drug Education Agency (DEA) ist eine multimediale psychonautische Akademie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Menschheit mit wahrheitsgetreuen, zuverlässigen und inspirativen Informationen zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzen und Pilzen sowie zu den interdisziplinären psychoaktiven Wissenschaften zu versorgen. Die DEA fördert einen psychoaktiven Lifestyle, der mit dem reflektierten Umgang mit Psychoaktiva einhergeht. Im Verbund mit anderen antiprohibitionistischen Institutionen und Organisationen setzt die DEA dem Irrsinn des weltweiten 'War on Drugs' einen auf der Vernunft basierenden Gegenpol entgegen. Impressum Die Drug Education Agency ist ein Projekt der Near Dark GmbH (Sponsor) in Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Markus Berger (V.i.S.d.P.). V.i.S.d.P.: Markus Berger , Blazin Tommy Productions, Hofrain 3, D-34587 Sundhof, redaktion@drugeducationagency.tv Sponsor: Near Dark GmbH, Bonner Str. 11a, D-53773 Hennef, www.neardark.de

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