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Blog der Aidshilfe Deutschland„Ich möchte eine Stimme dieser Gruppe sein“

Pierre Kembo Mayamba ist Sozialarbeiter bei der Aidshilfe Essen. Ende Oktober 2018 wurde er in den Vorstand der Aidshilfe NRW gewählt. Er ist damit das erste Mitglied afrikanischer Herkunft in einem Aidshilfe-Vorstand. Auch in seiner neuen Funktion will er sich für Angebote für Menschen aus Subsahara-Afrika einsetzen. Er selbst stammt ursprünglich aus Ex-Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo.

Herr Mayamba, Sie sind seit Oktober im Vorstand der Aidshilfe Nordrhein-Westfalen. Welche Ziele verfolgen Sie in Ihrer zweijährigen Amtszeit?

Wir haben hier in Deutschland viele Migrant_innen, auch Migrant_innen aus Subsahara-Afrika, abgekürzt „MiSSA“. Diese Gruppe ist zum Beispiel sehr betroffen, was HIV angeht. Ich möchte eine Stimme dieser Gruppe sein. Neben „MiSSA“ gibt es auch andere Migrant_innen – zum Beispiel aus den arabischen Ländern –, die wir als Zielgruppen haben. Ich möchte erreichen, dass das Thema Migration im Verband sichtbarer wird und die Versorgung dieser Zielgruppen durch die Aidshilfe nachhaltig gewährleistet wird.

„Wir haben es geschafft, dass auch Afrikaner_innen zur Aidshilfe kommen“

Bei der Aidshilfe Essen arbeiten Sie schon länger im Bereich Migration. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Das funktioniert bei uns ganz gut. Am Anfang aber war es ein bisschen schwierig. Als ich zur Aidshilfe Essen kam, wurde dort bereits versucht, ein Projekt für Afrikaner unter dem Titel „Black+Male“ anzubieten. Das hat mir persönlich die Arbeit erleichtert. Ich habe bei der Aidshilfe Essen Leute gefunden, die offen für das Thema Migration waren. Da ich in der Community viele Leute kenne, war es für mich leichter, das Thema dort zu platzieren. Wir haben mit der interkulturellen Öffnung der Aidshilfe angefangen, aber dann musste ich die Leute aus der Community auch in die bestehenden Strukturen bringen. Mit der Zeit haben wir es geschafft, dass auch Afrikaner_innen zur Aidshilfe kommen – ohne Hemmungen. Selbst wenn ich nicht da bin, kommen sie und gehen auch zu meinen Kolleg_innen.

Porträtfoto Pierre Kembo Mayamba

Pierre Kembo Mayamba (Foto: privat)

Wie sind Sie selbst zu Ihrer Arbeit bei der Aidshilfe gekommen?

Ich habe früher Flüchtlingsarbeit gemacht. Danach habe ich mich bei der Aidshilfe Essen beworben, ursprünglich bei einem Projekt für Jugendliche. Dann hat unser Geschäftsführer mich angesprochen und mich für das Projekt „Black+Male“ gewonnen.

„Partizipation spielt eine große Rolle bei uns“

Gibt es bei den Aidshilfen ausreichend Mitarbeiter_innen, die wie Sie selbst einen Migrationshintergrund mitbringen?

 „Ausreichend“ ist relativ. Es gab bei uns früher einige türkische Mitarbeiterinnen. Ich habe jetzt bei  NEKABENE, einem Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund, eine Honorarkraft, die aus Afrika kommt. Wir haben einen Kollegen aus Kolumbien, der im Projekt „Mashallah“ für schwule und bisexuelle Männer mit Migrationshintergrund arbeitet. Außerdem arbeiten wir sowohl im Projekt NEKABENE als auch im Rahmen unseres Netzwerks „MiSSA NRW“ zusammen mit Gesundheitsbotschafter_innen aus der afrikanischen Community. Partizipation spielt eine große Rolle bei uns. Wir motivieren Menschen mit Migrationshintergrund zur Partizipation und möchten sie auch für die Arbeit im Projekt gewinnen.

 Wie sieht es denn aus mit Leitungspositionen? Sie sind der erste Afrikaner in einem Aidshilfe-Vorstand. Sind Sie selbst innerhalb der Institution auf Hürden gestoßen?

Es hatten viele befürchtet, dass es so sein würde. Aber ich muss sagen, dass ich gut empfangen und aufgenommen wurde. Und ich bin dankbar für die gute Zusammenarbeit mit meinen lieben Kolleg_innen im Vorstand.

„Wir können nicht eine Gruppe versorgen und die anderen ausschließen“

Warum ist es denn so wichtig, dass Migrant_innen in solche Positionen kommen?

Es ist schon alleine deshalb wichtig, weil das Thema Migration politisch aktuell ist. Außerdem haben wir Migrant_innen aus Subsahara-Afrika keine Lobby, obwohl wir im Hinblick auf HIV eine epidemiologisch relevante Gruppe sind. Die Aidshilfe versorgt HIV-positive und aidskranke Menschen, dazu gehören auch Migrant_innen. Wenn wir über Antidiskriminierung sprechen, reden wir über gleiche Chancen und gleiche Behandlung. Für mich müssen alle Menschen, die HIV oder Aids haben, nachhaltig die Möglichkeit bekommen, behandelt und versorgt zu werden. Wir können ja nicht eine Gruppe versorgen und die anderen ausschließen. Und für mich ist und soll die Aidshilfe Anlaufstelle und Ansprechpartnerin aller Betroffenen sein.

Welche Rolle spielt denn bei Ihren Zielen die Selbstorganisation von Afrikaner_innen – beispielsweise im Netzwerk AGHNiD, dem Afrikanischen Gesundheits- und HIV-Netzwerk in Deutschland?

AGHNiD ist ja sozusagen unser Baby. Wir haben es 2011 gegründet, weil wir damals schon die Notwendigkeit einer Vernetzung gesehen haben. Mit AGHNiD machen wir Fortschritte. Das Netzwerk soll jetzt ein Verein werden. Wir sind aber froh, die nachhaltige Unterstützung der Deutschen AIDS-Hilfe zu haben. Ohne diese Hilfe würden wir das nicht schaffen. Ich habe immer plädiert, dass wir die Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Hilfe aufrechterhalten müssen, um ans Ziel zu kommen.

Sie haben auch das Netzwerk „MiSSA NRW – Migration und HIV“ gegründet. Was hat es damit auf sich?

Mit Unterstützung der Aidshilfe NRW haben wir von der Aidshilfe Essen zusammen mit der Aidshilfe Düsseldorf dieses Netzwerk initiiert. Das ist ein landesweites Netzwerk, in dem sich die migrationsspezifischen Projekte der Aidshilfen in NRW rund um HIV und Aids und Subsahara-Afrika zusammengeschlossen haben.

„Es gibt nur wenige Projekte für Afrikaner_innen. Das möchte ich ändern“

Wir wollten uns hier in Nordrhein-Westfalen vernetzen, um uns regelmäßig treffen und austauschen zu können, aber auch, um gemeinsam Strategien und Methoden zur Aufklärung, HIV-Prävention und Beratung von MiSSA zu entwickeln. Wir von den Aidshilfen Düsseldorf und Essen verfügen über jahrelange Erfahrungen und Expertise aus Projekten für Migrant_innen aus Subsahara-Afrika, die wir anderen Kolleg_innen zur Verfügung stellen können.

Es gibt Aidshilfen, die zwar Klient_innen aus Afrika haben, aber kein spezielles Projekt für Migrant_innen aus Subsahara-Afrika. Im Rahmen des Netzwerks können Kolleg_innen schauen, wie man so ein Projekt angehen kann, und den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen erlernen. Es gibt viele Afrikaner_innen in Nordrhein-Westfalen, aber nur wenige Projekte, die sich an diese Zielgruppe richten. Das möchte ich im Rahmen unseres Netzwerks ändern.

„In meiner Freizeit schreibe ich immer“

Sie sind ja nicht nur Sozialarbeiter, sondern auch Schriftsteller. Kommen Sie noch zum Schreiben?

Das war damals schwierig, als ich bei der Aidshilfe anfing. Ich musste viel Zeit in das Projekt investieren, das wir initiieren wollten. Ich habe dann die Schriftstellerei zurückgestellt, damit ich mich der neuen Arbeit widmen konnte. Aber es ist nicht so, dass ich das gar nicht mehr mache. In meiner Freizeit schreibe ich immer. Bei meinem aktuellen Projekt geht es um das Thema Zuwanderung und die Probleme, die wir als Gesellschaft damit haben. Der Spruch „Wir schaffen das“ hatte mich dazu inspiriert. Ich habe versucht, etwas darüber zu schreiben, und würde mich freuen, wenn ich einen Verlag fände, der das veröffentlicht.

Wie empfinden Sie denn die Diskussionen in Deutschland zum Thema Migration? Rechte Parolen werden lauter und die AfD hat viel Zulauf…

Ich finde das nicht gut. Ich habe damals erlebt, wie das war mit Hoyerswerda, Rostock, Lübeck und Mölln. Damals bin ich auch selber hingefahren. Wir haben miterlebt, wie gesagt wurde: „Das Boot ist voll.“ Wir haben wirklich gedacht, so etwas passiert hier in Europa nicht mehr – so ein Rechtsruck. Ich habe die Hoffnung noch nicht verloren, dass die demokratischen Politiker_innen und Parteien das noch hinkriegen, damit die rechten Parteien in Europa nicht die Oberhand bekommen. Ich hoffe nur, dass wir stark bleiben und es schaffen, die Dinge in Zukunft in Ordnung zu bringen.

Interview: Inga Dreyer

Cannabis Social Clubs DeutschlandNeue wissenschaftliche Studie der Uni Ghent zu Cannabis Social Clubs erschienen

Die neue Studie mit dem Titel „Revisiting the Birthplace of the Cannabis Social Club Model and the Role Played by Cannabis Social Club Federations“ von Forschern an der Universität von Gent, Belgien ist erschienen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut ICEERS erstellt. Sie behandelt Cannabis Social Clubs sowie die Föderationen in Barcelona und Katalonien.

Die Studie ist hier online zu finden: SagePub/Journals

Leafly Deutschland NewsTilray und Sandoz gemeinsam für Patienten weltweit

Update vom 18.12.2018

Aufbauend auf der bestehenden Kooperation zwischen Tilray und Sandoz Canada soll die heute unterzeichnete Vereinbarung die Zusammenarbeit beider Unternehmen in Rechtsgebieten, in denen Cannabis für medizinische Zwecke genehmigt ist oder in Kürze genehmigt wird, stärken. Als globaler Vorreiter im Bereich des medizinischen Cannabis bietet Tilray seine Produkte in zwölf Ländern an und ist mit Standorten in Australien, Neuseeland, Kanada, Deutschland, Lateinamerika und Portugal vertreten.

Die Vereinbarung baut auf Tilrays Erfolgsgeschichte als Unternehmen auf, das sich dafür einsetzt, bedürftige Patienten mit medizinischen Cannabisprodukten von pharmazeutischer Qualität zu versorgen. Tilray war der erste zugelassene Hersteller von medizinischem Cannabis in Nordamerika, der die cGMP-Zertifizierung (current Good Manufacturing Practice) gemäß der Standards der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bekam.

„Die heute getroffene Vereinbarung ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Bereitstellung von sicherem, GMP-zertifizierten, medizinischem Cannabis für Patienten, die diese Produkte benötigen“, erklärt Brendan Kennedy, Chief Executive Officer von Tilray. „Tilray ist ein weltweit tätiges Unternehmen und wir sind begeistert, dass wir auf dem Erfolg und der Dynamik unserer bestehenden Vereinbarung mit Sandoz Canada aufbauen und unsere Partnerschaft global ausweiten können. Zusammen mit der Sandoz AG werden wir uns dafür einsetzen, den globalen Zugang zu medizinischen Cannabisprodukten von höchster Qualität zu verbessern.“

Die Rahmenvereinbarung bietet den Unternehmen die Chance, ihre Kooperation auf verschiedene Weise zu gestalten:

  • Die Sandoz AG kann die globale Vermarktung von nicht rauchbaren bzw. nicht brennbaren medizinischen Cannabisprodukten unterstützen
  • Tilray und die Sandoz AG können bestimmte, nicht rauchbare bzw. nicht brennbare Produkte unter einer gemeinsamen Marke anbieten
  • Tilray kann nicht rauchbare bzw. nicht brennbare medizinische Cannabisprodukte und Lizenzrechte an die Sandoz AG vergeben bzw. von dieser erhalten.
  • Zudem können beide Unternehmen ihr gemeinsames fachspezifisches Wissen zu medizinischen Cannabisprodukten für die Ansprache von Apothekern und Ärzten nutzen
  • Tilray und die Sandoz AG können bei der Entwicklung neuer innovativer medizinischer Cannabisprodukte zusammenarbeiten.

Original News vom 20.03.2018

Tilray formt eine strategische Allianz mit Sandoz, einem führenden Pharmaunternehmen in Kanada. Die Vereinbarung stellt einen wichtigen Meilenstein in der Anerkennung von medizinischem Cannabis als konventionelles Medikament für bedürftige Patienten dar.

Die Patienten in Kanada können sich freuen: Der staatlich lizenzierte Hersteller von pharmazeutischem Cannabis, Tilray, hat bekannt gegeben, dass eine verbindliche Absichtserklärung unterzeichnet wurde, um ein exklusiver Kooperationspartner von Sandoz Canada Inc., der Tochtergesellschaft der Sandoz International GmbH, zu werden. Unter anderem soll so die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen pharmazeutischen Cannabis-Produkten für kanadische Patienten erhöht werden.

„Tilray freut sich, der erste staatlich lizenzierte Hersteller von medizinischem Cannabis zu sein, der eine strategische Allianz mit einer lokalen Tochtergesellschaft eines globalen Pharmaunternehmens eingeht, um die Verfügbarkeit und Qualität von medizinischen Cannabisprodukten für kanadische Patienten in Not zu verbessern“, so Brendan Kennedy, CEO von Tilray.

Tilray und Sandoz: Was ist von der Zusammenarbeit zu erwarten?

Die strategische Allianz zwischen Tilray und Sandoz ist ein weiterer wichtiger Schritt, wenn es um die Anerkennung von pharmazeutischem Cannabis als Medizin geht. In der Cannabis-Forschung, Cannabis-Produktion und dem Cannabis-Vertrieb gehört Tilray zu den globalen Pionieren. So war Tilray das erste medizinische Cannabis-Unternehmen, das die aktuelle cGMP-Zertifizierung gemäß den europäischen Standards der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erhielt. Aktuell beliefert Tilray zehntausende Patienten mit hochwertigen cGMP-zertifizierten Cannabis-Produkten in zehn Ländern auf fünf Kontinenten.

Neben der Vereinbarung mit Sandoz Canada Inc. ist Tilray eine weitere Partnerschaft mit Shoppers Drug Mart, Kanadas größter Apothekenkette, eingegangen. In Deutschland besteht eine strategische Zusammenarbeit mit einem der größten deutschen Pharmadistributoren, NOWEDA. Die Tilray-Produkte werden so deutschlandweit an über 20.000 Apotheken vertrieben.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, dass Tilray vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen die branchenführende Absatzorganisation von Sandoz nutzen wird, um Apotheker und Ärzte in Kanada über pharmazeutische Cannabis-Produkte von Tilray aufzuklären. Zudem soll es in der Vereinbarung heißen, dass Tilray mit Sandoz zusammenarbeiten wird, um neue und innovative Cannabis-Produkte zu entwickeln, die eine Alternative zu Cannabisblüten bieten. Außerdem wird Sandoz vorbehaltlich künftiger regulatorischer Änderungen, Tilray-Cannabis-Produkte an kanadische Krankenhäuser und Apotheken vertreiben.

Ob diese Partnerschaft der beiden Firmen auch auf andere Länder weltweit übertragen wird, bleibt abzuwarten und zu hoffen. Leafly.de wird weiter darüber berichten.

Mehr zu Tilray auf Leafly.de

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Deutscher Hanfverband NachrichtenVideo: Richter Müller wants you! (Justizkampagne 2019)

Richter Müller WANTS YOU!

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Wir wollen die Verfassungswidrigkeit des Cannabisverbots vor das höchste deutsche Gericht bringen und bauen dabei auf eure Unterstützung. Es ist allerhöchste Zeit, die bestehende Rechtssprechung höchstrichterlich zu hinterfragen, denn das Cannabisverbot hat viel zu vielen Menschen in diesem Land Schaden zugefügt!

Das denken nicht nur wir, sondern auch Jugendrichter Andreas Müller, der uns bei dieser Justizkampagne unterstützt. Was genau wir mit den Spenden vorhaben und warum es nicht nur für Konsumenten wichtig ist, eine Justizkampagne zur Überwindung des Verbots zu starten, erklärt euch unser Lieblingsrichter in diesem Video.

Das Tolle an unserer Spendenaktion: Ihr unterstützt nicht nur eine gute Sache und einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur Legalisierung. Mit ein bisschen Glück räumt ihr mit euren Spenden ab 10 Euro auch einen von über neunzig Gewinnen ab, die im Rahmen der diesjährigen Weihnachtsspendenaktion auf euch warten!

Überzeugt? Dann ist hier unser Spendenkonto sowie die Teilnahmebedingungen unsere Weihnachtsverlosung.

Empfänger: Deutscher Hanfverband ODER Georg Wurth
Verwendungszweck: DEINE[at]EMAIL-ADRESSE.de
IBAN: DE45 4306 0967 8068 6769 00
SWIFT/BIC: GENODEM1GLS

PayPal: spenden@hanfverband.de

Wir danken allen Firmensponsoren, die durch ihre tollen Produkte diese Weihnachtsverlosung überhaupt erst möglich machen. Ein ganz besonderes Dankeschön geht aber natürlich an alle bisherigen 1402 Spender, die in den ersten 16 Tagen dieser Aktion einen neuen Spendenrekord von 59.938€ aufgestellt haben. Das Team des Deutschen Hanfverbands dankt euch vielmals für eure Unterstützung und wird auch 2019 weiter Gas für die Legalisierung geben!

 

Sonderthemen: 

Leafly Deutschland NewsCannabis und Autofahren: Neue Studie

Cannabis und Autofahren ist ein immer wieder gern diskutiertes Thema, das auch für die Forschung interessant ist. Ende Oktober haben wir bereits über eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf berichtet. Diese zeigte, dass sich die Fahrtüchtigkeit nach dem Cannabiskonsum deutlich abnahm. Besonders interessant war, dass die Teilnehmer sechs Stunden nach dem Cannabiskonsum erneut erheblich fahrunsicher waren.

Einem Medienbericht zufolge führt die Lambert-Initiative für Cannabinoid-Therapeutika von der University of Sydney jetzt eine Studie durch. Hier untersuchen die Forscher die Auswirkungen von Cannabis und Autofahren.

Tilray unterstützt Studie „Cannabis und Autofahren“

Das kanadische Cannabisunternehmen Tilray gab bekannt, eine Partnerschaft mit den Forschern der Lambert-Initiative für Cannabinoid-Therapeutika eingegangen ist. Bei der Studie „medizinisches Cannabis und Autofahren“ handelt es sich um eine placebokontrollierte Doppelblindstudie.

Für die Studie dienen zwei Cannabissorten, und zwar eine Cannabissorte mit einem hohen THC-Gehalt und eine Sorte mit einem 1-zu-1-Verhältnis von THC und CBD, sowie ein Placebo. Tilray wird die Cannabissorten aus seiner von Good Manufacturing Practices (GMP) zertifizierten Einrichtung in Nanaimo, British Columbia zur Verfügung stellen.

„Wir haben untersucht, inwieweit Cannabis das Autofahren beeinflusst, und insbesondere, ob CBD die Auswirkungen von THC abschwächt. Die zwei Hauptziele der sechsmonatigen Studie waren die Charakterisierung und das Verständnis des Einflusses von verdampftem Cannabis auf die Fahrtüchtigkeit sowie die Feststellung, ob es Unterschiede bei den Auswirkungen von den beiden Cannabissorten gibt“, führte Thomas Arkell, Forscher der Lambert-Initiative aus.

Ergebnisse werden 2019 erwartet

Die Testphase dieser Studie wurde 2018 abgeschlossen und die veröffentlichten Ergebnisse werden für 2019 erwartet.

„Wir sind stolz darauf, diese wichtige Forschung unterstützen zu können. Patientensicherheit hat bei Tilray höchste Priorität. Die an der Universität von Sydney durchgeführte Forschung wird solide wissenschaftliche Daten zu den Auswirkungen auf das Fahren nach dem Konsum von Cannabis liefern, was für die gesamte Branche von Vorteil sein wird,“ erklärte Dr. Catherine Jacobson, Vizepräsidentin für regulatorische und medizinische Angelegenheiten bei Tilray.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

 

 

 

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Leafly Deutschland NewsALS (amyotrophe Lateralsklerose) und Medizinalhanf

In Deutschland erkranken jedes Jahr ungefähr 2 000 Menschen an der amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zur Schädigung und im weiteren Krankheitsverlauf zum Verlust von Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark führt. Den meisten dürfte die ALS-Krankheit von dem bekannten Physiker Stephen Hawking kennen, der im März 2018 verstorben ist. Hawking erkrankte schon in jungen Jahren an ALS und verbrachte den größten Teil seines Lebens im Rollstuhl. Er konnte weder laufen noch sprechen aufgrund der Krankheit.

In den letzten Jahren gab es ein wachsendes Interesse an der Erforschung neuer innovativer und sicherer Therapieansätze in der ALS-Behandlung. In diesem Zusammenhang haben die Cannabinoide aus der Cannabispflanze in präklinischen Modellen für Erkrankungen des zentralen Nervensystems antioxidative, entzündungshemmende und neuroprotektive Wirkungen gezeigt. Die meisten Studien zum Nachweis der Wirksamkeit, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und das Überleben der Patienten zu verlängern, wurden jedoch im Tiermodell durchgeführt. Die wenigen klinischen Studien, zielten darauf ab, mithilfe von cannabinoidbasierenden Arzneimitteln die ALS-Symptome zu lindern. So haben wir Ende November bereits darüber berichtet, dass der kanadische Cannabishersteller CannTrust seine CBD-Öl-Kapseln den Gold Coast University Hospital in Australien für eine Studie zur Verfügung stellt. Die Forscher wollen untersuchen, wie sich CBD auf die Symptome von ALS-Patienten auswirkt.

Bevor wir weiter auf die Studienlage zu Cannabis und ALS eingehen, möchten wir zunächst einen Überblick über die seltene Nervenerkrankung ALS bieten.

ALS: Was sind die Ursachen?

Im Rahmen der ALS-Erkrankung sterben bestimmte Nervenzellen, die sogenannten Motoneuronen, im Gehirn und Rückenmark ab. Dies führt zu den typischen Beschwerden wie Lähmungen, Muskelschwund und Muskelzuckungen.

Mediziner unterscheiden dabei zwischen den folgenden Motoneuronen:

  • Oberes Motoneuron: Diese Nervenzellen kommunizieren nicht direkt mit der Muskulatur. Vielmehr übertragen sie die Impulse auf die Nerven, die sich in der grauen Substanz im Rückenmark befinden.
  • Unteres Motoneuron: Diese Nervenzellen sind über einen Fortsatz mit den Muskeln verbunden und sie leiten die Impulse vom oberen Motoneuron zu den Muskeln weiter.

Sowohl das obere als auch das untere Motoneuron sind bei der ALS-Krankheit entweder in einer oder auch mehreren Körperregionen geschädigt. Dabei konnte noch nicht vollständig geklärt warum, warum die Nervenzellen absterben. Man weiß jedoch, sich körpereigene Eiweiße in den betroffenen Nervenzellen ablagern, die für die Zellen schädlich sind. Warum diese Eiweißablagerungen entstehen, ist nicht bekannt.

Nur selten ist ALS genetisch bedingt. Bei über 90 von 100 Krankheitsfällen sind die Gene nicht für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren wie Risikogene und Umweltfaktoren am Krankheitsausbruch beteiligt sind.

ALS – diese Symptome treten auf

Die ersten Anzeichen, die auf eine ALS hinweisen, sind nicht bei allen Betroffenen gleich. Mögliche Anfangssymptome können sein:

  • Muskelschwäche und/oder Muskelkrämpfe
  • schnelle Ermüdbarkeit der Muskulatur
  • Gefühl der Kraftlosigkeit
  • Gefühl der Steifheit in den Beinen
  • Muskelzucken
  • verminderte Feinmotorik
  • Verlust an Ausdauer
  • Sprechschwierigkeiten
  • Heiserkeit und/oder näselnde Stimme
  • Schluck- und Kaubeschwerden

Bei den meisten Betroffenen macht sich die Krankheit zuerst an den Händen und Füßen oder aber an den Beinen und Füßen bemerkbar. Nur selten treten zu Beginn der ALS-Erkrankung Störungen der Schluck-, Kau- und Sprechmuskulatur auf. Meist treten diese Symptome erst im späteren Krankheitsverlauf auf.

Die Muskeln verlieren auch an Masse, was sich besonders an den Muskeln zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt. Außerdem treten Schmerzen infolge des Muskelschwundes auf, da der Körper bzw. der knöcherne Stützapparat eine höhere Belastung erfährt.

Im weiteren Krankheitsverlauf kann es auch zu einer Schwächung der Atemmuskulatur kommen. Diese zeigt sich dann in Form von Atemproblemen oder Reizhusten. Des Weiteren kann es infolge dessen zu Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen sowie Atemwegsinfekte kommen. Zu den typischen Symptomen gehört auch ein lang anhaltendes Lachen, Gähnen oder Weinen, das von den Betroffenen nicht kontrolliert werden kann.

In der Regel bleiben die intellektuellen Fähigkeiten der Betroffenen erhalten. Nur wenige Betroffene entwickeln Demenz-Symptome.

Wie wird ALS diagnostiziert?

Ein Arzt muss sich zunächst ein genaues Bild über die Beschwerden machen. In der Regel werden dann elektrodiagnostische Tests durchgeführt. Hiermit kann festgestellt werden, ob die Nerven und Muskeln normal funktionieren. Zu diesen Tests gehört beispielsweise die Elektromyographie (EMG), bei der eine Nadelelektrode durch die Haut direkt in den Muskel eingeführt wird. Die Elektrode misst dann die elektrischen Signale im Muskel bei der Muskelkontraktion. Bei ALS-Patienten sind diese Signale anders als bei gesunden Menschen. So können bei Patienten meist auch dann elektrische Single gemessen werden, wenn der Muskel ruht.

Darüber hinaus kann es der Arzt für sinnvoll erachten, eine Probe aus einem Muskel zu entnehmen (Biopsie). Bei der Untersuchung der Probe zeigt sich dann, ob ein Schwund der Muskelfasern besteht. Zudem kann mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) festgestellt werden, ob ein Schwund der Hirnrinde vorliegt. Ebenso kann eine Gehirnwasseruntersuchung (Liquorpunktion) sowie eine Blutuntersuchung Bestandteile der Diagnosestellung sei.

Um eine ALS-Diagnose sicher stellen zu können, müssen die einzelnen Untersuchungsergebnisse herangezogen werden. Außerdem müssen andere Nervenerkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche ALS-Symptome verursachen können.

ALS: Behandlung und Therapie

Eine Heilung der amyotrophen Lateralsklerose ist nicht möglich. Um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, kommt der Wirkstoff Riluzol zum Einsatz. Dieser kann den Schädigungen der Nervenzellen entgegenwirken, sodass die Lebenserwartung von Patienten um einige Monate verlängert werden kann. Allerdings ist das Medikament nicht nebenwirkungsfrei und kann die Leber schädigen. Deshalb ist es notwendig, die Leberwerte regelmäßig zu kontrollieren sowie auf Anzeichen einer Lebererkrankung in besonderem Maße zu achten.

Um die Symptome der ALS-Erkrankung zu lindern, stehen verschiedene Therapieoption zur Verfügung. Wichtig ist vor allem, dass die Beweglichkeit des Patienten lange erhalten bleibt. Dies kann mithilfe von Ergotherapie und Krankengymnastik erreicht werden. Auch eine Atemhilfe (z. B. Beatmungsgerät) kommt meist zum Einsatz.

Darüber hinaus ist es wichtig, einer Lungenentzündung vorzubeugen. Im späteren Krankheitsverlauf führt die Erkrankung oftmals zu einer Schwächung der Atemmuskulatur. Infolge dessen kann der Schleim nicht mehr richtig abgehustet werden und das Sekret sammelt sich in den Atemwegen an. Dies kann keine Lungenentzündung begünstigen, weshalb einer Verschleimung frühzeitig entgegengewirkt werden muss. Hierbei helfen unter anderem Klopfmassagen und Atemgymnastik. Kommt es dennoch zu einem Atemwegsinfekt, muss dieser direkt mit Antibiotika behandelt werden, damit der Infekt erst gar nicht auf die Lunge übergehen kann.

Im späten Krankheitsstadium kann es zu massiven Schluckbeschwerden kommen bzw. werden die beim Schlucken beteiligten Muskeln gelähmt. In solch einem Fall muss die Ernährung über eine Sonde erfolgen, damit die Nahrung nicht in die Luftwege gelangt und um einen starken Gewichtsverlust zu vermeiden.

Krankheitsverlauf und Lebenserwartung

Die ALS-Krankheit beginnt in der Regel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Dabei liegt die durchschnittliche Lebenserwartung laut Statistiken zwischen zwei und vier Jahren. Jedoch bleibt jeder zehnte Patient länger am Leben. Aber nur ein geringer Teil der Betroffenen lebt über 20 Jahre mit ALS.

Zu diesen Zahlen muss aber auch gesagt werden, dass diese aus einer Zeit stammen, als es noch keine modernen Therapieoptionen gab. Heute kann die Lebenserwartung eines ALS-Patienten oftmals um Monate oder Jahre verlängern.

Medizinalhanf gegen die ALS-Symptome

Bereits im Jahr 2001 schlugen Forscher der University of Washington School of Medicine in Seattle Cannabis als Behandlung für ein breiteres Spektrum an Erkrankungen vor. So sei Cannabis eine Substanz mit vielen Eigenschaften, die für die Behandlung von ALS geeignet sein können. Dazu gehören Analgesie, Muskelentspannung, Bronchodilatation, Speichelreduzierung, Appetitstimulation und Schlafinduktion. Außerdem habe sich gezeigt, dass Cannabis starke antioxidative und neuroprotektive Wirkungen besitzt, die das Überleben neuronaler Zellen verlängern können. In Bereichen, in denen dies gesetzlich zulässig ist, sollte Cannabis bei der pharmakologischen Behandlung von ALS in Betracht gezogen werden, so die Forscher.

Andere Forscher der University of Washington School of Medicine in Seattle berichteten drei Jahre später darüber, dass Cannabis viele Eigenschaften aufweist, die für die Behandlung von amyotropher Lateralsklerose anwendbar sein können. Im Rahmen der Studie wurden anonyme Befragungen von ALS-Patienten zur Verwendung von Cannabis durchgeführt. Es gab 131 Befragte, von denen 13 in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumierten. Obwohl die geringe Anzahl von ALS-Patienten, die über Cannabis berichtet haben, die Interpretation der Umfrageergebnisse einschränkt, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Cannabis die Symptome wie Appetitverlust, Depressionen, Schmerzen und Spastizität mäßig wirksam reduzieren kann. Den Berichten zufolge konnte Cannabis die Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken sowie sexuelle Funktionsstörungen reduzieren. Die längste Wirkung zeigte sich Depressionen (etwa zwei bis drei Stunden).

(Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt sogar Cannabis bzw. das Sativex-Spray bei schmerzhafter Spastik.)

Kann Cannabis den ALS-Krankheitsverlauf verlangsamen?

Forscher der University of Washington führten im Jahr 2010 im Rahmen ihrer Studie aus, dass bei der ALS-Erkrankung zahlreiche anormale physiologische Prozesse gleichzeitig auftreten. Demzufolge wäre ein Therapieschema erforderlich, das unter anderem Glutamat-Antagonisten, Antioxidantien, Mikrogliazellen-Modulatoren einschließlich Tumornekrosefaktor alpha [TNF-alpha] -Hemmer) enthält. Ebenso wären mehrere neurotrope Wachstumsfaktoren und ein mitochondriales funktionsteigerndes Mittel erforderlich, um die bekannte Pathophysiologie der ALS umfassend zu behandeln.

Weiter führten die Forscher aus, dass Cannabis bemerkenswerterweise in all diesen Bereichen aktiv zu sein scheint. Präklinische Daten weisen darauf hin, dass Cannabis starke antioxidative, entzündungshemmende und neuroprotektive Wirkungen besitzt. Im Mausmodell führte dies zu einem verlängerten Überleben neuronaler Zellen, einem verzögerten Beginn und einem langsameren Fortschreiten der Krankheit. Zudem habe Cannabis Eigenschaften, die für die Behandlung von Symptomen bei ALS anwendbar sind, einschließlich Analgesie, Muskelrelaxation, Bronchodilatation, Speichelreduzierung, Appetitstimulation und Schlafinduktion.

Darüber hinaus führen die Forscher aus, dass in Bezug auf die Behandlung von ALS klinische Studien mit Cannabis sowohl aus der Sicht der Krankheitsmodifizierung als auch des Symptommanagements der nächste logische Schritt seien. Auf der Grundlage der derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Daten kann davon ausgegangen werden, dass Cannabis das Fortschreiten der ALS erheblich verlangsamen kann, wodurch die Lebenserwartung möglicherweise verlängert und die Gesamtbelastung durch die Krankheit erheblich verringert wird, heißt es von den Forschern im Bericht.

Fallbericht eines österreichischen Wissenschaftlers

Besonders interessant ist ein Artikel des österreichischen Wissenschaftlers Gerhard Nahler, der über einen ALS-Patienten berichtet. Dieser Patient litt unter anderem unter einer schmerzlosen Schwäche sowie einer beeinträchtigten Funktion seiner rechten Hand. Die Symptome schritten trotz Riluzol-Behandlung schnell voran. Als Zusatzmedikation nahm der Patient zweimal täglich 200 Milligramm CBD zu sich und erhöhte die Dosis auf zweimal 300 Milligramm. Nahler führte aus, dass sich die Funktionsstörungen in der rechten Hand sowie die gestörte Nahrungsaufnahme (Dysphagie) innerhalb von sechs Wochen nahezu vollständig zurück entwickelten. Zudem hätten die Verbesserungen ungefähr zehn Wochen angehalten, bevor ein langsames Voranschreiten der Krankheit auftrat.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

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Leafly Deutschland NewsLibanon: Wird Medizinalhanf legalisiert?

In einen Artikel wird über den Bauern Abu Ali Schreif im Libanon berichtet. Dieser erzählt, dass man versucht habe, Äpfel, Tomaten und Kartoffeln anzupflanzen. Jedoch wachse im Libanon nichts besser als Cannabis.

„Du brauchst nur Samen und Wasser, dann kriegst du das beste Haschisch. Libanesisches Cannabis ist wie Gold. Es ist das beste der Welt“, führte der Bauer gegenüber den Medien aus.

Die Bewohner des Bekaa-Tals bauen seit Generation Cannabis an, auch wenn die Behörden häufig Razzien durchführen. Der Cannabisanbau boomte vor allem während des Bürgerkriegs im Libanon (1975 bis 1990). In Deutschland war der „rote Libanese“ in den 80er Jahren ein gängiger Begriff für Haschisch.

Libanon: Parlament erwägt Legalisierung von Medizinalhanf

Im Libanon ist der Anbau von Cannabis illegal. Dem Medienbericht zufolge erwägt jetzt aber das Parlament, den Cannabisanbau für medizinische Zwecke zu legalisieren. Für das wirtschaftsschwache Land könnte dies ein Segen sein.

Aktuell verdienen vor allem die Dealer an dem illegalen Cannabisanbau, die ihre „Waren“ in die ganze Welt schmuggeln. Von dem verbotenen Handel sollen vor allem die Hisbollah kontrollierten Gebiete profitieren, ebenso die Regionen an der Grenze zu Syrien.

„Wir Bauern verdienen nicht viel. Leute wie ich, die große Plantagen haben, machen gutes Geld. Aber die Exporteure sind die wirklich reichen Leute“, führte der Bauer Schreif aus.

Wenn das Parlament im Libanon den Anbau von Medizinalhanf erlaubt, könnte dies Wirtschaftswissenschaftlern zufolge das Geld einbringen, was die vom Krieg im benachbarten Syrien getroffene Wirtschaft braucht. Auch die libanesischen Bauern könnten dann anständig leben und es entstehen neue Arbeitsplätze.

„Ich kam auf die Idee, Cannabis zu legalisieren, als ich bemerkte, dass alle legalen Früchte das Cannabis in unserer Region nicht ersetzen können. Ich dachte: Wir haben hier in unseren Händen eine negative Pflanze, die in eine positive verwandelt werden kann, wenn sie für medizinische Zwecke genutzt wird. Wenn wir Cannabis legalisieren, helfen wir den Bauern, in Würde zu leben, dämmen die illegale Verbreitung ein und bringen gleichzeitig Geld in die Staatskasse,“ “, erklärte Antoine Habshi, ein Abgeordneter aus Deir al Ahmar.

Wirtschaftsaufschwung oder Ausbeutung?

Darüber hinaus hofft Habshi, dass Europa, Australien, Kanada und Südamerika Medizinalhanf aus dem Libanon importieren. Aktuell ist noch unklar, wann die parlamentarische Debatte im Libanon stattfinden wird. Bauer Schreif ist jedoch skeptisch.

„Auf der einen Seite bedeutet das, wir können die Pflanze offen anbauen. Auf der anderen Seite habe ich Angst, dass die Regierung als Einzige von dem Verkauf profitieren wird. Offen gesagt, ich traue unseren Politikern nicht. Was ist, wenn sie beschließen, unsere Ernte zu sehr niedrigen Preisen zu kaufen, wie sie es mit Tabak machen, und es den Unternehmen dann zu hohen Preisen verkaufen? Dann würde das ganze Geld in ihre Taschen fließen, nicht in die der Bauern oder in die öffentlichen Haushalte,“ so Schreif.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hanf Journal NewsSaarland fürchtet Cannabis-Freigabe in Luxemburg

    Saarländische CDU/SPD-Regierung beruhigt die Bevölkerung: der Krieg gegen den Hanf ist nicht verloren         Sadhu van Hemp     Das Vorhaben der luxemburgischen Regierung, sich künftig nicht mehr am Anti-Cannabis-Krieg zu beteiligen, alarmiert zusehends die Prohibitionisten in den Nachbarländern. Auch im Saarland herrscht große Sorge bei den Regierungsverantwortlichen, dass der…

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Der Artikel Saarland fürchtet Cannabis-Freigabe in Luxemburg erschien zuerst auf Hanfjournal.

Leafly Deutschland NewsMagu CBD verlost Preise beim Weihnachtsgewinnspiel

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Das 5%-ige CBD-Öl beinhaltet das volle Wirkungsspektrum der Hanfpflanze, vermengt mit Hanfnussöl aus Österreich. Durch schonende CO2-Extraktion werden die Cannabinoide und alle wertvollen Inhaltsstoffe der Hanfblüte gewonnen. Anschließend werden sie mit dem für den Menschen gesundesten Öl vermengt. Hanfnussöl hat ein besonders gutes Verhältnis an Omega-3, Omega-6 und Gamma-Linolensäure.

 

MAGU-CBDeus-Spray-25-Zitrone

2,5% CBDeus Zitrone

CBDeus Spray Zitrone ist aus reinem Cannabidiol hergestellt. Es werden vorwiegend Hanfpflanzen aus dem Waldviertel in Österreich verwendet. Dank der innovativen Methode liegt CBD in wasserlöslicher Form vor. Die patentierte Formel gewährleistet höhere Bioverfügbarkeit, da der Körper in Wasser lösliche Stoffe um ein Vielfaches besser aufnehmen kann. Das CBDeus Spray Zitrone enthält 250 mg Cannabidiol (in wasserlöslicher Form) und kein THC.

 

MAGU-CBDeus-Serum-5

5% CBDeus Serum Neutral

Auch das CBDeus Spray ist aus reinem Cannabidiol hergestellt. Für die CBDeus verwendet Magu CBD vorwiegend Hanfpflanzen aus dem Waldviertel. Das CBDeus Serum Neutral enthält 500 mg Cannabidiol (in wasserlöslicher Form) und kein THC, aber 8,8 Vol. – % Alkohol. Der Geschmack ist leicht bitter.

Weitere Informationen zu Magu CBD.

Weihnachtsgewinnspiel: Mitmachen ist ganz einfach

Beantwortet uns ein paar Fragen per E-Mail und ihr seid automatisch im Topf für die Verlosung für das Weihnachtsgewinnspiel!
Die E-Mail schreibt ihr an: kontakt@leafly.de. Betreff: Weihnachtsgewinnspiel 2018.

  1. Was hat euch in 2018 am besten auf Leafly.de gefallen?
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  • Noch bis zum 26.12.2018 um 23:59 Uhr habt ihr die Chance zur Teilnahme
  • Die Gewinner werden per E-Mail von Leafly.de bis zum 31.12.2018 schriftlich benachrichtigt
  • Die Namen der Gewinner werden hier auf der Webseite und bei Facebook veröffentlicht

Mehr zum Leafly.de Weihnachtsgewinnspiel und den Teilnahmebedingungen 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir auch über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Leafly Deutschland NewsMedizinalhanfkonsum in der Öffentlichkeit

Cannabispatient wegen Medizinalhanfkonsum im Freien verklagt

Günter Weiglein ist von seiner Nachbarin verklagt worden. Sie fühlt sich durch unangenehme Gerüche belästigt, denn Weiglein inhaliert Cannabis als Medizin. Manchmal findet der Medizinalhanfkonsum auch auf seinem Balkon statt. Und das will die Nachbarin, die über dem Cannabispatienten wohnt, nicht länger hinnehmen.

Weiglein ist seit einem Motorradunfall im Jahr 2002 chronischer Schmerzpatient. Zur Linderung seiner Symptome bekommt er Cannabis auf Rezept. Die Cannabisblüten verdampft er mit dem in Deutschland zugelassenen medizinischen Vaporisator “Mighty” des Herstellers Storz & Bickel. Vaporisieren ist eine von Medizinern empfohlene Einnahmeform von Cannabis als Medizin.

Seit 2008 bewohnt Weiglein eine Wohnung in Würzburg. Konflikte mit seiner Nachbarin wegen Cannabis gab es auch bereits in der Vergangenheit, erzählt der Schmerzpatient im Gespräch mit Leafly.de. Diesmal ist die Frau erbost, da die Dämpfe des Vaporisators zu ihrem – ein Stockwerk höher gelegenen – Balkon aufsteigen würden.

“Meine Nachbarin behauptet, dass der Dampf aus dem Vaporisator zu ihr nach oben zieht, sich dann durch ihre Balkontür in ihre Räumlichkeiten schleicht und derart üble Gerüche verbreitet, dass einer Bekannten von ihr dadurch bereits schwindelig wurde”, so Günter Weiglein.

Richter will Termin vor Ort machen

Der Richter des Landgerichts Würzburg, der den Fall behandelt, hätte am liebsten, dass die Parteien zu einer gütlichen Einigung kommen. Diese ist jedoch bisher nicht in Sicht. Es wurden bereits mehrere Zeugen geladen, und der Richter will sich eventuell noch einen persönlichen Eindruck verschaffen und den Ort des Geschehens besichtigen.

Wie kann es sein, dass ein Cannabispatient in einen Zivilprozess verwickelt wird, nur weil er seine vom Arzt verschriebenen Arzneimittel einnimmt? Und das auch noch auf seinem eigenen Balkon. Welche gesetzliche Grundlage regelt die Einnahme von Cannabis als Medizin in der Öffentlichkeit?

Dürfen Patienten Cannabis in der Öffentlichkeit konsumieren?

Generell gilt, dass Patienten ihre Arzneimittel in der Öffentlichkeit zu sich nehmen dürfen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellte laut Deutschem Hanfverband klar, dass „die Medikamenteneinnahme grundsätzlich entsprechend der Vorgabe des verschreibenden Arztes zu erfolgen habe. Wenn die therapeutische Anwendung im Ausnahmefall nur in der Öffentlichkeit möglich sei, stelle dies keine Straftat dar.“ Besondere gesetzliche Regelungen zur Anwendung von Cannabis als Medizin in der Öffentlichkeit gibt es nicht.

Allerdings muss der Nichtraucherschutz eingehalten werden. Das bedeutet unter anderem, das Rauchen von Cannabis wie von Tabak ist in öffentlichen Gebäuden und Nichtraucherzonen verboten.

Nichtraucherschutz

Der Nichtraucherschutz ist in Deutschland anders geregelt als in den meisten anderen EU-Staaten. Anstelle einer bundesweit einheitlichen Gesetzgebung, wurden 16 Ländergesetze geschaffen, die sich zum Teil beträchtlich voneinander unterscheiden. Das bedeutet, jedes Bundesland ist für den Nichtraucherschutz im eigenen Land verantwortlich.

Generell ist das Ziel des Nichtraucherschutzgesetzes, die Bevölkerung in öffentlich zugänglichen und geschlossenen Räumen vor den gesundheitlichen Gefahren durch Tabakrauchen zu schützen. Beim Vaporisieren von pharmazeutischem Cannabis mit einem Verdampfer kommt aber kein Tabak zum Einsatz.

Medizinalhanfkonsum: Cannabis rauchen

Das Rauchen von Cannabis als Medizin lehnen Ärzte und andere Experten aus gesundheitlichen Gründen generell ab. Auch wir von Leafly.de weisen immer wieder darauf hin, dass man das keinesfalls machen sollte. Das erklärt auch das BfArM in seinen Hinweisen für Cannabispatienten.

Das Amt schreibt zu der Frage: “Darf man öffentlich Cannabis zu medizinischen Zwecken rauchen” auf Ihrer Webseite:

“Von der Anwendungsart Rauchen wird grundsätzlich abgeraten. Sollte Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihr behandelnder Arzt im Einzelfall dennoch diese Anwendungsart für die Therapie empfehlen, so sollte die Anwendung – wenn immer möglich – nicht im öffentlichen Raum stattfinden. Für unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger ist nicht erkennbar, ob es sich um die Anwendung eines Arzneimittels oder um den illegalen Konsum von Cannabis handelt. Dies sollte stets berücksichtigt werden.”

Wie sagen die Bundesländer?

Der Deutsche Hanfverband wollte wissen, wie die Bundesländer das Thema Einnahme von medizinischem Cannabis in der Öffentlichkeit handhaben. Daher hat der Verband Anfragen an alle Bundesländer geschickt und fragte “wie die polizeiliche Dienstanordnung zum Umgang mit Cannabispatienten, die in der Öffentlichkeit ihre Medizin zu sich nehmen müssen”, im jeweiligen Bundesland geregelt ist.

11 der 16 Bundesländer haben dem Deutschen Hanfverband auf seine Anfrage geantwortet. Grundsätzlich orientieren sich viele der eingegangenen Antworten inhaltlich an den Anweisungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Doch es gab auch über die Einschätzung des BfArM hinausgehende Anordnungen im Umgang mit Cannabispatienten. Beispielsweise werden in Thüringen Ermittlungsverfahren gegen Patienten eingeleitet. Denn “die Polizei muss jedem öffentlichen THC-Konsum nachgehen”, heißt es in der Stellungnahme des Thüringer Innenministeriums zum Thema Medizinalhanfkonsum in der Öffentlichkeit.

Alle Antworten der Bundesländer gibt es hier.

Medizinalhanf in der Öffentlichkeit verdampfen?

Günter Weiglein raucht sein Medizinalcannabis nicht, sondern verdampft es mit einem in Deutschland zugelassenen medizinischen Vaporisator. Vaporisierien ist eine offiziell anerkannte Einnahmeform von Cannabis als Medizin. Dürfen Patienten also ihre Cannabisblüten in der Öffentlichkeit verdampfen?

Da bei diesem Thema nach wie vor Unklarheit herrscht, haben wir von Leafly.de beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nachgefragt, welche Regelung es für die Einnahme von Cannabis als Medizin in der Öffentlichkeit gibt. Das BfArM sieht sich allerdings nicht zuständig. Wer zuständig ist, konnte uns das Amt auf Nachfrage nicht mitteilen.

Auch der Hersteller von medizinischen Vaporisatoren, Storz & Bickel, konnte uns bei der Frage nicht weiterhelfen, da das Unternehmen die Rechtslage nach eigener Auskunft nicht einschätzen kann. Offensichtlich ist dieses Thema eine Grauzone, für die eine eindeutige gesetzliche Regelung fehlt.

Gerichtsverfahren könnte Klärung bringen

Günter Weiglein jedenfalls geht davon aus, dass in seinem Fall der Nichtraucherschutz nicht greift:

“Für Patienten gibt es keine Einschränkungen der Örtlichkeiten, um ihre Medizin einnehmen zu können – und schon gar nicht auf dem eigenen Balkon, wo es noch nicht einmal ein Rauchverbot gibt. Der Richter erwähnte ein Urteil vom BGH, wo es um das Nichtraucherschutzgesetz geht, was aber mit dem Verdampfen von Medizin nichts zu tun hat.”

Das Gerichtsverfahren gegen Günter Weiglein geht derweil weiter. Am 5. Februar 2019 werden neue Zeugen der Klägerseite gehört. Danach stattet eventuell der Richter Weiglein einen Besuch ab und verschafft sich vor Ort ein Bild der Lage. Wir sind gespannt, welche Erkenntnisse er gewinnt und wie dieses Verfahren gegen den Cannabispatienten ausgehen wird.

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Leafly Deutschland NewsHanf ist jetzt legal in den USA

Das US Farm Bill hat jetzt ein Gesetz verabschiedet. Beim US Farm Bill handelt es sich um das wichtigste Instrument der US-amerikanischen Bundesregierung für die Landwirtschaft und die Lebensmittelpolitik. Ab sofort können US-amerikanische Bauern Hanf anbauen und ernten, weil Hanf jetzt ein landwirtschaftliches Produkt ist.

„Die Ära des Hanfverbots ist vorbei“, sagte Jonathan Miller, Anwalt einer Lobby-Koalition von über 60 Hanfunternehmen, dem US Hanf Roundtable, gegenüber der Presse.

Die Gesetzesänderung ist auch wichtig für Wissenschaftler, da die früheren Drogengesetze sie von der Untersuchung von Hanf abschreckten.

Hanf-Legalisierung: Weitere Vorgehensweise von DEA ist unklar

Experten zufolge könnte die Gesetzesänderung auch das Interesse an CBD erhöhen. Denn schließlich ist Hanf eine wichtige Quelle für die Gewinnung des nichtpsychoaktiven Cannabinoids. In den Medien heißt es, dass CBD in immer mehr Produkten auftauche, von Kaffee und Tee bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln und Getränken.

Da CBD aus der Hanfpflanzen gewonnen werden kann, bleibt der von der Drug Enforcement Administration (DEA) festgelegte rechtliche Status unklar. CBD aus Cannabis bleibt ebenso wie Cannabis insgesamt illegal. Da jetzt aber Hanf legal ist, könnte CBD demnach auch legal sein.

Mehr zu dem Thema „Unterschiede zwischen Marihuana und Cannabis“.

„Der Teufel steckt im Detail, und wir wissen noch nicht, wie die DEA das Gesetz umsetzen wird“, erklärte Daniele Piomelli, Direktor der University of California am Irvine Center für Cannabis-Studien.

Bisher hat sich die DEA noch nicht zu dieser Thematik geäußert. Solange ein CBD-Produkt „für den menschlichen Verzehr bestimmt“ ist, bleibt es eine Droge gemäß Schedule 1, so die DEA-Sprecherin Katherine Pfaff. Weitere Aussagen zur weiteren Vorgehensweise der DEA traf sie nicht.

Experten erwarten CBD-Boom

Nun, da Hanf legal ist, erwarten einige Experten, dass der Trend wirklich abhebt. Trotz seines ungenauen rechtlichen Status macht CBD bereits eine Branche von rund einer Milliarde US-Dollar aus

„Die Verabschiedung der Farm Bill wird sicherlich den Markt für Hanfprodukte öffnen, insbesondere im CBD-Bereich. Dies wird Einzelhändlern und Verbrauchern ein höheres Maß an Komfort bieten. Außerdem führt es zu mehr Investitionen und Chancen in der Branche“, führte Josh Hendrix vom Cannabisunternehmen CV Sciences aus.

Andere Experten, insbesondere Wissenschaftler, haben jedoch Bedenken geäußert, dass die Gesetzesvorlage zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, es bleibt jedoch abzuwarten, wie die DEA darauf reagieren wird. Bis die DEA beschließt, den Status von CBD zu ändern, können Forscher nicht zu viele Änderungen an ihrer aktuellen Arbeit erwarten.

Gesundheitlichen Vorteile von CBD seien unklar

In den Medien heißt es, dass es schwer zu sagen sei, was die tatsächlichen gesundheitlichen Vorteile von CBD derzeit sind. Auf der anderen Seite konnte mit dem CBD-Medikament Epidiloex gezeigt werden, dass dieses bei seltenen Formen der Epilepsie die Anfallshäufigkeit verringern kann. Erst vor Kurzem gab die DEA bekannt, dass Epidiolex, das erste von der FDA zugelassene Medikament sei, das aus der Cannabispflanze stammt und von Stufe 1 auf Stufe 5 gemäß dem Controlled Substances Act (CNBC) umgestellt wurde (Leafly berichtete).

In der CBD-Branche gebe es auch ein anderes dringendes Problem. Denn die Produkte seien schlecht reguliert. Das bedeutet, dass Inhalt, Sicherheit und Preis stark variieren.

Für eine 2017 veröffentlichte Studie testeten Forscher 84 CBD-Produkte, die von 31 verschiedenen Online-Händlern gekauft wurden. Etwa sieben von zehn Artikeln wiesen eine andere CBD-Konzentration auf, als auf Etikett stand. Etwa die Hälfte der Hersteller gaben auf der Verpackung einen höheren CBD-Gehalt an, als es tatsächlich der Fall war. Zudem wurden 18 Produkte positiv auf THC getestet, obwohl dies nicht auf der Verpackung stand.

„Ich habe eine Menge schmutziger CBD-Fertigungsstätten gesehen. Es ist schwer zu wissen, was du bekommst.“, führte Kelvin Harrylall, der CEO von CBD Palace aus.

Die Gesetzesänderung selbst beeinflusst die Produktsicherheit nicht direkt. Experten sind jedoch der Ansicht, dass die Gesetze, die sich in Richtung Legalisierung bewegen und eine wachsende Rolle für die Aufsichtsbehörden spielen, die Unternehmen, die strenge Produktionsbedingungen einhalten, an der Spitze sind, während diejenigen, die schnell und locker mit den Regeln umgehen, darunter leiden werden.

„Ich glaube, wenn Sie ein CBD-Hersteller sind und Sie können sagen, dass Sie ein Qualitätsprodukt herstellen … dann müssen Sie sich keine Sorgen machen. Aber wenn Sie nicht sicher sind, sind diese CBD-Hersteller diejenigen, die sich Sorgen machen sollten“, erklärte Harrylall.

 

 

 

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Hanf Journal NewsDeutschem droht in Indonesien Todesstrafe – wegen Cannabis

    56-Jähriger beim Haschisch-Schmuggel auf der indonesischen Ferieninsel Bali geschnappt         Sadhu van Hemp     Indonesien, der weltgrößte Inselstaat mit rund 255 Millionen Einwohnern, ist kein gutes Pflaster für Menschen, die es zivilisiert mögen. Obwohl der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt den schönen Schein einer Demokratie mit weißen Sandstränden zu wahren…

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Kein Wietpas!Leserwahl: Der Coffeeshop des Jahres 2018

Und wieder ist ein Jahr vergangen und wir wollen wieder von Euch wissen: Welches war Euer persönlicher Coffeeshop des Jahres? Die Regeln sind so einfach wie immer: Ihr habt maximal zwei Stimmen. Die erste Wahl fällt auf Euren Lieblingscoffeeshop 2018. Mit der zweiten Stimme könnt ihr dann noch Euren Zweitplatzierten wählen. In der Wertung hat dieser dann weniger Gewicht. Die zweite Stimme ist kein Muss. Dann könnt Ihr Euch noch entscheiden, ob Ihr Euren Namen und Eure eMail-Adresse eintragen wollt um an dem Gewinnspiel teilzunehmen. Selbstverständlich werden diese Daten nur zur Kontaktaufnahme im Gewinnfall verwendet. Sie werden weder an einen der Gewinn-Sponsoren, noch zu sonstigen Werbezwecken verwendet. Versprochen!

Unter allen Teilnehmern verlosen wir dieses Jahr:

  • Einen Atmos Orbit Vaporizer für Kräuter und Konzentrate in Zusammenarbeit mit unserem Partner Vaporizer-Markt.de
  • Eine Bong/Oil-Rig von Merlin Glass. Es handelt sich um ein handgefertigtes Unikat, Made in Germany! (dazu gibts von dabbing.de noch einen passenden Quarz-Banger
  • Ein Do-Ya-Own Cannalean Set, um Euch einfach und idiotensicher einen THC-Sirup herzustellen

Wir würden uns nicht nur über zahlreiche Teilnahme freuen, sondern auch über vielfaches Sharing dieses Beitrages in den üblichen Social Networks, damit diese Umfrage möglichst repräsentativ wird!

Der Gewinnershop bekommt dann wie jedes Jahr einen Pokal von uns überreicht.

Nun aber zur Umfrage:

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Wenn die eingebundene Umfrage bei Euch nicht funktioniert, findet Ihr sie auch hier.

Beendet wird die Umfrage am 01.01.2019 um Punkt 0.00 Uhr. Danach findet die Auszählung und Auslosung statt.

Viel Glück!

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenAbendtalk – WE ARE BACK – Niko & Danny – Woche 4

Support the Stream – Damit es immer qualitativer wird 🙂https://bit.ly/2ME1NaN

Dieses Video dient rein zur dokumentarischen und wissenschaftlichen Aufklärung. Eine legale Cannabis-Therapie ist nur in ärztlicher Behandlung möglich und sollte auch nur dort durchgeführt werden.

Discord – https://discord.gg/gZVDB5U – Somit verpasst Ihr auch keine spontanen Aktionen von mir

Mehr zu meinen Projekten – https://drcaesar.de/

Gute Vaporizer & Zubehör gibt es hier
https://www.verdampftnochmal.de/
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http://www.blazeglass.com/

Für die Empfehlung dieser Shops bekomme ich keine finanzellen Entschädigung – Ich empfehle diese Shops weiter, weil deren Firmenpolitik mich überzeugt hat.

Cannabis als Medizin – Keine Legalisierungsgruppe – https://www.facebook.com/groups/patienten.deutschland/

Infos auf der BfArM-Seite zur Begleiterhebung – https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis/Begleiterhebung/_node.html

oder bei Niko – https://www.facebook.com/NikoLangDE/

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenN° 519 Hazelbox im Grow-Test | Teil 2

High Leute,
heute gibt es den zweiten Teil des Hazelbox und Hazelbeam2 Grow-Tests. Was hattet Ihr für Erträge? Wir wünschen viel Spaß!

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Teil Eins:
https://www.youtube.com/watch?v=2yf52qjsrD4

Hier noch eine ausführliche Vorstellung! (alte Folge)
https://youtu.be/19bXm6Njh_c

Hanf Journal NewsVerkauf von CBD-Cannabis in „Spätis“ gestoppt

    Polizei leitet Strafermittlungsverfahren gegen zwölf Berliner Späti-Betreiber wegen des Verdachts des Handels mit „Deutscher Hecke“ ein         Sadhu van Hemp   Der Kampf der Strafverfolgungsbehörden für ein hanffreies Deutschland wird immer absurder. Ungeachtet dessen, dass seit mehr als einem halben Jahrhundert vergeblich versucht wird, die Bürger vom Genuss THC-haltiger Hanfprodukte…

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Der Artikel Verkauf von CBD-Cannabis in „Spätis“ gestoppt erschien zuerst auf Hanfjournal.

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenDROGEN

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Hanf Journal NewsChefarzt für Psychosomatik hält Medizinalhanf für unbrauchbar

  „Dem internationalen Trend zu folgen, wäre für Deutschland ein fataler politischer Irrweg.“     Die Frage über den Umgang mit Cannabis scheint mittlerweile tatsächlich eine Glaubensfrage geworden zu sein. Während verschiedene Länder und US-Bundesstaaten selbst den Genusskonsum von Marihuana als gesellschaftlich vertretbar verstehen, Gerichtshöfe im Ausland die kontraproduktive Prohibition als verfassungswidrig erkennen, treibt sich…

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Blog der Aidshilfe DeutschlandLob des Anstands eines Unanständigen

Bernd Aretz war ein hoch politischer und zutiefst liebevoller Mensch. Bestätigen wollte er das in seinem letzten Interview zwar nicht. Aber die Geschichten aus seinem Leben sprechen für sich. Das Porträt eines Wehrhaften am Lebensende. Von Holger Wicht

Am Ende kenne ich ihn vielleicht gar nicht richtig.

„Bernd war für mich immer einer, der ganz genau weiß, was er vom Leben will, sich das nimmt und lebt“, habe ich gesagt.

„Dem würde ich so erst mal nicht zustimmen“, ist seine Antwort.

Habe ich mich all die Jahre geirrt?

Auf vielen Bühnen habe ich Bernd Aretz anmoderiert als Aktivist und Urgestein der Aidshilfe-Bewegung. Er, der Rechtsanwalt und Notar im Ruhestand, hat dann immer flammende Reden gehalten. Für das Recht auf Lust von Menschen mit und ohne HIV. Gegen die Kriminalisierung der HIV-Übertragung. Gegen Ausgrenzung und Benachteiligung. Gegen Ignoranz und Borniertheit im Umgang mit Minderheiten. Für das Recht auf Rausch.

Schon lange haben seine Hände, die das Redemanuskript hielten, dabei gezittert. Fast 40 Jahre HIV haben seinen Körper ruiniert. Wobei bestimmt die Hälfte seiner Gebrechen hausgemacht sei durch das Rauchen, lässt er mich fröhlich wissen.

„Wir haben uns 1984 ja nicht vorstellen können, dass wir uns mal mit Altersbeschwerden rumplagen müssen. Und wir haben entsprechend gelebt“, sagt er mit funkelnden Augen.

Sein gewitzter Geist und seine kluge Angriffslust haben Bernd bis zum Schluss nicht im Stich gelassen. Dass sich sein Leben dem Ende zuneigt, ist ihm an diesem Abend nicht anzumerken. Sein Blick ist wach wie eh und je, er wirkt heiter und redselig.

Wenn er nur einmal durch die Wohnung ginge, würde ihm rasch die Puste ausgehen, schränkt Bernd diesen Eindruck ein.

Vor einigen Monaten hat er uns mitgeteilt, dass es nun zu Ende gehe. Er ist ganz und gar einverstanden damit. Dass er die 70 noch erreicht hat, kam ja schon sehr überraschend. Die letzten Jahre waren mehr als beschwerlich. Es reicht ihm jetzt. Und so sitzen wir Ende September bei unserem erklärtermaßen letzten Gespräch zusammen.

Bernd Aretz‘ Offenbacher Neubauwohnung ähnelt einem Antiquariat. Die Wände bestehen aus Büchern, alten Fotografien von Männern und Gemälden mit Landschaften, auf dem Tisch stehen Geräte zum Inhalieren von Haschisch und medizinischem Sauerstoff einträchtig nebeneinander. Das Haschisch – in einer Dose mit der Aufschrift „Glück“ – würde nach Einschätzung des Juristen für einige Jahre Gefängnis reichen. Vor dem Fenster in der Ferne sinken still die Flugzeuge Richtung Frankfurt.

Zwischen uns stehen eine große metallene Teekanne und meine Fragen. Fragen über die politischen Ziele, die er verfolgt hat, wenn er sich als Aids-Kranker in Fernsehtalkshows setzte. Fragen über die persönlichen Beweggründe des Aktivisten, der als einer der ersten in Deutschland HIV-positiv getestet wurde, seine Existenz als Anwalt verlor und sich, den Tod vor Augen, ein neues Leben aufbauen musste.

Mir hätte klar sein können: Wer mit Bernd Aretz redet, muss mit Widerspruch rechnen. Politische Fragen interessieren ihn in diesem Gespräch einfach nicht, und über Gefühle will er offenbar nicht sprechen.

Ich setze nach: „Auf mich hast du immer gewirkt wie jemand, der sehr genau weiß, was er will, sich das auch nimmt und verteidigt. Auf eine phantasievolle, entwaffnende, teils sarkastische Weise. Einen, der anderen nicht das Recht lässt darüber zu bestimmen, wie er lebt.“

„Da hatte ich meine Psychoanalyse schon hinter mir“, wiegelt er ab. Und büxt aus in eine von zahllosen Anekdoten, die seine Antwort sind auf meine Fragen. Ich muss nur gut zuhören.

Das Juristische ist nicht entscheidend

Wie seine Laufbahn als Anwalt begann, erzählt er unvermittelt. Direkt nach dem Jura-Studium, das er entsetzlich fand, aber in Rekordzeit mit Prädikat abgeschlossen hatte. Plötzlich saß er allein in einer Kanzlei, weil sein Chef verhindert war. Ein Anrufer klagte, seine Schwiegermutter habe sich bei ihm und seiner Frau eingenistet und weigere sich, die Wohnung zu verlassen. Was tun?

Der hilflose Jungjurist rief seinen alten Ausbilder beim Landgericht an. Der bekam einen Lachanfall: „Sie können eine einstweilige Verfügung erwirken und das Scheidungsverfahren an Land ziehen. Oder Sie raten dem Mann ins Hotel zu gehen, bis die Schwiegermutter weg ist – dann wird sich das schnell lösen.“

Das war Bernd eine Lehre fürs Leben: „Das Juristische spielt auch manchmal eine Rolle, ist aber nicht entscheidend. Mein Bestreben war immer, dass die Beteiligten am Schluss gut miteinander reden konnten.“

Ein Zahn namens Aretz

Wie einmal seine Sekretärin einen Schneidezahn verloren hatte, erzählt Bernd. Ihr Mann war verstorben und hatte Schulden hinterlassen. Eine schwierige Situation. „Sie haben morgen frei und lassen den Zahn ersetzen“, verfügte Bernd. „Was die Krankenkasse nicht bezahlt, soll der Zahnarzt bitte mir in Rechnung stellen.“

„Ich denke jeden Tag beim Zähneputzen an Sie“, hat ihm die über 80-Jährige vor ein paar Tagen beim Abschiedsgespräch am Telefon erzählt. Der Zahn heißt Herr Aretz.

„Auch eine Art Vermächtnis“, finde ich.

„Hättest du eine Empfangskraft mit Zahnlücke gewollt?“, fragt Bernd. Erst auf Nachfrage gibt er zu, dass die Arbeitgebersicht nicht sein Hauptmotiv war: „Ich fand das einfach selbstverständlich. Sie war kreuzunglücklich. Und ob ich am Schluss 200 Mark mehr oder weniger habe, ist mir völlig gleichgültig.“

Wie er Menschen zurück ins Erwerbsleben brachte, erzählt Bernd gleich als Serie. Kontakte zum Arbeitsamt, Tricks und kleinere Kungeleien waren dafür manchmal nötig. Seinem Exfreund D. verhalf er zur Krankenpflegeausbildung. Seinem verstorbenen Freund Jörg motivierte er, das ungeliebte Studium, das die Eltern verordnet hatten, nach einem versiebten Examen zu schmeißen – und besorgte ihm die ersehnte Schneiderlehre. Seinen Mann Kalle manövrierte er aus einem 1-Euro-Job über einige virtuos gesetzte Zwischenstationen in eine Festanstellung bei einer Aidshilfe.

„Scheint irgendwie so mein Muster zu sein“, sagt Bernd.

Bellen kann er auch

Kalle unterbricht das Interview, um Kuchen zu bringen. „Mein Hund“, nennt Bernd ihn liebevoll, wenn er von ihm erzählt. Das ist durchaus genau so gemeint. Obwohl man das Fetischhafte auf keinen Fall zu ernst nehmen dürfe, betont Bernd. Die Rolle des Hundes helfe eben diesem einfach, durchs Leben zu kommen. Als Mensch sei es für seinen Liebsten manchmal schwierig. Und Bernd ist ein guter Hundeführer.

Bellen kann er aber auch. Wie er einmal ganz in Leder ungebeten bei einer CDU-Veranstaltung über Homosexualität aufrauschte, erzählt Bernd. Eine Frau zitierte den Sexualforscher Richard Krafft-Ebbing, der berichtet habe, wie Homosexuelle Jugendliche verführten. Der Forscher habe seine Lehren kurz vor Ende seines Lebens widerrufen, stellt Bernd klar. „Es wäre schön, wenn wir uns wenigstens auf den Stand von 1900 einigen könnten.“

„Wenn Sie für Ihre Sache werben wollen, sollten Sie freundlicher sein“, befand die Politikerin.

„Das sehen Sie falsch. Wenn Sie mich diskriminieren wollen, dann müssen Sie verdammt gute Gründe benennen, warum Sie das dürfen“, antwortete Bernd. In seinen Augen funkelt diebische Freude, während er davon erzählt.

Als ich ihn erneut auf seine politischen Botschaften festnageln will, fügt er hinzu: „Homophobie war nie mein Problem. Wer mir dumm kommt, der kriegt auf die Nuss.“

Überflüssig zu erwähnen, dass er noch mehr solche Geschichten auf Lager hat. Über die hartnäckigen Tuntenspaziergänge ins homophobe Café. Aber auch über den Mandanten, der seine Frau überwachen ließ und im Scheidungsverfahren das Kopfkissen aus dem Kinderwagen, ein Familienerbstück, erstreiten wollte.

„Dem habe ich gesagt: Wir passen nicht zusammen. Ich bin nicht bereit, Ihren Krieg mitzuführen. Sehen Sie zu, dass Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Kind bekommen, und das geht nur über Ihre Frau!“

Wer Bernd Aretz fünf Stunden zuhört, bekommt einen Eindruck, warum er nicht viel Geld verdient hat.

Doch er  konnte nicht nur Leviten lesen. Wenn Not am Mann hielt er auch Trauerreden. Es waren viele, denn die Not war groß.

„Ich finde mich nicht mutig“

Kürzlich ist Bernd noch einmal in die schwule Sauna gegangen, um sich von seinem langjährigen Lieblingsmasseur zu verabschieden. „Das gebietet der Anstand nach all den Jahren“, sagt er.

Und da steht es auf einmal im Raum, das Wort, um das sich hier ein ganzes Leben dreht: Anstand.

Man geht gut miteinander um. Man unterstützt Menschen in der Not. Man benachteiligt niemanden. Und man kümmert sich umeinander. Anstand heißt Respekt, vielleicht lässt sich das Wort hier sogar mit Nächstenliebe übersetzen. Auf diesen roten Faden lassen sich alle Anekdoten des Abends auffädeln wie Perlen.

Offen schwul und HIV-positiv zu leben, ist für Bernd vor diesem Hintergrund einfach eine tief empfundene Selbstverständlichkeit. (Mehr darüber in seinem letzten Interview.)

Aber braucht es dafür nicht Mut?

„Angst ist mir sicherlich nicht fremd“, sagt er nach kurzem Zögern, „aber ich finde es nicht mutig, einfach so zu sein, wie man ist.“

Aufeinander aufpassen

Sagen wir es so: Bernd Aretz hat Menschen auf die Beine geholfen und sich nichts bieten lassen. Und wenn einer schwul und HIV-positiv ist, dann ist das Private eben doch politisch. Wenn Menschen als unanständig gebrandmarkt werden, dann gebietet es der Anstand zu widersprechen.

Das ist Bernds Version der „Solidarität der Uneinsichtigen“, der „Allianz der Schmuddelkinder“, die in der Aids-Bewegung immer wieder beschworen und immer wieder auch gelebt wurde. Und die führte ihn eben in Talkshows und Vorstandsämter in Aidshilfen.

„A family takes care!“, stand auf einem von Bernds Lieblingsplakaten der Deutschen AIDS-Hilfe, auf dem schwule Männer beim Picknick abgebildet waren. Und in genau diesem Geiste kämpfte er als Anwalt aller Benachteiligten auch für ein gutes Standing des Migranten-Netzwerkes AfroLeben+ in der Deutschen AIDS-Hilfe, für mehr Frauen in den Gremien oder die Rechte von „Junkies“. Die Tellerränder, über die manche schauen, gab es für Bernd Aretz nicht einmal.

Die politische Botschaft, die sein Lebenswerk durchzieht, rückt der Aktivist an diesem Abend nicht raus. Zum Glück hat er sein zentrales Anliegen aber schon 2010 formuliert, in einem Video zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen AIDS-Hilfe an ihn:

„Es ist verstanden worden, was mich umtreibt: Eine Verbesserung der Lebensverhältnisse, in denen ich freier atmen und freier leben kann. Es ging mir immer darum, Bedingungen zu schaffen, in denen man sehr viel leichter öffentlich über HIV kommunizieren kann.“

Die Sehnsucht dahinter erahne ich an diesem Abend auch: Zugehörigkeit. Wertschätzung. Geborgenheit in der Gemeinschaft. Oder auch: Familie ohne Leiden.

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Selbstbestimmt bis zum Schluss

Bernd Aretz hat einen weiten Weg hinter sich. Aus einem verschlafenen Dorf mit einer homophoben Mutter zum, ja, Helden der Aids-Bewegung.

Ich lerne an diesem Abend dazu, wie verzweifelt Bernd oft gewesen ist und wie schwer ihm das Leben fiel, für das ihn viele bewundert haben.

Und doch lebte er selbstbestimmt bis zum Schluss: Keine weiteren lebenserhaltenden Maßnahmen, verfügte er im Sommer. Kein Leben voller Krankheit mehr. Kein Wachkoma, das seinen Hund überfordern könnte. Keine entwürdigenden Szenen auf der Intensivstation. Mit seinem langjährigen Arzt hat er besprochen, wie er abtreten möchte, wenn es soweit ist.

Zum richtigen Zeitpunkt kann auch Morphium eine gute Droge sein.

Mehr zu Bernd Aretz

Meldung zum Tod von Bernd Aretz

Das letzte Interview: „Aids hat mich befreit“

Digitales Kondolenzbuch für Bernd Aretz

70 Jahre zwischen Federboa und Trauerflor

Blog der Aidshilfe Deutschland„Aids hat mich befreit“

Bernd Aretz, Vorkämpfer der HIV/Aids-Bewegung, hat uns kurz vor seinem Tod ein letztes Interview gegeben. Ein Gespräch über das Leben, den Tod und die Frage, wie Menschen miteinander umgehen sollten.

August 2018: Bernd Aretz sagt, er werde bald sterben. Es ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, findet er. Auf Facebook macht er sich über uns lustig: Wir würden uns bestimmt schon die Köpfe darüber zerbrechen, wer seinen Nachruf schreiben könnte.

Die Frage ist nicht unberechtigt: Bernd ist einer der dienstältesten HIV-Positiven Deutschlands, jahrzehntelanger Mitstreiter und Ehrenmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe.

Wir spielen den Ball zurück: Unser Pressesprecher Holger Wicht lädt sich zu Bernd nach Hause ein für ein letztes Gespräch. Das äußerst lebendige Interview findet am 22.9. in seiner Wohnung in Offenbach statt, einen Monat vor seinem Tod am 23. Oktober.

Bernd, verrat mir doch bitte: Was soll drinstehen in deinem Nachruf?

Ich werde den Teufel tun. Das ist mir doch so was von egal. Ich bin dann ja tot. Die Kunst besteht darin, sich um das handelnde Personal zu kümmern. Was die Leute dann treiben, das ist mir völlig wurscht. Ich weiß, die werden was Vernünftiges machen.

Pressesprecher Holger Wicht und Bernd Aretz

Pressesprecher Holger Wicht und Bernd Aretz nach dem letzten Gespräch

Wie wirst du denn unter die Erde gebracht?

Es wird für mich eine Trauerfeier in Frankfurt in einer schönen kleinen Kirche geben. Verbuddelt werde ich in Berlin. Da habe ich eine Post-mortem-WG mit einem historischen Grabmal auf dem Alten St. Matthäus Friedhof, zusammen mit Martin Dannecker, Michael Bochow, Rainer Schilling (zählt weitere Namen auf). Wir haben Platz für 18 Leute. Die Grundvoraussetzung ist, dass man ein männerliebender Mann ist. Ich möchte da als erster rein, damit ich nicht an den Diskussionen beteiligt bin, wie die Grabgestaltung aussieht. Man soll sich nichts vormachen: Das ist ein Verein.

„Nach dem Tod ist nichts und ich finde das erstrebenswert.“

Und dir ist nicht wichtig, was man post mortem über dich sagt?

Ich gehöre zu den Leuten mit der festen Überzeugung: Nach dem Tod ist nichts. Und ich finde das einen sehr erstrebenswerten Zustand.

Was, wenn es doch irgendwie weitergeht?

Dann mache ich Randale.

Morphium statt Antibiotika

Warum bist du dir überhaupt so sicher, dass du bald von uns gehen wirst?

Meine Lunge ist völlig durchlöchert. Das Herz ist im Grunde hin. Ich mache zunehmend mit meiner Neuropathie rum. Was marode sein kann, ist marode.

Aber du erzählst schon länger, dass du bei lebendigem Leibe „verrottest“. Warum bist du dir jetzt so sicher?

Sobald die nächste Regenperiode kommt, kriege ich wieder meinen Lungenkasper. Ich habe den Weg mit einem Palliativrezept vorgezeichnet: Morphium statt Antibiotika. Ich habe keine Lust, noch im Koma zu landen. Mittwoch habe ich den Termin beim Bestattungsunternehmer. Dann bin ich mit den Entsorgungsgeschichten durch.

Du verschenkst jetzt schon seit Wochen deine Lieblingsbücher…

Pass bloß auf, dass du keins zu scharf anschaust. Sonst musst du es mitnehmen.

Keine Wehmut?

Papperlapapp, es ist vorbei.

Du erzählst mir hier, dass du bald stirbst und strahlst dabei. Wie hast du so ein entspanntes Verhältnis zum Tod bekommen?

Ich habe einigen Leuten beim Sterben Händchen gehalten. Ich weiß, wie unspektakulär das ist. Man hört auf zu atmen, und damit hat es sich. Dass das Leben eine endliche Geschichte ist, ist doch nichts Neues. Und wenn ich die Mühsal sehe, die es bereitet …

„Papperlapapp, es ist vorbei.“

Trotzdem gelingt es den meisten Leuten nicht, so einfach loszulassen.

Ich weiß nicht, warum die Leute so am Leben kleben. Bei meinem Freund Jörg habe ich über drei Jahre mitbekommen, wie schwierig es sein kann, wenn man um jeden Atemzug kämpft. Als er starb, bin ich noch mal durch alle Zimmer der 68, der Aids-Station in der Frankfurter Uniklinik, gegangen und habe gesagt: Jetzt lasst uns eine Flasche Sekt trinken.

Was meinst du denn, wenn du sagst: Das Leben ist Mühsal?

Ich hatte ein erfülltes Leben. Aber ich finde, wenn man die Mühsal gegen die Freuden abwägt, ist die Bilanz am Ende eher betrüblich. Seit 1984 war es bei mir eine Katastrophe. Ich war Anwalt in einer saugut gehenden Kanzlei. Dann habe ich meinem homosexuellen Kollegen von meinem positiven Testergebnis erzählt. Ich hielt das für eine Selbstverständlichkeit. Und hatte sehr schnell die Kündigung des Sozietätsvertrages auf dem Tisch.

Rente kam nicht in Frage

Tödliche Krankheit, berufliche Existenz verloren – was hast du gemacht?

Rente kam nicht in Frage. Ich habe mir gedacht: Für zwei, drei Jahre reicht es allemal noch. Also hab ich meinen eigenen Laden aufgemacht. Das war schwierig, weil viele Mandanten wegblieben. Es gab Zeiten, da habe ich nicht gewusst, wie ich meine Briefmarken bezahlen soll.

Hattest du damals Angst vor dem Tod?

Nein. Der klopfte ja noch nicht wirklich an die Haustür. In Frankfurt war auch die halbe Lederszene positiv. Und wer meine Mutter überlebt hat, den kann nichts mehr schrecken.

Mit ein bisschen Spott hält man alles aus?

Ich finde Spott und Ironie jedenfalls sehr hilfreich, um durchs Leben zu kommen. Nein, ich hatte wirklich keine Angst.

Schmerzhafte Krankheit, schmerzhafte Ignoranz

Viele Leute sagen: Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vorm Sterben. Geht es dir auch so?

Nein. Aber wenn du im Krankenhaus landest, ist das teilweise wirklich entwürdigend. Intensivstation finde ich den reinen Horror: Piepsende Monitore und gleißendes Licht rund um die Uhr. Die letzten Jahre waren für mich ziemlich grässlich: Schmerzgeschichten, eine Herz-OP, nach der es mir genauso beschissen ging wie vorher. Dann kam der Blasenkrebs. Im Krankenhaus wurde mein Zimmernachbar aus dem Zimmer geschoben, bevor man mir den Katheter zog, und die Stationsschwester fragte mich mit bebendem Busen: „Wissen Sie denn nicht, wie sich Aids überträgt?“

Was hast du geantwortet?

„Sie kommen mir gerade recht! Ich war Mitglied des Nationalen Aids Beirates! Und eine der Fragen die uns ständig beschäftigt haben, war, wie man Betriebe wie den Ihren dazu bekommt, die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse endlich mal wahrzunehmen. Ihre Station braucht dringend eine Fortbildung. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich darum kümmerten.“

Keine Alternative zur Offenheit

Was hat dir eigentlich die Kraft gegeben, von Anfang an so selbstbewusst mit HIV zu leben – in einer Zeit, in der Aidskranke heftig ausgegrenzt wurden?

Das war für mich selbstverständlich. Ich hatte ein Schlüsselerlebnis, was die Offenheit als schwuler Mann anbelangt. Als junger Anwalt war ich bei einer Benefizveranstaltung in Marburg, wo ich damals lebte. Die ganze Stadt war anwesend, einschließlich Justiz. Dort trat auch ein schwuler Chor mit homoerotischen Kampfliedern auf. Als sie mit ihren rosa Hüten auf dem Flur standen, dachte ich: Wenn du jetzt zu denen gehst, dann machst du dein Schwulsein ganz breit öffentlich. Und dann: Wenn du nicht hingehst, kannst du gleich einpacken. Das sind die Leute, mit denen du vögelst, die du liebst. Da gibt es keine Alternative. Da musst du jetzt durch.

Was hast du getan?

Ich bin denen um den Hals gefallen und habe sie alle abgeleckt.

„Man kann ja wegen so eines blöden Virus nicht im Keller leben.“

Mit HIV bist du auch von Anfang an offen umgegangen.

Ja, und das hat natürlich seinen Preis gekostet. Aber sich zu verstecken, kriegt man auch nicht zum Nulltarif. Es kann doch wohl nicht sein, dass man wegen irgend so eines blöden Virus anfängt, im Keller zu leben. Außerdem muss man das vor dem Hintergrund meiner Familiengeschichte sehen: Ich musste mich gegen die Wunschbilder wehren, die meine Mutter von ihren Kindern hatte. Das ging nur, indem ich selber Bilder in den Raum warf.

Eher ein privater Grund als ein politischer also?

Es ist nicht davon zu trennen. Dass auch Politisches reinspielt, mag sein. Und manches macht dann ja auch viel Spaß.

Aber Aids hat dir vermutlich keinen Spaß gemacht?

Ich hörte damals lauter Schauergeschichten. Und dann kam ich und konnte nur sagen: „Mich hat das befreit.“ Ich konnte auf einmal Dinge tun, vor denen ich vorher schreiend davongelaufen wäre.

Unerschrocken angesichts des Todes

Zum Beispiel?

Ich im Lederladen. Irgendein Mensch, der überhaupt nicht in mein Beuteraster fällt, steckt mir eine Visitenkarte in die Hosentasche und sagt: „Ich bin der Teufel von Frankfurt. Ich möchte mit dir vögeln. Ruf mich bitte wegen des Termins an.“ Ich fand diese Art der Anmache genial. Und landete in einer Wohnung mit schlecht kopierten niederländischen Meistern und röhrenden Hirschen vom Fußboden bis zur Decke sowie einem Bad voller nackter Männer aus Pornozeitschriften. Ich dachte: Jetzt bist du anderthalb Stunden gefahren, es wäre blöd, das an ästhetischen Fragen scheitern zu lassen. Es wurde eine der ganz wichtigen Freundschaften meines Lebens daraus.

Und warum hättest du das ohne HIV nicht gemacht? 

Weil bestimmte Vorstellungen, was im sozialen Leben eine Rolle spielt, einfach wegfielen.

Keine Angst mehr vor verbrannter Erde, weil man selbst bald unter der Erde liegt? Hat Aids dich unerschrocken gemacht? 

Ja. Das Teufelchen war ein Mensch, mit dem man sich in der Öffentlichkeit nur bedingt sehen lassen konnte. Am Schluss saß er im Rollstuhl und erzählte irgendwelchen heterosexuellen Familienvätern: „Sie haben aber einen schönen Arsch.“ Nicht meine Art des Umgangs.

Was hat euch verbunden?

Seine Mutter war genauso gruselig wie meine. Als er im Sterben lag, hab ich ihr gesagt: „Das einzige, was Sie für Ihren Sohn tun können ist, dass Sie ihm sagen, dass Sie ihn akzeptieren wie er ist.“ – „Das können Sie von mir nicht verlangen. Ich bin im dritten Reich groß geworden, das prägt.“ Sage ich: „Okay, dann müssen wir Klartext reden. Sie dürfen alle fünf Stunden eine halbe Stunde ans Bett. Der Rest ist seinen Freunden vorbehalten. Die sind wichtiger für ihn.“ Sie fand mich ziemlich unhöflich, hat sich aber drangehalten.

Jahre auf der Couch

Was war eigentlich so schlimm an deiner Mutter?

Ich wusste spätestens ab 12, dass meine Sehnsucht zu Jungen ging. Meine Mutter hatte das gleich Gefühl und hat alles getan, das zu unterbinden. Sie war Tochter eines Erbgesundheitsrichters. Das erste Kind ein Mädchen, also Ausschuss. Das zweite Kind Gaumenspalte. Das dritte Kind schwul. Eine gerechte Strafe, lass es mich so sagen. Sie hatte bei mir jahrelang Hausverbot.

Wie hast du diese Familiengeschichte bewältigt?

Ich habe sechs Jahre auf der Couch gelegen, aus dem Gefühl heraus, ich bestehe nur aus Fassaden, die alle funktionieren, aber, wenn man die wegräumt, da bleibt kein Kern.  Das haben wir aufgelöst, damit Weiterleben möglich war.

„Meine Mutter hatte bei mir jahrelang Hausverbot.“

Du bist dein Leben lang immer wieder öffentlich auf das Thema Schwulsein zurückgekommen, zum Beispiel mit Liederabenden und Lesungen. Warum?

Weil ich das politisch für notwendig halte. Das Volk muss sich dran gewöhnen, dass die Welt bunt ist.

Ein Tadel für die Deutsche AIDS-Hilfe

Du warst politisch sehr aktiv und unerschrocken. Sich in den 80ern mit HIV/Aids in eine Talkshow zu setzen, war …

(unterbricht) Ich weiß nicht, ob man das nicht zu hoch bewertet. Das ist nichts im Vergleich dazu, mit euch Strategien zu schmieden. Das ist der pure Masochismus!

Ein Beispiel, bitte!

Das EKAF-Statement 2008. (Das Papier der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen war 2008 die erste wissenschaftliche Veröffentlichung, die besagte: HIV ist beim Sex unter einer gut wirksamen Therapie nicht mehr übertragbar.)

Ich finde es nach wie vor empörend, dass die Deutsche AIDS-Hilfe damals nicht sofort per Presseerklärung gesagt hat: „Wunderbar, das Schlimmste ist vorbei. Wir sollten jetzt ein riesiges Fest feiern!“. Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein. Das ging zu Lasten der Positiven. Das ging zu Lasten der Negativen. Das ging zu Lasten des gesamten sexuellen Lebens, denn es erhielt die Angst aufrecht.

Du bist nicht nur als Anwalt der sexuellen Lust aufgetreten, sondern auch für das Recht auf Rausch. Warum?

Ich erinnere mich an den Moment, als mein Freund Jörg so richtig krank wurde. Wir waren 12 Jahre zusammen. Ich bin mit in seine WG gezogen. Am Schluss ist er erblindet, saß im Rollstuhl und konnte nicht mehr sprechen. Du gehst zur Arbeit und jemand sagt dir: „Bleib hier. Ich habe Angst“. Das ist nicht auszuhalten. Ich habe mir gesagt: Kein Tropfen Alkohol, sonst gehst du aus der Sache als Alkoholiker raus. Gras legt einen leichten Schleier über das Leben. Genau das brauchte ich, um abends aus der Geschichte mal rauszukommen. Heute finde ich es einfach angenehm.

„Ich war neidisch auf meinen sterbenden Freund.“

Wie hast du das große Sterben damals überhaupt ausgehalten?

Es ging ja nicht anders. Aber es war zum Kotzen. Ich war durchaus auch neidisch auf meinen Jörg. Der lag da, Gott und die Welt kümmerte sich, streichelte, machte, tat. Der brauchte sich um nichts mehr kümmern. Wer die Miete bezahlte, war völlig wurscht. Ich habe gedacht: Danach wäre mir jetzt auch.

Zugehörigkeit und Wertschätzung

Du hast vorhin auch gesagt: Es fällt dir auch leicht zu gehen, weil du ein erfülltes Leben hattest. Woran denkst du dabei?

Mir war immer wichtig, Teil einer Sozialität zu sein. Mit meinem Exhibitionismus auf Bühnen hatte ich ein bunt gemischtes Publikum aus Mandanten, der linken Szene, der Schwulenszene. Da gehörte ich dazu und erfreute mich einer Wertschätzung. In Offenbach bin ich bis heute verbunden mit Leuten vom Freiwilligenverein bis zum Oberbürgermeister. Nichts rein Schwules, nichts rein Heterosexuelles, sondern eine Mischung quer durch den Gemüsegarten. Aids hat übrigens auch viele tolle Menschen zusammengebracht.

Welche Rolle hat Sexualität für deine glücklichen Momente gespielt?

Die war wichtig. Wobei man sagen muss: Die genialen Liebhaber kann ich locker an einer Hand abzählen. Vieles war vergnüglich. Aber es gab auch vieles, das keine Wiederholung verlangte. Heute spielt Sexualität keine Rolle mehr.

Abgeschlossen?

Mit den Medikamenten, die ich nehme, könnte ich Viagra, Cialis und eine Ginsengwurzel gleichzeitig einwerfen, das würde überhaupt nichts nützen. Ich gehe lieber in die Sauna und lasse mich von meinem Lieblingsmasseur eine Stunde massieren. Da bin ich besser dran, als wenn jemand fünf Minuten lieblos an mir rumfummelt.

Und doch hast du auch die flüchtigen Formen der Sexualität immer sehr mit verteidigt.

Es wäre schäbig gelogen, wenn ich sagen würde, das hat nie eine Rolle gespielt.

Aber nicht jeder verteidigt diese Art Sexualität öffentlich. Warum du?

Weil sie so wichtig ist. Und ich kann mich erinnern, wie es auch in Marburg eine Gang gab, die gerne mal Schwule verkloppte. Ich kenne noch die Zeiten, wo der Wirt erstmal vor der Tür nach links und rechts guckte, wenn ein Gast gehen wollte, um zu sehen, ob es gerade sicher war.

Öffentliche Wahrnehmung

Gibt es in deinem Aktivistenleben so etwas wie einen Meilenstein? Etwas wirklich Entscheidendes?

Wenn man so will, die Veröffentlichung der „Notate“.

Dein erstes Buch mit dem Untertitel „Aus dem Leben eines HIV-infizierten schwulen Mannes“. Warum war das so wichtig?

Zum einen finde ich das Buch gelungen, nicht weinerlich. Ich habe es in Marburg in einem kleinen Theater vorgestellt, mit einem Pianisten und einem Sänger. Ich habe mit dem Sterben angefangen und mit dem Coming-out geendet, das Publikum in Verzweiflung gestürzt und wieder rausgezogen, so dass am Schluss alle ganz beschwingt waren. Das war klasse.

Und warum war das ein Meilenstein?

Ich habe mich zum ersten Mal so artikulieren können, dass Leute, die es wollten, mich wahrnehmen konnten. Bei uns zu Hause war es nicht üblich, wahrgenommen zu werden.

„Geht gefälligst gut miteinander um!“

War es auch das Bedürfnis, das Leben mit HIV sichtbar zu machen?

Nein, das habe ich ja sowieso. HIV und Schwulsein waren nicht wirklich mein Problem. In dem Buch standen sehr gemischte Geschichten drin, bis hin zu  meiner Lieblingstante.

Letzte Worte

Gibt es eine Botschaft, die du heute der Nachwelt hinterlassen  möchtest?

Wenn überhaupt, dann würde ich sagen: Dass die Ängste schlimmer sind als die Realität. Wobei ich mir das auch habe erkämpfen müssen.

Hast du so etwas wie einen letzten Auftrag an die Deutsche AIDS-Hilfe?

Gott bewahre!

An die Community?

Nein, nein, nein. Außer vielleicht: Geht gefälligst respektvoll miteinander um. Und lasst keine Gelegenheit aus, euch Freude zu fabrizieren.

Mehr zu Bernd Aretz:

Meldung zum Tod von Bernd Aretz

„Lob des Anstands eines Unanständigen“ (Porträt)

Digitales Kondolenzbuch für Bernd Aretz

70 Jahre zwischen Federboa und Trauerflo (zur Biografie von Bernd Aretz)

 

Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenMIT CANNABIS AN DER GRENZE VON KROATIEN ERWISCHT WORDEN | REALLIFE STORY

In der heutigen Reallife Story, geht es darum, das ich mit Cannabis an der Grenze von Kroatien erwischt worden bin.

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Leafly Deutschland NewsCannabis-Rezepte: Deutschlands Süden liegt vorn

In den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg werden wesentlich mehr Cannabis-Rezepte ausgestellt als im Rest Deutschlands. Cannabisblüten werden zwar seltener als Zubereitungen verschrieben, Blüten sind aber besonders umsatzstark. Das zeigen Analysen des Informationsdienstleisters INSIGHT Health.

Hohe Ausgaben der GKV für Cannabisblüten

Seit der Zulassung als Arzneimittel im März 2017 wächst der Umsatz mit Cannabis-Produkten in Deutschland deutlich. Von Juli bis September 2018 erzielten Cannabisblüten und cannabishaltige Zubereitungen (ohne Fertigarzneimittel) einen Umsatz von über 17 Millionen Euro innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das entspricht nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dieser Trend zeichnete sich bereits im Sommer ab. Denn da ermittelte die GKV mit Abstand die größte Steigerung ihrer Ausgaben für Cannabis als Medizin bei den unverarbeiteten Cannabisblüten. Darüber hinaus hatte sich der Bruttoumsatz zwischen Juni 2017 und April 2018 mehr als verfünffacht. (Leafly.de berichtete.)

Auf Cannabisblüten entfallen zwar weniger Cannabis-Rezepte als auf Zubereitungen (Rezepturarzneimittel), sie erzielen aber den größeren Umsatz. Das belegen auch die Daten der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Im Süden werden mehr Cannabis-Rezepte vergeben

In Deutschland gibt es starke regionale Unterschiede bei den Rezepten für cannabishaltige Zubereitungen und Cannabisblüten. Laut INSIGHT Health werden die meisten Rezepte pro GKV-Versicherten in Bayern und Baden-Württemberg ausgestellt. An zweiter Stelle liegen das Saarland und Hamburg, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Das Schlusslicht in Deutschland beim Verschreiben von Cannabis auf Rezept ist Sachsen. Danach folgen Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

Aufgrund der starken regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands bilanziert INSIGHT Health-Experte Oliver Hammel:

“Es ist möglich, dass in bestimmten Regionen Deutschlands noch Wachstumspotenzial für cannabishaltige Arzneimittel besteht.“

Rezepturarzneimittel beliebter als Fertigarzneimittel

Pharmazeutisches Cannabis wird in drei Formen auf den Markt gebracht: als Fertigarzneimittel, als Zubereitung (Rezepturarzneimittel) und als Cannabisblüten. Die Fertigarzneimittel, beispielsweise Sprays oder fertige Kapseln, beherrschten nach der Legalisierung von Cannabis als Medizin den Markt. Im Jahr 2018 stagniert das Wachstum in diesem Bereich jedoch. Ab Mitte 2018 hat die Zahl der Verordnungen cannabishaltiger Zubereitungen die Verordnungen von Fertigarzneimitteln klar überholt. Zubereitungen (Rezepturarzneimittel) sind vom Apotheker hergestellte Medikamente, etwa in Form von Kapseln oder Tropfen.

Cannabispatienten im Durchschnitt 55 Jahre alt

Die INSIGHT Health-Daten zeigen auch, dass das Klischee des „jungen Kiffers“, der sich seine Drogen über Rezept besorgen will, nicht der Realtität entspricht. Denn der Altersdurchschnitt der Cannabispatienten liegt bei 55 Jahren. Weibliche Patientinnen sind mit 58,6 Jahren im Durchschnitt etwas älter als die männlichen Patienten. Die Männer haben ein Durchschnittsalter von 52,5 Jahren.

INSIGHT Health ist einer der führenden Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt mit Sitz in Waldems-Esch und Niederlassungen in Berlin, Wien und Baar.

Foto: obs/Insight Health

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenMarlboro macht Cannabusiness | DHV-News #187

Die Hanfverband-Videonews vom 14.12.2018

0:47 • DHV-Weihnachtsspendenaktion: Justizkampagne 2019
Alle Infos unter www.hanfverband.de/justizspende
1:34 • Haucap-Studie bleibt Thema im Bundestag
2:59 • Urteil: Keine Kostenerstattung für ADHS-Patienten
4:14 • „Marlboro“ steigt mit 1,8 Milliarden ins Cannabis-Geschäft ein
5:42 • Österreich: Regierung für und gegen CBD
8:45 • Neuseeland legalisiert Cannabis als Medizin
9:32 • Termine

Die Tonspur der Sendung steht hier als Audio-Podcast zum downloaden oder direkt hören zur Verfügung:
https://hanfverband.de/files/dhv_news_187_-_podcast_14_12_2018.mp3

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• DHV-Weihnachtsspendenaktion

DHV, 30.11.2018: Spenden & gewinnen: DHV-Weihnachtsspendenaktion 2018/19
https://hanfverband.de/nachrichten/blog/spenden-gewinnen-dhv-weihnachtsspendenaktion-201819

DHV Youtube, 06.12.2018: Für eure FREIHEIT! Justizkampagne 2019
https://www.youtube.com/watch?v=nj9wWGbOyDU

• Haucap-Studie bleibt Thema im Bundestag

Die Linke im Bundestag, Youtube, 22.11.2018: Victor Perli, DIE LINKE: Die Großen jagen statt die Kleinen gängeln
https://www.youtube.com/watch?v=ku0LB-64Yr0&feature=youtu.be&t=178&fbclid=IwAR1pit31MisP2gtsCgfAp2MAqu8UIQn6eF-s-yynKHc1iBfVe2w0p5MTQhI

DHV-Pressemitteilung vom 16.11.2018: Neue Studie: Kosten der Cannabis-Prohibition in Deutschland – Wachsende Zustimmung für Legalisierung in Deutschland
https://hanfverband.de/nachrichten/pressemitteilungen/neue-studie-kosten-der-cannabis-prohibition-in-deutschland-wachsende-zustimmung-fuer-legalisierung-in-deutschland

• Urteil: Keine Kostenerstattung für ADHS-Patienten

Pharmazeutische Zeitung, 10.12.2018: Urteil – Cannabis keine Alternative bei ADHS
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/cannabis-keine-alternative-bei-adhs/?fbclid=IwAR3VA3gEz08jgm1DvQf8bFGOcEivNVBERst0SjsBUqvL8fcTtN-rvK0t4jk

• „Marlboro“ steigt mit 1,8 Milliarden ins Cannabis-Geschäft ein

HAZ, 08.12.2018: Marihuana-Branche boomt Kiffen statt Kippen? Marlboro-Konzern investiert Milliarden in Cannabis
http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Kiffen-statt-Kippen-Marlboro-Konzern-investiert-gross-in-Cannabis

Bild, 07.12.2018: Cannabis-Firma für Milliarden gekauft – Marlboro-Hersteller geht unter die Gras-Dealer
https://www.bild.de/geld/wirtschaft/wirtschaft/cannabis-marlboro-hersteller-geht-unter-die-gras-dealer-58895574.bild.html

• Österreich: Regierung für und gegen CBD

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, 09.12.2018: Verkaufsverbot von CBD-haltigen Lebensmitteln und Kosmetika
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181209_OTS0026/verkaufsverbot-von-cbd-haltigen-lebensmitteln-und-kosmetika

Kurier.at, 10.12.2018: Tütchen statt Tee: Ministerin will Cannabis nur rauchen lassen
https://kurier.at/chronik/wien/tuetchen-statt-tee-ministerin-will-cannabis-nur-rauchen-lassen/400349317

oe24, 12.12.2018: Verbot von Hanf-Brownies: AIDA will klagen
https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Verbot-von-Hanf-Brownies-AIDA-will-klagen/359645538

WVCA, 11.12.2018: Regulierung des legalen Cannabismarktes: Stellungnahme des WVCA
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181211_OTS0008/regulierung-des-legalen-cannabismarktes-stellungnahme-des-wvca

• Neuseeland legalisiert Cannabis als Medizin

The Guardian, 11.12.2018: New Zealand passes laws to make medical marijuana widely available – Legislation comes ahead of a referendum on recreational marijuana use in next two years
https://www.theguardian.com/world/2018/dec/11/new-zealand-passes-laws-to-make-medical-marijuana-widely-available

• Termine

http://hanfverband.de/nachrichten/termine

Augsburg: Infostand der DHV Ortsgruppe Augsburg
Samstag, 15. Dezember 2018 – 10:00 bis 18:00

Mönchengladbach: Offenes Treffen der DHV Ortsgruppe Mönchengladbach in
Gründung
Montag, 17. Dezember 2018 – 18:00

Heidelberg: Offenes Treffen der DHV Ortsgruppe Rhein-Neckar
Dienstag, 18. Dezember 2018 – 19:00

Augsburg: Offenes Treffen der DHV Ortsgruppe Augsburg
Mittwoch, 19. Dezember 2018 – 19:00

Erfurt: Offenes Treffen der DHV Ortsgruppe Erfurt
Mittwoch, 19. Dezember 2018 – 19:00

Berlin: Offenes Treffen der DHV Ortsgruppe Berlin
Mittwoch, 19. Dezember 2018 – 19:00

Berlin: Treffen des Selbsthilfenetzwerks Cannabis-Medizin Berlin
Freitag, 21. Dezember 2018 – 18:00 bis 21:00

Augsburg: Infostand der DHV Ortsgruppe Augsburg
Samstag, 22. Dezember 2018 – 10:00 bis 18:00

Du willst die Arbeit des Deutschen Hanfverbands unterstützen? Jetzt Fördermitglied werden!
http://hanfverband.de/dhv/unterstuetzen

Leafly Deutschland NewsOnline-Petition für Medizinalhanf in Brasilien

Ende November haben wir bereits darüber berichtet, dass der rechtsextreme designierte Staatspräsident Jair Bolsonaro eine drakonische Drogenpolitik in Brasilien einführen will und sich gegen die Reform des Cannabisgesetzes ausspricht. In einem Medienbericht heißt es jetzt, dass eine Online-Petition für pharmazeutisches Cannabis im brasilianischen Senatskomitee Zustimmung gefunden hat.

Hunderttausend Bürger unterzeichnen Online-Petition

Die Online-Petition unterzeichneten mehr als 100 000 brasilianische Bürger. Es wird die Legalisierung von Cannabis als Medizin gefordert. Senatorin Marta Suplicy erklärte, dass Beweise dafür vorliegen, dass Cannabis eine Vielzahl von Erkrankungen – von Schmerzen bis zu Epilepsie – wirksam behandeln kann, und sie betonte, dass es wichtig sei, das Problem ernst zu nehmen.

„Wir können das Thema nicht auf eine politische Diskussion beschränken. Vor allem müssen wir uns einfühlen und uns in andere hineinversetzen. Auf diese Weise können wir als Gesetzgeber den wahren Kern der Gesundheitsfürsorge verteidigen, nämlich die Linderung des menschlichen Leidens“, führte Suplicy aus.

Dank der Online-Petition billigte der Sozialausschuss des brasilianischen Senats die Gesetzgebung für Medizinalhanf. Es erfolgt jetzt die Prüfung in Bezug auf die Verfassung von der Kommission. Auch die Abgeordnetenkammer muss zustimmen.

Vorgeschichte: Arbeiterpartei legt Gesetzesentwurf vor

Die brasilianische Arbeiterpartei hatte vor kurzem im Unterhaus einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Dieser sieht die Legalisierung von Cannabis für Freizeitzwecke und Medizinalhanf vor. Der Cannabisverkauf sowie der Anbau von bis zu sechs Cannabispflanzen soll erlaubt werden.

Der Politiker Paulo Teixeira erklärte, dass der Gesetzesentwurf von den internationalen Entwicklungen inspiriert sei. Während Cannabis in den USA jedoch auf der Bundesebene eine verbotene Substanz bleibt und sich die einzelnen US-Bundesstaaten ihre Autonomie erkämpfen müssen, hat Brasilien im Jahr 2006 Cannabis entkriminalisiert.

Es ist unklar, wie es mit den beiden Gesetzesvorschlägen in Brasilien weitergehen wird. Denn die größte Hürde ist und bleibt Präsident Jair Bolsonaro, der gegen die Legalisierung ist und strikte Anti-Drogen-Gesetze durchsetzen will. Auch die Ermutigungen von Senatorin Suplicy, an diejenigen zu denken, die Cannabis Medizin benötigen, dürfte bei Bolsonaro auf taube Ohren stoßen.

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Deutscher Hanfverband NachrichtenMarlboro macht Cannabusiness | DHV-Video-News #187

Marlboro macht Cannabusiness | DHV-News #187

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Die Hanfverband-Videonews vom 14.12.2018

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Leafly Deutschland NewsHanafsan Sachpreise beim Weihnachtsgewinnspiel

Im Zuge unseres umfangreichen weihnachtlichen Gewinnspiels habt Ihr nun die einmalige Gelegenheit, einen der folgenden tollen Preise von Hanafsan zu ergattern!

Diese Sachpreise von Hanafsan gibt es zu gewinnen:

  • 1x 10% CBD-Öl
  • 1x 5% CBD-Öl
  • 1x Protein Shake Vanille
  • 1x Protein Shake Schokolade
  • 1x Protein Shake Kokosnuss

CBD-Öl

Das CBD-Öl von Hanafsan kommt in einer praktischen Pipettenflasche zur optimalen Dosierung. Die Flaschen enthalten je 500 mg bzw. 1000 mg  Cannabidiol (CBD), dies entspricht 5 % bzw. 10 % CBD-Gehalt. Dieses 100 % natürliche Vollspektrum-Hanf-Extrakt wurde nach pharmazeutischem Standard Good-Manufacturing-Practice (GMP) produziert und in Österreich durch die Dr. Feurstein Medical Hemp GmbH weiter verarbeitet.

 

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Protein Shakes

Das Hanafsan Hanfpulver enthält bis zu 40 % Bio-Hanfprotein, alle essenziellen Aminosäuren und Ballaststoffe. Hanfprotein ist aus ernährungsphysiologischer Sicht kaum zu überbieten und äußerst beliebt bei Sportlern, Veganern und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten. Für die Protein Shakes von Hanafsan werden ausschließlich Bio-Zutaten von höchster Qualität und natürliche Aromen verwendet. Außerdem sind sie zu 100 % vegan und glutenfrei. Zu gewinnen gibt es die Shakes jeweils einmal in den Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Kokosnuss.

Weitere Informationen zu den Hanafsan.

Weihnachtsgewinnspiel: Mitmachen ist ganz einfach

Beantwortet uns ein paar Fragen per E-Mail und ihr seid automatisch im Topf für die Verlosung für das Weihnachtsgewinnspiel!
Die E-Mail schreibt ihr an: kontakt@leafly.de. Betreff: Weihnachtsgewinnspiel 2018.

  1. Was hat euch in 2018 am besten auf Leafly.de gefallen?
  2. Welche Themen interessieren euch am meisten?
  3. Was wünscht ihr euch von uns für die Zukunft?
  4. Welchen Gewinn möchtet ihr gerne haben?
  • Noch bis zum 26.12.2018 um 23:59 Uhr habt ihr die Chance zur Teilnahme
  • Die Gewinner werden per E-Mail von Leafly.de bis zum 31.12.2018 schriftlich benachrichtigt
  • Die Namen der Gewinner werden hier auf der Webseite und bei Facebook veröffentlicht

Mehr zum Leafly.de Weihnachtsgewinnspiel und den Teilnahmebedingungen 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir auch über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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Hanf Journal NewsNeuseeland verabschiedet ein fortschrittliches Medizinalhanfgesetz

  Sterbenskranke dürfen ab sofort auch Schwarzmarktcannabis nutzen.     Schon im Oktober 2017 wurde bekannt, dass die neue Premierministerin Neuseelands Jacinda Ardern einen Umschwung in der Cannabispolitik anstrebt. Mittels Volksentscheiden plante die aufgeschlossene Dame, dass Marihuana für Genusszwecke binnen der folgenden drei Jahre für die Bevölkerung legal erhältlich gemacht werden solle. Um einen Schritt in…

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Der Artikel Neuseeland verabschiedet ein fortschrittliches Medizinalhanfgesetz erschien zuerst auf Hanfjournal.

Leafly Deutschland NewsCannabisentzug: Hydrolasehemmer soll helfen

Forscher vom Connecticut Healthcare System in West Haven berichten im Rahmen ihrer Studie, dass der Cannabismissbrauch in vielen Ländern zu erheblichen Problemen führe. So erfüllten in US-Studien ungefähr 30 Prozent der Cannabiskonsumenten die DSM-IV-Kriterien für Missbrauch und Sucht. Für den Cannabisentzug habe sich bisher noch keine medikamentöse Therapie etabliert.

In Tierversuchen konnten die Forscher zeigen, dass eine Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) vielversprechende Ergebnisse zeigte. So spaltet die Hydrolase körpereigene Cannabinoide (Endocannabinoide) wie Anandamid, sodass diese Blockade zu einem erhöhten Endocannabinoidspiegel führte. Dies soll Symptome des Cannabisentzugs wie Verlangen, Reizbarkeit, Gewichtszunahme und Insomnie dämpfen.

Cannabisentzug: Symptomlinderung mit FAAH-Hemmer

An der Studie nahmen 70 Männer im Alter von 28 Jahren teil, die auf Cannabis verzichten wollten. Alle Probanden erfüllten die DSM-IV-Kriterien für eine Abhängigkeit. Vor der Studie hatten die Probanden im Durchschnitt drei bis vier Joints täglich über mehrere Jahre inhaliert. Des Weiteren heißt es, dass eine weitere Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie gewesen sei, dass sie mindestens einen erfolglosen Cannabisentzug mit Entzugserscheinungen hinter sich hatten.

Im Rahmen der Studie erhielten zwei Drittel der Probanden jeden Tag 4 Milligramm des neu entwickelten FAAH-Hemmers PF-0445784. Das restliche Drittel erhielt ein Placebo. Dabei dauerte der stationäre Cannabisentzug fünf bis acht Tage. Danach konnten die Teilnehmer nach Hause gehen und sollten die Medikation weitere drei Wochen einnehmen.

Ergebnisse der Studie

Mithilfe der „Marijuana Withdrawal Symptom Checklist“ hielten die Forscher die Entzugssymptome der Teilnehmer während des Klinikaufenthaltes fest. Schon am ersten Tag zeigten sich deutliche Unterschiede. So erreichte die Placebogruppe 11,0 Punkte und die FAAH-Hemmer-Gruppe 6,0 Punkte. Am zweiten Tag war die Differenz am größten mit 5,7 Punkten. Anschließend näherten sich die Werte unter Placebo und Verum an. Am Ende des stationären Aufenthaltes gab es noch eine Differenz von 1,4 Punkten (9,0 vs. 7,6 Punkte). Demnach gab es nur an den ersten beiden Tagen signifikante Unterschiede. Dennoch ließen sich die Symptome des Cannabisentzugs zu Beginn der Entwöhnung laut den Forschern deutlich reduzieren.

Die Teilnehmer in der Placebogruppe rauchten nach vier Wochen wieder 1,3 Joints pro Tag. Hingegen rauchten die Teilnehmer aus der FAAH-Hemmer-Gruppe nur 0,4 Joints pro Tag. Das heißt also, dass 70 Prozent weniger geraucht wurde. Um die Angaben der Teilnehmer zu sichern, untersuchten die Forscher die THC-Metaboliten im Urin der Teilnehmer. Es zeigte sich, dass die THC-Metaboliten bei den Männern der FAHH-Hemmer-Gruppezweieinhalbfach niedriger war als bei den Teilnehmern in der Placebogruppe.

Darüber hinaus heißt es, dass die Probanden mit dem FAAH-Hemmer besser schlafen konnten. Auch auf der Depressions-, Angst- und Reizbarkeitsskale schnitten sie besser ab. Mit 88 Prozent wurde die Adhärenz als hoch bewertet. Jeweils 17 Prozent in beiden Gruppen hatten die Therapie abgebrochen. Zudem nannten 46 Prozent mit Placebo und 43 Prozent mit Verum unerwünschte Nebenwirkungen.

Studie wirft neue Fragen auf

Im Ergebnis heißt es, dass die Studie erstmals Hinweise auf den Nutzen eines FAAH-Hemmers zum Cannabisentzug ergeben habe. Jedoch werfe die Studie auch einige Fragen auf, denn mit vier Wochen war sie relativ kurz. Man dürfte also auf Langzeitergebnisse zur Abstinenz gespannt sein. Ebenfalls bleibt unklar, ob sich die Alltagsfunktion der Cannabiskonsumenten mit den FAAH-Hemmern verbessert.

 

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Leafly Deutschland NewsCannabis-Neubewertung: WHO hält Ergebnisse zurück

Update vom 14. Dezember 2018

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält die Ergebnisse der Cannabis-Neubewertung zurück. Nicht nur vor der Öffentlichkeit – sondern offensichtlich auch vor der Bundesregierung. Das ergab eine Anfrage der Grünen.

Dr. Kirsten Kappert-Gonther erkundigte sich in der Fragestunde des Deutschen Bundestages danach, welche Ergebnisse das Treffen des ECDD (Expert Committee on Drug Dependance) der WHO gebracht hätte. Das Bundesministerium für Gesundheit antwortete darauf, dass die Ergebnisse der Sitzung nicht bekanntgemacht wurden, weshalb sie der Bundesregierung noch nicht vorlägen.

Darüber hinaus stellt die Regierung klar, dass sie selbst bei einer zukünftigen Abstimmung an einen „noch zu verabschiedenden Beschluss“ vom Rat der Europäischen Union gebunden sei.

 

Ursprüngliche Nachricht vom 8. Dezember 2018

Ende November berichteten wir, dass die Suchtstoffkommission (CND) der UNO vom 5. bis 7. Dezember in Wien tagt. Die Cannabis-Neubewertung ist maßgeblich für die rechtliche Einstufung. Nachdem Cannabis im Jahr 1954 als gefährliche Substanz klassifiziert wurde, führte dies fast zu einem weltweiten Verbot der Cannabispflanze.

In einem Medienbericht heißt es, dass viele Indizien dafür sprechen, dass eine neue Klassifizierung von Cannabis ansteht und damit das Ende der weltweiten Prohibition eingeleitet wird. Zwar spricht die WHO lediglich eine Empfehlung aus, dennoch ist davon auszugehen, dass die UN Commission of Narcotic Drugs dieser folgt.

Cannabis-Neubewertung: WHO gibt keine Auskunft

Es wurde mit Spannung auf das Ergebnis der WHO gewartet und man war positiv gestimmt. Es sollte ein historischer Tag werden. Ein Sprecher der WHO erklärte jedoch einem fassungslosen Publikum, dass die Ergebnisse vertraulich seien. Es fand auch keine Bekanntgabe eines neuen Termins für die Veröffentlichung statt. Die Gründe dieser Entscheidung sind nicht bekannt und lassen viel Spielraum für Spekulationen über etwaige politische Motive.

Nach fast drei Jahren dieses Cannabis-Review-Prozesses ist ein solches Verhalten schwer zu verstehen. Befürworter, die aus Südafrika kamen, um die Veröffentlichung des Berichts mitzuerleben, waren durch den mangelnden Mut der WHO sichtbar erschüttert.

Kenzi Riboulet-Zemouli, der führende Vertreter der For Alternative Approaches to Addiction, Think & do tank (FAAAT) „enttäuscht sei, dass die WHO erneut beschlossen hat, ihre eigenen Regeln und Richtlinien nicht einzuhalten“. Die Gründe für diese Entscheidung der WHO erklärte er wie folgt:

“Die Länder brauchen Zeit, um diese Empfehlungen zu verstehen und zu billigen, bevor sie im März endgültig (mit einfacher Mehrheit) darüber abstimmen“.

Michael Krawitz, leitender Berater der FAAAT, führte noch aus, dass diese Entscheidung, die Ergebnisse zurückzuhalten, politischer Natur seien.

Es ist unklar, ob die Öffentlichkeit die Ergebnisse vor der Entscheidung der UNO erfährt. Wenn die Cannabis-Neubewertung allerdings so polarisierend ist, dass sie zunächst zurückgehalten wird, könnte dies auf ein positives Ergebnis hindeuten.

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Kein Wietpas!Gerichtsurteil: Wohnungskündigung wegen fünf Pflanzen ist zulässig

Eigenanbau ist in den Niederlanden ein kompliziertes Thema. Eigentlich ist der Anbau von bis zu fünf Pflanzen zugestanden, allerdings darf es nicht “zu professionell” sein. Im Falle von Mietwohnungen sieht das offenbar nochmal anders aus.

Woonpunt, eines der Wohnungsunternehmen, hat in seine allgemeinen Bedingungen aufgenommen, dass der Anbau von Cannabis unter keinen Umständen zulässig ist. Als die Polizei dann nach einem anonymen Hinweis in einer Wohnung des Unternehmens in Heerlen fünf Pflanzen mit einer durchschnittlichen Größe von 1,10m fand und das Unternehmen darüber informierte, beschloss das Unternehmen, der Mieterin zu kündigen.

Obwohl die Frau zwei Kinder im Alter von zehn und fünfzehn Jahren hat, erklärte das Gericht in Maastricht dieses Vorgehen jetzt für zulässig. Damit stellte der Richter fest, dass die Duldung der Pflanzen für ein Unternehmen nicht gelten muss und durch die vertraglichen Bedingungen der Vermietung ausgehebelt werden kann.
Ronald Loonen, der Anwalt der Frau, sagt, dass Richter nicht immer einer Räumung zustimmen. In einem ähnlichen Fall gab es einen Mann, der seit 20 Jahren in seinem Haus lebte und Cannabis für medizinische Zwecke anbaute. Er durfte in seinem Haus bleiben, weil ein vollständiges Verbot des Hanfanbaus in seinem alten Pachtvertrag nicht eindeutig geregelt war. Ein weiterer Faktor war, dass er eine Erkrankung hatte, für die er das Cannabis benutzte, und auch keine Unannehmlichkeiten verursachte.
Loonen stellt fest, dass die Wohnungsunternehmen mittlerweile ihre Verträge nachgebessert haben und eine solche Bestimmung mittlerweile fast immer enthalten sei.

Bei Cannabisanbau in einer Mietwohnung ist also dem Vermieter überlassen, ob es zulässig ist oder nicht.

taz Drogerie BlogFallende Kokainpreise

Am 7. Dezember 2018 wurde der Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) für das Jahr 2017 veröffentlicht. Der Bericht liefert umfangreiches Zahlenmaterial und Hintergrundinformationen zur Drogensituation in Deutschland. Die Preise und Reinheitsgehalte der auf dem Schwarzmarkt gängigen Drogen sind in dem Workbook Drogenmärkte und Kriminalität enthalten.

Die Sicherstellungsmenge von Kokain ging verglichen mit dem Vorjahr um 337 Prozent nach oben. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 1.870,60 Kilogramm Kokain beschlagnahmt, im Jahr 2017 waren es 8.165,94 Kilogramm. Die Beschlagnahmung einer solch großen Menge hatte jedoch keine Auswirkungen auf den Schwarzmarkthandel. Es wurden deswegen keine Lieferengpässe und auch keine Preissteigerungen beobachtet. Und auch die Reinheit des gehandelten Kokains hat deswegen nicht abgenommen sondern erstaunlicherweise um mehr als vier Prozentpunkte zugenommen.

Bemerkenswert ist hierbei die Tatsache, dass der mittlere Wirkstoffgehalt für die Straßenproben mit 78,4 Prozent etwas höher lag als auf der Handelsebene. Auf der mittleren Handelsebene lag dieser bei 76,4 Prozent und bei Großhandelsmengen wurde ein mittlerer Reinheitsgehalt von 77,2 Prozent eruiert.

Die Reinheit von Kokain im Zeitvergleich

Im Straßenhandel zeigte sich in den letzten Jahren eine signifikante Erhöhung des Wirkstoffgehaltes von Kokain. Vor zwei Jahrzehnten pendelte der Wirkstoffgehalt von im Kleinhandel angebotenen Kokain in Deutschland gemäß Jahresberichte der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) zwischen 40 Prozent und 50 Prozent. Nach der Jahrtausendwende sank der Wirkstoffgehalt bis zum Jahr 2006. Kokain kam damals mit einem Wirkstoffgehalt von durchschnittlich 24,6 Prozent in den Straßenhandel. Seit dem hat sich der Wirkstoffgehalt mehr als verdreifacht und lag im Jahr 2017 bei durchschnittlich 78,4 Prozent.

Übersicht über die Entwicklung der Wirkstoffgehalte für Kokain in Deutschland als Zeitreihe von 1996 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.
Übersicht über die Entwicklung der Wirkstoffgehalte für Kokain in Deutschland als Zeitreihe von 1996 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Preisentwicklung von Kokain im Straßenhandel

Von 2003 bis 2017 sind die Preise pro Gramm Kokain in Deutschland im Straßenhandel um etwa 20 Prozent gestiegen, wobei in den Jahren 2014 bis 2016 die Preise sogar noch etwas höher lagen. In der folgenden Grafik sind die Preise für Kokain im Straßenhandel als Zeitreihe von 2003 bis 2017 dargestellt. In diesem Zeitraum betrug die Teuerung (Inflationsrate) insgesamt etwas mehr als 20 Prozent. Der Kleinhandelspreis für Kokain in Straßenhandelsqualität stieg somit etwa gleich stark wie die allgemeine Teuerung.

Kokainpreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Gramm von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.
Kokainpreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Gramm von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Kokainpreise bezogen auf den Wirkstoffgehalt

Da das Kokain im Straßenhandel heute mehr Wirkstoff enthält als in den vergangenen Jahren, erhält man heute im Straßenhandel mehr Kokain und weniger Streckmittel für sein Geld. Deshalb ist es von Interesse, wie viel man eigentlich für den eigentlichen Wirkstoff Kokain bezahlt. Hier zeigt es sich, dass man heute mehr Stoff für weniger Geld erhält.

Übersicht über die Entwicklung der Preise pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Kokain (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.
Übersicht über die Entwicklung der Preise pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Kokain (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2003 bis 2017. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Im Vergleich zum Jahr 2003 zahlte man beim Straßenhändler im Jahr 2017 deutlich weniger für ein Gramm Wirkstoff Kokain – durchschnittlich nur etwa halb so viel. De facto ist Kokain also in den letzten Jahren deutlich billiger geworden. Der Preis für eine Fahrkarte für Bus und Bahn zum Drogenhändler ist hingegen in der Zwischenzeit in Berlin um 33,3 Prozent teurer geworden. Das Ticket kostete im Jahr 2003 nur 2,10 Euro, heute bezahlt man dafür 2,80 Euro.

Safer Sniffing

Was nur wenige wissen: Auch das Teilen von Sniff-Utensilien wie Röhrchen oder Banknoten kann gefährlich sein. Schon kleine Verletzungen in der Nasenschleimhaut, welche gerade beim Sniffen durch scharfkantige Röhrchen entstehen können, genügen, um sich beispielsweise mit dem Hepatitis-Virus oder Herpes zu infizieren. Deshalb: Kein gemeinsames Benutzen von Röhrchen oder Banknoten beim Sniffen!

Weitere Safer-Use-Hinweise siehe: Fachinformation: Kokain

Leafly Deutschland NewsNeuseeland legalisiert Cannabis als Medizin

Parlament in Neuseeland verabschiedet Cannabisgesetz

Eine Gesetzesvorlage, die unheilbar kranken Menschen den Gebrauch von Cannabis erlaubt, wurde in der dritten Lesung im Parlament von Neuseeland verabschiedet. Das Cannabisgesetz wurde von Labour, Green Party und New Zealand First unterstützt. Das Gesetz beinhaltet auch die Einführung eines Lizenzierungsprogramms für die Erforschung, den Anbau und den Export von medizinischen Cannabis-Produkten. Ein medizinisches Cannabis-System muss innerhalb eines Jahres eingeführt werden.

Bei der zweiten Lesung der Gesetzesvorlage vor einigen Wochen kündigte laut Medienberichten Gesundheitsminister David Clark an, dass Änderungen an dem Entwurf vorgenommen werden würden. Dank dieser Änderungen wurde die Verwendung von medizinischem Cannabis auf alle Menschen ausgedehnt, die palliative Hilfe benötigen. Im ursprünglichen Entwurf war Medizinalhanf nur für diejenigen Patienten vorgesehen, die voraussichtlich nur noch ein Jahr oder weniger zu leben haben.

Seit 2017 regieren in Neuseeland Labour Party und New Zealand First, gestützt durch die Green Party. Mit der Bildung der Labour-geführten Regierungskoalition kam die Wende in der Cannabis-Politik in dem kleinen Land Down Under. (Leafly.de berichtete.)

National Party gegen Rauchen von Cannabisblüten

Die Nationalpartei hatte eine eigene Gesetzvorlage eingebracht, die auf mehr Evidenz bei der Verwendung von pharmazeutischem Cannabis setzt. Darüber hinaus ist der National Party besonders wichtig, dass das Rauchen von Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken verboten ist. Dass dies in dem verabschiedeten Gesetz jetzt nicht der Fall ist, kritisert der Sprecher für Gesundheitsspolitik von National, Shane Reti:

„Wir unterstützen medizinisches Cannabis, lehnen jedoch das Rauchen von Cannabisblüten in der Öffentlichkeit strikt ab. Geräucherte Blätter sind keine Medizin.“

Patienten geht das Gesetz nicht weit genug

Patientenvertreter zeigten sich ebenfalls enttäuscht von dem Gesetzentwurf, der ihnen nicht weit genug geht. Sie hatten darauf gehofft, dass die Behandlung mit Cannabis mehr Patientengruppen zugutekommen würde.

Der Vorstand der Stiftung Drug Foundation, Ross Bell, kann der Einigung aber auch Positives abgewinnen: Dass das Gesundheitsministerium innerhalb von 12 Monaten ein medizinisches Cannabis-System einführen muss, sei zu begrüßen.

„Für die Patienten und ihre Familien wäre es grausam gewesen, keine Gewissheit darüber zu haben, wann dieses wichtige System in Betrieb sein wird“, so Bell.

Umdenken in Sachen Cannabis-Politik

Die bisherigen Pläne der neuseeländischen Politiker beziehen sich nur darauf, Cannabis als Medizin zu legalisieren. Die Legalisierung für den Freizeitkonsum steht derzeit nicht auf der Agenda.

Die Green Party hatte im Wahlkampf ein Referendum zum Thema Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum versprochen. Dieses soll voraussichtlich noch vor Ende 2020 abgehalten werden.

In der neuseeländischen Öffentlichkeit gibt es eine breite gesellschaftliche Unterstützung für die Anwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken, beispielsweise gegen Schmerzen. Ebenso findet die Legalisierung zu Genusszwecken viele Unterstützer. Wie auch in Deutschland ist in Neuseeland Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Neuseeland hofft auf wirtschaftliche Vorteile

Befürworter hoffen, dass Medizinalcannabis der neuseeländischen Wirtschaft auf die Sprünge helfen könnte. Hikurangi Cannabis, in der kleinen, abgelegenen Stadt auf der Nordinsel Ruatoria ansässig, war dieses Jahr das erste von einer Handvoll kommerzieller Unternehmen, die für die Forschung zugelassen wurden. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Manu Caddy, erklärte, dass die Legalisierung von Cannabis als Medizin „für unseren Teil unseres Landes von Bedeutung sein wird, was die Schaffung von Arbeitsplätzen angeht“. Anwohner in einer der ärmsten Regionen Neuseelands hätten sogar mehr als eine Million Dollar ihres eigenen Geldes in das Unternehmen investiert, erklärt Caddy.

Auch der Geschäftsführer der Drug Foundation, Ross Bell, ist optimistisch, was die Gesetzesänderung für Gemeinden bedeuten könnte, in denen bereits ausgebildete Cannabis-Kultivierende illegal arbeiteten.

„Ich würde mir wünschen, dass Neuseeland eine heimische Industrie gedeihen lassen würde und eine, die (…) lokale Leute beschäftigt. Leute mit diesen vorhandenen Fähigkeiten, Leute, die derzeit auf dem Schwarzmarkt tätig sind“, sagte Bell. „Ich würde gerne sehen, wie sich diese Leute auf den legalen Markt begeben und nicht länger Kriminelle sind.“

Abe Gray, Kurator des Whakamana Cannabis Museums in Dunedin, setzt sich für die komplette Legalisierung von Cannabis ein. (Leafly.de berichtete.) Seiner Ansicht nach läuft Neuseeland Gefahr „vollständig zurückgelassen“ zu werden, wenn es Cannabis verbiete. Durch die Legalisierung könne das Land viel Geld sparen und würde von den Einnahmen aus den Verkäufen profitieren. Darüber hinaus könnte eine umweltfreundliche Agrarindustrie Neuseelands Abhängigkeit von der Milchindustrie ausgleichen.

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Polytox.tv - Videos für Psychonauten, Stoner und AktivistenAyahuasca – Wieso sollte man aufpassen? | Drug Education Agency (151)

Ayahuasca ist ein Trend, der in immer breitere Gesellschaftsschichten vordringt. Aus dieser Mode heraus ergeben sich aber ganz besondere Gefahren, die der Experimentator kennen sollte. Diese Risiken heben sich außerdem von denen, die durch die Einnahme anderer Psychedelika herbeigeführt werden, deutlich ab. Wieso das so ist, erklärt euch Gastgeber Markus Berger.

Die DEA wird ermöglicht und gesponsort von NEAR DARK Smoking Paraphernalia: http://www.neardark.de

DEA-Fanartikel gibt es bei http://www.blackleaf.de

CAM - Arge Cannabis als Medizin ÖsterreichInformationen zu CBD-haltigen Produkten

Alle Informationen zu CBD-haltigen und Hanfprodukten von der Platform der VerbraucherInnengesundheit

Der Beitrag Informationen zu CBD-haltigen Produkten erschien zuerst auf CAM - Cannabis als Medizin.

Blog der Aidshilfe Deutschland„Ich nehme die PrEP, auch wenn ich gerade in einer monogamen Beziehung bin“

Milan ist einer der rund 5000 Männer, die an der internationalen PrEP-Studie DISCOVER teilnehmen. Mit ihr soll überprüft werden, ob sich das Kombinationsmedikament Descovy genauso gut für die HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe („Pillen zum Schutz vor HIV“) eignet wie der Vorgänger Truvada und die Truvada-Generika. Magazin.hiv begleitet den 27-Jährigen mit Interviews.

Milan, seit April 2017 läuft nun bereits die auf drei Jahre angelegte PrEP-Studie. Du hast also Halbzeit. Hat sich bei dir gesundheitlich etwas verändert?

Nein, alles ist in Ordnung. Bei den letzten beiden Routinechecks hat sich zwar die Praxis, die mich im Rahmen der Studie betreut, bei mir gemeldet, weil sie auffällige Werte registriert hatten, und ich musste dann noch mal hin.

„Zum Glück bin ich ganz gesund“

Aber es war beide Male falscher Alarm. Einmal dachten sie, ich hätte eine akute Syphilis-Infektion, aber eigentlich wussten sie ja, dass ich schon mal Syphilis hatte und deshalb immer noch Antikörper nachweisbar sind. Ein anderes Mal vermuteten sie, ich hätte entweder Hepatitis C – oder einen starken Muskelkater. Das zweite war dann auch der Fall.

Dass es bei den vierteljährlichen Checks fast immer einen Grund gab, weshalb ich noch einmal in die Praxis kommen musste, nervt ein wenig. Aber zum Glück bin ich ganz gesund.

Verträgst du weiterhin die Tabletten?

Ich merke überhaupt keine Nebenwirkungen. Ich habe mich an die Einnahme sehr gut gewöhnt.

Bekommst du von anderen Studienteilnehmern oder befreundeten PrEP-Nutzern mit, ob es ihnen mit den Checks ähnlich ergeht?

Seit unserem letzten Interview hat sich in meinem Leben etwas sehr Einschneidendes verändert. Damals war es noch nicht klar, wie es sich entwickeln würde, aber mittlerweile bin ich schon fast ein Jahr in einer festen Beziehung. Das hat große Veränderungen auch auf mein Sexleben und auf meinen Kontakt in die Szene. All die Bekannten dort, die auch die PrEP nehmen, sehe ich eigentlich gar nicht mehr und spreche deshalb mit anderen eigentlich kaum mehr über die PrEP.

Die PrEP gibt Sicherheit

Hat sich für dich durch die Beziehung die Notwendigkeit der PrEP verändert?

Ich will sie auf jeden Fall weiter nehmen, auch wenn ich jetzt keinen Sex mehr mit anderen Männern habe. Man weiß ja schließlich nie, was passiert.

Falls du morgen auf der Straße unverhofft jemanden triffst und mit ihm im Bett landest …

Ich mache so was eigentlich nicht, aber ich fühle mich mit der PrEP einfach besser. Für den Fall aller Fälle. Ich will natürlich auch meinen Freund damit schützen, indem ich mich schütze.

„Mit der PrEP schütze ich auch meinen Freund“

Wir kennen uns jetzt seit fast einem Jahr. Bevor wir uns kennengelernt haben, hatte ich schon meinen Flug zum Tel Aviv Gay Pride gekauft und bin im Juni auch hingeflogen. Dort hatte ich mich auch wieder mit jemandem getroffen. Für mich hat es sich schon deshalb gelohnt, die PrEP weiter zu nehmen. Ich gehe aber nicht mehr aus, um mit anderen rumzumachen.

Habt ihr für euch in der Beziehung euren HIV-Status geklärt?

Wir sind beide negativ. Und er weiß natürlich auch, dass ich auf PrEP bin. Er nimmt sie nicht. Er hatte zuvor aber auch noch nie Sex ohne Kondom.

War es für ihn ein Problem oder ungewohnt, beim Sex mit dir jetzt das Gummi wegzulassen?

Nein, ich hatte bei ihm keinerlei Verunsicherung gespürt, sondern er hatte sehr schnell Vertrauen zu mir aufgebaut. Und auch er hat keinen Sex außerhalb der Beziehung.

Ein Nutzen der PrEP sind auch die regelmäßigen Gesundheits-Checks

Und falls doch, bist du mit der PrEP auf der sicheren Seite.

Richtig (lacht). Ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber jetzt bin ich erst einmal in der Studie, und so lange werde ich die PrEP auf jeden Fall nehmen, auch wenn ich nun genau genommen in einer monogamen Beziehung bin und mich nicht um HIV sorgen muss.

Der Hauptvorteil, den ich jetzt für mich aus der PrEP ziehe, ist also nicht mehr wie zu Anfang in erster Linie der Schutz vor HIV, sondern dass ich regelmäßig alle drei Monate komplett durchgecheckt werde und so alles über meinen Körper erfahre.

Bei den Checks wird ja auch geprüft, ob die Medikamente die Nierenwerte oder Knochendichte beeinträchtigen. Machst du dir deswegen Sorgen?

Nicht, dass ich Angst davor hätte, aber ich habe in letzter Zeit doch mehr als früher darüber nachgedacht. Zumal, wenn man die Medikamente vielleicht tatsächlich sein halbes Leben lang nimmt – und zwar täglich. Und wenn es Langzeitfolgen gibt: Sind sie einschneidend, oder kann man sie in Kauf nehmen, weil die Vorteile der PrEP mögliche Langzeitfolgen bei Weitem überwiegen?

„Vor der PrEP haben mich Angst und Unsicherheit belastet“

Wenn die Studie im nächsten Jahr beendet wird, machst du dann trotzdem mit der PrEP weiter?

Ich denke schon – auch, wenn ich dann noch in einer Beziehung bin. Dafür habe ich mich viel zu sehr an diese Form der Sicherheit gewöhnt.

Vor der PrEP habe ich viel rumgemacht und bin immer wieder auch mal ungewollt Risiken eingegangen, mich mit HIV zu infizieren. Diese Angst und Unsicherheit haben mich wirklich belastet. Die PrEP hat mich davon befreit, und meine Befürchtung wäre nun, dass diese Angst wieder zurückkommen könnte, wenn ich die PrEP zum Ende der Studie abbreche.

Partnerschaft, PrEP und Partyszene

Die Möglichkeit, in Clubs ungezwungen und ohne langen Anlauf Sex zu haben, hatte vor einem Jahr noch eine große Bedeutung für dich. Wie ist heute dein Verhältnis dazu?

Ja, ich hatte den Wunsch, mich sexuell auszuleben, mit vielen Männern. Nun werde ich genießen, was ich jetzt habe: nämlich die Beziehung mit meinem Freund.

Ich gehe eigentlich gar nicht mehr in die Szene. Mir fällt jetzt auf, wie vieles einfach zur Gewohnheit geworden war. Ich habe trotzdem immer noch meine Dating-App auf dem Smartphone. Eigentlich brauche ich sie nicht mehr, weil ich ja niemand anderen treffen will. Aber ich habe die App noch nicht gelöscht, weil man dadurch zumindest das Gefühl hat, noch irgendwie zur Szene dazuzugehören.

Du benutzt die App also gar nicht mehr?

Nur ganz, ganz selten. Wenn ich mal unterwegs bin und nichts zu tun habe, dann habe ich wieder reingeschaut. Danach frage ich mich dann: Warum eigentlich?

Ich war, um ehrlich zu sein, mittlerweile von der Szene gelangweilt. Aber wenn man Single ist, geht man eben trotzdem aus. Man nimmt vieles einfach nicht wahr oder blendet es aus. Ich vermisse das alles gar nicht. Es dreht sich nicht mehr alles um die Partys, sondern ich nutze die Zeit nun viel mehr dazu, um die Stadt und die Kultur zu erleben.

„Ich habe die Partyszene sehr genossen, aber jetzt bin ich an einem anderen Punkt“

Wenn man nicht mehr in der Szene und auf den Partys ist, wird man dort auch nicht vermisst. Man kennt die Leute schon drei, vier Jahre, aber sie melden sich nur bei mir, wenn sie Sex haben wollen. Das will ich derzeit aber nicht, deshalb ist das Interesse an mir auch gleich wieder verschwunden.

Bedauerst du jetzt, mit dieser Distanz, dass du so viel Zeit in der Partyszene verbracht hast?

Nein, es war definitiv keine verlorene Zeit. Es geht um den Spaß am Leben, und ich möchte diese Erlebnisse und Erfahrungen nicht missen. Ich habe die Szene sehr genossen. Aber jetzt bin ich an einem ganz anderen Punkt in meinem Leben.

Wenn ich jetzt doch mal wieder in der Szene gehe, und das passiert vielleicht alle drei Monate, dann kommt mir vieles lächerlich vor.

Kannst du da ein Bespiel nennen?

Ich war mal bereits um Mitternacht in einem Club, es waren also noch kaum Leute da. Plötzlich stürmt da dieser junge Typ, den ich sogar kannte, auf die leere Tanzfläche und reißt sich sein T-Shirt vom Leib. Das war so absurd. Wem wollte er sich in diesem Moment eigentlich zeigen? Darum geht es doch nur.

Zwei Stunden später, die Party ist in vollem Gange, drängen sich auf diesem kleinen Podest ein halbes Dutzend Männer. Sie stehen so eng, dass sie sich kaum bewegen, geschweige denn tanzen können.

„Vielleicht kommt die Lust auf Szene und den Sex mit anderen wieder“

Dieser kleine Kasten ist in diesem Moment ihre Bühne, um sich und ihren Körper zu präsentieren. Aber hey, das sind erwachsene Leute! Ich habe mich dann gefragt: War ich vielleicht auch so? Es sind Kleinigkeiten, aber sie sie fallen mir erst jetzt auf.

Zumindest im Moment brauche ich das alles nicht mehr, weil es mir auch nichts gibt. Möglicherweise ist das aber nur eine Phase und die Lust auf all das und auf den Sex mit anderen kommt wieder. Wir werden es sehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Weitere Interviews mit Milan:

„Die PrEP ist nur ein Werkzeug, und man muss lernen, damit umzugehen“ (26.8.2017)

„Die PrEP befreit einen davon, immer an HIV denken zu müssen“(27.2.2018)

Weiterführende Beiträge zum Thema:

„Pillen zum Schutz vor HIV“: DISCOVER-Studie jetzt auch in Deutschland“ (magazin.hiv, 10.4.2017)

Interview: „Seit ich die PrEP nehme, ist mein Sex viel entspannter“ (magazin.hiv, 5.7.2017)

„PrEP? So was machen wir hier nicht!“ (magazin.hiv, 1.8.2017)

Footnotes